Grand Central, Oberbilk (Bauphase)

  • Man nehme den Entwurf von Jürgen Mayer H. und entferne alles, was gelungen ist. Balkons an der Bahnlinie sind freilich eine wunderbare Idee - dass wir nicht darauf gekommen sind...


    Ne, wie schlecht...

  • Man nehme den Entwurf von Jürgen Mayer H. und entferne alles, was gelungen ist. Balkons an der Bahnlinie sind freilich eine wunderbare Idee - dass wir nicht darauf gekommen sind...


    Ne, wie schlecht...


    Dafür ist der Kaufpreis der Eigentumswohnungen pro m² auch nur vierstellig (€ 9.999 ?). :lach:

  • Ich frage mich, wozu überhaupt noch Architekturwettbewerbe abgehalten werden, wenn das Ergebnis durch einen Federstrich ad Acta gelegt wird und so aus einer City-Erweiterung ein Wohn-Ghetto wird.
    Immerhin: Drogendealer und Callgirls werden über die neue Planung entzückt sein.

  • Da kann ich mich nur allen, die heute hier geschrieben haben, anschließen! :nono:
    Ich frage mich allerdings, warum der Wandel zu reiner Wohnbebauung?
    Liegt es daran, dass unser OB Geisel sein Wahlversprechen mit den 3.000 neuen Wohnungen pro Jahr ohne Rücksicht auf sinnvolle Strukturen durchziehen will?
    Oder lassen sich weitere Büroflächen hier einfach nicht vermarkten?
    Es sind ja noch nicht mal alle Grundstücke auf der Moskauer Straße bebaut, das zwischen Nr. 19 und 25 wird aktuell freigemacht für die angekündigte temporäre Nutzung....
    Auch bei den Flächen auf der Werdener Straße links neben dem Amtsgericht (wo bereits die Tiefgarage fertig ist) und dahinter passiert nichts.
    Dann gibt es noch die Fläche an der neuen Moskauer Straße zum Park hin vor den neuen Wohnhäusern und die Flächen zwischen Albertstraße, Werdener Straße und Erkrather Straße (ehem. SVG-Autohof, dort wird aktuell ein Teil zwangsversteigert).

  • ^ Mit dem Wohnungsbau kann man politisch punkten, mit dem Gewerbebau nicht. Während ich den RP-Artikel über das Vorhaben noch unter #100 verlinkt habe, hier einige abgefilterte Reaktionen - wenn der Herr vom Ring Deutscher Makler erklären könnte, wieso ohne Gewerbe am zentralen Standort das Quartier "echter" werden sollte.


    Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass Büros neben dem Worringer Platz und der Drogenberatungsstelle nicht ganz der Renner sind - das Internationale Handelszentrum in der Nähe bleibt seit Jahrzehnten im Stocken.

  • ^^ Links neben Amt- und Landgericht wird für die Staatsanwaltschaft freigehalten. Die wird eines Tages aus der Altstadt weg- und dort hinziehen.

  • Neben dem grottenschlechten Entwurf sind es vor allem solche Aussagen wie die des Bauherren aus dem RP-Artikel (#100), die mich das schlimmste befürchten lassen: Die günstigen Preise seien nur bei "extrem effizientem Bauen" realisierbar. Wird praktisch wohl heißen, der schlechte Entwurf wird extrem billig ausgeführt werden.


    Nun ja, die Wähler Geisels, immerhin ein Großteil der Düsseldorfer, bekommt nun das, was sie wollten: massenhaft billigen Wohnraum. Zwei Seiten einer Medaille.



    ______________________


    Edit: bezieht sich auf diesen Artikel:
    http://www.rp-online.de/nrw/st…-am-capitol-aid-1.4899820

  • ... Nun ja, die Wähler Geisels, immerhin ein Großteil der Düsseldorfer, bekommt nun das, was sie wollten: massenhaft billigen Wohnraum. Zwei Seiten einer Medaille.


    Es muß sich recht einfach leben mit einem einfachen Weltbild! :nono:


    Für die Mehrzahl der Arbeitnehmer ist es nun einmal eher eine Frage dessen was für sie bezahlbar ist, als dessen, was sie gerne hätten; mit einem Durchschnittseinkommen ist die Auswahl eben begrenzt.


    Ein Mangel an entsprechendem Wohnraum könnte auch ein Zeichen sein, dass die Entscheidungsträger bei einigen Projektentwicklern bislang eventuell zu sehr auf das vermeintlich sichere Pferd "Luxusimmobilie" gesetzt haben, anstatt marktgerecht zu produzieren; in einer Marktwirtschaft ist eine Marktvorausschau halt wichtig. Banken verzeihen heutzutage derartige Fehler nicht mehr.

    Es ist absehbar, wann der Boom der Luxusimmobilien zu Ende geht; Büroimmobilien sind derzeit auch nicht bei allen Entwicklern das Optimum; zu hoch ist das Leerstandsrisiko.
    Wer für eine Finanzierung eine Vermarktungs, bzw. Vermietungsquote vor Baubeginn benötigt hat da ein zusätzliches Problem, und potenzielle Investoren kaufen auch keine unvermieteten Immobilien.


    Es ist nicht das erste Entwicklungsgebiet (auch nicht in Düsseldorf), bei dem im B-Plan ausgewiesene Flächen für Bürobauten für Wohnen umgenutz werden -
    z.B. an der Toulouser Allee.


    Der Verkäufer der Liegenschaft hatte sicherlich auch kein Interresse daran, das Grundstück für bessere Zeiten im Bestand zu behalten.


    Die Welt ist halt eher grau als schwarz-weiß.

  • ^ Meine Kritik bezog sich weder auf den Investor noch auf den Veräußerer. Beide handeln nunmal in ihrem Interesse (kein Vorwurf; völlig normal). Vielmehr kritisiere ich die Stadt. Sie ist für die städtebaulichen Vorgaben verantwortlich. Und ein potenzielles Problemviertel dürfte doch wohl weniger in deren Interesse liegen als (notfalls) eine potenzielle Brache.


    Nur entsteht halt der Eindruck, dass man sich in der Politik so krampfhaft an dem Ziel günstigen Wohnraums festgebissen hat, dass städtebauliche Vernunft vollkommen aus dem Blickfeld geraten ist. Hauptsache, das Soll (zahlenmäßig) erfüllen. 3.000 Wohnungen pro Jahr? Ein irrwitziges Vorhaben.

  • ^ Die ImmobilienZeitung verriet kürzlich, dass die beiden Hotels insgesamt 400 Zimmer haben sollten, das ist bereits eine beachtliche Größe (immerhin einige 100 Arbeitsplätze) - ich wüsste gerne, in welchen Teilen der Anlage diese untergebracht werden. Als Lärmabschirmung an den Bahngleisen?


    Die neuesten Infos erwähnen nicht mehr, wie viele der 114.000 Qm BGF im neuen Konzept auf Gastronomie und Handel entfallen sollen - es werden nur diese zwei Stichworte genannt, also wohl (hoffentlich) etwas mehr als bloß ein Supermarkt. Mit den Lokalen im EG steht und fällt die Lebendigkeit des Quartiers.


    In Frankfurt gibt es ein Projekt mit einem Studentenwohnheim (390 Apartments mit 22 Qm im Schnitt) an den stark befahrenen Bahngleisen, was auch hier zum Vorbild werden konnte. Der Haken - das Konzept der Studentenwohnheime verträgt sich nicht so sehr mit einer steifen Stellplatzsatzung, über die kurz vor der Wahl viel geredet wurde - um das Thema seitdem komplett zu vergessen.

