Leipziger Lärmaktionsplan

  • Leipziger Lärmaktionsplan

    Da das Thema in erster Linie, aber eben nicht nur den motorisierten Individualverkehr (MIV) und die Straßen betrifft, sondern auch den ÖPNV, den regionalen und überregionalen Eisenbahnverkehr, Flugverkehr (zumindest soll der in absehbarer Zeit berücksichtigt werden), die Industrie etc., wollte ich es nicht unter den Straßenverkehrs-Thread packen, sondern ein neues Thema aufmachen. Die bereits skizierten Umbauten der Straßen und Straßenbahntrassen werden uns Leipzig die nächsten Jahre beschäftigen.


    Und wer weiß, vielleicht kommen hier und/oder im Online-Forum unter http://www.leipzig.de/laerm noch neue Ideen und Vorschläge hinzu.


    Noch bis Ende August kann man sich am Entwurf beteiligen. Über das Online-Forum hinaus gibt es bis Ende Juli Informationsveranstaltungen, eine Ausstellung im Umwelt-Informationszentrum und schließlich die offizielle Auslegung des Plans im Juni und Juli 2011 im Technischen Rathaus. Im März 2012 soll die Ratsversammlung über den Entwurf entscheiden.


    PM der Stadt vom 04.05.2011
    http://www.leipzig.de/de/buerg…ellt-am-6-Mai-20176.shtml


    Lärmaktionsplan: Startschuss zur Bürgerbeteiligung fällt am 6. Mai


    Leipziger können auf der Internetplattform http://www.leipzig.de/laerm nicht nur mitdiskutieren, sondern auch eigene Ideen und Vorschläge einstellen.
    „Die Bürger Leipzigs sind im Rahmen der genannten Angebote eingeladen, sich intensiv an der Erarbeitung des Lärmaktionsplanes zu beteiligen“, sagte Heiko Rosenthal (Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport) zur interaktiven Bürgerbeteiligung im Sinne des Lärmschutzes.



    Wie gewohnt kritische Berichterstattung der LIZ:


    08.05.2011
    Leipziger Lärmaktionsplan: Stückwerk-Lösungen und Mitmach-Möglichkeit
    http://www.l-iz.de/Politik/Lei…ger-Laermaktionsplan.html


    05.05.2011
    Lärmaktionsplan für Leipzig: Ab Freitag dürfen Leipziger ihre Meinung kundtun
    http://www.l-iz.de/Politik/Lei…ihre-Meinung-kundtun.html



    Außerdem:


    LVZ-Online, 05.05.2011
    Leipzigs lauteste Straßen: Bürger können per Online-Forum den Lärmaktionsplan diskutieren
    http://nachrichten.lvz-online.…f/r-citynews-a-86850.html


    LF, 4. Mai 2011 15:59
    Gemeinsam mit Bürgern gegen den Lärm
    http://www.leipzig-fernsehen.d…x?ID=5846&showNews=962150

  • aufstellung von lärmschuztwänden (bis zu 15 m höhe) an der richard-lehmann-straße und georg-schuhmann-straße. ich hoffe es gibt noch ein zurück von diesem witz. material holz oder glas. glas ist perfekt für heiße sommertage. und bei holz fühlt man sich auf dem fußweg, wie auf dem weg zur schlachtbank. lärmreduktion 3 dB, verlust an lebensqualität in diesem straßenbereich: 100%.


    mir fehlt nur in diesem "ideen-katalog" das verbot von kindertagesstätten. und jugenclubs. die machen in meinem stadtgebiet mit abstand den größten lärm. da ist die straßenbahn aller 10 minuten ein witz, im vergleich zu 3h dauerbeschallung von schreienden kindern und gröhlenden jugendlichen. nur würde ich nie auf die idee kommen, den kids den spaß zu verbieten. damit muss man eben leben, oder aufs land ziehen. wer in der stadt lebt, weiß, dass es da laut ist, dass ist es schon seit 150 jahren. und wer ist denn auch bitte so blöd, und zieht direkt an die georg-schuhmann-straße? dann doch lieber die platte in grünau!

  • vielleicht gibst du genau diesen hinweis mit der lärmschutzwand einfach auf der seite der stadt an? ich finde diese ideen ebenfalls absurd.

  • vielleicht gibst du genau diesen hinweis mit der lärmschutzwand einfach auf der seite der stadt an?


    hab ich gestern gleich gemacht. im fragebogen ist in der letzten frage platz gelassen, für sonstige anregungen. ich hoffe, dass diese auch ernsthaft gelesen werden, und man darüber nachdenkt. vielleicht hilft es, wenn noch 1 oder 2 weitere personen diese idee mit den lärmschutzwänden bei der befragung kritisieren. also scheut euch bitte nicht vor der mühe. länger als 3 minuten dauert es nicht.

