Leipzig: Wilhelm-Leuschner-Platz + Areal an der Nonnenmühlgasse

  • Das wurde 2008, als erstmals von der Markthalle die Rede war, leider falsch kommuniziert und später von der Bild immer wieder aufgewärmt, ohne an Substanz gewonnen zu haben. Seitens der Stadtbau AG, die damals mit der Idee auf die Stadt zugekommen war, war auch damals schon von einem Neubau nach Vorbild der Markthalle, aber keiner originalgetreuen Rekonstruktion die Rede. Eine originalgetreue Reko wäre allerdings allein schon aufgrund der historisch gewachsenen Seitenstraßenlage und des L-förmigen Grundrisses ungünstig. Was ich damals schrieb, gilt auch heute noch: für den WLP ist die Markthalle strukturell viel wichtiger als architektonisch, da sie als relativ flaches Gebäude diesen sowieso nie wirklich prägen könnte.


    Ich weiß ansonsten nicht, inwiefern eine Reko in Leipzig nicht sein darf, wenn wir erst am Wochenende von einer großen vollständigen Fassadenreko am Dittrichring erfahren haben. Ob die Dresdner mit ihrer Mischung aus Rekos und (leider) oftmals minderwertigen Neubauten wirklich glücklicher sind, wage ich im Übrigen zu bezweifeln.

  • Abgesehen von den von DaseBLN vorgetragenem Fakt, dass eine originalgetreue Rekonstruktion der Markthalle nie in Frage kam, weiß ich nicht, ob es besonders zielführend ist, in regelmäßgen Abständen die Neumarkt-Rekos in Dresden auf die Situation in Leipzig zu projizieren. Ein Äpfel-Birnen-Vergleich in (kunst-)historischer wie städtebaulicher Hinsicht. Zudem sind die meisten Neumarkt-Rekos bestenfalls "ans Original angelehnte" Neubauten. Spätestens hinter den historischen Fassaden wähnt man sich in einem lupenreinen Neubau.

  • Ich wäre auch dafür nicht immer den Dresdner Neumarkt in diesen Debatten vor den Karren zu spannen. Hätten viele der Neubauten in Dresden die Qualität, wie sie in Leipzig und Berlin oft (aber nicht immer) zu sehen ist, wäre der Ruf nach Rekonstruktion sicherlich kleiner. Desweiteren ist es jedoch fragwürdig, die Authenzität der Neumarkthäuser zu erwähnen, wenn in der eigenen Stadt nicht nur einmal bei Sanierungsvorhaben nur noch Fassaden stehengelassen wurden und dahinter großflächig andersweitige Neubebauung/Nutzung erfolgt ist (Dolphin, Karstadt, Kaufland Lindenauer Markt, ...). Aber nun wieder gern zurück zum Thema.

  • Am 22. März 2014 fand ein Kolloqium zum B-Plan Wilhelm-Leuschner-Platz/Ost bzw. wer der Platz und sein östliches Umfeld gestaltet werden soll, statt, der gute acht Stunden in Anspruch nahm und sehr rege diskutiert wurde. Dazu gibt es nun bei der LVZ einen Artikel, der hier einigermaßen zulesen ist.


    Am besten wäre es, wenn man den Wilhelm-Leuschner-Platz nicht mehr als LFED-Standort sieht und diesen wieder für eine Neuentwicklung frei gibt. Dazu könnte eine Städtebauwerkstatt stattfinden, mehrere Entwürfe gestaltet und anschließend final abgestimmt werden. Diese Fläche wird auch die nächsten Jahre noch so aussehen wie jetzt - klar ist, dass die Stadt dafür kein Geld hat, daher muss sie andere Wege gehen, um diesen innerstädtischen Platz wieder zu einem Platz zum Wohlfühlen zumachen. Hiermit verschenkt man echtes Potenziel.


    STERNBURG war gestern auf dem Leuschnerplatz präsent und befragte die vorbei laufenden Bürger, was sie gern auf dem Platz hätten. Da war wirklich alles möglich dabei, vom Altersheim über einen Skaterpark (:daumen:) und Friedhof bis hin zu zwei Einheitsdenkmälern. Wer was anschrieb, bekam ein gratis Bier oder alkoholfrei mit Doppel-Karamel.


  • Anfrage: Wann kommt die Markthalle?

    Anfrage-Nr. V/F 1130/14 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf der Ratsversammlung am 16.04.2014:

  • Markthalle

    Dem Boulevard zufolge wird das Projekt "Markthalle" massiv verschleppt.
    Die Stadtbau AG soll zusätzlich zum Kaufpreis sämtliche Planungs- und Erschließungskosten zahlen.
    "... wie lange die Stadtbau AG noch will, ist unklar."
    "Derzeit kann ein konkreter Termin für den Baubeginn nicht benannt werden“ heißt es aus dem Wirtschaftsdezernat.

  • Laut Vorentwurf des B-Planes Wilhelm-Leuschner-Platz/Ost soll das Sondergebiet Markthalle über einen seperaten vorhabenbezogenen Bebauungsplan geregelt werden. Daß der Vorhabenträger hier für Planung und Erschließung die Kosten tragen muss, ist selbstverständlich und wird überall so gehandhabt. Das BauGB selbst schreibt im § 12 Abs. 1 eine teilweise oder vollständige Übernahme der Kosten durch den Investor vor, wobei die planende Gemeinde meiner Erfahrung nach schon aus Gründen leerer Kassen selten mehr als Gutachten oder die Kosten für die ortsüblichen Bekanntmachungen beisteuert. Daß Der Investor hier bei von mir grob geschätzten 300.000 € Erschließungskosten diese nicht selbst tragen will, versteht sich natürlich.

  • Auch zum Leuschner-Platz gibt es den aktuellen Stand in einer Kurzzusammenfassung:


    LVZ, 3.7.2014
    Viele Baustellen für die Baubürgermeisterin


    Die Stadtverwaltung und die kommunale Politik halten die Fläche formal noch frei, "obwohl kaum noch jemand daran glaubt, dass Leipzigs Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Leuschnerplatz entsteht." Jüngst haben sich Baudezernat und Stadtbau AG auf ein Verfahren zum Errichten einer Markthalle geeinigt, allerdings meldeten sich jüngst auch andere Interessenten. Der Bau der Markthalle kann frühestens 2015 beginnen, wenn der Bebauungsplan beschlossen ist.

  • Symposium WLP+Markthallenviertel vom 22. März 2014


    Am 22. März 2014 fand ein Symposium zur Gestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes und des ehemaligen Markthallenviertels statt, dass vom Bund Deutscher Architekten, Bund Deutsche Baumeister, Deutscher Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, Bund Bildender Künstler Leipzig, Deutscher Werkbund, Stadtforum Leipzig und vom Verein Pro Leipzig organisiert wurde. Nun ist endlich die lang ersehnte Broschüre veröffentlicht wurden, siehe L-IZ und BDA. Den Link zur Broschüre fand ich aber nicht.

  • FDP-Fraktion will Parkplatz


    Wie die LVZ berichtet, fordert die FPD-Fraktion, dass auf dem Leuschnerplatz ein Parkplatz entstehen soll, der auch ausgeschrieben werden sollte, damit die Stadt Leipzig nicht der Betreiber ist.


    Man könnte wieder ein provisorisches Parkhaus errichten, mit einer ordentlichen Provision für die Stadt Leipzig, damit was für die künftige Platzgestaltung hängen bleibt. Und wie ich hier schon mal vorgeschlagen habe, den Platz für Veranstaltungen aller Art vermieten! Ob Wochenmärkte, Konzerte, Stadtfest, Rummel oder was auch immer. Damit kommt zwar nicht zu viel Geld rein, dass man den Platz neu gestalten kann, aber für Bürgerworkshops mit Beauftragung von Architekten im eigenen Haus, wäre das doch schon mal ein guter Ansatz.

  • ^ vielleicht sollte man nach fast 70 Jahren der Zerstörung des Quartiers einmal auf eine Weiterentwicklung setzen, als einen Parkplatz vorzuschlagen. Auch wenn sich Investoren zur Zeit nicht gerade um Leipzigs ehemalige gute Stube reißen.


    Es gibt einen städtebaulichen Masterplan, einen Investor für eine Markthalle, und es gab eine Absage an das Einheitsdenkmal durch den Protest von pseudo-Bürgerrechtlern. Außerdem haben sich Investoren für die DDR-Bauten der Grünewaldstraße gefunden und die St. Trinitatis Kirche wurde gebaut. Von daher erkenne ich keinen Grund warum die Stadt nicht investiert, und weder die Markthalle noch einen im traditionellen Raster gestalteten Platz zulässt. So mal im Zuge der Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße auch der vordere Peterssteinweg hergerichtet wird.


    Ich denke hier auf Großinvestoren ohne Platzgestaltung zu warten ist der falsche Ansatz. Genauso wie abermals einen Parkplatz einzurichten. Die Stadt lässt hier wirklich auf sich warten.

  • Ich finde es ehrlich gesagt nicht verkehrt dass man mit den großen Brachflächen in der Innenstadt sparsam umgeht. Wenn man sich andere Städte ansieht, die ihren Bahnhof unter die Erde legen um wieder mehr Platz zu haben. Ich hätte jedenfalls keine Eile den Platz wieder zu füllen. Klar ist der WLP in diesen Zustand ein Schandfleck, aber vielleicht hat man in Zukunft noch bessere Ideen als einen Parkplatz. Es gibt auch andere/ schönere Möglichkeiten zur Zwischennutzung. Ich glaube auch nicht dass wir in der City zu wenig Parkplätze haben.
    Außerdem: Was sagt denn die FDP zum Thema Wettbewerbsverzerrung wenn auf einmal mehrere Hundert Konkurrenzparkplätze zu den Privaten entstehen? Denn auch wenn die Stadt einen privaten Betreiber finden würde, würde sie doch immer noch schön Pacht einstreichen. Ich meine das widerspricht doch grundsätzlich jeder liberaler Wirtschaftspolitik.

  • Es handelt sich aus meiner Sicht um DAS Filetstück schlechthin (quasi noch Innenstadt, Eingang zur überaus belebten und beliebten Südvorstadt) und der visionären FDP fällt nichts anderes als eine Parkplatznutzung ein? Mit so einem Interim schafft man auf Jahre erstmal wieder Tatsachen, das kann doch nicht deren Ernst sein.


    Die Idee ist echt wie die FDP, richtig schön "Eighties".

  • Ich weiß auch nicht. niemand hat was gegen Parks, aber das ist auch schon wieder so ein Allerweltsvorschlag. Ich verspreche mir von einer Zwischennutzung vor allem Raum für (alternative) Kultur. Streetart-Wettbewerbe an dieser Stelle sind keine schlechte Idee. Oder man bietet Zwischennutzungsverträge für Bars an, Synergieeffekte mit der KarLi inklusive. Vielleicht kann man den ein oder anderen baustellengeplagten Betreiber von der KarLi verpflichten. Währ natürlich erst was für Sommer 2015, aber die bürokratischen Mühlen... :D


    Um welche Grundstücke gehts eigentlich genau? Der ganze Platz oder nur der Bereich wo das Einheitsdenkmal hin sollte? Ein Teil der Flächen wurde doch schon verkauft (Stichwort Markthalle).

  • Okay, wenn ich mir den Vorentwurf des Bebauungsplans von 2012 so ansehe, kann es sich eigentlich nur um die als "Fußgängerbereich" bezeichnete Fläche handeln -> also im großen und ganzen die Flächen wo das Einheitsdenkmal hin sollte (bis zum ehemaligen Bowlingtreff - westlich der zukünftigen Markthalle)


    Was eine Festsetzung als "Füßgängerbereich" genau bedeutet ist mir nicht klar.

  • BILD meldet: Weg frei für Markthalle!

    In die aktuelle Diskussion um die Zwischennutzung des Wilhelm-Leuschner-Platzes - siehe auch


    L-IZ, 28.09.2014
    Was wird jetzt aus dem Wilhelm-Leuschner-Platz? - Grüne schlagen Park statt Park-Platz vor
    http://www.l-iz.de/Politik/Bre…lagen-Park-vor-57432.html


    grätscht nun die BILD mit dieser Nachricht hinein:


    BILD, 28.09.2014
    Architektenwettbewerb für Bau der alten Markthalle
    Nur Kaufvertrag muss noch unterschrieben werden
    Weg frei für Markthalle!
    http://www.bild.de/regional/le…werden-37922234.bild.html


    "Rathauskennern" zufolge soll sich Baudezernentin Dorothee Dubrau der Markthalle angenommen und sie zur "Chefinsache" gemacht haben. Intern sondiere der Investor Stadtbau AG bereits, welche zehn Architekturbüros ihre Vorschläge für das Projekt einreichen dürfen. Bekanntlich soll es "keinen historisierenden, sondern einen modernen, ambitionierten Neubau" geben.


    Allerdings ist der Kaufvertrag mit der Stadt über das 2,5 Millionen Euro teure Grundstück bis heute nicht unterschrieben, da Details ungeklärt waren. Die Stadtbau AG sollte die Zufahrtsstraße bezahlen und Grundstücksgrenzen waren strittig. Nun verkündet der Stadtbau-Technik-Vorstand Hannes Koefer (49): „Es gibt sehr positive Signale, dass es nun bald losgehen kann.“ Und Roland Quester, der Referent der Baubürgermeisterin bestätigt: „Die meisten Probleme sind einvernehmlich geklärt.“

  • Um welche Grundstücke gehts eigentlich genau? Der ganze Platz oder nur der Bereich wo das Einheitsdenkmal hin sollte? Ein Teil der Flächen wurde doch schon verkauft (Stichwort Markthalle).


    Die Wilhelm-Leuschner-Platz ist nur die Fläche zwischen Peterssteinweg und westlich der Markthallenstraße (eckiger Platz). Vielleicht meinte die FDP das gesamte Areal mit dem Markthallenviertel und die Presse hat es nur wieder als "eins" verkauft.


    Der Leuschnerplatz ist ein großes Grundstück (Flurstück 4123/1). Der "neue" Wilhelm-Leuschner-Platz soll noch das Filetgrundstück zwischen Platz und Markthallenstraße einnehmen (13 Flurstücke). Dies wäre dann der Bereich des LFED gewesen und der WLP als Name gäbe es irgendwo am Straßenrand vom Martin-Luther-Ring. Nordlich des ehemaligen Markthallenviertels, zwischen Markthallenstraße und Grünewaldstraße, gibt es den historisch-gesehenen ersten Block mit der Markthalle (Flurstück 1182a), woraus die Stadt Leipzig zwei Baublöcke mit Verlängerung der Leplaystraße zur Markthallenstraße machen will. Und der dritte Block südlich zwischen Brüderstraße und Windmühlenstraße.


    Alle Grundstücke - bis auf drei - gehören der Stadt Leipzig. Nach meinen Informationen wird ein Eigentümer von zwei Gründstücken (auf dem Filetgrundstück) nicht verkaufen und stellt sich somit der Stadt in den Weg.

  • Workshop "Stadtraum Leuschnerplatz – wie bitte?"

    LVZ-Online, 13.11.2014
    Leuschnerplatz - Leipzigs Architekten fordern völlig neue Planung
    http://www.lvz-online.de/leipz…/r-citynews-a-262939.html


    Am Mittwoch, den 12. November, fand im Ring-Cafe ein weiterer Workshop "Stadtraum Leuschnerplatz – wie bitte?" im Rahmen der Bundestagung der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) statt. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem BDA LV Sachsen, dem Bund Bildender Künstler Leipzig, der Gesellschaft für Gartenbaukunst LV Sachsen, der Vereinigung der Stadt, Regional- und Landesplaner, dem Stadtforum Leipzig und dem Verein Pro Leipzig durchgeführt. Dabei sollten Vorschläge zur Verbesserungen des Bebauungsplanentwurfs entwickelt werden.


    Jens Rometsch berichtete zwei Tage später in der LVZ ausführlicher über die Ergebnisse.
    U.a. kritisierten die Architekt_innen, dass das sechs Hektar große Areal nach dem Willen der Kommune nur etwa zur Hälfe wieder bebaut werden und die andere Hälfte als Veranstaltungsort freigelassen werden soll. Damit entstehe dort kein lebendiger Stadtteil. Sie forderten stattdessen ein neues Konzept, um das Quartier als lebendiges Viertel mit vielen Bewohnern zu gestalten.


    Die etwa 20 Teilnehmer_innen erstellten in sechs Gruppen eigene Entwürfe zur Gestaltung der Brache. Wolf-Heiko Kuppardt vom Bund Deutscher Architekten (BDA) begründete die Kritik der Fachleute, daß 2010, als die Grundzüge für den aktuellen Bebauungsplanentwurf der Kommune festgelegt worden waren, völlig andere Voraussetzungen bestanden. Mittlerweile sei jedoch das Freiheits- und Einheitsdenkmal für diesen Standort entfallen, Leipzig gewinnt stark an Einwohner_innen und auch die Zukunft des Bowlingtreffs sei wieder offen. "Wir können nicht ein Sechstel der Innenstadt-Fläche preisgeben, nur weil 2010 andere Voraussetzungen herrschten", warnte Kuppardt.


    Uwe Brösdorf (BDA) schlug vor, "die Südvorstadt [solle] bis an den Ring herangeführt werden. ... Eine Veranstaltungsfläche etwa in Größe des historischen Königsplatz-Ovals wäre wesentlich eher angemessen." Heinz-Jürgen Böhme vom Stadtforum pflichtete ihm bei: "Mit 1,5 Hektar war der Königsplatz etwa gleichgroß wie der Leipziger Markt. Ich wüsste nicht, für welche Veranstaltungen das zu klein sein sollte." Auch der Verlauf des City-Tunnels könne kein Hindernis für eine Bebauung der westlichen Platzhälfte sein.


    Der Bund Deutscher Baumeister (BDB) stellte seine Vorstellungen von einem "Bürgerforum" nach Art des Berliner Sony-Centers direkt neben dem Königsplatz-Oval für Rummel und Open-air-Veranstaltungen vor. Adalbert Haberbeck: "Es hätte zwei Kerne, den Eingang zum Tunnel, gern auch eine Markthalle und eine Glashaut über alle Außenseiten."


    Frank Dietze von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) hieß die aktuellen Pläne, die Markthalle auf den erhalten gebliebenen Kellern wieder neu zu errichten, gut: "Alles andere wäre unwirtschaftlich, würde nur die Standmieten für die Händler verteuern." Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach räumte ein, dass ihm die künftige Markthalle bislang als zu niedrig erscheine, um als Stadtkante gegenüber einer sehr großen Platzfläche zu funktionieren. Gleichzeitig sprach sich Lunebach für das städtische Konzept eines großen Platzes aus, weil Leipzig dringend eine Entlastung für den Augustusplatz und Markt benötige. Lunebach sicherte zu, die Vorschläge der Architekten dem Stadtrat zur Kenntnis zu geben, bevor dieser - voraussichtlich im nächsten Frühjahr - über das weitere Vorgehen entscheidet.


    Die LVZ fragt bei Patrik Fahrenkamp, dem Vorstand des Investors Stadtbau AG, nach dem aktuellen Stand der Planungen für die Markthalle. Diese solle die Höhe des 1943 zerbombten Vorgängers von etwa zehn Metern wieder aufnehmen, darüber erhalte sie mindestens ein weiteres Geschoss für Wohnungen, Büros oder Veranstaltungen. Details sollen in einem Architektenwettbewerb geklärt werden, der gegenwärtig vorbereitet wird.

  • An anderer Stelle - http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=459437 - habe ich bereits auf die Erarbeitung eines "Strategiekonzeptes erweiterte Innenstadt" im Rahmen eines koopstadt-Workshop vom 9. bis 10. Juli 2014 verwiesen:


    Kurzbericht
    https://ratsinfo.leipzig.de/bi…nenstadt_Leipzig_2014.pdf


    In allen vier Kleingruppen spielte der Wilhelm-Leuschner-Platz eine große Rolle.


    Phase 2 - Ergebnisse der Arbeit in vier Kleingruppen


    Kleingruppe Handel:
    Wilhelm-Leuschner-Platz
    - Handel nur kleinteilig entlang der Lauflagen im EG
    - kritische Auseinandersetzung mit dem Markthallenstandort und der Markthalle generell
    - Wissenschaft/ Institute; Büro, Verwaltung, Technisches Rathaus 2.0
    - 20%iger Wohnanteil wie innerhalb des Rings


    Kleingruppe Dienstleistung, Büronutzung, Hotel/ Gastronomie
    - Wilhelm-Leuschner-Platz: guter Standort für wissenschaftliche Einrichtungen; Ergänzung Büro, Hotel sinnvoll. Gesamtes Konzept (Grundlage Wettbewerbsentwurf Freiheits- und Einheitsdenkmal und B-Plan-Entwurf ) sollte erneut überdacht werden.


    Kleingruppe Wohnen
    Der Wilhelm-Leuschner-Platz wird übereinstimmend als prädestinierter Standort für eine zentrale öffentliche Einrichtung der Bildung und Wissenschaft eingestuft.


    Am Wilhelm-Leuschner-Platz als „Tor zur Karli“ wird eine Wohnnutzung in Anknüpfung an die vorhandene Wohnbebauung aus den 1950er Jahren nur im südlichen Dreieck und hier in einem Mix mit Läden für geeignet angesehen. Dabei können mit Blick auf die Nähe zum Uni-Campus sowie zu möglichen neuen Forschungsseinrichtungen auch besondere Wohnformen wie Studentenwohnen oder ein Boarding-/ Gästehaus zum Tragen kommen.


    Kleingruppe Wissenschaft, Bildung, Kultur
    Wilhelm-Leuschner-Platz
    Stadtquartier mit Hochschuleinrichtungen, Synergieeffekte zwischen Campus am Augustusplatz, Geisteswissenschaftlichem Zentrum und HTWK und Musikhochschule im Musikviertel und Universitätsklinikum, Stadtbibliothek und Albertina, Büros und Wohnungen entwickeln. Erschließung optimal. Mensa/ Handel/ Gastro/ Dienstleistungen zur Belebung des Platzes und der angrenzenden Straßen ansiedeln. Straßen städtebaulich fassen, wissenschaftsaffine Büros denkbar. Platz darf nicht zu groß werden. Markthalle wird kritisch hinterfragt.


    Seitens der Einrichtungen der Wissenschaft besteht ein großes Interesse bzw. Entwicklungsdruck, sich zeitnah in der Innenstadt anzusiedeln bzw. zu erweitern. Der Wilhelm-Leuschner-Platz bietet die große Chance, einen Osteuropa-Campus zu etablieren.


    Prioritätensetzung Flächen: Priorität hat die Entwicklung des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Der Standort ist für die Ansiedlung wissenschaftlicher Einrichtungen sehr gut geeignet, der Stadtraum zwischen City und Petersvorstadt würde davon profitieren.


    Phase 3 - Zusammenführung
    Alle Kleingruppen sahen im Wilhelm-Leuschner-Platz ein besonders hohes Entwicklungspotenzial, dabei waren sie sich einig, dass der Standort als Wissenschaftsstandort eine besondere Begabung aufweist. Die sich abzeichnende Nachfrage durch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollte als Chance begriffen und um belebende Nutzungen ergänzt werden (Wohnen in Südspitze, Cafés, Dienstleistungen).


    Vorschlag für die Prioritätensetzung bei der Flächenentwicklung


    loslegen
    Die Prioritäten werden in erster Linie auf den Wilhelm-Leuschner-Platz gelegt
    1. Schritt: Profil erstellen, dazu Bedarfe analysieren und Gespräche führen
    2. Schritt: Knackpunkte und Hemmnisse klar benennen und aufbrechen
    3. Schritt: Themenübergreifende Betrachtung und übergeordnete Planungen berücksichtigen
    4. Schritt: jeweils zugeschnittene Konzepte/ Planungen erstellen


    Konkrete Empfehlungen zum Wilhelm-Leuschner-Platz
    Für die Überlegungen zum Markthallenstandort, zur Nachfrage der Wissenschaftseinrichtungen, zum Freiraumkonzept und die Ansprüche an eine
    Kleinteiligkeit der Nutzungen/ Parzellierung sind nach Auffassung der Projektfamilie weitergehende Diskussionen wünschenswert
    Aktive Steuerung der Projektentwicklung durch die Stadt Leipzig; denkbar wäre die Gründung einer kommunalen Vermarktungsgesellschaft
    Zulassen von Zwischennutzungen (insbesondere mit Blick auf den Katholischen Kirchentag 2016)
    In seinem derzeitigen Zustand schadet der Wilhelm-Leuschner-Platz dem Image der (Innen-) Stadt