Braunschweig baute das Schloss

  • @b-a-t-o :


    Na ja mal abgesehen davon, dass uns so bittere Ironie hier nicht weiter bringt, wäre die begründete Meinung anderer zu diesem Projekt schon sehr interessant.


    In etlichen Diskussionen bin ich nie auf totale Ablehnung gestossen. Hauptkritikpunkt war meist die Verbindung des Schlossbaukörpers mit einem Center sowie die "Vernichtung" des Schlossparks.


    Allerdings sind fast alle Kritiker davon ausgegangen, dass man im Schloss shoppen geht ! Und das ist schlicht und ergreifend falsch.


    Der Anteil des Schlosses an der entstehenden Geschossfläche ist schon vom Bebauungsplan her nur für andere Nutzungen zugelassen. Lediglich der EIngang durch den MIttelrisaliten führt direkt ins Center - alle anderen EIngänge führen in die Bereiche öffentlicher Nutzung. Und selbst der Eingang, welcher durch den öffentlichen Bereich in den Schlosshof führt bietet keine Einkaufsmöglichkeit, sondern schneidet den öffentlichen Bereich nur durch ein Cafe hinter den Fenstern des Portikus.


    So kann zum Beispiel die von den "Schlossparkfreunden" verwendete Bezeichnung "Kaufschloss" sachlich betrachtet nur als polemisierend bezeichnet werden. Das war allerdings zu meinem Bedauern die gesamte Schlossdebatte schon von Beginn an in weiten Bereichen - die "Schlossparkfreunde" habens ich da besonders hervorgetan, ich hatte mehrfach das Vergnügen mit ihnen zu reden, aber bis heute werden auf deren Homepage schlicht falsche Tatsachen dargestellt. Insbesondere deren SImulation des Centers hat nichts mit der Realität zu tun und stammt aus dem Jahre 2002 - lange bevor irgend etwas konkret wurde. Mails meiner Seite mit Fragen und Hinweisen wurden nie beantwortet.

  • @ arnd :


    Entschuldige ! War nicht persönlich gemeint. War auch erst im Zweifel, ob es nicht doch Speer war . . ;-)) So kann man sich irren ! Speer und KSP hatten jedoch zumindest teilweise die besseren Entwürfe - so einiges an den Modellen gefällt mir deutlich besser als bei G & M. WIe siehst du das ?


    Übrigens vielen Dank für die Fotos !

  • Tarsis


    Dem stimme ich zu, vor allem wenn ich mir wieder die Pläne vor Augen führe


    Hier sind dann auch die Pläne von KSP Engel und Zimmermann, die mir vom Layout her gesehen auch am Besten gefallen.



    Auch hie fange ich mal wieder mit einem Modell von der Gesamtanlage an



    Hier sind Perspektiven, welche den Kontrast zwischen alt und neu verdeutlichen zu sehen



    Dieser Plan verdeutlicht die Lage des Ganzen in dem Raum und enthält erste Ausschnitte von dem eigentlichen Neubau (Beim Schloss handelt es sich ja um einen potemkinschen Wiederaufbau)...



    ...welche hier ihre Fortsetzung finden



    Auf diesem Plan ist der Grundriss vom EG...



    ...und hier der vom OG zu sehen



    Dieser Plan zeigt die Großansichten nach Westen und Norden hin...



    ...wogegen hier die Schnittansichten das Interieur offenbaren



    Hier kann man zu guter letzt sich die Fassaden im Detail anschauen...



    ...welche in diesem Ausschnittsmodell noch einmal dem Wiederaufbau gegenübergestellt werden.


    So, dass wäre es erst einmal für heute.

  • Zitat von b-a-t-o

    Was genau kommt denn in das Gebäude mit der Schlossfassade hinein?


    Hinter dem Mittelrisaliten wird die einzige gewerbliche Nutzung - ein Cafe - und der Durchgang in das Center sein. Das übrige Schlossgebäude kann ansonsten nicht über das Hauptportal betreten werden.


    Das übrige Schlossgebäude wird folgende Nutzungen erhalten :


    - Stadtarchiv
    - Kulturinstitut der Stadt Braunschweig
    - Öffentliche Bibliothek
    - Trauzimmer des Standesamtes
    - Schlossmuseum


    Diese Nutzungen stehen definitiv fest ! Die Stadt hat hierzu einen langfristigen Mietvertrag über 30 Jahre mit ECE abgeschlossen. Die Räumlichkeiten werden für die Nutzung mit der hierzu erforderlichen Technik ausgestattet.


