Das Praesidium - Neuentwicklung mit 175-m-Hochhaus (ab 2023)

  • Puh... also das Hochhaus finde ich top: eigenwillige, elegante und schlanke Form (was neues in Frankfurt). Aber die auch von Adama bemängelte "Graswand" geht gar nicht. Mir war das auf dem Plan nicht aufgefallen, aber dort erkennt man es auch: Im Prinzip wird um die Durchwegung zu erreichen dort einfach eine Lücke im Blockrand gelassen und es bleibt die Brandwand des alten Präsidiums offen stehen... sorry, aber das erinnert mich an üble Nachkriegszeiten, wo man alles überplant hat mit der Perspektive, dass der alte Kasten eh irgendwann noch weichen wird. Diese Lösung finde ich tatsächlich unterirdisch.

  • Bei den Türmen Bosco Vertikale sind alle begeistert. Hier missfällt diese "Graswand" vielen.

    Gut, optisch sieht es schon etwas einfallslos aus, aber ich denke, nicht ganz so radikal durchgeführt, aufgelockert mittels Fenstern, wäre es an dieser Stelle eine gute Lösung.

    Es heißt doch immer, jetzt zwingender denn je, gerade heute, dass unsere Städte grüner werden müssen. Das wäre ein Schritt in diese Richtung.

  • Aufgelockert und nicht ganz so einfallslos und (fast) jeder wäre happy. Momentan sieht es eben recht lieblos aus. Wie es letztendlich wird, kann man jetzt noch nicht vorhersehen. Aber kleine Denkanstöße helfen bestimmt, das Ganze in die richtige Richtung zu bekommen.


    Offtopic:

    Grün ist immer gut. Frankfurt täte aber erstmal gut daran, zügig die ganzen Plätze zu entsiegeln. Und ich sage ja immer: Bäume, Bäume und nochmals Bäume.


    Monto Management übernimmt übrigens das Projektmanagement:


    https://monto.management/projekte/das-praesidium-frankfurt/

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  • Schlimmer noch als die Graswand am Altbau finde ich den Neubau nördlich daneben. Furchtbar steril mit diesem modischen Glätte, und einfach generell viel zu hoher Glasanteil. Das kann die angedeutete Pseudo-Dachschräge auch nicht mehr herausreißen. Das noch vorhandene Bestandsgebäude dort sieht da trotz seines heruntergewirtschafteten Zustands deutlich besser und vor Allem auch zeitloser los, und ist ein deutlich würdigerer Nachbar für das Präsidium.

  • Das Bestandsgebäude (Verwaltungsgebäude der Deutschen Vereinigten Schuhmaschinen-Gesellschaft) ist übrigens ein frühes Werk von Ferdinand Kramer, das in der Zeit des NS verunstaltet wurde - ursprünglich waren die Fenster ohne Mittelsteg, Profile und Gesimse schlicht quadratisch in die Fassade eingeschnitten. Eine bauzeitliche Abbildung, die wiederherzustellen sich lohnte, findet sich im Katalog des DAM zur Ausstellung von 2015 auf S. 23 (Ferdinand Kramer. Die Bauten)

  • Die Webseite des Projekts ist nun ONLINE. ----> https://www.praesidium-frankfurt.de

    Die Präsenz wird wohl noch erweitert in den nächsten Wochen und Monaten. Man erhält bereits aber einen guten Überblick über das Unterfangen.


    Es gibt auch ein paar neue Fakten:


    • Das Quartier umfasst ca. 100.00 m2 BGF
    • Insgesamt sind ca. 446 Wohnungen geplant
    • davon 320 frei finanziert und 126 (30%) sozial gefördert
    • Kein Hotel mehr im Tower (nach aktuellem Stand), sondern Wohnen in der Mitte des Turms und im unteren und oberen Drittel Büronutzung


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    Hier könnte Ihr Euch eine tolle 3D-Grafik herunterladen, mit einem 3D Viewer ist diese drehbar und alle Nutzungen lassen sich gut ablesen:

    https://www.praesidium-frankfu…ripts/3d-modell/tower.glb



    Bild: https://abload.de/img/glb1u6dex.png Bild: https://abload.de/img/glb2dqiae.png


    Rot/Rosa: Wohnen. Gelb: Büro. Grau: Technik. Grün: Öffentlich. Blau: Kita. Orange: Einzelhandel/Gewerbe


    3D-Modell: THE VATRIX GmbH

    www.the-vatrix.com
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    Oder Ihr bleibt auf der Webseite und fahrt mit der Maus über die verschiedenen Bereiche der 3d Grafik. Da wird jeweils angezeigt welche Nutzung geplant ist. Grundrisse verstecken sich dort übrigens auch. Einfach auf einen Bereich klicken.





    Einige Bilder


    Luftbild:


    praesidium_frankfurt_kseyz.jpg


    Straßenansicht:


    praesidium_frankfurt_f1cxx.jpg


    Platz hinter dem Praesidium und Eingangsbereich Hochhaus:


    praesidium_frankfurt_o2f30.jpg


    Wohnbereich Hochhaus:


    praesidium_frankfurt_2vcdg.jpg


    Herrlicher Eingangsbereich Praesidium mit den bekannten Treppenaufgängen:


    praesidium_frankfurt_xkcuw.jpg


    Alle Bilder: Gerch Gruppe, Meixner Schlüter Wendt Architekten, Renderings: ALT/SHIFT.


    Ein Besuch der Webseite lohnt zudem allemal, da man noch einiges über die Vergangenheit des Areals erfahren kann, inklusiver seltener Bilder.


    Erfreulich, dass man das Projekt weiterverfolgt und wohl auch zeitnah angeht, trotz der unsicheren Weltlage. Chapeau!

    5 Mal editiert, zuletzt von Adama ()

  • In einem Artikel in der heutigen IZ-Messezeitung zur Expo Real geht es neben Eckdaten des Projekts Praesidium (im Vorbeitrag bestens zusammengefasst) auch um die zeitliche Planung. Demnach

    • rechnet die Gerchgroup im Herbst 2023 mit der Baugenehmigung
    • schon zuvor könnte der Abbruch des nicht denkmalgeschützten Bestands beginnen
    • der Projektentwickler rechnet Ende 2026 mit dem Abschluss des Projekts
    • der Beginn der Vermarktung des Objekts steht noch nicht fest.

    Gerch stellt ein Modell des Projekts auf der Messe aus (die IZ zeigt eine wenig aussagekräftige Teilansicht). Vielleicht kommt ein Messebesucher daran vorbei ...

  • Dein Wunsch wurde erhört, auch hier wurde uns Bildmaterial übersandt. Danke dafür.


    Das Modell scheint zudem auf dem letzten Stand zu sein, den in der früheren Ausarbeitung war der Blockrand der Neubauten bündig mit dem alten Polizeipräsidium an der Friedrich Ebert Anlage abgeschlossen.


    Nur ein Input an die Gerch-Gruppe: Überarbeitet das doch noch einmal, denn als Anwohner in den Neubauten gegenüber würde ich ungern gegen eine kahle Wand schauen müssen (mit rotem Pfeil markiert). Den Hintergrund dazu kann ich nachvollziehen. Mit der Änderung versuchen Sie vielen Wohnungen ein mehr an Licht zu geben. Ebenso versucht man den Zugang zum Quartier damit einladender zu gestalten. Aber vielleicht kann man den Abschluss der kahlen Wand des Altbaus freundlicher gestalten (Fassadenmalerei, ein schmaler abstufender Anbau beispielsweise usw.). Die obige dargestellte Begrünung der Wand mit Rankpflanzen ist langweilig und zudem unrealistisch. Positiv zu bemerken ist, dass anscheinend die Laterne auf dem Altbau wiederkommt. Für die Spitze wünsche ich mir eine öffentliche Nutzung, zumindest teilweise.


    Bild: https://abload.de/img/img_0688nrffaw.jpg Bild: https://abload.de/img/img_0689ns7fgm.jpg Bild: https://abload.de/img/img_0690nf9el3.jpg


    Noch 2 Nachzügler:


    Bild: https://abload.de/img/img_0695nr1dl3.jpg Bild: https://abload.de/img/img_0693nw7et6.jpg


    Bildautor bekannt. i.A. für das DAF

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  • Vermutlich ist aufgefallen, dass auf den Modellfotos oben ein bisher nicht existierendes Gebäude nicht näher ausgearbeitet ist. Dieses fehlt auch auf den Darstellungen auf der Website zum Projekt. Gemeint ist der markierte Bauteil, der parallel zur Falkschule steht:


    praesidium_bauteil_schule.jpg
    Foto: Bildautor bekannt. i.A. für das DAF / Markierung: Schmittchen


    Herausfinden konnte ich, dass dieser Bauteil eine Erweiterung der Falkschule werden soll. Geplant sind fünf Geschosse. Verantwortlich für dessen Entwicklung wird die Stadt Frankfurt, der die Gerchgroup eine etwa 800 Quadratmeter große Fläche baureif übergeben wird. Die Schule erhält also nicht nur die oben mehrfach erwähnte Sporthalle, die in den bewussten Bauteil integriert werden dürfte. Sondern darüber hinaus zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten, unter anderem für weitere Klassenräume und eine Mensa.

  • Schade dass die Umspannanlage nicht in den Untergrund, wie vor Jahren jenes neben dem Stadtbad Mitte, verlegt wird. Die Fläche darüber hätte entweder für eine Sporthalle oder eine Erweiterung des Pausenhofes der Falkschule genutzt werden können. Diese optische Verbesserung wäre sicherlich auch im Sinne der Gerchgroup und hätte sich deshalb ggf. an den Kosten beteiligt.

  • Ein Zeitplan für das nächste Jahr ergibt sich heute aus einem FAZ-Artikel, der auch online in voller Länge zu lesen ist. Eine Baugenehmigung steht immer noch aus. Sie wird bis Ende dieses Jahres erwartet. Der Abbruch des entfallenden Bestands beginnt voraussichtlich im Januar oder Februar 2023. Gerechnet wird mit einer Dauer von zwölf Monaten, auch weil eine hohe Schadstoffbelastung erwartet wird.


    Noch in Verhandlungen befindet sich ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Gerchgroup und der Stadt Frankfurt bezüglich der Einzelheiten der Neubebauung. Bereits festgelegt ist ein Nutzungsmix aus 56.000 Quadratmeter Bürofläche und circa 450 Wohnungen, davon 30 Prozent gefördert.


    Zur Zeit führt die Leipziger IEXB statische Prüfungen im früheren Hauptgebäude an der Friedrich-Ebert-Anlage durch. Es wird untersucht, ob die über 100 Jahre alten Betondecken noch ausreichend belastbar sind (Foto). Bisher erwiesen sich alle geprüften Bauteile als tragsicher.

  • Ein paar bewegte Bilder zu den Statik-Prüfungen gibt es ein einem Kurzbericht der Hessenschau von heute. Fazit ist, dass die Statik des zu erhaltenden Teils des Präsidiums in hervorragender Verfassung ist und sogar die Statiker staunen, wie nachhaltig (wenn man das so sagen kann) die Tragfähigkeit sich nach mehr als 100 Jahren zeigt.