Leipzig: Areal Bayerischer Bahnhof

  • Ist denn die "Distillery" unbedingt an diesen Standort gebunden bzw. anders gefragt ist das Gebäude in irgendeiner Form baulich bedeutsam? Kenne mich da nicht wirklich aus (ist nicht meine Musik ;) ).


    Ansonsten kann der Laden doch einfach umziehen, oder?

  • Abgesehen von den dann nötigen Investitionen in eine neue Location und den Akzeptanzproblemen in der Nachbarschaft, die ein neuer Veranstaltungsort gegenüber einem seit Jahrzehnten bestehenden hat, dürfte es inzwischen schwierig sein, im Leipziger Süden, wo man trotz eines Umzugs Mitte der 90er schon immer verortet ist, eine adäquate Alternative zu finden. Die bauliche Bedeutsamkeit dürfte sich dagegen gegen Null bewegen. Die 'Tille als einer der ältesten deutschen Technoclubs sowie als offiziell 'kulturell bedeutsame Einrichtung der Stadt Leipzig' trägt sich selber und das sollte auch so bleiben. Das Einzige, was hierfür geschehen muss, ist, die Detailplanung für die unmittelbare Umgebung weiterhin auf sie abzustimmen. Ein erster Schritt war der Verzicht auf die baulich bereits vorbereitete Verlängerung der Altenburger Straße im städtebaulichen Wettbewerb. Mehr dazu in der derzeit laufenden Petition, die im Übrigen noch etwas mehr als 2.000 Unterschriften benötigt.

  • DaseBLN :
    " Ein erster Schritt war der Verzicht auf die baulich bereits vorbereitete Verlängerung der Altenburger Straße im städtebaulichen Wettbewerb."


    ---> Bist du dir da sicher das darauf verzichtet wurde bzw. was ist deine Quelle dafür? Die Stadtbau Ag hat sich diesbezüglich in Gesprächen mit Stadträten der Grünen,Linken und Spd anderweitig geäußert (im Zusammenhang mit den Problemen die sie bezüglich des Standort Distillery sehen).


    Danke

  • Was ich damals damit meinte, war: in keinem der auf den vorhergehenden Seiten verlinkten Wettbewerbsbeiträgen führt an der Stelle eine durch motorbetriebene Fahrzeuge befahrbare Straße auf das Gelände, beim Sieger öffnet sich dort ein Platz, andere Teilnehmer führen dort eine verkehrsberuhigte Zone entlang. Wichtig ist das deswegen, weil man das Gelände der Tille eben nicht aus verkehrlich wichtigen Aspekten heraus in Frage stellen kann. Wenn die Stadtbau AG sich dazu anders äußert, muss man diese Fragen, warum dies so ist. Die Beiträge des städtebaulichen Wettbewerbs sind aber recht eindeutig.

  • LVZ, 3.7.2014
    Viele Baustellen für die Baubürgermeisterin


    Laut LVZ hat die Bahn AG Teile der 36 Hektar großen Brachfläche an die private Stadtbau AG verkauft, nachdem sie bei Leipzigs Stadtplanern nicht vorangekommen war. Die Stadtbau hätte längst mit einer Kita und einigen Wohnhäusern begonnen. Aktuell soll jedoch ein Streit zwischen Baudezernat und Rechtsamt den Baustart verzögern. Nun soll "nach der Sommerpause" ein Rahmenplan beschlossen werden, der erste Bauten ermöglicht.


    Die LVZ spricht in dem Artikel davon, dass das Areal hinter dem Bayerischen Bahnhof "zur Heimstatt für 10000 Menschen werden" solle. Diese Zahl liegt deutlich über den bislang genannten.

  • Rahmenvereinbarung "Stadtraum Bayerischer Bahnhof"

    Schon vor der Sommerpause soll die Rahmenvereinbarung "Stadtraum Bayerischer Bahnhof" im Stadtrat vorgelegt werden. Und dazu gibt es auch neue bunte Pläne, in denen die Tille jeweils fett schwarz eingezeichnet ist (Anlage 2 und 3).



    http://notes.leipzig.de/appl/l…754ABBEDC1257D000027D31D/


    Aus dem Entwurf der Rahmenvereinbarung mit Stand 17.06.2014:



    L-IZ, 04.07.2014
    Stadtraum Bayrischer Bahnhof: Eine Rahmenvereinbarung soll Kita, Schule und Radweg sichern
    http://www.l-iz.de/Politik/Bre…ule-und-Radweg-56095.html

