Kaiserdom St. Bartholomäus und übrige Dotationskirchen

  • Frankfurt.info

    Auf ihrer neuen Unter-Website "Frankfurt.info" hat die Stadt Frankfurt eine =7200680"]Dokumentation des "Turmbaus zu Frankfurt" online gestellt. Darunter findet sich auch eine ausführliche und informative =3045799"]Fotodokumentation der Dom-Sanierung. Soweit ich das sehe, wurden die beiden Seiten hier noch nicht erwähnt.


    Die Turmbau-Seite hat folgenden Inhalt:

    • Kapitelle und Krabben (Dom)
    • Die Milchstraße um die Ecke (Volkssternwarte)
    • Auge in Auge mit den Fliegern (DFS-Tower)
    • Kreiseln in hundert Meter Höhe (Henninger Turm)
    • Ginnheimer Spargel (hm, Fernsehturm? ;))
    • Ein Holzturm für den Dichter (Goetheturm)


    Der Inhalt der Dokumentation über die Dom-Sanierung:

    • Die Schadensaufnahme
    • Der Gerüstbau
    • Den Handwerkern zugeschaut
    • Perspektiven
    • Alte Handwerkskunst - neu gefertigt (mit Alt-Neu-Vergleichen)
  • Tolle Bilder. Leider beweist der Blick auf die Umgebung zu den direkten Füßen des Doms nur wieder einmal, wie richtig der Abriss des Technischen Rathauses und das Wiederanknüpfen an die kleinteilige Bebauung von vor 1944 ist. Diese Wohnblocks vor allem zwischen Zum Pfarrturm und Fahrgasse haben gelinde gesagt den Charme einer Reihenhaussiedlung in Hintertupfingen.

  • Geheimtipp

    Als Geheimtipp erweist sich die neu geschaffene Möglichkeit, den Turm des Kaiserdoms zu besteigen. Das Kartenhäuschen und der Zugang liegen sehr versteckt auf der Südseite, also nicht dort, wo die Touristenströme ins Innere des Doms gelangen. Vielen Besuchern wird deshalb diese Attraktion entgehen. Leider! Denn von oben hat man einen sagenhaften Skyline-Blick und der Sandsteinschmuck rund um die Domkuppel kann sich ebenfalls sehen lassen. Ein unbedingtes Muss für Frankfurt-Besucher!



    Hier geht es los mit dem Kartenkauf (3,00 €):



    Danach gelangt man durch diese Tür ins Treppenhaus:



    Ein Blick auf die Stufen zeigt, dass die Turmbesteigung vor der Sanierung schon von vielen Menschen genutzt wurde:



    Wer zu schnell geht, holt sich einen Drehwurm:



    Schnaufend erreicht man zuerst die untere Aussichtsplattform in 40 Meter Höhe. Einige Fotos davon:








    Mit genügend Kondition schafft man es dann auch noch bis zur oberen Plattform in 75 Meter Höhe (328 Stufen). Die Aussicht ist herrlich, eine ganz neue Perspektive auf die Skyline eröffnet sich. Freunde von Steinmetzarbeiten kommen voll auf ihre Kosten. Einige Bilder:







  • Dominikanerkloster (ev. Regionalverband)

    Die Gebäude des Dominikanerklosters zwischen der Kurt-Schumacher-Straße 23 (offizielle Adresse, Karte), dem Börneplatz (ehemals Dominikanerplatz), Battonnstraße, Fahrgasse und Dominikanergasse werden seit Mai dieses Jahres umgebaut, erweitert, umstrukturiert und brandschutzsaniert. Auch die Innenräume werden saniert und Energiekonzept-Maßnahmen umgesetzt. Vom Dom aus sieht die Baustelle gerade so aus:



    Seit August laufen die Dacharbeiten. Insgesamt sind 3.000 qm Dachfläche zu erneuern. Das Gesamtprojekt soll bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Die Ausschreibungen nennen ein Investitionsvolumen von 6 Mio. Euro. Auftraggeber ist die Stadt Frankfurt.


    Das Dominikanerkloster ist Sitz des ev. Regionalverbandes, in dem sich die Frankfurter evangelischen Gemeinden und Kirchen zusammengeschlossen haben. Der Gebäudekomplex wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1959-1961 mit altem Grundriss und der Einhaltung der alten Proportionen wiederaufgebaut, offenbar aber nicht in allen Details originalgetreu. Die Ostfassade ist denkmalgeschützt. Die Ursprünge des Klosters reichen bis 1233 zurück. Weitere Infos: Wikipedia, Rhein-Main-Wiki, =61785"]frankfurt.de. Informationen zu den Ausschreibungen habe ich hier, hier, hier und hier gefunden.


    Architekten der Gesamtmaßnahme sind wohl Nieper und Partner, Darmstadt/Leipzig (www.nieper-partner.de). Ihre Website enthält jedoch (noch?) keine Informationen zum Projekt. Insofern kann ich nicht mit Renderings dienen. Das Büro ist bzw. war auch an den Sanierungen der historischen Teile des Historischen Museums, am Karmeliterkloster und an der Gebäudesanierung der Stadtwerke Frankfurt beteiligt. Die U-Bahn-Station Senckenberganlage stammt ebenfalls von ihnen (2001).


    Zum Projekt gegenüber, der Sanierung der Wohngebäude an der Battonnstraße (letzter Beitrag) habe ich auch noch ein Bild aus luftiger Höhe.



    Bilder: epizentrum

  • Dominikanerkloster

    Die Sanierungsarbeiten am Dominikanerkloster Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Battonstraße gehen winterlich gemächlich weiter. Siehe auch Beitrag #488.



    Alle Bildrechte liegen bei mir!

  • Sanierung der Dreikönigskirche

    Die Dreikönigskirche wird von Juni an in mehreren Bauabschnitten saniert. Im 1. BA sind die Fassade sowie das Dach der südlichen Hälfte des Kirchenschiffs dran. Das geht aus einer städtischen Ausschreibung hervor.


    Die Kirche befindet sich hier. Nachfolgend ein Foto von 2007:



    Bild: Seb Przd von April 2007, Verwendung unter der Creative Commons Lizenz, Original aus Wikipedia


    Schon 1340 wurde auf dem Grundstück eine Kapelle errichtet. Der jetzige Bau stammt von 1880. Die Dreikönigskirche ist eine Dotationskirche, das heißt, die Stadt Frankfurt kümmert sich um den Erhalt des Gebäudes samt Innenleben wie bspw. der Orgel. Siehe auch Wikipedia und die Website der Dreikönigsgemeinde.

  • Dreikönigskirche

    Zur Sanierung der Dreikönigskirche hier ein FNP-Artikel. Er ist die erste äußerliche Sanierung seit mehr als hundert Jahren. Zwischen 12 und 18 Monaten wird die Sanierung der Südseite dauern. Die anschließend geplanten Reparaturarbeiten an der Nordhälfte etwa ebenso lang. Circa 3,2 Millionen Euro zahlt die Stadt für Fassade und Dach. Nicht mit eingerechnet ist dabei die Sanierung des Glockenturms und des Vorplatzes. 4,5 Millionen Euro genehmigte die Stadtverordnetenversammlung für die Gesamtsanierung.

  • Zur Dreikönigskirche hat Beggi gestern eine schöne alte Postkarte im Strang über das alte Frankfurt veröffentlicht. Sehenswert!


    In seiner unendlichen Weitsicht hat Schmittchen aber diesen Strang hier schon mehr als dem Kaiserdom und der Dreikönigskirche gewidmet, sondern ganz allgemein den Dotationskirchen. Die Leonhardskirche ist so eine und gleichzeitig eine seltene Spezies in der Stadt; denn sie hat als einzige der wichtigen Kirchen den 2. Weltkrieg nahezu unversehrt überstanden. Offiziell heißt sie Katholische Pfarrkirche St. Leonhard (benannt nach dem "Hauptheiligen" gleichen Namens). Sie ist bald 900 Jahre alt, wurde ursprünglich als spätromanische Basilika erbaut und zwischen 1425 und 1520 nach und nach um gotische bzw. spätgotische Elemente erweitert. Alles nachzulesen an der Informationstafel an der Kirche selbst, in Wikipedia und bspw. unter =32411"]frankfurt.de. Die Kirche befindet sich natürlich im Herzen Frankfurts, an dieser Stelle. Siehe auch Satellitenfoto und das Bing-Luftbild. 2005 wurde sie aufwendig von außen saniert. Das ist schon hier im Forum nachzulesen, nämlich in eben diesem Strang: Klick! Mein Eigenwerk ist leider missraten, deshalb hier ein Foto aus Wikipedia:



    Bild: "Mylius", de.wikipedia.org unter der Creative Commons-Lizenz Attribution/Share-Alike


    Jetzt zum eigentlichen Thema. Seit wenigen Tagen saniert die Stadt Frankfurt - wie vor =3143166"]längerer Zeit und =8183955"]jüngst angekündigt - den Innenraum der Kirche. Das Besondere dabei: Der Fußboden wird um knapp 1 Meter abgesenkt. Vor allem zum Schutz vor Hochwasser hatte man ihn vor ca. 200 Jahren angehoben und nahm der Kirche dabei ihre Raum- bzw. Tiefenwirkung. Durch die Maßnahme wurden auch verschiedene historische Details schlicht verschüttet. Diese legt man nun frei und stellt sie wieder her.