    Auf diese Art werden etwa 95 % der Geschossflächen öffentlich-kulturell genutzt. Die restlichen 5 % beziehen sich auf den Durchgang in das Center und das Cafe.


    Das Stadtarchiv befindet sich derzeit in Räumen ohne Lüftungs- und Klimatechnik, das Platzangebot ist viel zu klein und die Räume waren ursprünglich für die Erweiterung des Gauß-Gamnasiums vorgesehen - jedoch fehlten Gelder für eine Verlagerung des Archivs.


    Die Öffentliche Bibliothek ist immer noch in einem Nachkriegsbau unter mangelhaften Bedingungen untergebracht. Auch hier ist der Platzbedarf wesentlich größer als das ANgebot und ein Neubau wäre dringend erforderlich gewesen.


    Ebenso sieht es mit der städtischen Villa des Kulturinstitutes aus. Sie ist sanierungsbedürftig.


    Die Stadt schlägt drei Fliegen mit einer Klappe und bringt alle Einrichtungen zentral in der Stadtmitte in neuen geeigneten Räumen unter. Das Gymnasium wird endlich erweitert und die Kosten für zwei Neubauten auf noch zu erwerbenden Grundstücken für Archiv und Bibliothek entfallen so.


    Nebenbei bemerkt ist das genau die Nutzung, welche 1955 für die Nutzung der zum Wiederaufbau vorgesehenen Schlossruine vorgesehen wurde ! Und zwar haargenau die gleiche : Stadtarchiv - Bibliothek - Schlossmuseum - Standesamt - Kultureinrichtungen. Welch Ironie der Geschichte !

  • Wie ich gestern im Radio gehört habe, plädieren die Grünenbei dem Technischen Rathaus anstelle des Abrisses für eine Sanierung unter ökologischen Gesichtspunkten, wobei anscheinend die TU eine Expertise über die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer derartigen Sanierung erstellen soll.


    Ich bleibe dabei, bei dem Kasten hilft nur noch eine Planierraupe (Sprengstoff scheidet wegen der unmittelbaren Nähe zu dem neogotischen Neuen Rathaus diesmal aus)

  • @ arnd :


    Na ja ganz unrecht haben die Grünen da nicht ! Wobei auch ich mich frage, was dabei noch groß aufzuwerten ist. Die MEldung war übrigens gestern auch in der Zeitung mit einem großen Artikel.


    Immerhin - die TU hat vor zwei drei Wochen eine Studie zur Sanierug speziell von Altbauten und Hochhäusern aus den 60er und 70er Jahren vorgestellt. Da waren schon sehr interesante Ansätze dabei.


    Und wem würde es schon schaden, wenn man das gewonnene Know-how nutzt und sich einmal anschaut wie das Ergebnis aussieht. Abreissen kann man dann immer noch.


    Vorschläge die aus einer Ecke kommen, in der Meinhard von Gerkan lange gewirkt hat und die in den 50ern mit Krämer architektonisch die braunschweiger Schule geprägt haben können ja nicht völlig daneben sein . . . . um mal eine Lanze für die hiesige Architektur zu brechen . . .


    Vor 2007 dürfte da aber ohnehin nichts passieren. Es ist also Geduld angesagt - aber mein aufmerksames Auge wird das Thema in jedem Falle weiterverfolgen ! ;-))

  • Wieder mal Neuigkeiten ! Die Bodenplatte für das Center incl. Schloss ist mittlerweile nahezufertiggestellt !


    Der Hochbau wird insbesondere im Bereich des Schlossbaukörpers massiv auch durch Nachtarbeit vorangetrieben - bereits im Frühjahr soll mit der Rekonstruktion der Schlossfassade begonnen werden !


    Die letzten Originalteile des Schlosses werden derzeit noch in Sachsen in einer Steinmetzfirma, welche an der Frauenkirche beteiligt war restauriert und aufgearbeitet. Somit sind nahezu alle Originalteile mittlerweile fertig samiert und einbaubereit !


    Man darf weiter gespannt sein !


    Übrigens lohnt sich wirklich ein Blick aus dem Schloss-Löwen auf die Baustelle !

  • Vom Löwen aus kann man sehen, dass schon die ersten Schlosswände hochgezogen werden. Zumindest stehen schon die ersten Teile des linken Flügels.

  • Ich war heute da und bin eben hier auf diese Nachricht gestossen ! Es handelt sich um den nordflügel des Schlosses und zwar genauer um den nördlichen Eckrisaliten, der jetzt aus der Erde wächst. Wer ganz genau hinschaut kann schon ein erstes kleines Fenster der Westfassade im Sockelgeschoss erkennen !