  • Andreas Tappert bastelt aus der Beschreibung der Bauareale, in die das Plangebiet aufgeteilt wurde, in der Begründung für den Beschlussvorschlag ( http://notes.leipzig.de/appl/laura/wp5/kais02.nsf/docid/111EFA84754ABBEDC1257D000027D31D/$FILE/V-ds-3898-text%20-%20Kopie.pdf ) einen längeren Artikel:


    LVZ-Online, 07.07.2014
    Planer: Leipzigs Südvorstadt kann deutlich größer werden
    http://www.lvz-online.de/leipz…-stadtteile-a-245785.html


    Eingangs schreibt auch er wie schon in dem LVZ-Artikel vor ein paar Tagen zu lesen war: "Gebaut werden sollen Wohnungen für rund 10 000 Menschen."


    Wo kommt diese Zahl her? Bisland war lediglich von 3000-4000 Menschen die Rede. In den offziellen Papieren habe ich diese Angabe nicht gefunden, aber vielleicht auch nur etwas überlesen.

  • ^ Die 3000 bis 4000 Menschen beziehen sich nur auf die von der Stadtbau AG erworbenen Flächen zwischen Portikus und Semmelweißstraße westlich des S-Bahn-Trogs. In dem von dir verlinkten LVZ-Artikel steht hinter der Bezahl-Barriere, dass weitere Wohnungen auf dem Areal geplant seien.


    Eine Zusammenfassung der fünfseitigen Rahmenvereinbarung für das Areal hinterm Bayerischen Bahnhof (vieles ist hier schon bekannt):



    • Die Rahmenvereinbarung legt fest, dass sich die Stadt das Areal südlich des Portikus als "Erweiterung der Südvorstadt" vorstellt. Los gehen soll es mit der Bebauung am Portikus. Dabei sollen Architekten die Bebauung des alten Bahnhofsensembles aufgreifen und sie in Abstimmung auf heutige Gebäudeformen und -höhen am Bayerischen Platz als städtische Kubatur wiederherstellen. Der Portikus soll als öffentlicher Durchgang fungieren.



    • Die alten Lagergebäude und Brachen an der östlichen Seite der Kohlenstraße verschwinden und anstelle dessen sollen mehrgeschossige Wohnhäuser und Stadtvillen sowie eine neue Kindertagesstätte entstehen. Die Stadtvillen werden einzeilig an den neuen Stadtpark angeordnet.



    • Das Areal zwischen Lößniger Straße und S-Bahn-Trog soll die hochwertigste Teilfläche des Großprojekts werden. Geplant seien neben Wohnungen eine Grundschule sowie dicht am S-Bahn-Haltepunkt MDR ein 600qm großer Lebensmittelmarkt. Der dienstälteste Technoclub, die Distillery, bleibt an Ort und Stelle. An selbigem S-Bahn-Haltepunkt südlich der Kurt-Eisner-Straße können sich die Planer auch ein (Wohn-)Hochhaus vorstellen. Weitere Wohnungen sollen ebenfalls südlich der Kurt-Eisner-Straße entstehen (m.W. nicht mehr von der Stadtbau AG aufgekauftes Gebiet).



    • Die Media City soll flächenmäßig weiter wachsen (dürfen). Zwischen Media City und S-Bahn-Trog, in Verlängerung der Steinstraße, soll ein neuer Rad-/Fußweg entstehen und den MDR mit dem S-Bahn-Haltepunkt verbinden. Ferner soll mittels Brücke die Alte Messe auf der anderen Seite der S-Bahn-Linie für Radfahrer und Fußgänger aus der Südvorstadt erreichbar werden.



    • Am Dösner Weg entstehen eine neue Oberschule sowie ein Gymnasium. Der denkmalgeschützte Lokschuppen soll in den neuen Schulkomplex integriert werden. Die Grünfläche zwischen "Kohlrabizirkus" und Sportplatz soll mit einbezogen werden. Südlich der Tarostraße könnte bei Bedarf eine weitere Kindertagesstätte entstehen. Zwischen Reclam-Gymnasium und S-Bahn-Trog, ebenfalls nicht im Besitz der Leipziger Stadtbau AG, sollen weitere Wohnungen entstehen.



    • Auf dem gesamten Areal soll auf einer Nord-Süd-Achse ein sog. Radschnellweg entstehen, der die Innenstadt mit dem Leipziger Südraum verbindet. Auf Drängen der Stadt soll auch eine zusätzliche Anbindung von der Kohlenstraße zur City-Tunnel-Station Bayerischer Bahnhof entstehen.


