Kreuzberg | Kleinere Projekte

  • Eine optische Augenweide, hoffentlich legen die Bäume davor noch etwas zu. Spaß beiseite denn lustig ist das eigentlich nicht. Grauenhaftes Gebäude, besonders die Übergänge bei der Holzverschalung sind unter aller Sau.

  • Schon mal was von rauher Materialität gehört Saxonia?
    Die Urheber des "Grauens" sind die Baugruppe R 50, und die geben sogar in einem Filmchen recht detailliert Einblick in Planungsprozeß und Planungsphilosophie des Projekts.
    Ich finde den Bau cool, er ist rotzig, minimalistisch und funktioniert städtebaulich als Scharnier zwischen Stadtreko-Neubau auf der einen Seite (steht in der Straßenflucht) und aufgelockerter Zeilenbau-Siedlung auf der anderen Seite (R 50 steht als Solitär im Grünen, sicher auch gut für die Belichtung und Varianz der Grundrisse).

  • ^ Danke für das Filmchen, etwas lang vielleicht, aber ganz interessant! Und mit der städtebaulichen Scharnierfunktion hast du völlig recht.


    Ich finde das Gebäude auch nicht schlecht. Optisch sieht es okay aus, das helle Holz gefällt mir sogar gut.


    Hinsichtlich ihrer "Funktion" stehe ich zwar nicht auf solche umlaufenden, offenen und durchlässigen Balkone ohne Abgrenzung zum Nachbarn (da bevorzuge ich persönlich mehr Privatsphäre), aber das hat die Bauherrengemeinschaft ja ausdrücklich so gewollt. Ich frage mich nur immer, wer hat Bock in einem einsehbaren Hochparterre zu wohnen, wo einem jeder Passant in die Bude gucken kann. Aber gut, auch das EG muss genutzt werden und vielleicht sind es ja barrierefreie Wohnungen und/oder manche mögen es so.


    Es zeigt sich mal wieder, das durchaus unterschiedliche Ergebnisse rauskommen, wenn die Bewohner selbst am Gebäude mitplanen, als wenn ein Investor mit seinem Architekt alleine meint, was gut ist.


    Im Vergleich zu den ganzen stylischen und sicher deutlich teureren Wohnbauten in den angesagten Szenekiezen braucht sich das Haus nicht verstecken. Und in dieser von Nachkriegsbauten geprägten Gegend erst recht nicht.

  • Man kann alles akademisieren und mit Planer-Schwampf wegquatschen. Trotzdem erinnert mich das Haus an Vorstädte in Paris oder Marseille, der Rautengitterzaun ist wahrscheinlich von der Berliner Mauer abgeschaut - kann aber als Rankhilfe für Knöterich gut herhalten.

  • Ich meinte auch eher die Übergänge vom Holz zum Beton der darüberliegenden Decke. Besonders im ersten Stock sieht das unter aller sau aus.

  • Zur Gropiusstadt gibt es einen Aktuellen Bericht zur weiteren und neuen Entwicklung des Viertels.


    Die Gropiusstadt soll weiteren Wohnungs, aber auch Gewerbe und Handel im Gebiet verdichten.
    Wohnhäuser die neu errichtet werden, sollen nicht höher als Acht Etagen erhalten und auch nicht weniger wie Sechs,
    mit dem Ziel die Hochhäuser etwas in den Hintergrund zu ziehen.


    Der Leerstand liegt insgesamt bei einen Prozent.


    Die Mieten bewegen sich derzeit bei 5-6€ Saniert.. und sollen sich auch in Zukunft nicht erhöhen, auch nicht bei Neubauten.
    Hierbei handelt es sich um Wohnbaufonds die den Investoren bereitgestellt würden, womit man aber auch nicht so ganz einverstanden ist.


    Derzeit arbeite man noch an den Feinarbeiten der Architektur, denn die Neu zu errichteten Häuser sollen sich von den Bekannten Baustil deutlich abheben.


    2014 möchte man beginnen mit den ersten Bauten.


    ...ausführlicher und mehr, im Bericht zu lesen...