  • Es besteht die Möglichkeit, für jede Einzelmaßnahme einen Einwand an die Stadtverwaltung zu schicken. Beispiel Maßnahme M31.2 - Klick.


    Lärmschutzwände in Georg-Schumann- und Richard-Lehmann-Straße wären natürlich wirklich ein städtebauliches Desaster, insbesondere angesichts der Tatsache, dass hier Gebäude "geschützt" werden sollen, die zu DDR-Zeiten quer zur oder zurückgesetzt von der Straße gebaut wurden. Die Stadt sollte hier eher mittelfristig anstreben, diese Gebäude so umzubauen, dass der Blockrand geschlossen und die damit verbundene Lärmreduzierung erreicht wird. Bei anderen Maßnahmen ist der Sinn des Lärmschutzes an sich zu hinterfragen - wieso muss eine Schule sowie ein Kulturzentrum (M 31.1) - beides keine besonders ruhigen Orte - vor Lärm geschützt werden?

  • Ich frage mich allen ernstes, wie man auf eine solche Idee kommen kann, gerade im Hinblick auf das Konzept/ die Überlegungen zur Wiederbelebung der Georg-Schumann-Straße. Außerdem ist die wahrgenommene Lautstärke nicht allein durch den Schalldruckpegel erfassbar, sondern hängt u.a. vom Frequenzspektrum ab. Da sind "3dB Lärmreduktion" so aussagekräftig wie "3 Meter Geschwindigkeit". Hoffentlich werden hier auch Leute vom Fach herangezogen (Psychoakustiker usw.).

  • Das größte Manko bei dem Lärmaktionsplan ist meines Erachtens, dass die Lärmkartierung nicht auf Messungen, sondern auf Berechnungen basiert. Bei diesen werden die Spitzen, die ein Mensch ja nun mal eindeutig warnimmt (Straßenbahnen, Schwerlaster, Anfahren an Ampeln etc.) "abgebrochen" und die Daten nivelliert. Logischerweise haben nun die am stärksten befahrenen Straßen die größte Lärmbelastung, aber lokale Unterschiede zum aufgrund des Straßenbelags (pauschal in Berechnung eingeflossen), des Zustandes von Straßen und Gleisen und der tatsächlichen Abschirmung durch Gebäude oder hohe Bäume werden nicht berücksichtigt.

  • Ich darf die werte Gemeinde darauf aufmerksam machen, daß es für den Witz zu spät ist. Jene Baulücke http://maps.google.de/maps?f=q….001174,0.002401&t=h&z=19 die derweil für einen LWB-Parkplatz genutzt wird, wurde in den letzten 14 Tagen, explizit der Einfahrt, durch eine 4 Meter hohen Ziegelmauer von der Schumannstraße separiert, die momentan verputzt wird (die Mauer!). Meine Kamera weigerte sich, den Irrsinn festzuhalten und zu dokumentieren. Möge Dave obwalten ...

  • Grundsätzlich hat man natürlich recht mit der Feststellung des aktuellen Zustands, es wäre allerdings im Sinne einer ausgewogenen bzw. einfach nicht zu sehr verzerrenden Berichterstattung ganz nett gewesen, darauf hinzuweisen, dass es mit dem Lärmaktionsplan, den Umbauplänen sowie der bald zur Verfügung stehenden B6-Parallelführung einige Maßnahmen gibt, die bald greifen werden. Im Bericht klingt das eher danach, als ob keiner, der nicht in der Straße wohnt, das Problem bisher auch nur wahrgenommen hätte.

  • Ergänzend weise ich darauf hin, daß im verlinkten Beitrage explizit Gebäude in einem recht erbärmlichen Zustand gezeigt werden. In den letzten 3 Jahren wurden jedoch einige Altbauten im vorderen Abschnitt recht wertig saniert. Zudem wird die Schumannstraße mit der neuen Sporthalle in Möckern, der Sanierung der Schule in der Breitenfelder sowie dem Neubau des Pflegeheims an der Ecke zur Lindenthaler weiter aufgewertet.
    Das heißt aber NICHT, daß es nicht genug Probleme gibt. Insbesondere beim Straßenquerschnitt / bei der Spurführung / bei der Separierung Tram / neuen Haltestellen / Fahrradstreifen und Begrünung ist die Stadt Leipzig gefordert, in Vorleistung zu gehen.