Braunschweig baute das Schloss

  • @ Dvorak : Du verwechselst meiner Ansicht nach Grün mit öffentlich zugänglichen Parkanlagen !


    Die von Krahe geplante EIngliederung und Bebauung der ehemaligen Wallanlagen in die Stadt ist ein Grüngürtel - da gibt es nichts zu deuten ! Man muss nur dem Verlauf der Okerumflut folgen !


    Da es sich aber um eine Bebauung handelt besteht diese Anlage naturgemäss aber aus einer aufgelockerten Bebauung mit großen Gärten und privaten kleinen Parks um die Gebäude herum !


    Diese sind freilich nicht zugänglich - trotzdem jedoch stellen sie eine erhebliche "grüne Lunge" für die Stadt dar.

  • @ Arnd :


    Das Thema Abriss des Rathauses ist mittlerweile wieder vom Tisch - vorerst ! Es wird aber intern weiter verfolgt und von der Stadt geprüft bzw. Kontakt zu den zehn Miteigentümern aufgenommen um Möglichkeiten und Interesse auszuloten !


    Der OB persönlich hat eine kurzfristige Verwirklichung klar ausgeschlossen - erst in der nächsten Ratsperiode könne as Projekt angegangen werden ! Das wäre dann Ende 2006.

  • Tarsis
    Wenn du sagst man müsse sich nur mal den Stadtplan von Braunschweig angucken, da würde einem das Grün ja ins Auge springen kannst du ja auch nicht von Grün reden, sondern musst zwangsläufig Parks meinen. Das war dann wohl ein missverständniss. Insofern hast du natürlich Recht. Konnte ich aber nicht erahnen, da man das ja wirklich nicht auf dem Stadtplan sieht.


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  • Schon OK ! Aber meinte in dem Fall wirklich Grün - sonst hätte ich Parks geschrieben ! Und die Okerumflut erkennt man da nun doch recht gut ! Nichts für ungut . . . . ist in keinem Fall böse gemeint ! Aber eine nette kleine Diskussion was auf jeden Fall. *fg*


    Werde gleich mal losgehen und versuchen bei der Grundsteinlegung dabei zu sein ! Wenigstens im Info-Löwen. Der ist seit Montag freigegeben und von 11 - 16 Uhr geöffnet !

  • Zurück zum ECE-Center: am 2.11. fand die Grundsteinlegung statt, berichtet die Braunschweiger Zeitung. Zum Download bereitgestellt wurde durch ECE nun auch ein Prospekt zum Projekt "Schloss-Arkaden" mit Grundrissplänen und Visualisierungen des Centers von innen: http://www.ece.de/de/shopping/center/sab/sab.jsp. Wie man sieht, wird leider auch der Innenhof der Schlossanlage in das Einkaufszentrum einbezogen, das man künftig auch durch das große Schlossportal wird betreten können.


    Allerdings scheint man sich bei der Rekonstruktion der Fassade doch Mühe zu geben: "Städtebaulich sollen die Schloss-Arkaden höchste Ansprüche erfüllen. Der Investor Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH (CSAM) und die ECE lassen das ehemalige Residenzschloss in seinem dreiflügeligen Umriss mit der ganzen Flügeltiefe und den raumhaltigen, meterstarken Fassaden wieder erstehen. Die Verwendung historischer Pläne und Fotografien, der Einbau von 550 geborgenen Baufragmenten und die Ergänzung durch entsprechende Natursteinsorten sollen zu einer möglichst originalgetreuen Rekonstruktion des Schlosses beitragen - mitsamt einer Quadriga über dem Hauptportal und zwei Reiterstandbildern. Dafür arbeiten Steinmetze, die auch schon am Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche mitgewirkt haben." (Quelle: ECE-Pressemitteilung)


    Für aktuelle Fotos von der Grundsteinlegung und vom Baufortschritt bitte hier klicken.

  • Wenn man sich mit dem Schloss so viel Mühe geben will, heißt das dann auch, das man die Kuppel rekonstruiert, oder bezieht sich das alles nur auf die Fassaden?
    Bauen die Steinmetze nur die Quadriga, und stellt man die alten Reiter wieder vor das Schloss, oder werden das auch komplett neue?