    Quelle LVZ
    Luftbild des Areals hinter dem Bayerischen Bahnhof

  • Abriss der ehemaligen Gurken-Schumann-Fabrik


    Die Abrissarbeiten von "Gurken Schumann" am Dösner Weg sollen nun im September 2014 beginnen, so die LVZ.

  • Leipziger Mischung - Entwurfsprojekt Bayerischer Bahnhof


    Als ich gestern mal wieder im Rathaus verweilte, entdeckte ich ein Plakat von einer Ausstellung mit Entwürfen einer Studentengruppe der Bauhaus-Universität Weimar zum Titel "Leipziger Mischung - Entwurfsprojekt Bayerischer Bahnhof", die bis zum 29. August in der 5. Etage ausgestellt ist.

  • Derweil regt sich auch in der Bevölkerung Unmut über die Platzgestaltung am Bayerischen Bahnhof. Zum einen wird moniert, dass alles ziemlich schleppend vorangeht, zum anderen die betonlastige Gestaltung. Ortsbegehung mit zwei Stadräten und Anwohnern...


    PS. Link korrigiert!

  • Keine Fortschritte am Bayrischen Bahnhof

    LVZ, 06. Februar 2016
    Neue Stadtviertel in Leipzig-Nord – keine Fortschritte am Bayrischen Bahnhof
    http://www.lvz.de/Leipzig/Loka…tte-am-Bayrischen-Bahnhof


    Die Rahmenvereinbarung zu den Planungsleitlinien vom Juli 2014 konnte bis heute nicht in Kraft gesetzt werden. Der Vertrag zwischen der Stadt und den Grundstückseigentümern war an die Bedingung geknüpft, dass die Eigentümer zuvor die Bauflächen für Schulen und Kitas an die Stadt verkaufen. „Im Oktober 2014 lagen alle Kaufverträge unterschriftsreif vor“, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Ihr Dezernat bedauere es sehr, dass sie noch nicht unterzeichnet wurden. Mittlerweile seien sogar die avisierten Fördermittel für den Abriss der ruinierten Gurkenfabrik Schumann wieder verfallen.


    Die Stadtbau AG, die 2014 zum Miteigentümer des Bahnareals geworden war, erklärte gegenüber der LVZ: „Wir mussten dann feststellen, dass etliche Teile des Siegerentwurfs des städtebaulichen Wettbewerbs aus dem Jahr 2011 so nicht umsetzbar waren“, so Sebastian Jagiella. Die Kommune wolle inzwischen deutlich größere Flächen erwerben, andererseits aber nur einen „sehr niedrigen Preis“ zahlen. Zudem seien sich die verschiedenen Dezernate der Stadtverwaltung bei weiteren offenen Punkten nicht immer einig. „Sollten sich die notwendigen Regelungen in absehbarer Zeit nicht treffen lassen, dann wollen wir erste Projekte in den Randbereichen des Geländes außerhalb der Rahmenvereinbarung umsetzen“, kündigt Jagiella an.

  • ^ es scheint so, als sein man auf beiden Seiten dem gegenwärtig starken Wachsen der Stadt unterlegen. Die Stadt braucht mehr Flächen für eigene stadt-politische Interessen, und die Stadtbau AG will nicht gänzlich unter dem Marktwert verkaufen. Das schlimmste wäre natürlich, wenn Teile der Rahmenvereinbarung aufgelöst und neu ausgeschrieben werden. Die Stadt braucht hier Gestaltungssmittel um sozialen Wohnungsbau sowie Schulen und öffentliche Bereiche zu garantieren. Die Unternehmen müssen sich am Markt orientieren.


    Vielleicht lassen sich aber nun noch einmal einige Bereiche bearbeiten. Bei der gestiegenen Nachfrage an Wohnraum wären so manche Geschosshöhen nochmal zu überdenken. Vor allem an Kohlenstraße und im Bereich des Bayerischen Bahnhofs. Und evtl. lassen sich auch noch einmal Investoren für die Gestaltung des S-Bahnhofs am Portikus, als Nahversorgungszentrum mit Hallendach und anliegenden Gebäuden, gewinnen.

  • vor allem sollte der Ausgang der Station dort endlich zugänglich gemacht werden! Seit über 2 Jahren ist der Richtung Südvorstadt vergittert. Ein Unding, wie leichtfertig diese Großinvestion dadurch geschädigt wird.


