One Goetheplaza - Neubebauung Goetheplatz-Westseite (realisiert)

  • Das Ensemble sieht mit den typischen Mäckler-Fassadenelementen in der Realität bestimmt gar nicht schlecht aus. Die Glashaube des Eckgebäudes wird ein Blickfang. Die dünnen Streben zwischen den Glasscheiben werden aber wohl Illusion bleiben, das Gewicht einer derartigen Konstruktion wird dickere Verstärkungen erforderlich machen. Selbsttragendes Glas gibt es nicht.

  • Der Dachaufbau wirkt mir auch zu klobig – wie schon angesprochen gerade in Zeiten von MyZeil geradezu anachronistisch. Das ist halt die Büchse der Pandora, wenn Mäckler das Ganze organischer, runder gestaltet, darf er sich von den Dogmatikern und Chefideologen warhscheinlich wieder vorhalten lassen, er baue wie zur Kaiserzeit.

  • Die Detailierung der Fassaden, insbesondere die Innenansicht der Laterne lässt wirklich noch sehr zu wünschen übrig, anhand dieser Visualisierung erkennt man auch den frühen Stand der Planung, keinerlei Tiefe in den Profilen der Verglasung- erstaunlich nur, dass ein so grosses Büro wie Meckler solch unfertige Bilder rausgibt! :nono:


    Wirklich grosses Respekt hätte ich ja vor der Einsicht eines so erfolgreichen Architekten, dass es gar nicht gut sein kann die gesamte Flanke eines großen, bedeutenden Platzes nur in einem Stil und durch einen Planer bebauen zu lassen und stattdessen noch zwei weitere Kollegen auffordert zumindest bei den Fassaden was beizusteuern und somit auch etwas mehr Variation zu erzielen.


    Allgemeinwohl vor Eigennutz!:daumen:


    Doch die Eitelkeit eines inzwischen ja sehr erfolgreichen Architekten würde soviel Demut nie zulassen...;)

  • Solange man nichts Gegenteiliges hört, kann man weiterhin annehmen, dass alle Geschäfte am Goetheplatz 5, 7, 9 und 11, also dem sogenannten "Quartier Goetheplatz", bis März ausziehen müssen. Das Projekt wird mittlerweile auch großflächig in den Fenstern des ehemaligen "Rosenthal" Ladenlokals angekündigt. Dort sind die schon bekannten Visualisierungen zu sehen. Wenn man die Zeichen richtig deutet, besteht somit wohl die Bereitschaft das Projekt zeitnah anzupacken.

  • Offenbar lautet der Projektname nun "Goetheplaza". Die entsprechende .com- und .de-Domain hat sich Mitte Dezember 2010 ein Frankfurter Unternehmen für Immobilien-Marketing gesichert. Da wird sich Fraport bestimmt freuen, denn ein Einkaufsbereich im Terminal 1 trägt denselben Namen.


    Das Schaufenster des ehemaligen Rosenthal-Studios heute:



    Bild: Schmittchen

  • NUMMER 5

    weiß jemand, warum die Fassade von Nummer 5 nicht erhalten bleibt. Stein, Ausführung und Zustand sind doch perfekt und entsprechen an sich sogar dem geplanten Designtrack. Einmal Sandstrahlen, Versiegeln, neue Fenster, neuer Dachabschluss und fertig...

  • Wirklich grosses Respekt hätte ich ja vor der Einsicht eines so erfolgreichen Architekten, dass es gar nicht gut sein kann die gesamte Flanke eines großen, bedeutenden Platzes nur in einem Stil und durch einen Planer bebauen zu lassen und stattdessen noch zwei weitere Kollegen auffordert zumindest bei den Fassaden was beizusteuern und somit auch etwas mehr Variation zu erzielen.


    Wenn man bei diesem bestimmten Stil bleibt, kann man einfach nicht mehr Variationen hinbekommen. Der Stil gibt es nicht her, unabhängig von der Anzahl der beteiligten Architekten. Etwas könnte man theoretisch mit Farben erreichen, hier waren anscheinend helle Steinfassaden Prämisse (und gut so, denn sonst entstünde ein Schrei inmitten des sonst durch Steinfassaden geprägten Platzes). Auf diesen Visualisierungen hat die dritte Fassade von rechts einige bunte Glasscheiben. Die vierte mit horizontalen Bändern passt nicht zu den anderen, die alle im Stein umfasste Einzelfenster haben.

