Grand Central, Oberbilk (Bauphase)

  • Auch unabhängig von einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ist ein Abriss und Neubau nicht unbedingt günstiger; die bestehende Konstruktion muss abgerissen und alles muss fachgerecht entsorgt werden.
    Der Neubau kostet auch Geld und dann ist da noch der Zeitaufwand - das wird in der Regel genau berechnet.
    Wenn ich einen Bestandsbau durch Umnutzung wieder vermietet bekomme, ist ein Neubau nur dann wirtschaftlicher, wenn dadurch eine wesentlich größere Nutzfläche entsteht.


    Wohnungsgrößen ergeben sich natürlich aus dem, was am Markt realistisch ist. Eine 120 m² Mietwohnung z.B. würde bei € 13/m² schon eine Kaltmiete von monatlich € 1560 ergeben (+NK);
    da müssen ausreichend Mieter gefunden werden, die das bezahlen können und an dem Ort auch wollen. Wichtig ist aber auch ein marktfähiger Grundriss.
    Das sind aber alles erst Themen für eine spätere Realisierungsphase.


    Die Bebauung muss sicherlich so angelegt sein, dass der Schallschutz gewährleistet ist, eine ringartige Bebauung mit einer zentralen Freifläche an der Haupterschließungsachse würde dort Sinn machen.
    Die einzelnen Baukörper müssen so angeordnet sein, dass einzelne Baufelder als realgeteilte und einzeln erschlossene Grundstücke an diverse Bauträger und Investoren veräußert werden können.
    (die Vivico wird allerdings nicht als Bauträger auftreten; sie entwickelt und vertreibt selber entsprechende Flächen der Bahn AG)

  • Angeblich sind noch zwei Entwurfsplaner im Rennen – darunter Jürgen Mayer H., der regelmäßig mit sehr ambitionierten Plänen in Erscheinung tritt. Beim Kö-Bogen war er mit Bouwfonds MAB lange im Rennen (hier ein Entwurfsbild, weitere auf der Homepage).


    Die Jury entscheidet im November. Das könnte ein Schlüsselprojekt für Oberbilk werden.

  • Der Artikel spricht von "preiswertem" Wohnraum. Hoffen wir, dass das woertlich gemeint ist - der Wohnraum also seinen Preis wert ist.


    Bei der Kombination Hochhaus + preiswert + Bahnhofsgegend werden die meisten Leute wohl nicht ganz zu Unrecht ein Ghetto vor Augen haben. Vor allem, da noch viele diese gruseligen Bilder aus dem letzten Jahr vor Augen haben duerften.
    Der Architektur kommt in diesem Fall eine ganz entscheidende Bedeutung zu.


    Hoffen wir, dass es ein Schluesselprojekt wird. Die Gegend koennte ein bisschen Gentrifizierung gut vertragen.


    Zumindest scheint der genannte Architekt nicht ganz untalentiert zu sein...

  • ^ Ja, sie hat Aufwertung bitter nötig. Vor mehr als einer Dekade wurden im benachbarten IHZ ein paar Büro- und Wohnbauten errichtet, seitdem gab es jahrelang - bis auf ein Stück entfernte Gerichtsbauten - keine Entwicklungsimpulse. Bewegung gibt es an der Grenze zwischen IHZ und QuartierM - eine KiTa und Geschosswohnungen oberhalb des Niveaus des sozialen Wohnungsbaus. Dazu habe ich noch diese Ratsvorlage ergoogelt (TOP 6, Seite 5) und heute ein paar Fotos gemacht - zum Teil mit den Quartier-M-Bestandsbauten im Hintergrund:







  • Der Bauherr ist Brings & Nettekoven aus Bornheim - im Internet finde ich diese Objekte-Liste.


    Bei den Projekten schüttelt es einen ja. :Nieder:
    Zum Glück sind die erwähnten Häuser in Gerresheim an der Torfbruchstraße etwas besser.


    Hat eigentlich jemand schon etwas vom Wettbewerb zum eigentlichen Quartier M mitbekommen; es müsste dort bald Ergebnisse geben.

