City West | Kleinere Projekte

  • Hui, was fürn Brocken. Ja, die Etagenzahl ist in der Tat etwas ärgerlich. Schade auch, dass man wieder mal nicht 2 Häuser draus gemacht hat, zumindest optisch. Dieser Monstererker macht dies noch deutlicher. Aber - wie immer - mal abwarten, obs auch wirklich so kommt.

  • Lietzenburger Straße 79/81


    Nun gehört das Grundstück offenbar Van Caem Projects. Gezeigt wird auf der Projektseite ein Entwurf des Van Caem'schen Haus- und Hofarchitekten Marc Kocher: ...

    © Marc Kocher/Van Caem

    Den Entwurf gibt es nun auch in Farbe:


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    Quelle siehe oben


    Da gibt es sicherlich deutlich Schlimmeres. Ehrlich gesagt kann ich damit sogar recht gut leben.

    Defintiv positiv finde ich mit diesem aber auch anderen Projekten (Nöfer, Patzschke) die Entwicklung in der Lietzenburger die Baufluchten wiederherzustellen.

  • Ja - auch ich kann damit leben.
    Aber da wäre mit etwas mehr Mühe Besseres möglich gewesen.
    Was ist das für ein Urteil, wenn ein Historismus-Anhänger wie ich sagt "Da sind gute Ansätze zu sehen..." :rolleyes:X/:/

  • Neben dem Rathaus Charlottenburg, also hier etwa, an der Otto Suhr Allee hat die International Campus GmbH das historische Postamt gekauft und plant und baut dort 265 Mikro-Apartments, Büros und Gewerbe. Investiert werden sollen bis 2022 rund 100 Millionen Euro. Geplant hat das Gebäude mit den Mikro-Appartements das Büro Enno Schneider Architekten (auf deren Seiten sind auch diverse Abbildungen zu sehen.


    Das berichtet die Berliner Woche.

  • ^ der Name ist doof, aber alles Andere ist gut. Mir gefällt dieses Bauvorhaben, weil es unkonventionell ist. Kommt leider viel zu selten vor, dass man sich traut, unkonventionelle Formen zu verwenden.

  • Danke für die Fotos, Backstein!


    Ich fand schon die Visu sehr gut, umso erfreulicher, dass das realisierte Gebäude dem Entwurf in nichts nachsteht. :) Das Gebäude ist meiner Meinung nach sehr gut balanciert, sowohl was die Formen, als auch die Farben betrifft. Besonders im ersten Foto von Backstein sieht man sehr gut, dass das Gebäude trotz der eher geringen Höhe sehr wohlproportioniert wirkt. Anders als bei vielen zeitgenössischen Bauten hat man nicht den Eindruck, dass das Gebäude gestaucht wirkt oder etwas höher sein müsste. Die dominierenden, definierten Kanten und gerade Linien lassen das Gebäude scharf wirken, die Kurven in den Erkern lockern die Strenge etwas auf, ohne zu verspielt zu sein. Die bläulichen Fensterscheiben mit schwarzen Rahmen zusammen mit der weiß-silbernen Hülle erzeugen ein in der Helligkeit ausgewogenes, kühles Farb-Layering.


    Kurz, ein sehr stimmiges und gelungenes Gebäude.

  • PTB - Neubau Walther-Meißner-Institut

    Zuletzt hier


    Es zieht sich wie Kaugummi. Aber jetzt wurden und werden doch mal endlich die Gerüste abgebaut.


    Fraunhoferstraße/Abbestraße:


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    Abbestraße:


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    Fraunhoferstraße:


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    Die Abbestraße selbst wird komplett erneuert:


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  • Neubauvorhaben Emser Straße 36-38 und Sanierungsvorhaben Emser Straße 39/Pariser Straße 17

    In der Emser Straße 36-38 in Wilmersdorf entsteht zur Zeit ein architektonisch sehr anspruchsvolles und exklusives Wohnbauvorhaben, welches Batō vor zwei Jahren in #368 hochwertig visualisiert vorstellte. Der Projektentwickler Ralf Schmitz GmbH realisiert auf diesem Grundstück nach erfolgtem Abriss der Bestandsbebauung einen Wohnungsneubau mit 42 Einheiten nach Entwürfen von Sebastian Treese Architekten. Eine Besonderheit soll zudem ein "Jardin Botanique" als grüner Rückzugsort mit Wasserspiel und exotichen Pflanzen sein.

    Da die Hochbauarbeiten mittlerweile schon weit fortgeschritten sind, lohnt sich ein Blick auf die aktuelle bauliche Situation.


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    Der Rohbau, an dem die dezenten Risalite bereits erkennbar sind, ist fertiggestellt worden. Zur Zeit werden die ersten dreiflügeligen Fensterelemente eingesetzt.


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    In Richtung des südlich gelegenen Bestandsbaus formt der Neubau eine Ecksituation aus und bildet mit seinem tiefen Seitenflügel eine zweite Schauseite aus, die durch drei Vorbauten mit großzügigen Balkonen gegliedert wird. Zusammen mit dem Nachbargebäude wird hier eine offene und später wohl begrünte Vorgartenzone geschaffen.


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    Auch der historische Wohnhauskomplex, der sich direkt südlich an den Neubau anschließt, wird aktuell saniert. Die nachfolgenden Bilder zeigen, dass die dazugehörigen Fassaden in der Emser Straße 39 teilweise noch unsaniert und ohne Gerüste zu sehen sind, während die Fassadenbereiche an der Pariser Straße schon unter Planen verschwanden.


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    Hier lohnt sich nach der Sanierung auf jeden Fall ein Vorher-Nachher-Vergleich. Während die Fassaden an der Pariser Straße (Vorzustand) mit Gesimsen gegliedert und mit Schmuckelementen verziert sind, zeigen sich die Fassadenbereiche an der Emser Straße deutlich ungestalteter, wie oben gut zu sehen ist. Die Nordfassade weist wiederum die Gesimsstruktur der Südfassade auf. Womöglich wurde der Bau vor Jahrzehnten teilentstuckt. Es wäre durchaus denkbar, dass der Projektentwickler die Fassaden dahingehend wieder ergänzt und die Gestaltung vervollständigt, was mich sehr freuen würde.


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    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich aufgenommen und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.


    Ergänzung: Nach letzter Recherche bin ich bezüglich des Bestandsbaus auf das zuständige Architekturbüro Antenbrink Architekten gestoßen, welches die Leistungsphasen 3 bis 5 für die Sanierung und den Dachgeschossneubau übernommen hat. Die dortigen Visualisierungen sind doch kritisch zu bewerten, da zahlreiche Details an den noch erhaltenen Bestandsfassaden wegfielen. Ich hoffe, dass man die Zierelemente der Fassaden an der Pariser Straße bewahrt.

  • Du meinst sicher die übersteuerten Giebel, die aus dem oberen Gurtgesims herauswachsen. Typisch nervöses und manieriertes Gestaltungselement der Berliner Expression in der Architektur - bei Wegfall würde ein unverwechselbares Gestaltungsmittel der Zeit und Auffassung in der Fassadengestaltung wegfallen, ich denke und hoffe nicht, dass das passiert - da greift doch der Denkmalschutz oder nicht? Oder verpackt man mal wieder alles hübsch hässlich in Styropor? Ich hoffe inständig, dass die visubeauftragten einfach nur zu faul waren, sich um Detailvisualisierung zu kümmern, weil sie ihre ganze Energie in die Lightning Shader investiert haben.

  • Der Denkmalschutz greift nur, wenn das Objekt unter Denkmalschutz steht; und das ist hier nicht der Fall. Da aber bei einer vollständigen Gebäudesanierung ohne Denkmalschutz in jedem Fall die EnEV greift, ist leider zu befürchten, dass wir hier eine weitere Styroporfassade zur Bereicherung des Stadtbilds geschenkt bekommen.

  • Die Aussage zur EnEV ist so nicht ganz korrekt.

    Die EnEV stellt bei der Sanierung von Bestandsgebäuden nur dann Anforderungen an die Außenwand, wenn der Außenputz komplett abgeschlagen und erneuert wird. Sofern es sich jedoch nur um Schönheitsreparaturen handelt, bei denen der bestehende Putz aufgearbeitet und dann ggfs. neu gestrichen wird, greift die EnEV nicht. Die Reparaturen dürfen maximal 10 % der gesamten Fläche betreffen (sog. Bagatellgrenze). Gleiches gilt, wenn das Gebäude nach 1983 unter der Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften bereits einmal saniert worden ist.

    Ob diese Paragraphen so auch im neuen GEG zu finden sind, weiß ich aktuell nicht. Aber bei dem oben gezeigten Bestandsbau gelten noch die Anforderungen der mittlerweile abgeschafften Energieeinsparverordnung.


    Gut möglich also, dass der Investor lediglich Reparaturen an der Außenfassade vornimmt und mit den Veränderungen unter der Bagatellgrenze bleibt.

    In diesem Fall würde er sich die Kosten für eine Dämmung der gesamten Außenwandfläche sparen. Sofern der Investor jedoch bestrebt ist, dass die späteren Mieter/Käufer Heizkosten sparen können, was wiederum gut als Vertriebsargument genutzt werden kann, dann wird dieser ein Dämmmaterial auf die Fassade bringen. Die Kosten legt er dann einfach auf die Kaufpreise um.


    Für die Optik des Gebäudes ist jedoch in der Tat zu hoffen, dass man die Kosten von vornherein eingespart hat und es eine behutsame Fassadensanierung wird. Und dass der Visualisierer, wie Endell schreibt, sich den Aufwand für die zusätzlichen Gesimse und Schmuckelemente im Rendering einfach gespart hat.

  • Vielen Dank für die Präzisierung. Wenn ich mir die Fotos anschaue, sieht es mir so aus, als ob es sich um eine Kernsanierung im entmieteten Zustand handelt, deswegen hatte ich ja auch von einer vollständigen Gebäudesanierung gesprochen. Wir bewegen uns natürlich im Bereich der Spekulation, aber ich glaube kaum, dass ein Investor bei einer so aufwändigen Sanierung ausgerechnet die Fassade kaum anfasst, um unter der Bagatellgrenze zu bleiben, zumal eine solche Investition wie von Dir beschrieben über die Kaufpreise mehr als wettgemacht werden kann. Uns bleibt wohl nur abzuwarten und das Ergebnis zu bewerten.

  • Sanierung Hauptgebäude des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN)

    In der Burggrafenstraße 6, gelegen zwischen Budapester Straße und Kurfürstenstraße, hat das Deutsche Institut für Normung seinen Hauptsitz. Der Bürogebäudekomplex wurde in den 60er Jahren errichtet, wobei bis in die 1990er Jahre hinein weitere Gebäudeteile hinzukamen. Aufgrund gravierender Mängel werden die gesamten Fassaden des Gebäudebereichs an der Burggrafenstraße mit einem geplanten Netto-Budget von 6 Millionen Euro saniert und die öffentlichen Bereiche im Gebäude neugeschaffen. Auch die Büroetagen sollen angepackt und auf der Grundlage moderner Bürokonzepte umstrukturiert werden.

    Für die Gestaltungsfindung der zukünftigen Fassade wurde Ende 2017 ein Wettbewerb durchgeführt, den das Berliner Büro Kim Nalleweg Architekten gewannen. Zwei Visualisierungen des Entwurfs folgen ganz unten. Auf der Projektseite des Wettbewerbs-Organisators sind auch die Entwürfe der anderen Preisträger abgebildet. Kim Nalleweg hatten übrigens auch den Entwurf für die Rosa-Luxemburg-Stiftung am Ostbahnhof erarbeitet.


    Seit Anfang/Mitte 2019 laufen nun bereits die umfangreichen Sanierungsarbeiten an diesem recht großen Gebäudevolumen. Es handelt sich im Prinzip um einen siebengeschossigen Büroriegel, der die Burggrafenstraße nach Norden hin abschließt und der von einem querliegenden Gebäudeflügel überlagert wird, welcher bereits in die Hochhauskategorie fällt und bis zur Budapester Straße verläuft.

    Wer sich den Zustand vor der Sanierung ansieht (Maps-Link) und mit dem Siegerentwurf vergleicht, erkennt, dass der querliegende Flügel straßenseitig nun bis auf die öffentlichen Bereiche heruntergeführt wird. Dadurch tritt die Hochhausscheibe als eigenständiger Baukörper in der Gebäudeflucht hervor, was einerseits die Architektur deutlich beruhigt und andererseits eine prägnante Adresse für das DIN am Fußpunkt des Hochhauses ausbildet.


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    Auf der Baustelle wurde bereits der Großteil der Fenster eingesetzt. Als nächstes sollten die Fassadenbauer an die Reihe kommen.


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    Das Bauschild mit den wesentlichen Projektbeteiligten:


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    Es folgt ein Vergleich der Situation vor Ort mit der Visualisierung des zukünftigen Gebäudes:


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    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich am 09.01.2021 aufgenommen worden und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.


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    Mir scheint, als würde es sich um eine strukturierte Metallfassade handeln. Ich bin jedenfalls gespannt, wie das Objekt nach der Fertigstellung wirkt.

    Dieses Jahr sollen die Bauarbeiten beendet und das Gebäude übergeben werden.


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    Quelle für die Renderings: Kim Nalleweg Architekten

  • < Leider verliert die DIN Zentrale ihr ikonografisches Äußeres mit den zwei schrägstehenenden blauen Röhren die den Aufbau getragen haben. Ich gebe Dir Recht, was vor 2/3 Jahren noch die Inflation der Schießchartenfassaden war ist jetzt dieses Großraster, selbst am Alex dräuen ja 2-3 Türme in diesem Look.

  • Fandest du die freistehenden Stützen tatsächlich so bildhaft, sprich ikonisch? (Ikonografie bedeutet ja Bildbeschreibung. ;-)) Letztlich geht es bei dem Bau wie zurzeit überall nur noch um Wertmaximierung. Hier werden die Geschossflächen in den freien Luftraum erweitert und dabei setzt man auf eine Gebrauchsfassade ohne Anspruch. Unter Architekten wird diese radikale Funktionalität durch den Begriff des 'Rationalismus' geadelt. Als bedürfte es eines intellektuellen Ismus', um zu dieser inhaltlichen und vor allem ästhetischen Verflachung von Architektur zu kommen.