Kleinere Projekte City West

  • ^^ Und sind denn die Verfechter der neuen deutschen Langeweile nicht auch für regionaltypisches Bauen? Wird denn der Moderne nicht immer auch vorgeworfen, überall stehen zu können und somit gesichtslos zu sein? Hier gilt das alles nicht mehr. Bigott.


    In Bezug auf Berlin... was ist regionaltypisches Bauen eigentlich? Die hier angesprochene Andeutung der Beletage des Neubaus ist typisch für Altbauten in der näheren Umgebung. Ähnliches entstand schon damals auch in anderen deutschen Städten. Regionaltypisch kann eigentlich nur die Architektur des vorindustriellen Zeitalters sein, aus rein praktischen Erwägungsgründen (Materialverfügbarkeit und Transport).

  • In Bezug auf Berlin... was ist regionaltypisches Bauen eigentlich? Regionaltypisch kann eigentlich nur die Architektur des vorindustriellen Zeitalters sein, aus rein praktischen Erwägungsgründen (Materialverfügbarkeit und Transport).


    Regionaltypisch wäre für Berlin dann wohl am ehesten gelber Ziegel.


    Es sei denn man bezeichnet als regionaltypisch auch den Baustil der in den letzten 150 Jahren zu tausenden in Berlin gebaut wurde. Dann gehört der Gründerzeitstil genauso wie der Bauhausstil dazu.


    Ich finde, dass das Gebäude durchaus Ähnlichkeiten mit den Gebäuden der Gründerzeit hat.

  • Mir würde es dann auch so besser gefallen:



    abgewandelt von


    (C) PRIMUS Immobilien AG | Nöfer Gesellschaft von Architekten mbH


    Mir nicht. Zwischen den Erkern klafft nun ein großes Loch, es wirkt auf mich unvollendet, als ob Balkone fehlen würden.
    Die äußeren vertikalen Fensterreihen wirken dagegen stark zusammengestaucht, als ob sie nicht Teil des Gebäudes wären.


    Neben diesem verfolgt die Primus AG ein weiteres Projekt in der Lietzenburger Straße. Der Bestandsbau Nr. 56 soll diesem Neubau weichen:




    (C) HELL ARCHITEKTEN | PRIMUS Immobilien AG


    Dazu heißt es im Exposé:

    Zitat

    Mit fiftysix realisiert PRIMUS ein modernes Wohnkonzept im Herzen der City West. In der Lietzenburger Straße 56, nur eine Parallelstraße vom weltbekannten Kurfürstendamm entfernt und in unmittelbarer Nähe zum KaDeWe, entstehen 49 Eigentumswohnungen zur Selbstnutzung oder als attraktive Kapitalanlage. Zwei Gewerbeflächen im Erdgeschoss ergänzen die Wohneinheiten. Effiziente Wohnungsgrundrisse und eine hochwertige Ausstattung in moderner Optik machen fiftysix zum place to live, besonders für Menschen mit einem mobilen Lebensstil wie Studenten, Berufspendler, temporäre Angestellte oder Berlin-Liebhaber, die in der Hauptstadt ein kleines Apartment suchen.


    Die moderne Architektur schließt die Blockrandbebauung der benachbarten Gebäude. Straßenseitig zitiert die siebengeschossige Fassade typische Gestaltungsmerkmale von Berliner Stadthäusern der Jahrhundertwende mit Dachaufbauten, die eine prägnante Plastizität formen, und Erkern, die Blickbeziehungen weit entlang der Lietzenburger Straße ermöglichen. Für eine kontrastreiche moderne Optik sorgen die hellgraue Klinkerfassade, die großen Fensterflächen und die Balkongeländer aus Lochblech.

  • LEGO ?

    Naja - nicht schlecht.


    Aber hatten die bei dem Modellentwurf mit LEGO nur die Doppelreihen-Steine im Karton?


    Soetwas geht auch filigraner! :cool:

  • Wem schon das Projekt Eisenzahn 1 des Architekten Sebastian Treese gefiel, wird von seinem neusten Projekt in der City West begeistert sein.
    In der Emser Straße 36 realisiert die Ralf Schmitz GmbH auf Basis seines Entwurfs eine Luxusimmobilie mit 42 Wohnungen, Tiefgarage und Hofgarten:





    (C) Sebastian Treese Architekten | RALF SCHMITZ GmbH & Co. KGaA


    Das Projekt trägt den Namen "Alexander". Nähere Infos hier.

  • ^Ein ganz schöner Trumm. Der industrielle Charakter des Gebäudes aber gefällt mir. Sowas hätte ich mir anstelle des Entertainmentcenters an der M.B.-Arena gut vorstellen können. Was dieser spießige Abstandshalter mit ein bißchen Immergrün soll, bleibt für mich ein Geheimnis.

  • ^Ein ganz schöner Trumm. Der industrielle Charakter des Gebäudes aber gefällt mir. Sowas hätte ich mir anstelle des Entertainmentcenters an der M.B.-Arena gut vorstellen können.


    Ich musste auch gleich an die Speicher im West-und Osthafen denken. Hätte zur M.B.-Arena dann auch gut gepasst.

  • Der Sockel passt nicht: Sieht aus, als hätte man eine Fabrik auf die Ruine eines Charlottenburger Gründerzeitlers gesetzt, und die Fabrik dann in Luxuslofts verwandelt. Das Erdgeschoss wirkt gequetscht, müsste mindestens einen Meter höher sein. Außerdem ist der Bau zu wuchtig im Vergleich zu den Nachbarn, und der Backstein ist mir zu duster (wobei das auch täuschen kann). Sonst ein schickes Ding. Das Büro Treese weiß offensichtlich besser, was es tut, als Patzschke.

  • Was dieser spießige Abstandshalter mit ein bißchen Immergrün soll, bleibt für mich ein Geheimnis.


    Nachtrag dazu: Die Nachbarn haben auch solch kleine Vorgärten. Fügt sich also in die Straßenfront ein. Ist einerseits tatsächlich etwas spießig, verhindert andererseits, dass einem die Passanten auf den Frühstückstisch glotzen. Anders als bei den meisten echten Gründerzeitlern, gibt es hier ja kein Hochparterre, sondern Straßenniveau – was ich für einen Fehler halte, siehe gequetschtes Erdgeschoss.

  • ^^Ich stimme dir zu, der verputzte Sockel wirkt auf den ersten Blick im Kontrast mit der Backsteinfassade der darüberliegenden Gebäude etwas befremdlich. Wobei ich denke, dass das Problem weniger der Kontrast von Putz und Backstein an sich ist, sondern dass die Verteilung auf der Fassade unausgewogen wirkt. Es wirkt irritierend, weil man erwartet, dass da irgendwo weiter oben noch mehr helle Fassadenelemente auftauchen... tun sie aber nicht. Vielleicht würde es helfen, wenn man die Balkone auf die Fassadenabschnitte über die Portalen verlagern und den Boden Weiß statt Schwarz/Dunklbraun wählen würde.


    Ansonsten ist das Erdgeschoss tatsächlich etwas gequetscht ist, aber der Putzsockel über zwei Stockwerke kann einigermaßen darüber hinwegtäuschen. Die Backsteinfarbe finde ich nicht zu dunkel, zumindest wenn das so aussieht wie auf der dritten von Bato geposteten Visu, welche der Realität womöglich näher kommt als die restlichen. Ich stimme dir auch zu, dass er im Vergleich zu den Nachbarn etwas wuchtig wirkt, aber so dramatisch ist es nicht. Wenn das Gebäude rechts daneben (in der zweiten Visu) mal aufgestockt wird, fällt der Dimensionsunterschied zumindest in der Höhe dann nochmal kleiner aus.


    Den Vorgarten würde ich eher als bonzig denn als spießig bezeichnen. Mit Spießigkeit verbinde ich eher Nicht-Anecken-Wollen und Langweile. Ich finde den Vorgarten aber ganz hübsch, obwohl er den Nachteil hat, dass der Bürgersteig dadurch reduziert wird. Andererseits ist das vielleicht auch nicht so kritisch, da keine Läden ins Erdgeschoss einziehen.


    Insgesamt meiner Meinung nach ein ziemlich schickes Projekt.

  • ALEXANDER (von Humboldt)

    Das Objekt gefällt mir sehr.
    Als ich vor einem halben Jahr die ersten Renderings sah, dachte ich an eine unverbindliche Studie.
    Um so mehr freue ich mich, dass es jetzt tatsächlich gebaut werden soll.
    Gestern bekam ich einen Prospekt mit Grundrissen und einer brillianten Werbung.
    Die Architekten-Prosa ist vom Feinsten! :daumen: