Braunschweig baute das Schloss

  • Die Rekonstruktion wird immer wahrscheinlicher:



    Kulturschloss oder Kaufhauskulisse

    Architektenwettbewerb für das Braunschweiger Schloss entschieden - ECE plant 30 000 qm großes Center
    von Dankwart Guratzsch


    Braunschweig - Es verdichtet sich immer mehr: Braunschweig bekommt sein 1960 abgerissenes Schloss zurück. Im Architektenwettbewerb für das ECE-Center Braunschweig wurde von der Jury unter Vorsitz des Architekten Peter Kulka das Team Prof. Alfred Grazioli (Zürich) und Wieka Muthesius (Berlin) zum Sieger erklärt. Zentraler Baustein des neuen Einkaufszentrums soll das Welfenschloss sein. Für das 40 000 qm große Grundstück kassiert die Stadt 35 Mio. Euro, von denen sie elf in die Schlossfassaden steckt.



    Oberbürgermeister Gert Hoffmann, energischster Anwalt des Projekts, gab sich "extrem zufrieden", obwohl noch längst nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind. Gegen die Überbauung des Schlossparks kämpft ein Bürgerbegehren, über dessen Zulässigkeit im Januar entschieden werden soll. Im Stadtrat verfügt die "Schlosskoalition" aus CDU und FDP nur über eine Stimme Mehrheit. Doch knappe Mehrheiten schrecken die Schlossfreunde nicht. Auch die Front der Schlossgegner hatte die Sprengung der Ruine vor 40 Jahren nur mit einer Stimme Mehrheit durchsetzen können. Ehe freilich alle rechtlichen Voraussetzungen zum Wiederaufbau vorliegen, kann es Juli werden.Der Entwurf der Architekten sieht hinter dem Schloss mit seinen historischen Steinfassaden einen Glaspalast vor, dessen gewaltiges Volumen raffiniert gegliedert ist. So werden in die Rückfront "Keile" geschnitten, die die über 200 Meter lange Straßenfront als Reihung von Einzelbaukörpern erscheinen lassen. Mattierte Scheiben simulieren Lochfassaden, andere Bauteile werden durch vorgestellte gläserne Arkaden geschmückt. Der Schlosspark allerdings lebt nur im Namen des Einkaufscenters fort, das als "Schlosspark-Arkaden" firmiert.



    Wie lässt sich der Spottname "Kulissenarchitektur" entkräften? Nach dem Willen der Rathauspolitiker von CDU und FDP soll das Schloss zwar "überwiegend" kulturellen und öffentlichen Nutzungen vorbehalten bleiben (Stadtbücherei, wissenschaftliche Bibliothek, Stadtarchiv, Stadtmuseum, Kulturinstitute), doch hofseitig sollen sich "kommerzielle Nutzungen" anschließen. Nach außen als reiner Fassadenbau konzipiert, wird das Bauwerk im Innenhof laut Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink nur in "Annäherung" an das historische Erscheinungsbild gestaltet werden. "Das historische Bauwerk soll hier zumindest ablesbar in Fragmenten bleiben", kommentiert er die nicht fertig ausgearbeiteten Pläne. Damit entstünde ein Bauwerk nach Art der Berliner Kommandantur Unter den Linden, deren straßenseitige Fassaden zwar exakt rekonstruiert wurden, die aber an der Rückfront eine Glaswand erhalten hat.



    Insgesamt investiert die Hamburger ECE-Gruppe 200 Mio. Euro in das Projekt, das die Käuferströme in Braunschweig in einen Randbereich der Innenstadt locken soll. Auf 30 000 qm Verkaufsfläche werden 120 Geschäfte platziert. Die Magnetwirkung dürfte sich durch den unterirdisch angebundenen Kaufhof noch beträchtlich verstärken. Warnende Stimmen des Einzelhandels wurden ignoriert. Alexander Otto, Chef des Investors ECE, zeigte sich in Jubellaune. Der Braunschweiger Zeitung sagte er: "Wir planen in Braunschweig etwas Einmaliges. Das Schloss benötigt und verdient eine wirklich herausragende und hochwertige Ergänzung." Ganz so einmalig ist es freilich nicht. Das Potsdamer Schloss liegt schon in der Schublade.


