Kaiserdom St. Bartholomäus und übrige Dotationskirchen

  • Dompfarrhaus (Domplatz 14)

    Im Pfarrhaus gegenüber dem Dom sind diverse Arbeiten angelaufen: Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Neobarock mitsamt seiner Fassade (Putz und Sandstein), Innenumbau, Erneuerung der Heizung, energetische Sanierung der Fenster. Darüber berichtete vor zwei Wochen die FNP an dieser Stelle. (Neuen "Glanz" - wie die FNP titelt - wird das Pfarrhaus hoffentlich nicht erhalten...) Ein Gerüst steht schon:



    Der Block sieht zwar wie ein einziges Gebäude mit gemeinsamem Dach und unterschiedlich gestalteten Fassaden aus, das Satellitenfoto offenbart jedoch, dass das Pfarramt zum Domplatz hin aus genau dem eingerüsteten Teil besteht und rechtwinklig vom Platz weg weiter ins Blockinnere führt. Die rückseitige Fassade hat einen sehr schönen Schweifgiebel mit Sandsteinfassung und zwei kleinen "Locken" an den beiden unteren Enden. Im Giebel liegen zwei Fensterreihen übereinander - die obere mit drei ovalen und die untere mit drei stehend rechteckigen Fenstern, jeweils mit kleiner Teilung. Schade, dass der Giebel nicht zum Platz zeigt. Zwischen Nr. 10 und 12 kann man aber durch die Einfahrt ins Köppler Höfchen und von dort die Rückseite des Hauses sehen. Ein Foto liefere ich nach. Auf dem Bauplakat ist die Rückseite (klein) zu sehen:



    Bilder: epizentrum


    Lt. Wikipedia (hauptsächlich von RMA übrigens) hat Wilhelm Georg Landgrebe das neobarocke Mietshaus 1907 gebaut. Es besitzt ein axiales Säulenportal mit Stadtadler und Marienstatue. Der Giebel ist zerstört, und das Dach vereinfacht wiederaufgebaut. Hier das Wikipedia-Foto der Front:



    Bild: "Mylius" unter der Creative-Common-Lizenz ("Namensnennung-keine kommerzielle Nutzung-keine Bearbeitung 3.0 US")


    Das Kleingedruckte:



    Bild: epizentrum


    In der zweiten Hälfte 2012 möchte die Stadt die Arbeiten abgeschlossen haben. Das Hochbauamt hat die Projektleitung übernommen. Für die Planung und die Bauleitung ist das Büro studio baukultur (Website) aus Darmstadt verantwortlich, welches übrigens auch die laufende Sanierung des wertvollen historischen Pferdekarussels im Schlosspark Wilhemsbad (Hanau) leitet. Zum Frankfurter Dom und seinem Pfarramt, siehe auch: Website des Pfarramts St. Bartholomäus. Weitere Fotos von der Pfarrhaus-Front finden sich hier (auch in groß) und hier.

  • Danke, epizentrum, hätte ich sonst auch was geschrieben. ;) Zu Ergänzen wäre eigentlich nur, dass der Giebel auf der Rückseite natürlich einst eine weit prächtigere Entsprechung auf der Vorderseite hatte, der der ganzen Fassade überhaupt erst ihre Proportionalität gab, wenn auch zugegeben das Nachkriegsdach eine immer noch sehr ansprechende Lösung darstellt.


    Dank Jörg Otts Virtuellem Altstadtmodell kann man sich den Urzustand vor Augen führen:


    http://www.sightwalk.de/?city=…1#pano=535962;city=123951


    Auf eine Rekonstruktion des Originalgiebels ist wohl leider nicht zu hoffen. Der hatte übrigens den Krieg völlig unbeschadet überstanden, wie Nachkriegsaufnahmen zeigen, und ist wohl, wie so oft, „weggekommen“.