  • Die Fassadengestaltung halte ich eigentlich für recht gelungen. Womit ich ein kleines Problem habe, das ist die Dachlandschaft. Ich verstehe nicht, warum das das ganze Ensemble Flachdächer hat. Einerseits werden die verstümmelten Notdächer des Deutsch-Bank-Gebäudes und der "Goldenen Kette" (Rossmarkt 19) angeprangert, andererseits wird bei Neubauten, wo man alle Möglichkeiten zu einer besseren Dachgestaltung hat, auch wieder alles auf das absolute Minimum reduziert. Die gläserne Haube auf dem Eckhaus ist eigentlich ein Highlight und stellt sogar ein Bezug zur Vorkriegsbebauung her. Die Flachdächer lassen dieses Element aber wie einen nachträglich aufgesetzten Fremdkörper wirken.

  • Das Problem ist wohl eher, dass normale Dächer mittlerweile in dem Flachdachdschungel schon fast wie Fremdkörper wirken. In Köln hat man schon die beabsichtigte (!) Wiederherstellung des Daches eines Gründerzeitbaus an der Domplattte genau mit der Begründung abgelehnt. Mal abgesehen davon, dass man mittlerweile ja schon für ein gelungenes Staffelgeschoss dankbar sein darf, auf manchen Dächern sieht es dank Technikaufbauten von oben wie bei Hempels unterm Sofa aus.


    Ansonsten könnte man auch hier mit einer Gestaltungssatzung viel bewirken, gerade bei der Masse an innerstädtischen Bauprojekten der letzten und wohl auch kommenden Jahre. Aber das ist ganz offensichtlich nicht gewollt.

  • Ich hatte die Hoffnung, von einem Projekt wie diesem könne ein Impuls für eine Verbesserung der Gesamtsituation ausgehen. Offensichtlich scheint das, zumindest nach dem heutigen Stand, nicht so zu sein.

  • Man sollte abwarten, denke ich, und nicht die Visualisierungen aus #81 zur Beurteilungsgrundlage machen. Nicht hinsichtlich der Fassadengestaltung im Detail und schon gar nicht hinsichtlich der Farbe einzelner Fensterscheiben. Hier wird sich aller Voraussicht nach noch einiges ändern.


    Gerade das Büro Mäckler feilt immer weiter an den Entwürfen, man denke etwa an die Entwicklung der Projekte Frankfurt Central (Am Hauptbahnhof 18) und Tower 185. Palatino hat oben angesichts der Ausführung der Renderings überzeugend darauf hingewiesen, dass es sich hier nur um einen frühen Stand der Planung handeln kann.


    Schlimmer hätte es ohnehin kommen können - der Entwurf des Amsterdamer UNStudios um Städel-Professor Ben van Berkel:



    Bild: Rendertaxi / UNStudio

  • Vielleicht ist es etwas übertrieben, dem Projekt eine Art “Vorbildfunktion” abzuverlangen. Ich bin aber der Meinung, daβ dieses Projekt von der Gröβe und von der Lage her den Maβstab für alle zukünftigen Bebauungen im gesamten Bereich Goetheplatz-Rossmarkt-Rathenauplatz bilden wird, auch in Bezug auf die von mir im Beitrag 505 kritisierte Dachgestaltung. Nachdem ich mich gestern abend durch den Bahnhofsviertel-Thread und den Mandarin-Oriental-Thread geklickt habe, habe ich doch wieder zu meinem alten Optimismus zurückgefunden. Da sieht man doch, was hier in Frankfurt möglich ist. Ich schliesse mich auch der Meinung von Schmittchen an, dass das Büro Mäckler den Entwurf sicher noch weiter ausarbeiten wird. Die Dachlandschafts-Problematik wird dort sicher auch bekannt sein. Leider können wir alle im Moment nur das beurteilen, was bisher an Bildmaterial veröffentlicht wurde. Das haarsträubende Beispiel aus Köln (Beitrag 506 von RMA) kann man sicher nicht auf Frankfurt übertragen. Ich kann mir nicht vorstellen, daβ das Frankfurter Bauamt einer baulichen Verbesserung in dieser Form im Weg steht.

