Kleinere Projekte Wedding/Gesundbrunnen

  • Sanierung hier und da

    Ich hatte überlegt diesen Beitrag im Diskussionsthread zu schreiben, aber am Ende sind es ja doch zwei kleine Projekte die vor kurzem (mehr oder weniger) fertiggestellt wurden.


    Zuerst eine (in erster Linie glaube ich energetische) Sanierung mit Ausbau des Dachgeschosses in der Einemstraße in Tiergarten.


    Dazu eine weitere (wohl nicht ganz abgeschlossene) Sanierung eines Altbaus in der Schulstraße im Wedding.


    Wieso im Diskussionthread? Ich frage mich ob man eine Sanierung wie in der Einemstraße gutheißen kann, oder ob es einfach ein Wunder ist, dass jemand im problematischeren Teil der Stadt das Geld in die Hand nimmt und aufwendig eine Gründerzeitfassade saniert (Kunststofffenster waren bei beiden schon vor der Sanierung drin)? Energetische Sanierung ist sicherlich eine Lobenswerte Angelegenheit, aber wo liegt danach (abgesehen von der finanziellen Seite vielleicht) noch der Vorteil gegenüber einem Neubau, bei dem man Proportionen von vorne neu denken kann anstelle die alten zu verpfuschen? Diese Schießescharten sind doch ein schrecklicher Anblick und machen Räume zudem dunkler.
    Oder muss man einfach froh sein, dass hier ein wunderbares Treppenhaus und eventuell noch Deckenschmuck in den Wohnungen gerettet wurde? Ich kann mir noch keine rechte Meinung bilden, auf jeden Fall überkommt mich jedes Mal ein Schauder wenn ich an diesem Bau im Tiergarten vorbeikomme...

  • Kleinere Projekte übrige Mitte/Tiergarten/Moabit/Wedding

    Auf dem ExRotaprint Gelände in der Gottsched Straße wird kräftig gewerkelt. Das Ensemble aus Gründerzeit- und Nachkriegsbauten soll behutsam energetisch saniert werden, um die Mieten steigen lassen zu können ohne dabei die Mieter zusätzlich zu belasten (-> Einsparungen bei den Heizkosten, die teilweise enorm sein müssen...20cm blanker Beton in den Türmen...).
    Dieser Bau wurde nach dem Krieg vom Schmuck "befreit" und weiß getüncht, vor kurzem hat man Isolierfenster eingesetz und die Fassade mit einem Mörtel/Polysterolschaumflocken-Mix verputzt. Leider kommt es durch den Putzt zu einem kleinen Versprung zum Sockel, aber den wird man wohl verschmerzen können. Da die Rückseite (zum kleinen Hof) offenbar noch verzierungen Besitzt hat man sich scheinbar nicht zum Verputzen durchringen können. Finde ich nicht weiter schlimm - im Übrigen sieht man dadurch wie Oberfläche vom Rest des Gebäudes in etwa nach dem Krieg aussah.



    Auf den anderen Seiten des Hofes wachsen auch die Gerüste. Der Flachbau soll, soweit ich informiert bin, ein neues Dach bekommen (Stichwort: Isolierung), was mit dem Altbau passieren soll weiß ich nicht, auf jeden Fall hat man dort teilweise schon neue Fenster eingesetzt. Wie viel filigraner die Fenster aus den 50er Jahren sind erkennt man noch ganz rechts. Leider sind sie einfach verglast und haben Stahlrahmen, die langsam aber sicher wegrosten. An eine Rettung oder Restaurierung in dieser Form (und unter diesem Budget) ist glaube ich unrealistisch.



    Wer das Gelände nicht kennt sollte wirklich mal hin, ein wahres Zeugnis der Architekturgeschichte:


    Um die Ecke in der Uferstraße werden von Anderhalten Architekten die Uferhallen umgebaut. Vieles ist schon fertig, es wird auf jeden Fall schon krätig getanzt in den neuen Hallen.



