Prenzlauer Berg (OT von Pankow) | Kleinere Projekte

  • ^... na, wenn das schon Dekonstruktuvismus ist - für mich sieht das eher aus wie eine evangelische Kirche aus den 60er Jahren.


    Die Animationen helfen - wie so häufig - kaum weiter, da der Passant die Dachlandschaft nicht aus den Vogelperspektive sieht. Deshalb musste in Preussen stets eine Perspektive aus Augenhöhe mit dem Bauantrag eingereicht werden - sonst wurde dieser gar nicht erst angenommen.


    Insgesamt finde ich es erstaunlich, wie stoisch die Gründerzeitfassaden den banalen Quatsch auf ihren Dächern ertragen. Es zeigt sich einmal mehr, dass das sog. Zeitgenössiche im regelfall eben nur im Kontrast mit dem Alten erträglich ist.

  • der lärm dürfte der selbe sein wie bei einem normalen dachausbau wie es ihn hundertfach in der stadt gibt. ich finde die form ansprechend, hat etwas dekontruktivistisches, modernes auch wenn es konfrontativ ist. :daumen:


    Naja und du hälst das Gebäude an der Parochialkirche für deplaziert und sich nicht an die Umgebung anpassend.
    Da fällt mir zu dieser Indoor Skihalle auf dem Dach wirklich nix mehr ein:Nieder::nono:

  • ruhrbaron


    ich verstehe den zusammenhang nicht den du herstellst. hier haben wir einen entstuckten altbau, der hoffentlich wieder seinen fassadenschmuck erhält, das würde den kontrast reizvoll erhöhen wie konstantin ja schon schrieb mit einem konfrontativen dachaufbau, bei der parochialkirche haben wir eine barocke kirche in rekonstruktion die von einem gebäude dass ihr zu ähnlich sein will bedrängt wird.
    was möchtest du mir sagen?


    *zusammenschieb*


    ruhrbaron
    parbleu, er will mich nicht verstehen. ich gebs auf. geh er seines wegs.

  • das würde den kontrast reizvoll erhöhen wie konstantin ja schon schrieb mit einem konfrontativen dachaufbau

    :lach::lach::lach:


    so kann man es natürlich auch formulieren:lach:
    Nur wen will man hier konfrontieren??? Das Auge vielleicht.


    bei der parochialkirche haben wir eine barocke kirche in rekonstruktion die von einem gebäude dass ihr zu ähnlich sein will bedrängt wird.


    so so und eine Skihalle auf einem Gründerzeithaus ist dann einvernehmlicher Verkehr.


    Ne sorry. Dieser Entwurf geht in meinen Augen gar nicht. Da wäre mir ein sich dem Altbau aufdrängendes Dach deutlich lieber.
    Dies Ding passt sich null der Umgebung an. Wenn man dies jetzt als reizvolle konträre Kunst verkaufen will gerne. Mir tun die Leute leid die darauf täglich schauen müssen.


    Ich mein ein Kunstmuseum kann man jederzeit verlassen aber jeden Tag auf moderne Kunst schauen tut nett gut.


    Was ich sagen will ist, dass du mit zweierlei Maß mist.
    Regst dich über Gebäude auf, die versuchen Klassik zu kopieren mit der Begründen keine Rücksicht auf die Umgebung zu nehmen und hier lobst du den Kontrast

  • Mir gefällt der Dachaufbau ausgesprochen gut. Er interpretiert klassische Formen neu, muss natürlich auch Wohnfläche bieten,dass haben die Architekten in diesem Fall m.E. gut gelöst,die Dachschräge an der Längsseite zeigt diese Bemühunhen deutlich. Schöner Hingucker, sollte er so werden, wie hier visualisiert. Die meisten Dachausbauten fallen deutlich trivialer aus.


    Falls Einigen hier der Kontrast zwischen Haus und Dach zu groß ist, schlage ich vor, keinen Stuck anzubringen und die Fassade ebenso modern zu gestalten.

  • Ich verstehe die Aufregung auch nicht, es ist irgendein strunzgewöhnlicher, zudem noch entstuckter Gründerzeitler der durch diesen extravaganten zeitgenössischen Dachaufbau überhaupt erst eine besondere Note erhält.
    Komisch, daß bei modernen Additionen in vormodernen Umgebungen immer das Argument des nicht "angepaßt" seins angeführt wird, und sei der Bestand noch so banal, Hauptsache "alt", in Ensembles der Moderne hingegen fordert dann meist Niemand Rücksichtnahme, sondern dann ist man ganz schnell mit "am besten alles abräumen und durch Retrostädtebau ersetzen" bei der Hand.

  • Mein Problem ist nicht die zeitgenössische Formensprache, sondern die willkürliche Gestaltung. Es geht mir nicht darum, ein klassisches Dach mit Gaubenfenstern zu fordern, sondern gewisse ästhetische Ansprüche einzuhalten. Und die erreicht man, indem man die Grundstrukturen einer Fassade fortführt. Das sollte beim Bauen im Bestand wohl zu erwarten sein. Der hier geplante Aufbau passt dagegen hinten und vorne nicht zum Bestand. Z. B. wäre es sehr viel eleganter gewesen, die Ecke des Dachaufbaus zur Straßenkreuzung hin ebenfalls anzuschrägen, um eine gewisse Harmonie zu erreichen.

  • Das Aufsetzen dieses "extravaganten zeitgenössischen Dachaufbaus" auf den noch in seinen Grundproportionen vorhandenen Jahrhundertwendebau zeigt in etwa das gleiche ästhetische Feingefühl als würde man dem Bauhausgebäude Dessau ein barockes Mansarddach mit Giebeln, Gauben und umfangreichen figürlichen Schmuck hinzufügen.

