Leipzig: Wilhelm-Leuschner-Platz + Areal an der Nonnenmühlgasse

  • Zumindest mal während der EM (Holland vs. Frankreich) braucht man den WLP dringend als Ausgleichsfläche da der Augustusplatz nicht ausreicht.

  • Für sich genommen sind die kleiner als die Leuschner-Fläche. Man will die Fans konzentrieren und dort eine Leinwand aufstellen. Btw, willkommen im Forum!

  • AOC pleite?


    Bei dem Bauprojekt Urbanum1 tut sich seit Monaten nichts, nachdem die Baugenehmigung Ende September 2023 erteilt wurde. Das Projekt ist inzwischen (wie auch so einige andere) von der Webseite der AOC verschwunden. Als einziges Leipziger Projekt wird dort noch das Prager RiebECK geführt, dessen Fertigstellung sich seit einiger Zeit ohne erkennbaren Baufortschritt in die Länge zieht (finden eigentlich noch Arbeiten statt?).


    Es scheint nicht gut um die Finanzen der AOC zu stehen, nachdem für die Jahre 2021 und 2022 jeweils ein Verlust ausgewiesen wurde (die Bilanz für 2023 steht noch aus) und das Eigenkapital zwischenzeitlich unter 5M€ gesunken war. Zuletzt war zu hören, dass eine Tochtergesellschaft der AOC von der Insolvenz bedroht ist, mit unklaren Auswirkungen auf die Firmengruppe insgesamt.


    Das alles klingt nicht gut und wirft die Frage auf, ob und wie es für das Vorzeigeprojekt am Leuschnerplatz weitergeht. Im schlimmsten Fall wird uns die Brache ggü. der Polizeiwache noch ein paar Jahre erhalten bleiben.

  • ^

    Das Urbanum ist schon seit ein paar Monaten von der AOC Website verschwunden. Es gab Anfang des Jahres mal kurz Vermessungsaktivität vor Ort, und AOC ist immer noch an den Ärmeln von RBL, aber ich denke es ist safe to say, dass die Messen fürs Urbanum mit AOC als Entwickler gelesen sind. Man würde denken an so einer Stelle findet sich ein anderer Projektentwickler der einspringt, nur wie realistisch ist das bei der gegenwärtigen Marktlage. Das Loch wird wohl den Weg des Burgplatz gehen und erst beim nächsten echten Bauboom wieder Chancen bekommen ... wenn nicht irgendein Wunder geschieht.


    Edit: Es ist traurig und regelrecht grausam miterleben zu müssen, wie Jahrzehnt um Jahrzehnt ins Land geht, ohne dass iwas passiert. Und wenn dann mal was kurz vorm Start steht, ist das nächste Ungemach (in Form einer katastrophalen Bauflaute) nicht weit. Langsam frag ich mich, ob man gewisse Projekte überhaupt noch erleben darf. Die Spekulationsbrache gleich nebenan (m.W. im Besitz des St Elisabeth) macht die Tristesse vor Ort nicht besser.

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  • Also, ich weiß nicht, wie ihr darauf kommt, dass das Urbanum von der Website genommen ist. Mit Klick auf "ältere Projekte" findet man es, wie auch viele andere: https://www.aoc-diestadtentwic…roject/urbanum-1-leipzig/


    Es wurde hier schon darauf hingewiesen, dass AOC mehr Ankündigungen als Umgesetztes im Portfolio hat. Als "schlimmsten Fall" würde ich die Brache nicht empfinden, da mich das "Vorzeigeprojekt", wie schon geschildert, nicht überzeugt. Eine Brache ist immer eine Chance für etwas Wunderbares, und so durchzogen von Brachen wie noch vor einigen Jahren ist Leipzig nun wirklich nicht mehr, dass man über eine mehr oder weniger verzweifeln müsste. ;)


    Wenn das Grundstück den Weg des "Burgplatzlochs" geht, würde ich mich sehr, sehr freuen. Die Architektur, die jetzt am Burgplatz steht, ist eine Augenweide, während ein Bau im Stil des (von mir gemochten) Petersbogens nicht würdig genug gewesen wäre. Worte wie "grausam" und "traurig", nur weil ein Grundstück unbebaut ist, lassen schon auf einen sehr tiefsitzenden Horror vacui schließen.


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    Und nun zum Leuschner selbst: Vor dem Wettbewerb wart ihr weniger diskussionsfreudig als jetzt, wo die Entscheidung erstmal durch ist. :D

    Da durch die vielen Veranstaltungen etc., Märkte usw. immer wieder ausweichen müssen.

    Allerdings ist das der Ist-Zustand mit einem großflächig asphaltierten Leuschnerplatz. Offenkundig besteht die Ausweich-Problematik auch mit einem Leuschner, der die Funktion der Eventfläche erfüllt, und man muss generell andere Lösungen finden. Zur Erinnerung: Es soll eine Markthalle gebaut werden, womit die Händler eine dauerhafte Bleibe fänden. Vielleicht wird es Händler geben, die das nicht möchten, für die dann aber der kleinere Burgplatz oder die Fläche vor dem Noch-Naturkundemuseum reichen könnte.


    Der Augustusplatz als größter Stadtplatz Deutschlands wäre für keine denkbare Nutzung zu klein, wenn man ihn endlich umgestalten würde. Ich verstehe, warum man ihn in einer Zeit, als die "perforierte Stadt" angesagt war, so fragmentiert hat, aber jetzt sollte man ihm seine Weite zurückgeben. Die Umbauung kann das auffangen.


    Als sehr große innenstadtnahe Eventfläche fällt mir noch die Festwiese ein.


    Ein Event wie die Fußball-Herren-EM wird zentral, aber auch dezentral gefeiert. Es müssen sich nicht alle gleichzeitig vor einer Leinwand tummeln. Im Sinne der Sicherheit, der Müllproblematik, sozialen Kontrolle etc. finde ich es ohnehin gut, zu entzerren.


    Darüberhinaus ist es auch nicht unbedingt förderlich für ein Stadtgefühl, wenn eine unbestimmte Nutzung von öffentlichen Platzflächen durch die zigste Veranstaltungsphase verhindert wird.

    Ist das dein individuelles Empfinden oder betrifft das eine relevante Zahl von Menschen? Mir sind die quirligen, oft mit Veranstaltungen belegten Plätze lieber als die viel reichlicher vorhandenen toten Plätze, über die nur rübergelaufen wird. Welche unbestimmten Nutzungen sind denn gemeint? In Deutschland gibt es ohnehin kaum eine Nutzung, die nicht zuvor angemeldet werden muss. Für spontane Aktivitäten wird der künftige "Quartiersplatz" Leuschner mit Imbiss, Sportanlage, Lernorten, Liegewiese und Spielplatz jedenfalls besser geeignet sein als der alte Leuschner oder z. B. der Marktplatz.


    Mir fehlt einfach eine Stadtraum bezogene Weite und Sichtbeziehungen.

    Es gibt Plätze mit so überragender Architektur, dass die Sichtbeziehungen das relevanteste Kriterium sind. Am Leuschner ist das, wie ich auch mit Fotos zu belegen versucht habe, nicht der Fall. Und das ist offenbar nicht nur meine Priorisierung. Im Fall des Leuschnerplatzes entspricht das Wettbewerbsergebnis den Wünschen aus der Bürgerbeteiligung. Selbst, wenn dies nicht auch meine Wünsche gewesen wären, würde ich es begrüßen, dass man die Beteiligung ernst nimmt. Man kann sich ein anderes Ergebnis gewünscht haben, aber wie gesellschaftlich relevant ist das Klagen darüber?


    machen den zukünftigen Platz eher zu einem Quartiersplatz. Dieser könnte genau so in einem Wohnquartier stehen.

    Hier mal die Definition aus dem Leipziger Stadtplatzprogramm: Ein Quartiersplatz ist demnach "ein städtischer, größtenteils versiegelter Platz in einem dichten Wohnquartier mit zentraler Funktion für das Quartier". Ein zentraler Platz ist demgegenüber "ein städtischer, größtenteils versiegelter Platz, der zentral gelegen ist und übergeordnete Funktionen für die Stadt besitzt". Ich finde, der Loidl-Entwurf sprengt diese Kategorien und ist einerseits ein Zwitter, der sowohl übergeordnete als auch lokale Funktionen erfüllt, aber irgendwie auch etwas ganz anderes. Vielleicht am ehesten ein Gartenplatz? "Ein mehrheitlich unversiegelter, städtischer Platz in Wohnumfeldnähe, dessen Erscheinungsbild von Vegetation bestimmt ist." Nicht zu vergessen, gibt es vor Ort Wohnnutzung und weitere ist geplant.

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  • […] Mit Klick auf "ältere Projekte" findet man es […]

    Und warum sollte es als „älteres“ Projekt gelistet sein?


    Schade in dem Zusammenhang auch für Magdeburg und das Projekt M1, das ebenfalls aus der Liste aktueller Projekte verschwunden ist. Da hat sich die AOC vermutlich mit der Anzahl an geplanten Projekten verhoben, und die veränderte Zinslage hat dann das Übrige beigetragen.

  • 555Farang: Ich würde aus der Programmierung der Website nicht zu viele Schlüsse ziehen. Ich habe da leider auch falsch zitiert. Die Überschrift lautet für alle Projekte "Aktuelle Projekte", man muss auf "ältere Einträge" klicken. Dort findet man auch Vorhaben, die schon sehr viel länger in der Warteschleife sind als das "Urbanum".


    Zum Beispiel das Bürohaus in der Goldschmidtstraße ("Aurum"), einst bei KSW beheimatet, seit 2020 AOC. Das Grundstück wurde beräumt, die Visualisierung überarbeitet (verschlechtert). Das war's. Ist inzwischen wieder ein Parkplatz. Gleiches bei der Berliner Straße 63 ("Kontor 63").


    Durchaus möglich, dass das Projekt ungebaut verkauft wird. Zur Erinnerung, auch das "Urbanum" wurde schonmal verkauft, und zwar von der GRK an AOC. GRK ist offenbar noch handlungsfähig und projekthungrig, während AOC darauf wartet, dass ihr irgendjemand Geld gibt. Das erinnert mich ein bisschen ans ehemalige Technische Rathaus, das ja nun offenbar mit Verlust verkauft werden soll. Gar nicht so selten wird nach Verkäufen vom neuen Eigentümer noch mal grundsätzlich umgeplant.


    Aktuell gehen kleinere Brötchen nach meinem Eindruck besser weg. Das Urbanum ist schon ein mächtiger Brocken. Meiner Ansicht nach wäre es generell erstrebenswert, kleinere Grundstücke und Projekte zu entwickeln. Ich hoffe aber nicht darauf, dass dies wirklich passiert.


    Den Vertrag über die Ärmel hat AOC 2022 für drei Jahre mit RB geschlossen. Ich würde als potenzieller Investor trotzdem eher auf Zahlen und Bauvorhaben statt auf Trikotärmel schauen. :D

  • Oder eine Frage der Nutzung und Beanspruchung?

    Da du die These der benötigten Eventfläche aufgestellt hast, läge es an dir, sie zu unterfüttern. Wie viele Tage im Jahr ist der Leuschner bisher belegt? Welchen Bedarf sieh das Marktamt?

  • MDR-Umschau mit einem Bericht über den WLP (ab Minute 08:26)

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    Dass der Platz laut Dienberg frühestens erst Ende der 30er Jahre fertig sein soll hat mich dann doch ziemlich negativ überrascht. X(

  • Hätte er ein früheres Datum genannt, welches natürlich nicht einzuhalten gewesen wäre, wäre auch wieder gemeckert worden. Es liegt ja nicht in Dienbergs Hand, wann alles komplett steht.


    15 Jahre finde ich nicht so wahnsinnig viel... Für die Markthalle sollte Ende letzten Jahre ein "Bauherren-, Betreiber- und Finanzierungskonzept" vorgelegt werden. Ich habe nichts davon mitbekommen, ist wahrscheinlich recht schwierig in dieser Zeit.


    Das Forum Recht wurde zwar 2019 vom Bundestag beschlossen, der Bundesrechnungshof hat aber angeregt, die Entscheidung über einen Neubau "zunächst zurückzustellen". Eine Steilvorlage für das FDP-geführte Bundesfinanzministerium, das aktuell schon das "Zukunftszentrum" in Halle blockiert. Das Ministerium muss auch die Bedarfsplanung für Leipzig billigen. 2030 war die Fertigstellung mal angedacht. Ich nehme an, das wird sich mindestens nach hinten verschieben.


    Für die Juristenfakultät hat der Landtag 2019 Planungsmittel bereitgestellt. Seither habe ich auch von diesem Projekt nichts mehr gehört.


    Die Wohnbauten sind auch noch Quark im Schaufenster, aber dazu wird man die LWB schon verdonnert kriegen.


    Und dann müssen ja auch noch die neu gepflanzten Bäume wachsen. Die sehen Ende der 30er-Jahre sicher noch nicht so aus wie auf den Visualisierungen.

  • Ich bin sehr, sehr gespannt auf das neue Museum, weil mich die Leipziger Sammlungsgebiete eigentlich überhaupt nicht interessieren, noch weniger als bei anderen Naturkundemuseen. Eine sehr gute Präsentation und Mitmach-Angebote können aber neugierig machen und begeistern.


    Die "Tierskulptur" erinnert mich an Gunter von Hagens sensationsheischende "Körperwelten". Nicht mein Ding. Aber ich verstehe schon, dass Präparationen eine wichtige Säule dieses Museums sind.

  • In diesem Zusammenhang ein Zitat von Skadi Jennicke zu MP Michael Kretschmer: "Sie zaubern heute sehr vielen ein Lächeln ins Gesicht!"


    Eine Form des politischen Umgangs die man sich öfter wünschen würde! 👍

  • In diesem Zusammenhang ein Zitat von Skadi Jennicke zu MP Michael Kretschmer: "Sie zaubern heute sehr vielen ein Lächeln ins Gesicht!"

    Für Leipzig ist das gewiss eine erfreuliche Nachricht, aber ob die Menschen, die in den sächsischen Kohleregionen in die Röhre gucken, ebenfalls mit lächelnden Gesichtern im Herbst an die Wahlurne schreiten werden, bleibt abzuwarten...


    Das Geld stammt aus der „Förderrichtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung zur Gewährung von Zuwendungen nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen“.

  • ^Den Post bitte ich zu erläutern. Leipzig liegt inmitten einer ehemaligen Kohleregion und ist somit förderfähig. Ist es weil die Stadt Leipzig die Zuwendung nicht bekommen sollte oder wegen der Art der Förderung?