  • Ein Mangel an entsprechendem Wohnraum könnte auch ein Zeichen sein, dass die Entscheidungsträger bei einigen Projektentwicklern bislang eventuell zu sehr auf das vermeintlich sichere Pferd "Luxusimmobilie" gesetzt haben, anstatt marktgerecht zu produzieren;


    Kein Widerspruch, aber zwischen Luxusimmobilie einerseits und Trash andererseits gibt es eine weite Spielwiese. Der Ehrgeiz, den Bedarf nach einfachstem Wohnraum mit Neubauten zu befriedigen halte ich insgesamt für verfehlt und ich teile die baukulturellen Bedenken Gestalts. Wenn ein Haus neu schon geringe Qualität aufweist, dann gibt ihm der erste Verfall den Rest. Gute Gebäude altern eben in Würde und bieten dann auch einfachere Flächen. Schlechte Gebäude werden mehr und mehr zu einer Belastung für ihre Umgebung.



    Wenn das Quartier M so realisiert wird, dann ist das eine sehr schlechte Nachricht für Oberbilk.

  • Gibt es schon ein paar mehr detaillierte Visualisierungen von den neuen Entwürfen?


    Vielleicht malen wir hier mal wieder viel zu früh schwarz und es wird am Ende gar nicht so schlimm...

  • ... Gute Gebäude altern eben in Würde und bieten dann auch einfachere Flächen. Schlechte Gebäude werden mehr und mehr zu einer Belastung für ihre Umgebung. ...


    Die Frage der Alterung ist vor allem eine Frage des angewandten Materials und der Perfektion der Details – bei zahlreichen aktuellen Eigentumswohnungsprojekten mit WDVS Fassaden und aufgesetzten Profilierungen ist allerdings auch abzuwarten, wie gut diese Fassaden altern können.


    Streng genommen sollten es dann schon harte Oberflächen, wie Klinker, Naturstein oder Metall sein – in der Regel für die meisten Wohnungsbauprojekte derzeit nicht wirtschaftlich darstellbar.
    Wohnungen werden in der Regel eher über den Anschaffungspreis verkauft, spätere Folgekosten sind da selten im Blickfeld der Erwerber.

  • Living Central

    Vielleicht sollte man den Thread passend zum neuen Namen umbenennen....


    Hier mal Bilder von Ist-Zustand - DHL nutzt übrigens immer noch Teile des Geländes!


    Zuerst von der "neuen Moskauer Straße" (hinter den Neubauten der Eintrachtstraße) aus:






    Weiter von der Erkrather Straße aus bzw. vom Parkdeck aus (das noch vom gegenüberliegendem Capitop-Theater genutzt wird).
    Der weiß/grüne 4-geschossige Bürobau sollte eigentlich stehen bleiben, in den neuen Plänen ist er nicht mehr drin:














    Von der Kölner Straße aus:




    Bilder von mir / 28.03.2015

  • ^ Jetzt noch ein paar Eindrücke, die Mietinteressenten abschrecken dürften.


    "Angstraum" Unterführung Kölner Straße / Worringer Platz:








    Die andere Unterführung auf der Erkrather Straße (dahinter links ist das Capitol-Theater) mit der Drogen(Methadon)-Ambulanz links davor.
    Auf dem zweiten Bild (und auf dem dritten in Vollaufnahme) sieht man man die Zentrale des Ordnungsamtes, dessen Eingangsbereich an dem Samstag gegen 10:00 Uhr mit Motoröl? eingesaut war:





    Bilder von mir / 28.03.2015

  • Bis Ende 2018?

    Die RP veröffentlichte heute einen Artikel, nach dem das neue Wohnviertel mit fast 1000 WE und zwei Hotels bis Ende 2018 entstehen soll. Die aktuellen Pläne sollen dem Artikel nach nach der Sommerpause den politischen Gremien vorgelegt werden, nach der Zustimmung könne der Bau im nächsten Jahr starten. Der Investor hält laut Artikel weitere Wohnprojekte in Düsseldorf für vorstellbar (meine Meinung: Gerne ähnlich zentral und mit Höhepunkten).


    Es solle "weniger Autostellplätze als üblich" - wäre es konkreter, könnte man vielleicht von der für Düsseldorf historischen Abkehr von der Stellplatzsatzung reden. Außerdem solle es nicht einheitlich eine "genormte Kellergröße von sechs Quadratmetern" geben, sondern individuell mietbare Räume variabler Größe bis zu 20 Qm.