  • Prenzlberg 3 - Kastanienallee Süd

    Das zuletzt von Kleist in #377 gezeigte BV in der Kastanienallee (zwischen Schwedter und Zionskirchstraße) ist ebenfalls weitgehend fertiggestellt, die Gerüste sind weg. Es sind zwei unterschiedliche Häuser bzw. Fassaden geworden:





  • Hier ist das Gebäude in der Pappelallee das gerade abgerissen wird:


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    Bild gemeinfrei da von mir.

  • Der Altbau muss Platz für die Kita-Erweiterung machen. In der Begründung zum B-Plan-Beschluss heißt es dazu:

    Auf den Grundstücken Pappelallee 40 und Lychener Straße 75/77 befanden sich bis zum Zweiten Weltkrieg zwei Gemeinde-Schulen aus der Jahrhundertwende, die im Krieg z.T. stark beschädigt wurden. In den Gebäuden an der Lychener Straße wurde die Schulnutzung (mit Turnhalle) weitergeführt. Die Ruine des Schulgebäudes an der Pappelallee wurde, ebenso wie der rechte Seitenflügel, 1955 abgerissen. In den linken Seitenflügel ist 1960 die Musikschule eingezogen. Auf dem Flurstück 304 wurde ca. 1986 eine kommunale Kindertagesstätte mit 200 Plätzen errichtet. Die Gebäude Lychener Straße 75/77 wurden 2004 saniert und beherbergen mittlerweile eine Jugendfreizeiteinrichtung.


    Die Benutzbarkeit dieses Gebäudes wurde anhand eines vergleichenden Gutachtens über die Kosten einer Grundinstandsetzung bzw. eines Abrisses bewertet (erarbeitet Sept. 2007). Im Ergebnis dieses Gutachtens wurde in Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern im Januar 2008 eine Abrissempfehlung ausgesprochen. Demzufolge wurde im Bezirksamtsbeschluss vom 23.08.2011 (BA Nr. VI-1684/2011) u. a. entschieden, das Gebäude Pappelallee 41 B abzureißen, um zusätzliche Freiflächen für die bestehende Kita (und ihrer geplanten Erweiterung) und für die Jugendfreizeiteinrichtung in der Lychener Straße 75/77 zu schaffen und insgesamt die städtebauliche Situation zu verbessern.

  • Aus Panik vor der NSA oder Hausbesetzern oder wem auch immer hat der bisherige Besitzer die Ansicht seines Hauses bei Google StreetView leider unkenntlich machen lassen, bei Bing sieht man es nur leidlich. Gegenüber scheint ein Neubau entstanden zu sein, der bei StreetView noch nicht zu sehen ist. Die Häuser rechts und links des "Quartier Vier" sind offenbar genau baugleich, also hat Nummer vier wohl ursprünglich auch so ausgesehen wie Nummer 3a . Leider sieht man den Bestandsbau auch hier vor läuter Baumen kaum, in der Visualisierung des Quartier Vier wurde sicherlich ein Baum weggelassen, der dort schon steht.


    In Berlin kann man ja viele Häuser im Sommer kaum sehen, weil immer viel zu hohe Strassenbäume davor stehen. In vielen Fällen ist das kein Verlust, aber leider hat man auch vor Häuser, deren Fassaden fast Kunstwerke sind, hohe Bäume gepflanzt, was schon von einiger Ignoranz zeugt.

  • ^So unterscheiden sich die Geschmäcker. Ich wohne am liebsten am Stadtrand oder einem Park. Und selbst meine "ideale" Stadt-Straße wäre auch immer zugleich eine Allee - trotz des zusätzlichen Aufwands und Raumbedarfs. Schon aus der Sicht als Bewohner würde ich persönlich die Sicht auf gut gewachsene Bäume selbst der Sicht auf schöne Architektur vorziehen (und wie Du korrekt schreibst hat man ja nicht mal immer ansprechende Architektur vor der Nase, da ist es oft umso besser etwas davor zu haben was zeitlos ist). Nur so bekommt man auch in der Stadt so direkt den Wandel der Jahreszeiten in der Natur mit. Im Sommer ist es so zudem etwas schattiger, im Herbst fällt das Laub und lässt so in der dunklen Jahreszeit das wenige vorhandene Licht durch. Besser geht die Synthese aus Ursprüngen und modernen Ansprüchen des Menschen mE kaum. Daher freue ich mich, dass in Berlin selbst in der Innenstadt viele dicht besiedelte Kieze doch von diversen Alleen durchzogen sind. Und zumindest als Fußgänger bekommt man die Fassaden bei Bedarf trotzdem mit, da man ja zwischen Bäumen und Häuserfronten flanieren kann.


    Das Quartier Vier finde ich auf den ersten Blick gar nicht mal schlecht gemacht - immerhin hat man sich offensichtlich Mühe bei der Gestaltung gegeben statt eine weitere monotone Fassade in die Welt zu setzen. Aber auf den zweiten Blick trifft es zumindest meinen persönlichen Geschmack doch nicht so ganz. Irgendwie ist mir das Ganze doch schon wieder etwas zu verspielt, die verschiedenen Stilmittel wirken zwar nicht willkürlich gesetzt aber doch einfach etwas zu viel. So ähnlich empfinde ich es bei manchen Altbauten, wo die Fassaden für mich nicht mehr richtig schön sondern schon etwas zu überladen wirken. Also leider doch ein Fall wo mich Bäume vor der Fassade zumindest nicht übermäßig stören werden ;)