    Quelle:http://www.welt.de

  • So sollen Braunschweigs Schloss-Arkaden aussehen

    Von Ralph-Herbert Meyer


    BRAUNSCHWEIG. Das Architekturbüro Grazioli und Muthesius (Zürich/Berlin) wird das Braunschweiger Einkaufszentrum Schloss-Arkaden planen. Baubeginn soll im Frühjahr 2004 sein.


    "Der Preisträger hat eine beliebige, austauschbare Kommerzarchitektur vermieden", lobte Braunschweigs Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink gestern bei der Bekanntgabe des Ergebnisses. Die hochkarätige, neunköpfige Jury hatte am Freitag sechs Stunden lang getagt.


    "Wir planen in Braunschweig etwas Einmaliges. Das Schloss benötigt und verdient eine wirklich herausragende und hochwertige Ergänzung. Ich habe den Siegerentwurf unterstützt", erklärte Alexander Otto, Chef des Investors ECE. Der Entwurf von Grazioli und Muthesius ist wegen der aufwändigen Fassaden der teuerste im Kreis der vier Wettbewerber.


    Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann war "extrem zufrieden" und auch "erleichtert". "Es sollte in jedem Fall der Eindruck vermieden werden, hier entsteht billige Kaufhaus-Architektur mit vorgesetzter Schlossattrappe. Diese Befürchtung hat sich jetzt erledigt. Das müssen auch Gegner einräumen", kommentierte er den von ECE in Abstimmung mit der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb für das 200 Millionen Euro teuere Vorhaben.


    Auf 30 000 Quadratmetern sollen rund 120 Geschäfte vom Herbst 2006 an öffnen. Es wird mit bis zu 1000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. 1600 Parkplätze werden Besuchern zur Verfügung stehen.


    Das ECE-Projekt wurde und wird kontrovers diskutiert. Der Rat der Stadt gab am 8. Juli "grünes Licht". Derzeit läuft allerdings noch ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Schlossparks. Ob es zulässig ist, darüber wird im Januar entschieden.


    Grazioli und Muthesius setzten sich mit ihrem Entwurf, der besonders sensibel mit den angrenzenden Quartieren umgeht, gegen Kaspar Kraemer (Köln), Engel und Zimmermann (Braunschweig) sowie Speer und Partner (Frankfurt) durch. Neben dem Auftrag erhält der Sieger 30 000 Euro Preisgeld.



    Bilder


    http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2260276/WEB
    Blick auf das geplante Einkaufszentrum Schloss-Arkaden in Braunschweig. Das Bild zeigt das Siegermodell des Architekturbüros Grazioli und Muthesius. Links ist der Bohlweg zu erkennen.


    http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259174/WEB
    Der 1. Preis im Architekten-Wettbewerb: So soll das geplante Einkaufszentrum einmal aussehen.


    http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259168/WEB
    Der Blick von Langer Hof/ Bohlweg auf das geplante Einkaufszentrum.


    http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259165/WEB
    Die Fassade des Einkaufszentrums im Anschluss an die restaurierte Schlossfassade.


    http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259171/WEB
    Blick von der Museumstraße auf das geplante Einkausfzentrum.




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    "Antwort auf scheinbar unlösbare Aufgabe"

    Preisgericht lobt in seiner Begründung den ECE-Entwurf
    des Architektenehepaares Alfred Grazioli und Wieka Muthesius


    Von Harald Duin


    Gelassene Sieger: Prof. Alfred Grazioli und seine Ehefrau Wieka Muthesius. Sie haben nach dem Votum der Jury klar den ersten Rang belegt. Auf den Plätzen, je mit einer "Anerkennung", KSP Engel und Zimmermann, Prof. Albert Speer und Partner sowie Kaspar Kraemer Architekten.


    Erleichtert: Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann und Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink. Es hätte ja durchaus sein können, dass alle vier Architektengruppen auf vielleicht interessantem Niveau an der Aufgabe gescheitert wären. Und wie hätte man dann weitermachen sollen? Wie hätte man dagestanden vor all den Leuten, die schon immer prophezeit haben, die Baumasse des ECE lasse sich in keine kongeniale Form zwingen?


    Hoffmann: Keiner könne mehr im Zusammenhang mit dem ECE-Bau von "Murks" oder "Disneyland" sprechen. Und Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink freute sich, dass eine nichtssagende Kommerzarchitektur auf alle Fälle vermieden werde.


    Über die Entwürfe jener Architekten, die das Nachsehen hatten, wurde gestern leider nicht gesprochen. Der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Peter Kulka (Köln/Dresden) eilte gestern noch vor der Pressekonferenz zur nächsten Sitzung.


    Alles stürzte sich auf die ECE-Ansichten von Alfred Grazioli und Wieka Muthesius. Diese trägt übrigens einen berühmten Familiennamen. Ihr Urgroßvater war Hermann Muthesius, der als Architekt unter anderem durch seine Landhäuser bekannt wurde und 2. Vorsitzender des Werkbundes war, einer 1907 gegründeten Vereinigung von Architekten, Künstlern und Designern.


    Die Meinungsbildung innerhalb der Jury soll völlig ohne Streit verlaufen sein. Alles lief nach einiger Zeit auf Grazioli + Muthesius zu.


    Gestern Abend wurden Passagen aus der schriftlichen Begründung des Preisgerichts bekannt:


    "Grazioli + Muthesius verstehen die Neubebauung als einen Marktplatz, der von Gebäuden umstellt ist, und daher wird nicht eine Haut um die Verkaufsfläche gezogen, sondern die Räume der Fassaden inszenieren die Übergänge zur Innenwelt. Dadurch entsteht eine Vielschichtigkeit der Fassaden, die in der reichen, wieder aufgebauten Fassade des Schlosses ihr Pendant sieht."


    Weiter heißt es in der Begründung: "Die Struktur der Schlossfassade wird feinsinnig interpretiert und in eine heute gültige Sprache übersetzt. Es wird nicht in die Klaviatur heute angesagter, modischer Fassadenthemen gegriffen." Die Jury lobt den "sehr selbstbewussten, aber auch zurückhaltenden Auftritt, der nichts von den herkömmlichen Einkaufszentren und deren Schnelllebigkeit in sich trägt". Fazit der Jury: "Insgesamt handelt es sich um ein sehr kluges Projekt, das auf städtebaulicher, struktureller und architektonischer Ebene der scheinbar unlösbaren Aufgabe eine Antwort entgegensetzt."


    Es gab natürlich gestern Mittag erste Diskussionen über das, was Grazioli + Muthesius hier im Modell und in farblich dezenten Computer-Animationen präsentierten.


    Bei der Betrachtung der Computer-Bilder auf dieser Seite ist zu berücksichtigen, dass sie eine erste Anmutung der kommenden Architektur darstellen. Es wird noch sehr auf die Ausführung im Detail ankommen. Ferner blieben gestern noch einige Fragen offen. Wie wird künftig die beträchtliche Binnenfläche des Schlosses genutzt? Alles für die Kultur? Oder schlüpft ECE auch hier irgendwie mit rein? Dieser Teil, das hatten einige Jury-Mitglieder moniert, war nicht Teil des Wettbewerbs gewesen. Schlossfassade und Innenräume sind Sache der Braunschweiger Architektengruppe Richi, Opfermann + Partner.




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    Schloss soll nur kulturell genutzt werden

    CDU/FDP-Antrag entspricht der dringenden Empfehlung der Jury des Architekten-Wettbewerbs


    Von Ralph-Herbert Meyer


    Das rekonstruierte Schloss soll nach dem Willen der CDU/FDP-Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt keine kommerzielle, sondern eine hochwertige, kulturelle Nutzung erhalten.


    Kurz nach der gestrigen Information der Kommunalpolitiker über den Siegerentwurf berichteten Wolfgang Sehrt und Carsten Müller (beide CDU) sowie Prof. Dr. Rudolf Casper und Daniel Kreßner (beide FDP) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz über ihre Pläne.


    Die Mehrheitsfraktionen brachten anschließend im Verwaltungsausschuss den Antrag ein, Öffentliche Bücherei, Stadtarchiv, Teile des Kulturinstituts und ein Schlossmuseum in den Räumen unterzubringen.


    Damit wird dem Wunsch der Jury entsprochen, die eine Trennung des modernen, kommerziellen Raumes und des historischen Wiederaufbaus dringend empfahl. Die Jury hatte am Montag ihre einstimmige Entscheidung für den Entwurf des Architekturbüros Grazioli und Muthesius (Zürich/Berlin) bekannt gegeben.


    "Ein optimaler Entwurf"


    Anhand des Modells hatte Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink die vier Wettbewerbsmodelle den Ratsfraktionen erläutert. Es gab während der Präsentation keine geteilten Meinungen darüber, dass die Jury den eindeutig besten Entwurf zum Sieger gekürt hat.


    Der CDU-Fraktionsvorsitzende Sehrt sagte: "Ich bin beeindruckt, wie sich das Modell in die Umgebung einpasst. Ein optimaler Entwurf." Casper, FDP-Fraktionschef, war mit der Entwicklung des ECE-Projekts Schloss-Arkaden hoch zufrieden: "Es wird ein dreiflügeliger Schloss-Aufbau mit eigenständiger Nutzung und eben keine Fassade, hinter der Schlüpfer und Socken verkauft werden."


    Die SPD-Fraktion bleibt auch nach der Vorstellung des Siegerentwurfs ihrer Linie treu. Ihr Vorsitzender Klaus Winter erklärte: "Auch das Siegermodell macht bei allem architektonischen Können deutlich, was für ein massiver Baukörper den bisherigen Schlossgarten ersetzen soll und welche städtebaulichen und ökologischen Schäden dieser neue Supermarkt am Rande der Innenstadt anrichten würde."


    Unabhängig davon seien für die SPD-Ratsfraktion die Durchgängigkeit des Bohlwegs sowie die verkehrliche Anbindung des Centers nach wie vor ungelöst. Ein Wettbewerb, der diese Problematik beseitigen soll, ist von der Stadt gestartet worden. Das Thema war nicht Gegenstand des Architektur-Wettbewerbs. Die SPD-Ratsfraktion hatte den ihr zustehenden Sitz in der Jury zurückgegeben.


    "Hässliches Riesenkaufhaus"


    Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gisela Witte, bleibt ebenfalls bei ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung: "Das Projekt lässt sich nicht schön reden. Trotz einiger architektonischer Finessen bleibt es ein hässliches Riesenkaufhaus mit drei Parkdecks, das nichts mehr mit dem früheren Schloss und dem umgebenden Park zu tun hat."


    Quelle: newsclick.de

  • Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gisela Witte, bleibt ebenfalls bei ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung: "Das Projekt lässt sich nicht schön reden. Trotz einiger architektonischer Finessen bleibt es ein hässliches Riesenkaufhaus mit drei Parkdecks, das nichts mehr mit dem früheren Schloss und dem umgebenden Park zu tun hat."


    kann ich nur zustimmen. aber es ist ein angfang, dass das schloss überhaupt rekonstruiert wird! :)
    Kai

  • Sehen wir es doch einfach positiv. Ohne das Einkaufszentrum würde es auch kein Schloß geben. Ich bin sehr zufrieden, daß sich das Schloß als eigenständiger Baukörper vom restlichen Gebäudekomplex abheben und einer angemessenen, nicht-kommerziellen Nutzung zugeführt werden wird. :)

  • Original geschrieben von rec
    Sehen wir es doch einfach positiv. Ohne das Einkaufszentrum würde es auch kein Schloß geben. Ich bin sehr zufrieden, daß sich das Schloß als eigenständiger Baukörper vom restlichen Gebäudekomplex abheben und einer angemessenen, nicht-kommerziellen Nutzung zugeführt werden wird. :)


    Aber bist Du auch sicher, dass das Schloss sich in vernünftiger Weise abheben wird?. Denn letztendlich wird och der sog. "Konsumtempel" das Ganze dominieren, und das nicht in so schöne Weise wie es z. B. Albert Speer dargestellt hat. Wenn die Kuppel auf dem Schloss auch wiederhergestellt würde, ja dann könnte man dem Ganzen noch was abgewinnen.


    P.S.: Gab es zum ECE-Projekt nicht auch einen Alternativ-Vorschlag, das Quartier auf der anderen Seite des Bohlwegs einer Komplettsanierung zu unterziehen? (Stand mal in einer Zeitung, die speziell zur Kontroverse um das Projekt verteilt wurde)

  • Original geschrieben von arnd
    Aber bist Du auch sicher, dass das Schloss sich in vernünftiger Weise abheben wird?. Denn letztendlich wird och der sog. "Konsumtempel" das Ganze dominieren, und das nicht in so schöne Weise wie es z. B. Albert Speer dargestellt hat. Wenn die Kuppel auf dem Schloss auch wiederhergestellt würde, ja dann könnte man dem Ganzen noch was abgewinnen.


    P.S.: Gab es zum ECE-Projekt nicht auch einen Alternativ-Vorschlag, das Quartier auf der anderen Seite des Bohlwegs einer Komplettsanierung zu unterziehen? (Stand mal in einer Zeitung, die speziell zur Kontroverse um das Projekt verteilt wurde)


    Ich hoffe einfach mal das Beste. Am liebsten wäre mir natürlich das Schloß ohne ECE. ;)
    Aber zumindest kann man jetzt tatsächlich von einem Wiederaufbau des Schlosses sprechen, nicht mehr nur von der Wiederherstellung der Schlossfassade. Ich denke da mit Grauen an Pläne aus den 90ern, mit der historischen Schlossfassade ein Multiplexkino zu "verkleiden".


    Zum Alternativvorschlag: keine Ahnung, bin ich überfragt.




    Heute war übrigens ein recht intressanter Artikel in der BZ zum Thema Schloß-Wiederaufbau. Darin äußert sich der aus Braunschweig stammende BDA-Präsident Kaspar Kraemer postiv zum Wiederaufbau des Schlosses.


    Kraemer machte von Beginn an keinen Hehl aus seiner positiven Einstellung zum wichtigsten Projekt der Braunschweiger Politik. Mit dem Wiederaufbau des Schlosses werde ein "Zeichen gegen Gleichgültigkeit, Hässlichkeit und Fehlentwicklung" gesetzt. Dies sei um so nachvollziehbarer, als damit auch die Fehlentscheidung des Schlossabrisses 1960 korrigiert werde. Über den "Wunsch nach Rückkehr des verlorenen Stadtbildes" könne man nicht traurig sein.


    Kraemer ging auch auf den in Fachkreisen geführten Expertenstreit um Rekonstruktionen ein. Er verwarf den Gedanken, dass es sich dabei um eine Kapitulation handele.
    Zwar handele es sich beim Wiederaufbau des Braunschweiger Schlosses um einen "Nachbau mit Teilverwendung von Originalsubstanz". Doch ähnlich wie beim Berliner Schloss gehe es um Identifikation und Wertschätzung des ursprünglichen Bildes, um den authentischen Hauch von Geschichte, dem erst echter Respekt gebühre.


    Ähnlich äußert sich Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann.


    Beim ECE-Projekt handele es sich tatsächlich um die Rekonstruktion, den Wiederaufbau des Braunschweiger Schlosses. Hoffmann: "Das wird diese Stadt verändern und prägen. Im Schloss wird Braunschweiger Kultur sein. Dann wird auch die emotionale Bindung eine ganz andere sein."


    Der komplette Artikel hier

  • Objektüberwachung _ Ausführungsplanung etc.

    Weiß jemmand WER beim ECE Center in Braunschweig die Leistungsphase 5 bis 8 übernimmt? Ein GU oder ein Büro in BS? Überlege eine baubetriebliche Diplomarbeit zu schreiben. Wäre nett wenn Ihr mir eine email schicken könntet: Stefan_Marko.Tech@t-online.de. Danke schon im vorraus!