    Man konnte heute die Kirche auch während der Bauarbeiten betreten, und zumindest mich hat etwas erschüttert, wie wenig sakral sie jetzt ausschaut. Aber was habe ich auch erwartet... (Ich kenne die Kirche von verschiedenen Gelegenheiten, und sie hat normalerweise eine reiche "Innenausstattung".) Hier sind Impressionen von vorhin:





    Die Herren heben eine schwere Sandsteinplatte an:



    Ungewohnt kahl:



    Versuchsweise schon angeknabbert:



    Hier stehen normalerweise die Gesangsbücher:



    Bilder: epizentrum

  • Die „Tieferlegung“ der Leonhardskirche ist die schönste Nachricht seit Jahren! Leider hast du vergessen, die beiden romanischen Portale im nördlichen Seitenschiff zu fotografieren, denn die werden am meisten davon profitieren, lagen ihre wertvollen Basen doch bisher fast unsichtbar unter dem Boden. Hoffentlich wird nicht „übersaniert“, denn die Kirche hat, wie schon von dir angesprochen, eine ganz wundervolle Patina. Sie ist eigentlich, wie auch viele Leute, die noch die Altstadt kannten, sagen, überhaupt das einzige Bauwerk, das noch das Flair der alten Zeit hat.


    Ich bin einmal gespannt, ob es auch zu den archäologischen Ausgrabungen kommt, die schon seit dem 19. Jahrhundert immer wieder mal geplant waren, aber aus verschiedenerlei Gründen nie durchgeführt wurden.


    Die Forschung vermutet nämlich so allerhand unter dem Grundstück, das der Kaiser 1219 den Bürgern der Stadt schenkte, um dort eine Kirche zu errichten – übrigens die früheste Urkunde, in der die Frankfurter Bürger als Gemeinschaft erstmals erwähnt werden. Also nicht nur eine Kirche, sondern auch ein Zeugnis für den Frankfurter Bürgersinn schlechthin!

  • Leonhardskirche

    Vergessen habe ich das Seitenschiff nicht, die Bilder fielen aber leider einer falschen Kameraeinstellung (zu dunkel) zum Opfer. Die (halb "vergrabenen") Portale kann man aber in dem oben verlinkten Wikipedia-Artikel (von Dir...?) bewundern. Das Pilgerportal habe ich zufällig auf diesem Foto hier von der Seite drauf. Man sieht deutlich, wie es eingebuddelt wurde:



    Bild: epizentrum


    Was die Ausgrabungen betrifft, erinnere ich mich an den als sensationell bezeichneten Fund der 600 Jahre alten Figurengruppe, von der u.a. die FAZ im September 2009 berichtete: Link. Vor allem ist dort aber von der Entdeckung der Überreste des romanischen Vorgängerbaus die Rede, auch von den Resten eines Altars. Man fand sie in der südlichen Apsis noch gut einen Meter unter dem Bodenniveau des 16. Jahrhunderts, das man jetzt erreichen möchte. Es wird vermutet, dass der Vorgängerbau Pilgern auf dem Jakobsweg als Zwischenstation auf ihrem langen Weg gen Süden diente.


    Der Artikel erwähnt auch die geplante Innensanierung und die Bodenabsenkung. RMA, es wird Dich freuen, dass dort die Leiterin des Frankfurter Denkmalamtes, Andrea Hampel, auch ihre Hoffnung äußert, bei den aktuellen Arbeiten weitere wertvolle Funde zu machen. Wir dürfen gespannt sein.


    (Letztes Jahr widmete die FAZ den anstehenden Arbeiten außerdem einen ausführlichen Artikel, den ich leider nicht mehr finden kann. Vielleicht gräbt ihn ein Abonnent aus seinem Archiv und macht sich die Mühe, ihn hier zusammenzufassen.)

  • Leonhardskirche

    Um die Leonhardskirche steht inzwischen ein Bauzaun, und drinnen wird kräftig gewerkelt. Draußen lagern Steinchen und andere ausgebaute Teile:



    Bild: epizentrum

  • Katharinenkirche

    Wie es aussieht, wird die Katharinenkirche an der Hauptwache saniert. Konnte man letzte Woche noch einen wunderbaren Blick auf sie werfen, wird nun am Turm ein Gerüst aufgebaut. Einzelheiten zu den Maßnahmen konnten mir leider weder die Homepage der Gemeinde noch Google liefern.