    Noch was zum Innenhof: die merkwürdige Situation dort ist ausnahmsweise keine Folge des Krieges. Tatsächlich hat man das mittelalterliche Köpplerhöfchen, das man durch die Durchfahrt des Nachbarhauses betrat (hier der Anblick, der sich dann bot), die heute noch zum Innenhof des Dompfarrhauses führt, bereits 1928 im ersten Zuge einer Auskernung des Blockes zwischen Braubachstraße und Domplatz abgerissen, und dort einen Spielplatz eingerichtet!


    Der zweite Schritt war dann der nahezu vollständige Abriss des Hainer Hofes im Osten des Blocks Ende der 1930er Jahre zugunsten von Neubauten im Heimatstil, die heute noch fast alle erhalten sind. Natürlich hat auch hier ausgerechnet das, was man damals erhalten hatte, nämlich die Kapelle des Hainer Hofes, die der der Legende nach an der Stelle, wo Bernhard von Clairvaux ein Wunder vollbracht hatte (nachweisbar war sie aber „nur“ gotisch), der Krieg zerstört.


    Abrisswahnsinn gab es aber, wie man sieht, in Frankfurt am Main schon vor dem Krieg.

    2 Mal editiert, zuletzt von RMA ()

  • Dreikönigskirche Sachsenhausen

    Die Renovierung scheint in vollem Gange zu sein, die Südseite ist bereits vollständig eingerüstet, und die Kirchtumuhren entfernt. Wäre toll, wenn als Teil des Projektes auch eine nächtliche Beleuchtung des Turms a la Dom installiert würde - weiss jemand mehr? Bild von mir von letzter Woche


  • Eine nächtliche Beleuchtung der Dreikönigskirche wäre in der Tat toll. Auch wenn ich zugebe, dass mir eine Umgestaltung der sehr hässlichen Platzsituation im Süden der Kirche wichtiger wäre. Die Mittel waren ja urspr. mal im Plan und Projekt der Verschönerung Frankfurter Plätze drin gewesen. Wollen wir mal hoffen, daß diese Platzverschönerung an dieser Stelle nicht aus dem städtischen Rotstift zum Opfer fällt!

  • Dompfarrhaus (Domplatz 14)

    Ich habe mich in den Innenhof gestohlen und die Rückseite des Gebäudes fotografiert:



    Den oben erwähnten Giebel verdecken die Gerüste. Auf das Grundstück durfte ich nicht:



    Bilder: epizentrum

  • Dreikönigskirche

    Ergänzend zum Foto von clemffm von Anfang Oktober (#63): Vom Gerüst auf der Südseite wurde mittlerweile ein Schutzdach bis zum Dachfirst gebaut.



    Die Stelle einer der fehlenden Turmuhren.



    -Bilder von mir-

    Einmal editiert, zuletzt von Robbi () aus folgendem Grund: Links repariert

  • Dotationskirchen FFM - Dreikönigskirche Sachsenhausen



    Vielen Dank - und hier die andere Seite, vor ein paar Tagen aus meinem Büro aufgenommen.....da wird ganz schön gewerkelt!





  • Dominikerkanerkloster / ev. Regionalverband

    Die 1,5-jährige Bautätigkeit am Dominikanerkloster bzw. dem ev. Regionalverband neigt sich ihrem Ende zu. Vorstellung mit Fotos, siehe hier und nachfolgenden Beitrag. Die frisch hergerichtete Fassade liegt in den nächsten Tagen komplett frei:



    Ein schönes Detail der Mischung aus Rekonstruktion und 1950/1960er-Jahre-Schick:



    Das Dach ist komplett neu gedeckt:



    Bilder: epizentrum


    Fehlt nur noch ein Foto aus luftiger Höhe vom Dom zum Vergleich mit dem Stand vor einem Jahr.

  • Das ist ja interessant, ich dachte die schwarzen Steine die bisher die Turmspitze schmückten wären Lavasteine, scheinbar war es aber dunkel gestrichener roter Sandstein, der jetzt freigelegt wurde. Oder hat man den Lavastein jetzt rot gestrichen? Was ist denn original, rot oder schwarz?


    Nachtrag: scheint Putz zu sein, mal schwarz und jetzt rot angemalt. Ich denke die Originalsteine liegen unter Putz.

  • Katharinenkirche

    Die Katharinenkirche steht wieder vollständig frei. Aus diesem Anlass habe ich mich testweise in HDR-Kitsch versucht:



    Bild: epizentrum, Software und zuviel Experimentierzeit

  • Weiss jemand ob die grossen Uhren aussen am Turm wieder angebracht werden (siehe etwa den Beitrag #56 oder der Link in Beggis Beitrag #71). Die beiden Uhren waren ja eigentlich für sich genommen ganz schön, aber mir gefällt der Turm ohne die Uhren besser, weil die Spitzen der Rundbögen nicht mehr beschnitten sind und damit die Proportionen wieder viel besser zum Vorschein kommen. Mich würde auch mal interessieren, was der Originalzustand ist.

    Einmal editiert, zuletzt von marty-ffm () aus folgendem Grund: Links eingefügt

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    Gut beobachtet. Die Uhr in der heutigen Größe kam erst bei der neogotischen Restaurierung 1869/70 hinzu, bei der man auch das bis heute zu sehende Rundbogenfries als Gesims unter die Turmbrüstung setzte – das bauzeitliche Gesims war ein einfaches antikisierendes! Der heutige Zustand ist also „gotischer“ als die Kirche trotz ihrer nachgotischen Elemente je war...


    Eine der populärsten Darstellungen dieses ursprünglichen Zustandes dürfte der Stich der Hauptwache von Salomon Kleiner aus dem Jahre 1738 sein, wobei Kleiner nach eigenen Zeichnungen aus dem Jahre 1723 arbeitete, das nachfolgende Bild entstand also 42 Jahre nach der Weihe der Kirche 1681:



    (Klicken zum Vergrößern)


    (Man beachte nebenbei die an die Kirche angebaute romanische Katharinenpforte, die schon 1790 zugunsten der heute noch vorhandenen gleichnamigen Straße fiel)

  • Uhr

    Ich hab irgendwo gelesen (die Quelle hab ich grad nicht mehr zur Hand), dass die Uhr bei der Renovierung beschädigt wurde und nun repariert wird. Danach kommt sie zurück an ihren alten Platz.

  • So recht wollen Turm und ockerfarbener Verputz in meinen Augen nicht mehr zusammenpassen, seit der Turm sein historisches Erscheinungsbild zurückerhalten hat. Gesichert ist diesem Rundschau-Artikel zufolge, dass der Putz früher beige-weiß war. Diesen Farbton soll die Kirche langfristig auch wieder erhalten. Momentan gebe es allerdings "wichtigere Kirchen" sagte der (für alle Dotationskirchen zuständige) Dombaumeister der Zeitung. Den ockerfarbenen Anstrich erhielt die Katharinenkirche erst bei der letzten Sanierung Anfang der 1980er-Jahre.

  • Nahezu alle gotischen Kirchen im Rhein-Main-Gebiet waren ursprünglich in den Putzflächen tendenziell weiß oder hell-pastellos und die Architekturteile rot, gute Beispiele dafür sind die Alte Nikolaikirche und die Liebfrauenkirche. Das war sozusagen die gotische corporate identity der katholischen Kirche. Man stelle sich mal den Dom so vor, aber er sah tatsächlich mal so aus, wie spätestens seit der letzten Domturmrestaurierung bekannt ist.

  • Dreikönigskirche Sachsenhausen

    Einen aktuellen Blick auf das Schutzblech über dem Süddach der Dreikönigskirche habe ich noch. Eine weitere Kirche ohne Uhren am Turm:



    Bild: epizentrum


    Siehe auch #67, #66 und #63.