    Es gibt mehrere offenen Stellen auf dem Hof, an denen man erkennt, dass wohl noch flächendeckend das alte Pflaster inklusive Schienen unter dem Asphalt liegt. Ich bezweifle allerdings, dass man sich die Arbeit macht es freizulegen:



    Von hier hat man übrigens einen interessanten Überblick über verschiedene Arten des Wohnungsbaus:
    http://img836.imageshack.us/i/wohnungsbau.jpg/ (zu groß für Vorschau)


    Und wenn ich jetzt schon dabei bin:
    In der Schererstraße wurden letztes Jahr auch drei Mietshäuser saniert. Ich glaub die wurden hier noch nicht gezeigt und wer möchte kann jetzt gerne eine Gentrifizierungsdiskussion anfangen, denn: Die gesamte Ladenfront besteht aus Gallerie...


    Das letzte Bild zeigt auch nochmal ein Problem, das bei der Dämmung von Bestandsgebäuden aufkommen kann.

  • Schillerbibliothek, Wedding

    Die Schillerbibliothek soll erweitert und auf lange Sicht eventuell sogar zur Zentralbibliothek von Mitte ausgebaut werden. Was das genau bedeutet weiß ich nicht, ich weiß aber, dass es eine Studie zur Erweiterung gab, an der sich die Büros Haberland, Bruno Fioretti Marquez und Georg Scheel Wetzel beteiligt haben. Die verschiedenen Ergebnisse kann man sich als PDFs unter "Downloads" auf der Seite des Aktiven Stadtzentrums Müllerstraße ansehen. Von den beteiligten Büros hat nur Haberland seine Ergenisse online gestellt, deswegen hier die Bilder:






    Bildquelle:Haberland Architekten BDA

  • Noch ein bisschen Wedding:
    Der Gartenplatz an der St.Sebastian Kirche zwischen Acker- und Gartenstraße wird neu hergerichtet:


    Und hier in der Gerichtstraße wird ein altes Wohnhaus saniert. Erst Entmietung, jetzt bodentiefe Fenster...sowas hätte ich an der Stelle nicht erwartet. Schön aber, dass man zur Panke auch Fassadenöffnungen geschaffen hat!


    Am Leopoldplatz steht seit einiger Zeit ein Schild mit Hinweisen zur Neubeplanung des Platzes:

    Wer sich weitergehend dafür interessiert, kann sich hier genauer informieren.


    Alle Photos von mir.

  • Kleinere Projekte übrige Mitte/Tiergarten/Moabit/Wedding

    Die Müllerhalle in der Müllerstraße soll vermutlich nächstes Jahr abgerissen und neugebaut werden. Das Gebäude war wohl schon seit längerem nicht mehr wirtschaftlich betreibbar. Jetzt sollen in einem zweigeschossigen Bau im Erdgeschoss 180 Parkplätze und zur Müllerstraße Geschäfte entstehen sowie im 1.OG zwei größere Mieter einziehen. Die Visualisierung zeigt einen Vorentwurd, der so nicht ausgeführt werden muss. Bei der aktuellen Qualität der Geschäfte erwarten ich auch keine gute Architektur. Zudem halte ich die Parkplätze für zwiespältig. Mehr Verkehr in der Müllerstraße, aber eventuell auch mehr Kundschaft aus dem Reinickendorfer Raum...

    Quelle: ecke müllerstraße Ausgabe März

    Einmal editiert, zuletzt von million () aus folgendem Grund: Wollte noch was hinzufügen.

  • Wedding, Nordufer / Lynarstraße

    Die 1993 im postmodernen Stil gebauten Wohnhäuser am Nordufer bzw. der Lynarstraße wurden bzw. werden farblich aufgemotzt. Das Ergebnis ist bunt - sehr bunt.


    Die Gebäude sind auch gut von der Ringbahn aus zu sehen, wenn man zw. Westhafen und Wedding unterwegs ist:






    Nur die Fassaden zum Hof bleiben grau:


  • Sind das Gebäude der DeGeWo? Die scheinen in letzter Zeit öfter solche Perversionen hervorzubringen - so auch in der Reinickendorfer Straße Höhe Gottschedtstraße.

  • million: Perversionen? Oha, welche Anmaßung.
    Ich behaupte mal, die Bewohner freuts. Oder sind das dann Perverslinge?


    (Sorry, aber diese Kraftsprache hat nun wirklich nichts mit Architekturkritik zu tun)

  • Ich find's auch eigtl. ganz witzig.
    Wenn man's mit der grauen Tristesse auf dem letzten Bild vergleicht...
    Man muss halt der Typ dazu sein.