    Dass die Industrieruine noch steht, freut mich. Zwar kann das moniert werden so oft man will, vor der Gurken-Schumann-Nutzung war es das Anheizgebäude des Lokschuppen des Bayerischen Bahnhofs und stellt die allerletzte Original-Bausubstanz und die älteste erhaltene Bausubstanz an Eisenbahnanlagen dar.

  • Brücke für Fußgänger und Radler zum S-Bf. MDR geplant


    Die Entwürfe für die geplante Fußgängerbrücke über das Gleisbett zwischen MediaCity/MDR und der Straße An den Tierkliniken/Alte Messe sind vom 15. Februar bis 4. März 2016 im 5. Obergeschoss des Neuen Rathauses zu sehen. Sie sind das Ergebnis eines zweistufigen europaweiten Verhandlungsverfahrens. Von den fünf ausgewählten Büros gewann die Arbeit der "König und Heunisch Planungsgesellschaft mbH Leipzig". Der Baustart ist für 2020 vorgesehen. Bis dahin wird die Stadt die Planunterlagen erarbeiten und Baurecht schaffen.


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    Ich könnte mir eine geschwungene und filigrane Brücke vorstellen. So ähnlich wie der Karl-Heine-Bogen. Und das Bauwerk muss leuchten. Aber "Baubeginn 2020" ist ganz schön!

  • ^ ich hoffe du wirst ein paar Fotos machen ;)


    vor allem sollte der Ausgang der Station dort endlich zugänglich gemacht werden! Seit über 2 Jahren ist der Richtung Südvorstadt vergittert. Ein Unding, wie leichtfertig diese Großinvestion dadurch geschädigt wird.

    Die Inkonsequenz der Landesregierung seitens Investitionen im ÖPNV wurde schon oft diskutiert. Als würde es keine Beispiele eines Zusammenhangs zwischen einem funktionierenden öffentlichen Nahverkehr und eines leistungsfähigen Wirtschaftsstandort geben. Und ja - der Bayrische Bahnhof stellt dabei die absolute Rohversion dar. Dabei wäre ein Nahversorgungszentrum mit S-Bahnanschluss, Einkaufsmöglichkeiten, und ein öffentlicher Aufenthaltsort am Bayrischen Platz so wahnsinnig wichtig. Städtebaulich sowie in der Stadtsoziologie.

  • Etwas an der Forengemeinde vorbeigegangen ist eine Artikel in der LVZ (Bezahlschranke), in welchem noch einmal auf die gegenwärtige Situation am Bayerischen Bahnhof aufmerksam gemacht wurde. Laut Artikel, wird es in Kürze ein Gespräch/Mediation zwischen Stadt und Investor geben. Knackpunkt sind immer noch die sich veränderten Bedingungen, bei welchen die Stadt mehr Flächen für Stadt eigene Immobilien (Bildung, Wohnungen, Freizeit) zu sehr niedrigen Preisen haben möchte. Und dem Faktor des privaten Investors, welcher bei den sich veränderten Möglichkeiten in der Stadt selbst, eine bessere Vermarktung/Ausnutzung des Areals anstrebt.


    Angeblich wird das/die damals prämierte Konzept/Planung so sicher nicht mehr umgesetzt. Minimalkonsens und primäres Anliegen für die Stadt ist nun erst einmal ein Schulneubau und Sporteinrichtungen am Dösner Weg und eine Veränderung der Situation der Ruine der ehemaligen Gurkenfabrik.

  • Die LIZ rührt mal wieder das Thema Entwicklung Areal Bayerischer Bahnhof um.
    Anlaß ist die Anfrage der SPD-Fraktion, warum denn nix passiere, und ob es - bitteschön - mal weitergehe ...


    - bei dem 2011 (!) beschlossenen Konzept geht es nicht weiter
    - keiner weiß, was hinter den Kulissen passiert / keine Infos zum aktuellen Stand
    - vor dem Hintergrund einer wachsenden Stadt mit Schul- und Wohnungsmangel ein Unding
    -

    Zitat

    Die Leipziger SPD-Ratsfraktion hat deshalb für die nächste Ratsversammlung eine Anfrage ins Verfahren gebracht, in der die bislang schleppende bzw. nicht vorhandene Entwicklung des rund 40 Hektar großen Areals am Bayerischen Bahnhof thematisiert wird.


    - Querelen gibt es vor allem im Rathaus


    Meine These: die Stadt wird hier ähnlich erfolgreich agieren wie bei den Themen Einheitsdenkmal, Leuschnerplatz, Markthalle, Modalsplit, Jahrtausendfeld, Schulentwicklungsplan undsofort und alles auch am Hauptbahnhof vergeigen. :mad: