One Goetheplaza - Neubebauung Goetheplatz-Westseite (realisiert)

  • Auch die künstliche Kleinteiligkeit wirkt einfach nur wie sie ist: künstlich. Es wäre ja schön, wenn es dann wenigstens stimmig aussehen würde, tut es m.E. aber auch nicht. Die unteren Stockwerke mit Gewerbe sehen noch ganz attraktiv aus, die Fassaden der Obergeschosse sind jedoch durchgehend fürchterlich.


    Ich war erst gestern wieder auf dem Goetheplatz, und finde auch nicht, dass es eine großartige Verbesserung zum Ist-zustand wäre (mal davon abgesehn, dass es "neu" und "schick" ist) - und das bei aller Schrecklichkeit eben dessen.

  • ...von Mäcker kann man ja bis zum Baubeginn immer noch Änderungen erwarten. Ich glaube/hoffe/betet, die beiden mittleren Gebäudeteile sind nicht mehr als bloße Lückenfüller - Sowohl das "Turmhaus" als auch Abercrombie & Fitch sind sehr schöne Entwürfe, sogar der Dachabschluss - detailliert durchgestyled und meiner Meinung nach der prominenten Lage absolut angemessen. Das "..." dazwischen wirkt mir (bis auf die unteren Geschosse) eher so, als hätte Herr Mäcker einen alten Entwurf für ein Bürohaus in Niederrad aus den 90ern genommen, nur um keine weißen Würfelchen einfügen zu müssen...


    Beide Fassaden sind schlicht vollkommen unter seiner Würde, mich würd's wundern, wenn tatsächlich so gebaut würde...

  • ^ Goetheplatz 5-7 hat was. Das gewölbte Glas im Eingangsbereich wirkt edel und ist an Gebäuden wahrlich nicht häufig anzutreffen. Auch die horizontalen Fenster wissen zu gefallen. Einzig der Dachabschluss könnte noch etwas markanter ausfallen. Auch die beiden Nachbargebäude besitzen ihren Charme, wobei ich nicht weiß, ob die leicht ausgestellten Fenster in Natura zu ihrer Geltung kommen. Mies ist eher der Eckbau mit liebloser Rasterfassade und gläserner Zipfelmütze. Soll wohl 'ne Persiflage an die Gründerzeit darstellen.

  • Die Räumung der Läden in den Bestandsgebäuden soll gesichert sein, mit Büromietern dagegen soll es noch Schwierigkeiten geben. Das berichtete die FAZ gestern in der Printausgabe. Weitere Informationen:


    • der neue Eigentümer Freo will den Entwurf von Prof. Mäckler umsetzen
    • eine Baugenehmigung liegt bereits vor
    • auch eine Abrissgenehmigung wurde schon erteilt
    • Lang & Cie. wird nicht mehr tätig sein (das Unternehmen hatte einen Auftrag von Watermark bezüglich Gutachterverfahren und Bauantrag)
    • es wird auf Mieter aus dem Luxussegment gesetzt
    • Louis Vuitton wird neben Abercrombie & Fitch als Mieter gehandelt
    • alle fünf Fassaden werden in Naturstein gehalten
    • dreigeschossige Turmhaube aus Glas
    • 4.500 m² Verkaufsfläche in den unteren beiden Geschossen geplant
    • plus 6.000 m² Bürofläche in den fünf Geschossen darüber
  • Die Bestandsgebäude habe ich hier einmal von oben und hinten abgelichtet. Ein letzter Abschiedsgruß, bevor die Abrisszange sie ab Juni zerlegt:



    Bild: epizentrum

  • In der Printausgabe der FR wird heute berichtet, daß laut BNP Paribas Mitarbeiter Christoph Scharf sowohl die Abbruchgenehmigung erteilt ist, als auch die zum Bauen!


    Der letzte Mieter =Einrichtungshaus Frick zieht in ein paar Tagen aus...:daumen:

  • ^ Frick ist ausgezogen:



    Wo ich schon einmal da war, habe ich noch ein paar allerallerletzte Abschiedsfotos von hübschen Details der Architektur geschossen, bspw. vom typischen Treppenhaus-/Eingangsbereich zu Roßmarkt 3 bzw. Goetheplatz 5:



    Die Briefkastenanlage:



    Die Hofeinfahrt mit den farbigen Steinplatten - herrlich!




    Das Hinterhaus:



    Alle Läden stehen leer:



    Bilder: epizentrum

  • Ein weiterer Abschiedsgruß von der der südwestlichen Aussichtsterrasse des Nextower (im Nieselregen, der zusammen mit dem Rauschfilter von Adobe Camera Raw lustige Effekte in Flächen produziert):



    (Klicken zum Vergrößern)

  • Spruchreifes

    Jetzt wird's konkret: Die Abbrucharbeiten beginnen in Kürze. Baubeginn ist im ersten Quartal 2012, bereits Sommer 2013 soll alles fertig sein. Der Projektname lautet nun "ONE Goetheplaza". Eine Website ist bereits online.