  • Eine Satzung zur Regelung von Satellitenschüsseln an Häuserwänden wäre an der Stelle wohl angemessener gewesen. Diese ziehen den gesamten Bereich optisch herunter. An der Stelle fragt man sich, wer denn heutzutage überhaupt noch Satellitenfernsehen nutzt, gibt doch DVB-T mit Zimmerantenne kostenfrei.

  • ^^
    Damit kannst du aber keine türkischen oder libanesischen Fernsehsender empfangen ;)
    Bunt siehts in jedem Fall besser und freundlicher als als grau, dennoch ist es eine Spur zu farbenfroh. Die Architektursprache selbst ist sehr gefällig, was leider von der Farbenpracht zu sehr überlagert wird. Ein bisschen weniger wäre sicher mehr gewesen, indem man sich pro "Einzel"haus für eine Haupt-Fassadenfarbe entschieden hätte. Stattdessen sind es zwei, wie man auf Backsteins drittem Bild sehr gut sehen kann. Dadurch werden Bauteile, nicht mehr das eigentliche "Einzel"haus betont, was dem ganzen vielmehr Großkomplex-Feeling gibt. Optisch nun ein riesiges buntes Haus statt mehrerer nebeneinander.

  • Absolut d'accord, Baukunst.


    wahrscheinlich wollte das Wohnungsunternehmen den gesamte Großkomplex als solchen betonen. Dennoch hätte auch ich eine Individualisierung besser gefunden. Die Gebäude waren auch vorher bunt, allerdings mit weniger verschiedenen Farben und zuletzt auch reichlich verblasst.


    Auf Bild 3 sieht es aus meiner Sicht am unvorteilhaftesten aus, da wirkt es in der Tat zu massig. Auf den beiden ersten Bildern, wo die Giebel über die Bäume ragen, sieht es dafür richtig gut aus.


    Alles in allem aber okay - der Mut zu kräftigen Farben tut der Ecke ganz gut.



    Danke für das Verschieben! :daumen:

  • Neubau eines Hochsicherheitslabores in der Seestraße


    wie Baunetz berichtet wird in der Seestraße 11 ein Hochsicherheitslabor von Henn Architekten für das Robert-Koch-Institut errichtet.


    Schade ist eigentlich, dass das Institutsgebäude für Getreideforschung, welches 1905 errichtet wurde, weichen musste. Der Zustand des Gebäudes war meines Wissens auch nicht Besorgnis erregend.


    Hier mal zwei Bilder von der Berlin-Brandenburgische Gesellschaft für Getreideforschung e.V:


    aus den Achzigern:



    und eins von 2008:



    Quelle: Berlin-Brandenburgische Gesellschaft für Getreideforschung e.V


    hier die Neubauplanung:





    Quelle: Baunetz / Henn Architekten

  • ^ Der Altbau sah sogar so aus als wäre er vor nicht allzu langer Zeit saniert worden.
    Naja, es liegt ja im Berliner Trend, intakte Altbauten für banale Funktionsbauten abzureißen. IMO versagt da die Politik (Senat). Die hätten die Verantwortung sowas zu verhindern. Investoren würden alles abreißen wenn es Rendite bringt.

  • Ich bin völlig sprachlos und habe die Seite sogar mehrmals geladen in der Hoffnung, dass es ein uralter Beitrag ist...
    Der Altbau war solide, architektonisch ansprechend und gab dem Straßenabschnitt ein Gesicht. Wie kann es sein, dass er einfach so von der Bildfläche verschwindet (warum wurde darüber nicht in der Presse berichtet - oder ist es 2008 einfach an mir vorbeigegangen?) und durch solch einen stinklangweiligen 0815-Bau ersetzt wird? Ich meine, hier gehen doch offensichtlich Qualitäten im Stadtraum verloren. Und schießlich mangelt es in Berlin auch nicht an Platz. Hätte es nicht andere Baulösungen geben können???

  • Ja, das ist wirklich ein Jammer. In einer Anfrage des FP-Abgeordneten Sebastian Czaja warum man das Haus abreißen wolle hieß es damals, es stünde nicht unter Denkmalschutz. Na dann, weg damit :nono:


    Link (pdf)