    Gropiusstadt-auf dem Weg zum Stadtquartier

  • Also, diese Fehlentwicklung kann man nicht mehr gerade biegen. Keine Urbanität, Randbezirk mit wenig Läden und Restaunrants und caffees. Plattenbauten und sozialer Brennpunkt.
    Man spricht von 1% Leerstand. Das ist doch ein Witz oder? 36.000Leute in 18500 Wohnungen, das spricht 2 Leute pro Whg. Das ist Luxus :-)) , mir stehen die Haare zur Berge, wenn ich an diese Gegend denke, totale und typische nachkriegs Fehlentwicklung. Wahrscheinlich werden immer mehr Leute in den Abgrund geschickt und man bereitet sich schon vor. Das Gleiche ist in Paris,Hamburg und London...Was man nicht braucht, an den Rand abschieben.

  • ^Das Thema hatten wir mE vor kurzem schon einmal, inklusive Diskussion über mögliche Definitionen von Urbanität. Wir haben eben sehr verschiedene Meinungen nur mit dem Unterschied, dass Du Deine scheinbar nicht als Meinung artikulieren kannst. Ob die Gropiusstadt nun urban ist oder nicht, legst weder Du noch ich fest, also ist es müßig darüber zu diskutieren. Ein paar Denkanstöße können vielleicht trotzdem helfen. Einen letzten Versuch ist es mir jedenfalls wert. Aus Wikipedia darf man ja mW frei zitieren:


    Die objektiven Aspekte:
    "Der Vorgang der „Urbanisierung“ bezeichnet dagegen die Verdichtung und Vergrößerung menschlicher Siedlungen."
    -> Die Gropiusstadt ist trotz der Freiflächen ebenso stark verdichtet wie viele Innenstadtbezirke wie z.B. Nordneukölln. Der ÖPNV und die sonstige Infrastruktur sind entsprechend ebenso leistungsfähig.


    "Urbanität beschreibt in der Sozialgeographie einerseits die durch funktionale Differenzierung gekennzeichnete Stadt, andererseits im sozialwissenschaftlichen Sinne eine durch städtische Lebensweisen geprägte Alltagswelt. Urbanität umschließt somit sowohl städtebauliche also auch funktionale, sozio-kulturelle und sozio-ökonomische Elemente einer Lebensumwelt, die als "typisch städtisch" interpretiert werden kann. Urbanität ist zugleich ein normativer Leitbegriff und Merkmal für Stadtentwicklung und Städtebau. Als Zielkategorie umfasst Urbanität hier vor allem die Förderung funktionaler, baulicher, sozialer und kultureller Vielfalt in Städten, die Ausprägung unterschiedlicher sozialräumlicher Milieus und die Wahrung des Nebeneinanders privater und öffentlicher Räume in der Stadt."
    -> Wenn ich mir den Lebensalltag der Menschen, die soziale und kulturelle Vielfalt, die durchaus vorhandene funktionale Differenzierung und verschiedene Architekturstile in und um die Gropiusstadt ansehe sind alle Punkte mehr oder weniger ausgeprägt vorhanden.


    Die subjektiveren Aspekte:
    "In den Disziplinen Architektur und Städtebau bezeichnet Urbanität die den Eindruck von Stadt hervorrufende Anmutung eines Raums. Die Anmutung von Urbanität ergibt sich grundsätzlich sowohl aus bestimmten Mustern baulicher Strukturen als auch aus bestimmten Mustern von Funktionen bzw. der Benutzung eines Raums. Stimmen die wahrgenommenen Muster mit dem überein, was eine Person oder eine Mehrzahl von Personen als typisch städtisch begreift, wird dem entsprechenden Raum Urbanität zugesprochen."
    -> Wie gesagt: Für mich und viele andere Menschen ist die Gropiusstadt sehr urban, für Dich nicht. Damit ist mE alles zu diesen etwas subjektiveren Kriterien gesagt.


    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Urbanit%C3%A4t


    Bei den anderen Punkten hast Du Dich aber mE doch etwas vergallopiert, bis auf die vorhandene Plattenbauten (ja und?) und den Terminus Randbezirk (dito). Plattenbauten mögen nicht schön sein (manche gefallen mir aber auch), aber die Wohnungen sind zumeist sehr passabel. Für einen Randbezirk ist auch die Anbindung an die Innenstadt ausgezeichnet. Es gibt in der Gropiusstadt übrigens eindeutig jede Menge Läden, Restaurants und auch Cafés. Ich kann daher eigentlich nur vorstellen, dass Du die Gropiusstadt nie näher gesehen hast. Dass Dir der niedrige Leerstand auch nicht passt, kann ich zudem auch nicht wirklich verstehen. Und soziale Brennpunkte gibt es in dieser Stadt jede Menge, nicht nur an Randbezirken und auch nicht nur in Plattenbauten. Die Kriminalität etwa ist hier sogar geringer als in einigen Innenstadtbezirken. Da solltest Du Dich mal besser informieren. Eine Diskussion auf dem Niveau von Pauschalisierungen und Allgemeinplätzen ist jedenfalls entbehrlich.