    Die Gesamtinvestitionskosten liegen im dreistelligen Millionenbereich, die Frankfurter Helaba und die Landesbank Berlin finanzieren das Projekt. Weiteres in diesem Auszug aus der gerade frisch hereingekommenen Pressemitteilung:


    [INDENT]Frankfurt bekommt eine neue Topadresse mit einer Auswahl renommierter Trend-Marken und Luxus-Labels: ONE Goetheplaza. Das von dem Frankfurter Architekten Prof. Christoph Mäckler entworfene Ensemble vereint in begehrter 1a Lage hochwertige Flächen: ca. 6.700 Quadratmeter Bürofläche und ca. 4.900 Quadratmeter Einzelhandelsfläche unter einem Dach. Unmittelbar am Goetheplatz und damit direkt am Zugang zum Geschäfts- und Bankenviertel gelegen, ist Frankfurts neues Innenstadtprojekt zugleich das neue, weithin sichtbare Entrée zur Luxus-Shoppingmeile Goethestraße.


    Ralph Wagner, Geschäftsführer der FREO Financial & Real Estate Operations GmbH, ist überzeugt: "Für die Stadt Frankfurt und insbesondere den Goetheplatz selbst ist ONE Goetheplaza ein großer Gewinn, weil wir mit guter, zeitloser Architektur und einem nachhaltigen Nutzungskonzept zur Aufwertung der Innenstadt und des Goetheplatzes spürbar beitragen". Die Luxusmarke Louis Vuitton konnte bereits als Ankermieter gewonnen werden, weitere sollen laut Christoph Scharf, Leiter der Einzelhandelsvermietung des für die Vermarktung verantwortlichen Immobilienberaters BNP Paribas Real Estate, in Kürze folgen. Bill Benjamin, CEO Europa bei AREA Property Partners, sagt: “Wir haben keinen Zweifel daran, dass dieses Projekt für den Luxus-Einzelhandelsbereich Signalwirkung hat und sich nach Louis Vuitton weitere Top Marken hier positionieren werden.”[/INDENT]


    Ansicht bei Tag:



    Am Abend:



    Aus Richtung Roßmarkt gesehen:



    Schnitt:



    Turm:



    Eingang:



    Die "Skybar":



    Bilder: FREO Financial & Real Estate Operations GmbH and AREA Property Partners

  • Das sehe ich freilich etwas anders. Eine städtebaulicher Fortschritt ist nur die Ecklösung, die übrigen Gebäude sind genauso austauschbar wie die 1950er Jahre-Bebauung auch – mit noch dem Unterschied, dass die neuen Gebäude wohl kaum mehr die von epizentrum festgehaltenen handwerklichen Details der Vorgängerbebauung aufweisen werden. Selbst wenn Mäckler bekanntermaßen in dieser Hinsicht noch zu den Sorgfältigeren der Zunft zählt.


    Die langweiligen Rasterfassaden der übrigen fünf Gebäude sind abgesehen von der noch einigermaßen gelungenen horizontalen Gliederung durch die Erdgeschosszone eine vergebene Chance, da auch nur eine minimale Ausbildung von Risaliten zwecks vertikaler Gliederung eine riesige Aufwertung der Entwürfe bedeutet hätte. Da ist man gerade von Mäckler besseres gewöhnt.


    Die mit ihren Lichtspielchen völlig überdrehten Visualisierungen (die Tag-Ansicht sieht aus wie eine Nacht-Ansicht) deuten auch darauf hin, dass die dadurch ausgestrahlte Langeweile nicht nur mir auffällt.


    P.S.: Was mir gerade noch auffällt: die Neubebauung weist im Gegensatz zum Bestand statt Staffelgeschossen richtige Dächer auf, offenbar sogar mit Schiefer gedeckt. Das ist für die Innenstadt geradezu revolutionär und man kann es gar nicht genug begrüßen. Bravo.

  • Ich habe gemischte Gefühle. Schade ist es weiterhin um das Gebäude neben Vapiano. Hier bleibt der Entwurf mE hinter dem Bestand zurück. Das Eckgebäude zur Goethestraße gefällt im Großen und Ganzen, insbesondere durch die Dachlösung. Auch der Eingang zum Haus 5-7 ist besonders gut gelungen. Ansonsten ist mir die Fassadengestaltung jedoch zu langweilig. Vor allem die horizontalen Fensterbänder von Nr 5-7 wollen mir nicht so recht gefallen.

  • Auf jeden Fall schon mal ein weiterer Fortschritt.
    Vor allem dass sich jetzt endlich zu richtigen Dächern getraut wurde, ist sehr zu begrüßen. Nur leider werden sie vor dem Blick vom Straßenniveau aus regelrecht versteckt. Eine stärkere Betonung durch Traufgesimse würde ich mir da wünschen.
    Die bereits erwähnten horizontalen Fensterbänder sind immer noch störend, und etwas mehr Gliederung würde auch nicht schaden. Aber man bewegt sich jetzt doch eindeutig in die richtige Richtung.