  • Rekonstruiert werden nur die drei Fassaden an der Vorderseite. Die Rotunde wird leider nicht wiederkommen.


    Die Steinmetze werden nur beim Aufbau der Fassade zum Einsatz kommen. Die Quadriga wird aus Metall gefertigt werden, denke ich.


    Die Standbilder bleiben wohl die alten.

  • Zitat von Dvorak

    Schade. Dann bleibt doch alles beim alten. Hab gehofft, man würde sich jetzt doch mehr auf das Schloss konzentrieren.


    Die Pläne wie sie jetzt verwirklicht werden waren von Anfang an Vereinbarung zwischen Stadt und ECE. Nur unter der Bedingung der originalen Wiedererrichtung der Schlossfassaden und der Aufstellung der Quadriga und der Reiterstandbilder durfte das Center gebaut werden.


    Dies ist bereits im Vorvertrag mit ECE aus dem Jahre 2002 festgelegt !


    Bereits im Jahre 2003 hat ECE die Fragmente der Fassade, die von der Stadt zwecks späterer Wiedererrichtung im Schlosspark in einer alten Tonkuhle eingelagert worden waren, ausgraben, sichten und sanieren lassen.


    Die Besitzer der mittlerweile über der alten Tonkuhle liegenden Kleingartenhäuschen hat ECE allesamt auf eigene Kosten entschädigt und die Häuser abreissen und nach der Ausgrabung neue wieder aufbauen lassen !


    Ich war ungefähr zehn mal vor Ort und habe mir angeschaaut wie da diverse Säulen und Kapitelle geborgen wurden.


    Ein braunschweiger Architekturbüro ( Kent, Opfermann und Richi ) hat ebenfalls im Jahr 2003 die Schlossfassaden anhand alter Pläne von Ottmer, alter Fotos und aufgrund der Maße der geborgenen Fragmente aufgemessen und in langwieriger Arbeit PLäne erstellt zur historischen Rekonstruktion !


    Sie wird also sehr detailgetreu ausfallen - zu dem gibt es 3-D-Animationen der zu fertigenden Steine. GEnau wie bei der Frauenkirche in Dresden, wo anhand solcher Progrmme die alten Steine erfasst waren, um sie am originalen Ort zu verbauen.


    Die Reiterstandbilder sind original erhalten und stehen seit ANfang der siebziger Jahre an der Okerbrücke Kurt-Schumacher-Str. - einem sehr unwürdigen Ort, der eigentlich nur als Treffpunkt für Junkies dient. . .


    Die Quadriga hatte den Krieg ebenfalls unbeschadet auf dem Dach des Mittelrisaliten überstanden ! Wurde aber nicht gesichert und so haben in den folgenden Jahren Buntmetalldiebe zugeschlagen und die deutlich geschädigte Quadriga wurden im Jahre 1960 einfach verschrottet.


    Sie stammt vom Bildhauer Ernst Rietschel. Von ihr ist eine originale Gipskopie aus der Schaffenszeit von Rietschel im Verhältnis 1 : 3 in einem Dresdener Museum erhalten geblieben. Sie ist mittlerweile kopiert und dient als Vorlage für den Neuguss aus Bronze.


    Es ist übrigens dann die dritte Quadriga, die für das Schloss erstellt wird. Die erste wurde erst 20 Jahre nach dem Schlossbau aufgestellt und beim Brand des Schlosses 1863 ( glaube ich ) zerstört. Es folgte eine zweite, deutlich größere Version beim Wiederaufbau des Schlosses.


    Diese wird jetzt erneut kopiert und aufgestellt. Sie muss aber aus Spendenmittlen finanziert und aufgestellt werden.


    Die Reiterstandbilder hingegen sind Bestandteil des Vertrages mit ECE und werden aus diesen Mitteln umgesetzt. Ich konnte aber leider nichts über deren Sockel in Erfahrung bringen. Die alten Sockel aus der Zeit des Schlosses wurden abgerissen und die Reiter auf neue, "60er Jahre"-Sockel gesetzt - ziemlich unförmige Kästen, die absolut nicht zur Sandsteinfasade des Schlosses passen würden !