  • Das Gerangel um die Schloss-Arkaden geht weiter...


    ECE kämpft um seine Pläne

    Investor der Schloss-Arkaden zieht nach juristischer Niederlage vor das Oberverwaltungsgericht


    ECE gibt nicht klein bei: Die Niederlage vor dem Verwaltungsgericht in Sachen Baugenehmigung Einkaufszentrum Schloss-Arkaden will der Hamburger Investor nicht auf sich sitzen lassen. Er reicht Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein.


    (...)


    Hintergrund ist, dass die Braunschweiger Kammer im Sinne der klagenden Allianz Immobilien GmbH entschied: Der Abstand zwischen dem geplanten Einkaufszentrum und Wohnhäusern an der Straße Am Schloßgarten sei zu gering. Der Abstand müsse so groß sein, wie das Gebäude hoch werde.


    (...)


    Gegenwärtig wird bei ECE "Tag und Nacht", wie ein Mitarbeiter berichtet, an den neuen Plänen gearbeitet. Trotz der unmittelbar bevorstehenden Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht. ECE arbeitet zweigleisig, geht wegen Eilbedürftigkeit offenbar von einer schnellen Entscheidung der Juristen aus.


    (...)


    Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/3792769

  • Mich sollte es schon sehr wundern, wenn das Projekt jetzt noch begraben wird.


    Der Oberbürgermeister im Zentrum der Kritik


    Polizei zählte etwa 1400 Teilnehmer der "Menschenkette um den Schloßpark" – Protest gegen das Abholzen der Bäume


    Das getragene Läuten der Domglocken, die am Samstag um 12 Uhr zum Mittagsgebet rufen, bietet ganz zufällig eine treffliche Geräuschkulisse für die Menschenmenge, die sich auf dem Rathausvorplatz nach und nach vermehrt. "Als wollten die Glocken den Bäumen das letzte Geleit geben", stellt ein Teilnehmer der Protestaktion "Menschenkette um den Schloßpark" fest. Es ist eine friedliche, aber emotional aufgeladene Demonstration, zu der die Schloßparkfreunde aufgerufen haben, nachdem am Mittwoch überraschend der Großteil der Bäume des Parks gefällt worden war. Jede Menge Protestplakate und Banner. ...


    Der ganze Artikel ist hier:http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/4101509

  • Hier sind noch einmal die verschiedenen Vorschläge für da ECE-Center zu sehen.
    Hier der Siegerentwurf


    http://img78.echo.cx/my.php?im…uthesiusschlossarkade.jpg[/IMG]




    http://img78.echo.cx/my.php?im…thesiusschlossarkade3.jpg[/IMG]



    Und hier ist der Alternativentwurf von Albert Speer und Partner, welcher mir am Besten dabei gefallen hat.


    http://img78.echo.cx/my.php?im…eerschlossarkaden13iu.jpg[/IMG]


    http://img78.echo.cx/my.php?im…eerschlossarkaden26ot.jpg[/IMG]


    http://img78.echo.cx/my.php?im…eerschlossarkaden33au.jpg[/IMG]


    http://img78.echo.cx/my.php?im…eerschlossarkaden44wg.jpg[/IMG]

  • Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Auf dem Gelände war neben einem Becken, wo vier der Kapitelle vom Schlosseingang drinstanden nur ein pyramidenförmiger Pavillon, wo ein Café drin untergebracht war.


    Dass der unter Denkmalschutz stand, kann ich mir nicht vorstellen, aber wenn ich daran denke, das dieser Bau unter Denkmalschutz gestellt wurde, kriege ich zum ersten das :puke: und dann das dumme Gefühl, dass das Teil auch geschützt war.

  • Zitat von Booni

    stimmt es eigentlich, dass dem EKZ 2 denkmalgeschütze Gebäude weichen mussten?


    Davon ist mir nichts bekannt. Richtig ist, dass ECE zwei Häuser von der Allianz kaufen musste, da angeblich die Abstandsflächen nicht eingehalten worden waren und die Allianz deswegen klagen wollte/ Klage eingereicht hatte.