  • Ich bin zur Zeit völlig begeistert von den neusten Entwicklungen an der Alten Oper.. Solche Entwürfe würde ich mir viel öfter wünschen, denn das monotone Gebaue, das zur Zeit vorherrscht, kann ich langsam nicht mehr sehen. Eine derartige Architektur könnte ich mir auch am Roßmarkt vorstellen. Daher hab ich mir mal erlaubt, die verschiedenen Projekte ein bisschen zusammen zu schneiden. Ist keine herausragende Qualität, nur um es mal zu veranschaulichen.


  • Ich glaube so wie du denken viele Leute hier im Forum. Ich hoffe auch, dass der Opernplatz-Entwurf die Initialzündung für weitere Projekte in dieser Art sein wird. Auch der Entwurf für das frühere Rundschaugelände geht in die Richtung. Auch für das Goethe-Plaza wäre eine solche Architektur wünschenswert. Deine Grafik gefällt mir sehr gut. Sogar der Taunusturn ist schon mit drauf. Die bestehenden Gebäude vom Opernplatz sollte man aber besser dort lassen, wo sie sind. Das war jetzt sicher nur so gemacht, um deine Idee zu verdeutlichen.

  • Die Luxemburger FREO Gruppe hat den Angaben auf der Website zufolge das Entwicklungsprojekt Goetheplaza übernommen. Damit dürfte der Käufer des in #94 erwähnten Geschäfts nun bekannt sein. In Frankfurt ist dieses Unternehmen zuletzt durch die bevorstehende Revitalisierung der Hochhauses T11 in Erscheinung getreten. Diese Fakten werden angegeben:

    • Goethestraße 1/Goetheplatz 11, 9, 7, 5
    • Baujahr: 1954/55 (bezieht sich auf den abzubrechenden Bestand)
    • Ankauf: 2011
    • Mietflächen: 13.700 m²
    • Fertigstellung: 2014


    Ein paar neue Visualisierungen gibt es auch. Die Freunde von Abercrombie & Fitch können sich offensichtlich auf etwas freuen.



    2



    Bekannt, aber höhere Auflösung und etwas größerer Ausschnitt:



    4



    Bilder: FREO / Prof. Christoph Mäckler Architekten

  • Bis zum Giebel betrachtet ein ganz nettes Ensemble, aber ab da wird es haarsträubend. Die Flachdächer versauen den kompletten Gesamteindruck, ( angedeutete ) Satteldächer oder ähnliches würden Wunder bewirken. Um das Ganze stimmig im Anschluß an den Turm zu gestalten, diesen um ein Stockwerk erhöhen und schon würde es passen. Aber so.....:nono:

  • Ich bin von dem Entwurf auch nicht wirklich begeistert. Allein die immense Verbesserung gegenueber dem Ist-Zustand macht es allerdings schon akzeptabel. Und die Idee mit dem Tuermchen finde ich tatsaechlich gelungen. Zu den Renderings noch dieses: Ist es eigentlich zu schwierig, etwas zu veroeffentlichen, das mit der Realitaet uebereinstimmt? Die Ausrichtung des Turms in Bild 3 kann jedenfalls so schon mal nicht stimmen. Hat man dann einfach ein paar Grad gedreht, damit die Aussicht schoener ist. Muss man sich eigentlich fuer dumm verkaufen lassen?


    ps: Ich bitte, die Rechtschreibung zu entschuldigen. Mir fehlen hier in die Ferne gerade die Umlaute auf der Tastatur.

  • Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen.. einfach kein überzeugender Entwurf. Auf mich wirkt die Architektur schon jetzt schnöde - und will mir gar nicht ausmalen, wie dieses Ensemble in ein paar Jahren aussieht, wenn die Fassade nicht mehr ganz neu ist. Dann ist wohl auch nur begrenzt eine Verbesserung des Ist-Zustands zu erkennen.