Neues Konzerthaus für München? (Diskussionsthread)

  • Wenn Universitätseinrichtungen und Studenten wegen solcher Projekte nach und nach in die Pampa vertrieben werden, wird auch von diesem einzigen von studentischem Leben und urbanem Flair geprägtem Eck irgendwann nichts mehr übrig bleiben.


    Meines Wissens ist der Umzug der in diesem Gebäude befindlichen universitären Einrichtungen nach Martinsried schon lange beschlossene Sache.

  • Die Entwürfe kann man ignorieren, da sie sowieso wieder in der Tonne landen.
    Sieht der Erste noch ganz gut aus, könnte man beim Zweiten schon wieder kotzen.
    Wobei diese Renderings beim ersten Entwurf mit der Realität soviel gemeinsam haben wie Bayern mit 1860.

  • Da kann, denke ich, nur noch architektonischer Murks rauskommen. Wegen den ganzen Negativbeispielen wegen den Preissteigerungen bei öffentlichen Bauprojekten wird man darauf achten, einem Entwurf jede Extravaganz auszutreiben, die nach Kosten aussehen würden. Noch ein BayernLB Desaster, noch eine Elbphilharmonie nun in Bayern, das wird man politisch auf jeden Fall verhindern wollen.

  • Wenn man von Anfang an weiß, was man will und eine entsprechend ordentliche Planung macht, bleiben die Kosten auch im Rahmen. Schafft jeder Einfamilienhausbauer. Aber weil sich die Architekten in ihren Gebäuden immer verewigen wollen... man sollte von Anfang an TGA-Planer im Boot haben, die mitreden und den Architekten erklären, was technisch sinnvoll ist und was nicht nicht machbar ist. Auf die Idee zu kommen, Rauchgas über den Boden abzusaugen ist nämlich selten dämlich.

  • Ich habe die Hoffnung dass man die im Kern architektonisch erhaltens- und auffrischungswürdige Kongresshalle erhält und dementsprechend saniert und umbaut. Das Gebäude könnte auch eine gewisse schlichte Noblesse und zeitglose Eleganz entfalten. Wenn es der übliche Glas-Beton-Neubaustil wird bezweifle ich hingegen dass das gelingt.


    Hier ein älterer Artikel der FAZ mit einer Innenaufnahme des Saales, ich denke jeder Architekt würde sich die Finger danach schlecken dieses alte Schätzchen umzubauen und aufzufrischen, unter Erhalt dieser durchaus repräsentativen Architektur: http://www.faz.net/aktuell/feu…an-der-isar-11563198.html

  • Die Entwürfe kann man ignorieren, da sie sowieso wieder in der Tonne landen.
    Sieht der Erste noch ganz gut aus, könnte man beim Zweiten schon wieder kotzen.


    Sieht so aus, als ob HPP den Neubau pusht. Nur so läßt sich der schwache Umgang mit der bestehenden Kongresshalle werten. Ich finde, HPP liefert hier keinen akzeptablen Entwurf. Da könnten ein Chipperfield oder ein Arno Lederer z.B. einiges mehr.


    Und warum sollte München nicht einen ordentlichen Wettbewerb hierzu abhalten? Als Vorstudie zu einem Wettbewerb ist diese Betrachtung der Extremvarianten aber absolut nötig, weil Varianten mit dem Umgang mit Raumprogramm durchdacht werden sollten. Nur muss man damit nicht so an die Öffentlichkeit gehen.

  • ...ich denke jeder Architekt würde sich die Finger danach schlecken dieses alte Schätzchen umzubauen und aufzufrischen, unter Erhalt dieser durchaus repräsentativen Architektur...[/url]


    Das einzige, was ich an dem gezeigten Zustand repräsentativ finde, ist die Decke. Zumindest vom Foto aus geurteilt. Der Rest ist 0815. Ich wünsche mir eher einen kreativen Umgang mit dem Denkmal.

  • Wenn man von Anfang an weiß, was man will und eine entsprechend ordentliche Planung macht, bleiben die Kosten auch im Rahmen. Schafft jeder Einfamilienhausbauer. Aber weil sich die Architekten in ihren Gebäuden immer verewigen wollen... man sollte von Anfang an TGA-Planer im Boot haben, die mitreden und den Architekten erklären, was technisch sinnvoll ist und was nicht nicht machbar ist. Auf die Idee zu kommen, Rauchgas über den Boden abzusaugen ist nämlich selten dämlich.