    Ansonsten konzentrieren sich die bauarbeiten weiterhin auf den Schlossbaukörper. Das Untergeschoss wächst rasant und auch im übrigen Schlossbereich beginnen sehr bald die Hochbauarbeiten.


    Interessant ist eine kleine Geschichte am Rande : Ein Freund aus dem Tiefbauamt im Rathaus hat es mir erzählt. Man hat Skelette gefunden im Bereich des Schloss-Löwen. Erste polizeiliche Ermittlungen ergaben jedoch ein zu hohes ALter der Knochenfunde. Nachforschungen im Archiv und auf alten Karten haben ergeben, dass sich im Bereich des alten Cafe Tolle bzw. des jetzigen Alex ein Friedhof befunden hat - etwa im 18. Jahrundert zuletzt genutzt.


    Die Knochen wurden gefunden bei Aushubarbeiten für zusätzliche Bäume, die dort gepflanzt werden sollen.


    Auch die verschwenkung des Bohlweges ist mittlerweile erkennbar. Auch hier werden bereits die Fassungen und Gruben für die spätere Baumreihe entlang der Gleise vorbereitet bzw. ausgehoben.

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube ich habe heute vom "Aussichtslöwen" aus gesehen, wie das erste Teil für den Mittelteil gesetzt wurde. Der erste Stock wird auch schon fleißig gebaut. Zumindest was die innenwände anbelangt.

  • Genau das ! Dieser schwarze "Schacht" steht im Bereich des Mittelrisaliten bzw. des Portikus - auf Abbildungen des zuküntigen Baus klar zu erkennen.


    Links davon kann man bereits die kleinen Fenster im Sockelgeschoss des nördlichen Eckrisaliten bis hin zum Portikus erkennen ! Dort wird bereits am Erdgeschoss des Nordflügels gebaut.


    Auf http://www.hochtief.de/wcam/ece.jpg kann man aus Richtung Galeria Kaufhof auf den zukünftigen Südflügel des Schlosses schauen. Dort ist bereits die "Ecke" im entstehen, welche sich zwischen Rückfront des Südflügels und Eingangstrakt zum ECE-Center in Richtung Rizzi-Haus / Magni-Viertel befinden wird.

  • Genau den meine ich. Der wurde gerade aufgestellt, als ich meinen wöchentlichen Gang in den löwen gemact habe. Ntürlih habe ich all diese denkwürdigen Momente mit meiner digicam dokumentiert.

  • was neues habe ich gerade auf newsclick gelesen. Volkmar Jesiek (irgend ein Künstler aus Nrw) hääte gerne eine 2cm tiefe Wasserfläche vor dem Schloss, in dem selbiges sich dann spiegeln soll. 2 cm soll das Wasser tief sein, damit die Besucher des Schlosses dieses durch die Wasserfläche betreten können.
    Ziemlich sinnlos finde ich.

  • Na das ist so nicht ganz korrekt ! Es wurde von ihm eine 28 x 28 m große Wasserfläche vorgeschlagen, in dem sich der Portikus - mut entsprechender Beleuchtung ausgestattet - besonders in den Abend und Nachtstunden spiegeln sollte . . .an sich eine sehr pfiffige Idee . . . hätte garantiert seinen Reiz !


    Allerdings ist der Platz zwischen Bohlweg und Schlossfassade begrnezt und diese Wasserfläche würde fast den gesameten Raum einnehmen bzw. dominieren.


    Als Kompromiss wurden daher vom Künstler schmale Stege über die Wasserfläche vorgeschlagen, um das Schloss mit seinen Kultureinrichtungen zu erreichen - ich denke zwar eine schöne, aber wenig praktiable Lösung. Zumal diese Wasserfläche sehr bald vermüllen würde ob der geringen Wassertiefe. Von Algenwuchs mal ganz zu schweigen.


    Ausserdem ist da ja noch der aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangene und beschlossene Plan zur Gestaltung der Freiflächen um das Projekt herum und eine bereits fest geplante Brunnneninstallation auf dem Platz am Ritterbrunnen sowie am Nikolaiplatz die Wasserwand zur GEorg-Eckert-Straße . . . .das dürfte dann etwas zuviel Wasser werden . . . .


    Aber die IDee an sich gefällt mir schon sehr gut ! Die Realisierung wird jedoch definitiv nicht kommen.

  • Seit heute wird am Erdgeschoss des Schlosses gebaut ! Der Verbindungstrakt zwischen Portikus und Mittelrisalit ist seit heute im Entstehen - die Verschalungen werden seit heute Vormittag errichtet.


    Gut sichtbar auf der Webcam der Stadt Braunschweig unter www. braunschweig.de