  • ^ Meine Internetrecherchen brachten keine Wettbewerbsergebnisse oder sonstige neue Infos. So schnell kann es nicht losgehen, wenn man bedenkt, dass der bisherige Nutzer die Liegenschaft weiterhin im Vollbetrieb nutzt, keine Anzeichen der nahenden Räumung - heute habe ich ein Foto gemacht:





    Nach zwei Wochen habe ich erneut die angrenzende Baustelle fotografiert - in dieser Zeit wurde ein zweiter Baukran aufgestellt:



  • Eben habe ich in der Print-Ausgabe der RP gelesen, dass der Wettbewerb entschieden ist:
    Jürgen Mayer H.( der schon einen Entwurf zum Wettbewerb Kö-Bogen I beigetragen hatte) soll demnach auf dem Areal der ehemaligen Paketpost ein ca. 100 m hohes Bürogebäude planen; das international bekannte Büro Delugan-Meissl aus Wien soll die Wohn- und Geschäftsbauten zwischen Bahntrasse, Kölner Straße und Erkrather Straße errichten.
    Bilder hierzu sind leider nicht veröffentlicht.

  • ^ Meinst Du zufällig den Jürgen Mayer-Hermann? Ein Bürohaus mit Fassaden wie das Hamburger Bürohaus An der Alster oder die Mensa Moltke wäre stark wiedererkennbar. Würde es tatsächlich über 100 Meter Höhe erreichen, wäre es erst das vierte solche Hochhaus in Düsseldorf - was der Stadt helfen würde, weltstädtisch zu wirken.


    Das Büro Delugan Meissl habe ich ebenfalls ergoogelt - derer Webseite, auf der mich kein Entwurf so richtig begeistern konnte.


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    Heute habe ich erneut die angrenzende Baustelle fotografiert:





  • Also wenn der Entwurf ähnlich protzig wirkt, wie sein Kö-Bogen Entwurf, dann dürfte das die erhoffte Aufwertung des Viertels ein ganzes Stück näher bringen!


    Um ein derartiges Quartier erfolgreich umzusetzen, bedarf es mehr als eine ausgefallene Fassadengestaltung oder auch Gebäudeskulptur.
    Sollte sich ein Entwurf bei einem städtebaulich relevanten Projekt auf formale, bzw. modische Effekte beschränken, kann der Schuss sogar nach hinten los gehen.


    Ich bin gespannt, wann Pläne präsentiert werden; erst dann kann die Qualität der beiden Entwürfe bewertet werden.


    Zudem frage ich mich noch, ob der aktuelle Grundstückseigner das Areal in einzelnen Grundstücken a Projektentwickler und Bauträger weiter veräußert, oder den Entwurf selbst umsetzt.

  • Die konkreten Pläne und auch Ansichten der Entwürfe für das Gelände zwischen Erkrather und Moskauer Straße sowie dem Hauptbahnhof wird Planungsdezernent Gregor Bonin kommenden Mittwoch im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung präsentieren.


    RP

  • Also wenn der Entwurf ähnlich protzig wirkt, wie sein Kö-Bogen Entwurf, dann dürfte das die erhoffte Aufwertung des Viertels ein ganzes Stück näher bringen!
    http://www.jmayerh.de/26-0-Koe-Bogen.html


    Der Entwurf ist gar nicht mal so uninteressant, aber ich denke, neben dem Libeskind-Namen hat auch die Quadratmeterzahl einen Ausschlag gegeben. Zumindest scheint der Meyersche Kö-Bogen weniger Fläche zu bieten, oder?

  • Der Entwurf ist gar nicht mal so uninteressant, aber ich denke, neben dem Libeskind-Namen hat auch die Quadratmeterzahl einen Ausschlag gegeben. Zumindest scheint der Meyersche Kö-Bogen weniger Fläche zu bieten, oder?


    Nein - beim Kö-Bogen hat der Projektentwickler, der Jürgen Meyer H. beauftragt hatte, sein Angebot nicht abgegeben; es gab also nichts zu entscheiden.
    Ich persönlich finde den Libeskind Entwurf bezüglich Hofgarten und Schadowplatz trotz allem deutlich besser.


    Zurück zum Quartier M - vielleicht sind wir ja übermorgen alle schlauer, falls Pläne oder wenigsten Visualisierungen veröffentlicht werden.


    Nach meinem Dafürhalten gestaltet Jürgen Meyer H. Architekturprojekte wie seine Objekte; das ist ein vollkommen anderer Ansatz als in der gewohnten Architektur. Ob derartige Projekte in unseren historisch gewachsenen Stadtlandschaften kompatibel sind, muss sich erst noch beweisen.

  • Es wurden Bilder veröffentlicht!
    Die ersten beiden zeigen das Bürogebäude von Jürgen Mayer H., die letzten beiden die Wohn- und Geschäftsgebäude von Delugan Meissl.
    Das kleinere Hochhaus auf dem ersten Bild wird nicht gebaut, ebenso wenig das größere auf dem letzten. An ihre Stelle kommen die jeweils anderen Gebäude.






    Quelle: Jürgen Mayer H. und Delugan Meissl via RPO
    Hoster: abload.de


    Kurzer Kommentar von mir: der Entwurf von Jürgen Mayer H. ist großartig und mit Sicherheit und großer Gewinn für Düsseldorf, der Entwurf von Delugan Meissl doch eher gewöhnlich.

  • Meinetwegen hätte man ruhig den Mayer H.-Entwurf komplett übernehmen können. Bei ihm gefällt mir sowohl das große Hochhaus als auch die Blockbebauung besser. Allein bei dem kleineren HH überzeugen mich beide Entwürfe nicht recht: Es wirkt so, als wären den Planern hier die Ideen (oder die Zeit) ausgegangen.


    Das große Hochhaus bei Mayer H. ist ein Knaller, ja. Es wächst geradezu aus der Blockbebauung heraus und verjüngt sich wunderbar zur Spitze hin.


    (edit: Mittlerweile überholt:
    Aber nur Büros im Hochhaus? – und kein Hotel im gesamten Quartier? Ich ahne, dass man an dem Nutzungsmix noch etwas schrauben wird.)

  • Großartig! einfach Großartig.....


    das wird auf jedenfall für Diskussion sorgen, was ich sehr begrüsse. Sehr spannend....


    So finde ich den Entwurf von Delugan Meissl jedoch keineswegs gewöhnlich, sondern fast schon die bessere Lösung. Die klare Struktur und Strenge überzeugt mich mehr, welches durch die Fassadenstrukturen wieder aufgelöst wird. Eins mit der besten Entwürfe der letzten Jahre, welche in Düsseldorf entstanden sind. Übrigens zeigt das Büro Delugan und Meissl auch für das Porsche Museum verantwortlich.


    Auf der Internetpräsenz von Baunetz wird ein gerade fertig gestelltes Projekt von Jürgen Meyer H. vorgestellt.


    Hoffentlich wird morgen der Grundstein gelegt! :)

  • Da kehrt dann doch schnell Ernüchterung ein. Auf der Internetseite der Stadt Düsseldorf sind weitere Informationen zu lesen. Demnach soll das Bauleitverfahren bis Mitte 2014 abgeschlossen sein.
    Bis dahin fließt noch sehr viel Wasser den Rhein runter und ich bin gespannt, was am Ende wirklich dort stehen wird... Es bleibt die große Hoffnung, das es doch schneller gehen wird!

  • Dem Artikel der Stadt Düsseldorf entnehme ich gerade, dass man doch ein Hotel, eine KiTa und Nahversorgung vorsehe – gut so. Ein vielseitiger Standort, auf dem so viel Bauvolumen geplant wird, muss auch vielseitig genutzt werden.


    Das Umfeld ist nun keine Einöde mehr. Dort ist das Capitol Theater, das Tanzhaus NRW und die ehemalige Paketpost mit Stadtarchiv und Bühnen für das Schauspielhaus. Das IHZ ist nun auch kein Novum mehr und nach den Gerichten und dem B8-Center ist an der Werdener Straße ein Hotel in Bau. An der Hbf-Rückseite liegt u.a. das Generalkonsulat der USA. Die zunehmenden unterschiedlichen Zentrumsfunktionen machen das Potenzial erkennbar, aus Oberbilk eine neue Mitte zu machen. Ein leichtes Gammelimage hatten Flingern und Unterbilk bis vor ein paar Jahren auch...

  • Den Entwurf von Meyer-H. finde ich großartig. Der von Delugan Meissl ist allerdings schlimm, was ich angesichts diese Büros schon erwartet hatte. Überhaupt nicht mein Geschmack!