    Die allermeisten Bauvorhaben werden innerhalb des Kostenrahmens abgewickelt.
    Bei den derzeit in den Medien kolportierten Vorhaben ist wohl eher die Geltungssucht von Entscheidungsträgern für die Mängel, Budgetüberschreitungen usw. verantwortlich und natürlich das veröffentlichen von unrealistischen Kostengrenzen. Da hat man als Planer wenig Chancen gegen anzukommen, wenn der "Bauherr" sagt, dass es politisch nur soundsoviel kosten darf, auch wenn man weiß und kommuniziert, dass es für das Geld nicht zu machen ist.

  • Die Verantwortlichen sollten endlich einsehen, dass es völliger Unsinn ist, gegenüber einem bereits bestehenden Konzerthaus ein Weiteres zu errichten. Hier wird billigend in Kauf genommen, dass ein wertvolles Baudenkmal wie der Kongresssaal mutwillig zerstört bzw. durch modernistische Fremdkörper verschandelt wird und darüber hinaus auch noch die rund 400 Millionen Euro schwere Zukunftsinitiative des Deutschen Museums gefährdet wird. Wenn Seehofer die Landtagswahl wirklich gewinnen möchte, sollte er besser Strauß' altes Versprechen einlösen und Klenzes weltberühmtes Odeon rekonstruieren!


  • Du scheinst dich da auszukennen, bring es doch ein. Ganz im Ernst. Leserbrief an die Zeitung, an die Staatsregierung und die Stadt schreiben...das Gebäude ist ja vorhanden/wurde nach dem Krieg in seinen Grundzügen wiederaufgebaut, das wieder zu einem Konzertsaal zu komplettieren dürfte weder denkmalschützerische Probleme aufbringen, noch so teuer sein wie ein Neubau.


    Der Gasteig ist mir allein darum schon unsympathisch weil, warum auch immer, vielen Leuten die richtige Aussprache schwer fällt. Dessen Akustik wird ja seit eh und je diskutiert.

  • Ich finde Merk's Vorschlag mit dem Hauptbahnhof-Konzertsaal nicht uninteressant. Die Arnulfstrassen-Umgebung braucht mehr unterschiedliche Innenstadt-Funktionen, diese Chance wurde ja leider mit der vorstadtmäßigen Arnulfpark-Bebauung verpasst. Ein Konzertsaal könnte das Bahnhofsviertel auf angemessene Art aufwerten. Riem macht dagegen gar keinen Sinn. Anyway, ist ja eh Sache des Freistaats, insofern interessiert Merk's Meinung hier nicht wirklich....

  • Du scheinst dich da auszukennen, bring es doch ein. Ganz im Ernst. Leserbrief an die Zeitung, an die Staatsregierung und die Stadt schreiben...das Gebäude ist ja vorhanden/wurde nach dem Krieg in seinen Grundzügen wiederaufgebaut, das wieder zu einem Konzertsaal zu komplettieren dürfte weder denkmalschützerische Probleme aufbringen, noch so teuer sein wie ein Neubau.


    Der Gasteig ist mir allein darum schon unsympathisch weil, warum auch immer, vielen Leuten die richtige Aussprache schwer fällt. Dessen Akustik wird ja seit eh und je diskutiert.


    Das hat keinen Sinn. Es wurde vor Jahren schon mal kurz angeschnitten, aber man ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Saal mit ca 11-1200 Plätzen für heutige Ansprüche zu klein wäre.

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass du gemäß heutiger Vorschriften / Ansprüche weniger Plätze unterbringen kannst, als vor dem 2. Weltkrieg. Ich bezweifele auch die gute Klangqualität, die man dem Saal andichtet.
    Der Saal hatte eine sehr einfache Grundform. Nach modernen Computerberechungen werden gut klingende Säle inzwischen doch ganz anders gebaut, siehe Hamburger Elbphilharmonie.

  • Ich halte die Bahnhofs-Idee bisher auch für die am besten geeignete Variante, auch um eine breite Mehrheit zu bekommen.
    Der weltfremde Saal am deutschen Museum ist kein ernsthafter Vorschlag. Wer für diese Pläne ein Architekturbüro teuer beauftragt hat, dem gehören ein paar Watschen verteilt.
    Man kann bestenfalls noch diskutieren ob überhaupt ein solcher Saal gebaut werden sollte, wenn es die Stadt etwa noch nichtmal schafft ihre Bürger angemessen und gesetzeskonform vor Autoabgasen zu schützen.
    Aber wenn schon einen neuen Saal, dann bitte einen technisch einwandfrei berechneten Neubau und der wäre im zukünftig entstehenden Bahnhofsviertel verkehrstechnisch für den Großraum München perfekt gelegen.