  • apartments FIZ

    In der Friesenstr 15 c ist dieser Lückenschluss vorgesehen:



    Quelle: basc.et immobilienentwicklung gmbh


    http://appartements-fiz.de/


    Interessante Info:
    Laut der Projektseite, soll das Haus eine "repräsentative Sichtbetonoberfläche" erhalten.
    An die Fachexperten: wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einem normalen und so einem hochwertigen Sichtbeton? Ist er einfach nur heller und sieht nach Regen nicht so versifft aus?




    In der Baulücke zwischen dem rechten Haus und dem Gebäude links, das auf dem Bild unten noch eingerüstet ist, wird das Projekt lokalisiert sein:



    siehe auch vergleichend:
    http://sq-f.de/sqfcms/wp-conte…s/2011/11/sqf_vis_s09.jpg



    Damit dürfte, wenn mich nicht alles täuscht das Stadtquartier Friesenstraße komplett sein...

  • Mit geeigneten Zusatzmitteln lässt sich die Farbe in einem recht breiten Bereich streuen und mit der geeigneten Verarbeitung auch die Oberflächenbeschaffenheit (von völlig glatt bis sehr grob und sogar mit Holzmaserung ist alles möglich)..


    Die Bilder sind jetzt nicht so wahnsinnig detailiert. Scheint mir sehr glatt zu werden, mit leichter Struktur (lässt sich leicht mit entsprechender Shcalung machen) und sehr hell, etwas gelblich. Alles kein Problem.
    Ob das nun sonderlich repräsentativ ist, weiß ich allerdings nicht. Ich finde den Entwurf aber zumindest nicht schlecht.

  • Es sieht doch auch auf einem der Bilder danach aus, als wären die Wohnungen teilweise mehretagig. Rennt das Kind da in dem rechten Bild nicht in einem Raum mit hohen Decken über 2 Etagen herum, galeriemäßig? Das wäre doch schon ein herausragendes Merkmal.

  • Kreuzberg 61

    Das in der Stresemannstraße stehende Excelsior Haus wurde mit himmlischen Bildern beklebt.Seit zwei Jahren gehört der Komplex Niklas Bergruen,der auch Karstadt erworben hat.Er hatte ja Verschönerungen angekündigt.Das besondere an diesem Haus sind die drehbaren Fenster. Das Haus wurde von den gleichen Architekten wie das Schimmelpfeng Haus entworfen. Ganz oben,auf dem Foto links,befindet sich das Solar,eine coole Bar. Was es mit dem Schriftzug "Saskatchewan" auf sich hat ? Es gibt eine Stadt in Kanada,die ebenso heisst,ob es da einen Zusammenhang gibt,weiss ich nicht.




    Obentrautstraße,nahe Park am Gleisdreieck


    Ein Altbau wird zu Eigentumswohnungen umgebaut.Vorher war das Haus m.E. zumindestens teilweise gewerblich genutzt.Seydel Lofts nennt sich das Projekt.




    eigene Bilder,gemeinfrei

  • Das Saskatchewan war in den späten 60 gern, Anfang 70 gern ein sehr angesagtes Canadisches Restaurant. Bekannt war es für seine Canadischen Gerichte, z.B. Bärenstek etc...

  • ^^ Da spricht der Richtige (vom Namen und Avatar her)... schmeckt so ein Bärensteak denn?


    Zum Excelsiorhaus fällt mir eine recht einfache Verschönerungsmaßnahme ein: Sprengen. ;) Die aufgeklebten Wölkchen finde ich dagegen albern.

  • Kreuzberg

    Stadtquartier Friesenstraße


    Auch das bei der letzten Aktualisierung noch im Bau befindliche Haus in der Friesenstraße wurde fertig gestellt. Die Baulücke wird mit einem Apartment Haus geschlossen. Nur das Grundstück an der Ecke zum Columbiadamm ist noch unbebaut. Die kleineren Häuser im Inneren der Anlage, sind soweit fertig. Sie gefallen mir recht gut.






    Auch in der Fidicinstraße wird gebaut, bzw. ein Altbau saniert.



    eigene Bilder, gemeinfrei