  • Auf jeden Fall können wir m.E. alle sehr froh sein, dass dieser furchtbare Hadid-Entwurf (siehe Beitrag#9 und auch Beitrag#54), den der Investor ja offensichtlich ursprünglich favorisiert hatte, an uns vorbeigegangen ist. Auch wenn die städtischen Genehmigungs-Behörden oft in der Kritik stehen, an dieser Stelle muss man sie loben. Ausweislich der weiter oben in diesem Thread enthaltenen Informationen waren sie ja wohl nicht ganz unbeteiligt daran, dass sich der Hadid-Entwurf nicht durchgesetzt hat. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Hadid als eine der Wegbereiterinnen des Dekonstruktivismus' aber irgendwie hat man sich an dieser Event-Architektur mittlerweile sattgesehen. Und v.a. ist eine derartige Architektur mit Ausrufezeichen an solchen doch streng gegliederten, historischen Orten wie dem Goetheplatz doch völlig fehl am Platz - ein Solitär eben, passend für große Messegelände, Flughäfen, Einfallstore großer Städte etc.


    Demgegenüber führt der Mäckler Entwurf zwar nicht zu euphorischen Begeisterungsstürmen, aber er nimmt sich angenehm zurück, nicht ohne auch Akzente mit dem Eckturm zu setzen. Die Begeisterung über die "richtigen Dächer" kann ich nicht ganz nachvollziehen. Zwar sind Dächer vorgesehen, vom Straßenniveau dürfte aber allein beim mittleren Gebäude die klare Schrägdachform erkennbar sein. Bei den anderen Gebäuden sind die Dächer (zumindest auf dem Entwurf) zu flach, um als solche aufzufallen. Das kann ich nicht verstehen, dass man dies nicht zumindest konsequenter verfolgt hat.


    Im übrigen ist die Gliederung in Einzelgebäude sehr zu begrüßen, aber das ganze Ensemble wirkt doch ein wenig wie aus dem Baukasten und daher auch ein wenig unstimmig.


    Obwohl ich sonst nicht unbedingt ein Freund der 50-er Jahre bin, hat mir da der bisherige Zustand in seiner Filigranität und Zurückhaltung noch besser gefallen - auch wenn dieser natürlich nicht an den Vorkriegszustand heranreichen konnte. Komisch, dass man sich gerade diesen bei Betrachten der Bilder am sehnlichsten herbeiwünscht (siehe bspw hier: Beitrag#48) ...

  • Stimme zu - im Großen und Ganzen natürlich eine Verbesserung, aber immer noch ein bisschen zu glatt und zu verwechselbar mit dem Bestand. Dann wollen wir hoffen, dass die genannten Detailverbesserungen im Lauf der Zeit bis zum endgültigen Bau vom Architekturbüro noch vorgenommen werden - so wie wir es von diesem Büro auch von anderen Projekten gewohnt sind.

  • Ich finde, man kann den Hadid-Entwurf nicht als zu gewagt verdammen und gleichzeitig Mäckler vorwerfen, sein Entwurf wäre zu langweilig. Beide Vorschläge hätten m.E. ihre Berechtigung, obgleich zugegebenermaßen Hadid nicht für Neubebauung im Bestand gemacht ist. Im Europaviertel wäre ihr Entwurf sicher gefeiert worden.


    Dass sich Mäckler mehr an den Bestandsbauten orientiert, ist auch nicht verkehrt, verdienen sie doch m.E. ihre architektonische Würdigung. Auch die Änderungen im Detail, besonders die Dachzone betreffend, sind positiv, so wirkt der Entwurf jetzt viel stimmiger als bei der letzten Visualisierung. Das gilt auch einmal mehr für den Eckbau, da der jetzt gegenüber den Nachbarbauten hochgezogene Eingangsbereich die Turmfunktion des Eckbaus verstärkt und dadurch die gläserne "Zipfelmütze" deutlich gefälliger erscheint.

  • Gebe Cowboy vollkommen recht! Trotzdem sind die Mäckler-Hütten irgendwie uninspiriert. Und den hier so positiv hervorgehobenen Eckturm empfinde ich wie einen Fremdkörper im Ensamble.
    ...obwohl, er wirkt irgendwie wie aufgesetzt und so passt er doch wieder gut an diese Stelle, sind doch viele Dächer am Goetheplatz nachträglich verunstaltet worden ;-)


    Das Skylineplaza hätte eine Front wie in Hadid's Rendering verdient!!

  • ^
    Für meinen Geschmack halten sich die Dimensionen des Eckturms eigentlich noch im Rahmen. Größer hätte er allerdings wirklich nicht ausfallen dürfen (zum Vgl. der ältere Mäckler-Entwurf rechts). Ich wundere mich eher noch über dessen recht trivialen Aufbau. Sicherlich liegt der Fokus darauf den Gästen der Skybar eine möglichst freie Sicht auf die Stadt zu garantieren und weswegen man mit einem hohen Glasanteil baut. Aber etwas mehr Struktur hätte dem Turm m.E. gut getan. Außerdem frag ich mich wie das Türmchen im Sommer klimatisiert wird. Auf der Visualisierung wirkt das wie hermetisch abgeriegelt. Wenn das im Sommer kein Gewächshaus werden soll dann muss die Klimaanlage dort aber rund um die Uhr laufen.