    -Bild von mir-

    Einmal editiert, zuletzt von Robbi () aus folgendem Grund: Links repariert

  • Katharinenkirche

    Zu #52: Bei den Sanierungsarbeiten werden Sturmschäden an der der Turmlaterne beseitigt. Die Dachkuppel erhält eine neue Schieferdeckung. Auch wird die Holzschalung unter der Turmhaube instand gesetzt, schadhafter Putz ausgebessert und an diesen Stellen der Anstrich erneuert. Schließlich wird der Boden des Turmumgangs abgedichtet. Gestrichen wird wieder in dem Ockerton, den die Kirche erst seit den frühen 1980er-Jahren hat. Ursprünglich hatte die Katharinenkirche einen beige-weißen Steinputz. Dies berichtet heute die FNP.

  • St. Bartholomäus: Teil-Rekonstruktion und Sebaldchörlein

    Das Dom-Römer-Projekt hat August Heuser, Direktor des im Kreuzgang an der Nordwestseite untergebrachten Dommuseums, auf eine Idee gebracht. Dies berichtet die FNP. Heuser schlägt vor, die Geschosse über dem Kreuzgang vollständig wiederaufzubauen. Diese beiden Geschosse wurden im 2. Weltkrieg zerstört, in den 1950er-Jahren wurde vom Architekten Hermann Mäckler nur ein Geschoss vereinfacht wiederhergestellt. Die weitere Etage könnte wie früher von der Dompfarrei genutzt werden.


    Eine Rekonstruktion beider Geschosse über dem Kreuzgang würde auch die Anbringung des Sebaldchörlein erlauben, eine Nachbildung eines aus Nürnberg stammenden Erkers und seit dem Krieg verschollen. Angebracht wurde der Erker vom Dombaumeister Franz Joseph Denzinger, der den Kreuzgang nach dem Dombrand 1867 verkürzte und an der Westseite mit dem Sebaldchörlein abschloss. Das Original des Erkers von Sankt Sebald befindet sich seit 1902 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, am Nürnberger Pfarrhof (Foto) ist seitdem eine Kopie angebracht. Das Fertigen einer weiteren Kopie ist nach Heusers Einschätzung problemlos möglich. Nun soll die Finanzierung des Vorhabens geprüft werden.


    Einen Vergleich des ursprünglichen mit dem derzeitigen Zustand gibt diese Abbildung aus der FNP. Wie gewohnt vermittelt auch das virtuelle Altstadtmodell von Jörg Ott eine gute Vorstellung des früheren Aussehens. Der damals noch originale Erker am ursprünglichen Ort, dem Pfarrhof von St. Sebald in Nürnberg:



    Bild: Wilhelm Hoffmann AG (gemeinfrei nach Ablauf der Schutzfrist)

  • Na das ist doch mal ein vernünftiger Vorschlag,der meine volle Unterstützung findet.Der Dom ist ohnehin sehr spärlich in seinem äusseren Erscheinungsbild,
    da wäre eine solche Massnahme nur zu begrüssen.Das der Erker im Stadtwald liegt halte ich für unwahrscheinlich,es sei denn,er wäre letztlich doch massiv
    beschädigt gewesen.Wenn er noch halbwegs gut gewesen wäre hätte sich den bestimmt jemand unter den Nagel gerissen.Sinnvoll wäre sicherlich die Durchforstung der Bauhöfe oder der dafür infrage kommenden Museen mit ihren Depots.

  • Die Wiederherstellung des Vorkriegszustands wäre sehr wünschenswert. Eine Aufstockung samt Erker würde an dieser belebten Stelle eine beachtliche Aufwertung für den gesamten Dom mit sich bringen, da die schmucklose Nachkriegsvariante nicht perfekt mit dem Turm harmoniert.


    So sah der Anbau vor dem Krieg aus (klicken zum Vergrößern):



    Bild: Ludwig Klement Ansichtskarten (gemeinfrei nach Ablauf der Schutzfrist)

  • Schön vor allem, mit Herrn Heuser mal jemanden aus dem Kunstbetrieb zu finden, der dem Thema Rekonstruktion nicht mit den dort üblichen ideologischen Scheuklappen gegenüber steht. Bemerkenswert insbesondere, da wir hier, wie schon von Schmittchen ganz richtig beschrieben, von einem Bauwerk überwiegend des 19. Jahrhunderts reden, für das der werte Herr Denzinger (heute unvollstellbar) den größten Teil des mittelalterlichen Kreuzganges abreißen ließ.