    Bei der Grundsteinlegung war ich dabei - soweit man da von dabei reden konnte. Das gesamte Baugebiet wurde streng bewacht und durch einen privaten Sicherheitsdienst eine Patrouille gelaufen. Der Ort der Grundsteinlegung auf dem Baugelände selbst lag so ungünstig, dass man von den Aussichtspunkten incl. des gerade eröffneten Schloss-Löwen nichts erkennen konnte !


    Der Blick vom Schloss-Löwen auf die Baustelle ist jedoch sehr zu empfehlen ! Geöffnet von 11 - 16 Uhr ist er allerdings für die arbeitende Bevölkerung nur schlecht nutzbar ! Gott sei Dank habe ich flexible Arbeitszeiten und schaue regelmässig vorbei.


    Sorry für den langen Beitrag, aber es brannte mir mal wieder auf den Nägeln. Wer noch Fragen bzgl. des Schlosses der der ECE-Pläne allgemein hat kann mich gerne antickern. Ich habe sämtliche Pläne und Studien seit Mitte 2002 auf meinem Rechner.


    ;-))

  • @ b-a-t-o :


    Sicherlich ist das braunschweiger Konzept nicht ohne Mängel ! Und die Verbindung mit einem Center wie es jetzt realisiert wird ist fragwürdig !


    Aber die Stadt hat sich gegenüber ECE durchgesetzt und das Schloss entsteht als weitgehend eigenständiger Baukörper wieder mit separater Nutzung.


    Die drei Hauptfassaden werden exakt rekonstruiert nd zudem noch die Stirnseite des Südflügels.


    In diesem Fall das Maximum des Erreichbaren ! Aber wenn man den Ursprungsentwurf von ECE kennt - welcher wesentlich besser dazu geeignet gewesen wäre einem das Grauen zu lehren - dann hat das jetzt im Bau befindliche Objekt extrem gewonnen !


    Die Rotunde mit der Kuppel war usrpünglich in einem der frühen Schloss-Entwürfe noch mit vorgesehen . . .ist dann aber irgendwann verschwunden.

  • Tarsis :
    Wenn man die Genehmigung für das Center nur unter der Bedingung bekommen hat, die Quadriga zu rekonstruieren, warum muss die dann aus Spendenmitteln bezahlt werden?

  • Zitat von Tarsis

    @ b-a-t-o :


    Sicherlich ist das braunschweiger Konzept nicht ohne Mängel ! Und die Verbindung mit einem Center wie es jetzt realisiert wird ist fragwürdig !
    ....


    da könnt ihr ja richtig stolz sein auf diesen Prachtbau


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  • Nein - da habe ich mich vielleicht etwas ungenau ausgedrückt ! Mein Fehler. ECE wollte zu BEginn der Verhandlungen eine Glasfassade vors Cebter setzen mit einem stilisierten Giebeldreieck als Erinenrung an das Schloss. Das wiederum war inakzeptabel für die Stadt, welche eine weitestgehende Rekonstruktion beabsichtigte.


    Der Verlauf im weiteren ist bekannt und BEdingung für ECE war die Fassaden originalgetreu zu rekonstruieren und - wenn die Mittel ausreichen ( es gibt ein vereinbartes Budget was die Schlossfassade maximal kosten darf ) - die Reiterstandbilder wieder a ihren historischen Standort zurück zu versetzen. Das Dach des Mittelerisaliten ist so auszulegen, dass es eine Wiederaufstellung der Quadriga ermöglicht - die Quadriga selbst ist nicht von ECE zu finanzieren oder aufzustellen und auch keine Bedingung gewesen.


    Bedingung waren nur historisch genau Rekonstruktion der vier ( s. anderer Beitrag ) Fassaden, Wiederaufstellung der Reiterstandbilder und alle Baumaßnahmen zur Anbindung des Centers an die Innenstadt bzw. zur Aufwertung des Umfeldes der Schloss-Arkaden.


    Der Abguss des Quadriga-Modells und die Neuanfertigung werden zum Teil durch den Verein der Schlossfreunde und die Richard-Borek-Stiftung ( Richard-Borek war der Initiator der Aktionen zur Verhinderung des Schloss-Abrisses damals Ende der 50er Jahre, bekannt durch das Münzhandelshaus etc. ) getragen - der Rest soll durch Spenden finanziert werden ! Eine Spendenaktion ist aber bisher nicht angelaufen - oder mir zumindest noch nicht bekannt geworden !

  • Dvorak
    rec


    Was die Kuppel betrifft, kann ich mich euch beiden nur anschließen. Die hätte wirklich wieder was hermachen können.


    Auf den folgenden Bildern kann man erkennen wie es aussehen würde, wenn Speer den Wettbewerb gewonnen hätte



    Hier sieht man die Schnitte und die Lage im Raum



    Links die Konzeption des Ganzen und rechts der Grundriss vom EG



    Grundrisse von den Ebenen 1 und 2. Die Ansichten oben zeigen, wie die uppel sich dargestellt hätte



    Hier seht ihr die Ebenen 3 und 4



    An diesem Fassadenausschnittsmodell sieht man auch den KOntrast zwischen Alt und Neu wieder einmal ganz klar



    Hier am Modell erkennt man wie die Kuppel das Ende des Arkadenganges im Südwesten beherrscht hätte

  • Der von dir gezeigte Entwurf stammt aus der Ausstellung im Rathaus über die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs. Es ist jedoch nicht der Siegerentwurf von Grazioli & Muthesius !


    Ich meine es handelt sich hierbei um en Entwurf von KSP, Engel & Zimmermann. Von der räumlichen Aufteilung und GEstaltung des Bauvolumens wäre das mein Favorit gewesen ! Die bunte Fassade mit den "gekippten" Elementen darin war ich jedoch weit weniger überzeugt - die Kuppel hingegen wäre in der Tat ein weithin sichtbares Zeichen gewesen !


    Aber auch andere Entwürfe hatten die Kuppel im Programm und selbst eine frühe Studie von ECE hat sie noch mit vorgesehen !


    Der Realisierungsentwurf war als Modell auf der Harz & Heide-Messe 2004 zu besichtigen ! Kleine Änderungen wurden noch vorgenommen - aber fast genau so wird es dann am Bohlweg stehen. Das Modell kann auf folgendem Link betrachtet werden ! Dort gfindet man auch Pläne für die Gestaltung der angrenzenden Freiflächen, Studien zum Projekt und eine Webcam der Stadt BS :


    http://www.braunschweig.de/sta…den_und_modell_12_04.html


    Wann und warum sie letztlich verschwand vermag ich nicht zu sagen - vermutlich wird aber der Kostenfaktor Schlossfassade nebst des Festbetrages zur Rekonstruktion selbiger für das Todesurteil verantwortlich sein !

  • Sorry - das Einfügen des Links hat meinen Text etwas durcheinander gebracht - habe gerade 10 Stunden Nachtdienst hinter mir . . . da passiert das mal ! ;-))

  • Tarsis :
    Arnd hat doch geswchrieben, dass das nicht der Siegerentwurf ist, sondern der von Speer. Bis Anfang 2004 war die Kuppel mindestens noch eingeplant. Auf der Karte die den endgültigen (?) Siegesentwurf des Freiflächenwettbewerbes von Anfang 2004 zeigt ist sie auch noch drauf.

  • Da du eine Nachtschicht hinter dir hast, sei es dir verzihen, dass du im Text oben nicht genau aufgepasst hast.


    Also nochmal: Der obige Entwurf stammt von Albert Speer (Richtig, der Sohn von Hitlers Leibarchitekten) und Partner aus FFM


    Der Siegerentwurf von Grazioli und Muthesius ist hier zu sehen:



    Hier kann man von Westen her kommend auf das Modell "zufliegen"...



    ...und schwenkt dann über zu einer Südansicht



    Hier sieht man links oben noch einmal den Namen des Preisträgers und den EG-Grundriss...



    ...hier die Grundrisse für das Einkaufs-OG und die beiden Parkdecks...



    ...und hier noch einmal verdeutlicht das oberste Parkdeck



    Hier kann man links die Fassadendetails und rechts das Gebäudekonzept erkennen...



    ...während an diesem Ausschnittsmodell die Gegenüberstellung der Fassadenteile wie auch bei Speer schon dargestellt wird





    Hier kann man die gesamte Fassadenanordnung aus den verschiedenen Blickwinkeln betracht.


    Ich hoffe, dass gibt einen genügenden Einblick in den Siegerentwurf