Das Präsidium - Neuentwicklung Ex-Polizeipräsidium (geplant)

  • Oh Investor where art thou?

    Besonders ärgerlich, ist dass man im Hessischen Immobilienmanagement, bzw. dem Finanzministerium meint mit dem Areal clevere Steuertricks spielen zu müssen. Das Gaumersche Modell scheint auf ekelhafte Weise Schule zu machen.


    Wenn man schon auf Amtsseite von einer aussichtsreichen Investorensuche spricht und sogar schon 80 Millionen Euro im Finanzplan des Landes als potenziellen Erlös angibt, sollte das Ganze nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammen brechen dürfen. Ich kann nachvollziehen, dass das Finanzministerium das Optimale aus der Situation herausholen und man keine Verluste absorbieren will, aber nach 12 Jahren Verfall ist man gerade auf dem besten Wege den Zug zu verpassen bzw. man scheint sich "verzockt" zu haben.


    Bei der jetzigen Zinslage und dem sicheren Investment-Hafen Deutschland sollten Investoren hier eigentlich Schlange stehen (wie am Best-Worscht am Grüneburgweg). Nach dem Ex-Frankfurter Rundschau Areal wohl die sinnloseste Brachlandschaft Frankfurts, besonders da die nächste Rezession sich gerade mit Siebenmeilenstiefeln ankündigt.

  • Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich:

    Einem Bericht der FNP zufolge hat das Land, genauer: der Landesbetrieb Hessisches Immobilienmanagement, die Suche nach einem Käufer für das alte PP bis zur Fertigstellung des U-Bahntunnels zurück gestellt. Stadt Frankfurt und VGF versichern, dass der U-Bahnbau kein Hindernis für eine Entwicklung des Geländes sei, die Bebauung des Areals sei vertraglich geregelt worden.

  • Wundern? Die hessische Landesregierung ist halt auch nur ein weiterer - aber besonders überflüssiger - Großspekulant auf dem Frankfurter Immobilienmarkt. Der U-Bahnbau ist ein ebenso vorgeschobenes wie fadenscheiniges Argument, das nur der Gesichtswahrung dient. Im Ostend kann man auf dem Gelände der alten Feuerwache ja auch bauen, obwohl darunter in den nächsten Jahren der Tunnel für die nordmainische S-Bahn gegraben werden soll.
    Entweder hat das hessische Immobilienmanagement bisher niemand gefunden, der seine Preisvorstellungen akzeptieren will, oder man spielt bewußt auf Zeit, in Hoffnung auf noch höhere Erlöse. Und die Chancen, daß nach dem Bau von Tower 1 und 2 sowie der U-Bahn das Grundstück des Polizeipräsidiums deutlich an Attraktivität gewonnen haben wird, halte ich für gar nicht so schlecht. Auch die U 5 ist als Nahverkehrsanbindung ja schon ein anderes Argument für den Standort als der Kamerun-Express, auch Linie 11 genannt. Wie die gammligen Buden bis dahin aussehen, kann einem in Wiesbaden ja auch wurscht sein.
    Eigentlich wäre das Ganze doch ein wunderbares Hass-Objekt für IVI-Sympathisanten und Blockupier. Öffentlichkeitswirksamer als mit Aktionen an dieser Stelle ließe sich die Landesregierung doch kaum vorführen.

  • Man kann es auch positiv sehen:


    Das Land betreibt hier vernünftige Bodenbevorratungspolitik und entzieht ein Areal dem Markt, damit sich erst mal schwächere Standorte entwickeln können und gleichzeitig wird ein strategisches Grundstück vorgehalten für die Neuanwerbung einer Adresse, die die Stadt weiter nach vorne schiebt.


    Muss ja nicht gleich wieder eine EZB sein, aber irgendwann wird wieder ein dicker Fisch an Land gezogen und der Köder war ein innerstädtisches Bestgrundstück.

  • ^


    Stimmt, kann man auch so sehen, Immobilienmogul. An vielen anderen Stellen in der Stadt täte es halt nur den Augen nicht so weh. Und es fragt sich, wieso man nicht wenigstens eine Zwischennutzung zuläßt. Gerade der historischen Bausubstanz auf dem Gelände tut diese Art Vorratshaltung der ruhigen Hand nicht wirklich gut.

  • Na super...
    Eine Tiefengründung kann auch so erfolgen, dass die Pfähle ein Durchlassraster für die Bahntunnel ergeben.



    ... und der erste Innenhof wäre perfekt für eine Hotellobby, wenn man ihn mit einem Glasdach versehen würde.

  • Adama hat es an dieser Stelle angedeutet. Olaf Cunitz hat heute auf einer Pressekonferenz verkündet, er sei froh, dass die Verhandlungen bezüglich des Verkaufs des früheren Polizeipräsidiums nach den Jahren des Stillstands bzw. der überzogenen Erwartungen nun in eine konkretere Stufe gekommen seien. Er sei 'extrem zuversichtlich', dass demnächst ein Ergebnis zustandekomme. Konkreter konnte er nicht werden; seine Wortwahl ist für seine Verhältnisse allerdings geradezu euphorisch.

  • ^

    Danke für die Links Adama. Es treibt einem echt die Tränen in die Augen, wenn man sieht wie das Ganze dort verfällt (oder anders ausgedürckt, Danke an die Zeitgeister die die Bilder machen).


    Für keine andere Stelle in Frankfurt wünsche ich mir mehr, daß hier ein Wunder à la Großmarkthalle / EZB Turm geschieht. Es ist wirklich eine representatives Objekt wenn denn Tradition und Moderne verbunden werden sollen.


    Es ist auch schon etwas anderes, die Mainzer / Neue Mainzer lang zu fahren und die HH nur von unten zu sehen, oder aber beim befahren der Friedrich-Ebert-Anlage den T185 Komplex zu sehen.

  • Heute befasst sich die FAZ befasst mit dem Areal. Anlass ist ein Vortrag des Leiters des Stadtplanungsamts, Martin Hunscher, gestern bei einer Veranstaltung der Fachhochschule Frankfurt. Demnach soll für das frühere Polizeipräsidium eine ähnliche Entwicklung wie auf dem Deutsche-Bank-Dreieck vorstellbar sein. Nicht nur ein Hochhaus könnte demnach ermöglicht werden, sondern gleich mehrere Türme in unterschiedlicher Höhe. Einbezogen werden könnte das benachbarte Gelände der Matthäuskirche. Umgesetzt werden soll dies durch die im neuen Koalitionsvertrag festgelegte Fortschreibung des Hochhausrahmenplans (unser Thread). Es soll bereits Investoren-Anfragen gegeben haben, die das gewünschte neue Behördenzentrum der Stadt auf einem Teil des Areals unterbringen wollen (unser Strang dazu). Am Ende hängt freilich alles vom Land Hessen ab, dem Grundstückseigentümer, das bekanntlich seit vielen Jahren jedwede Entwicklung des früheren Polizeipräsidiums blockiert.

  • Tja, durch eine Änderung des Bebauungsplanes könnte es Bewegung geben. Mehrere, kleinere Hochhäuser (ich sag mal 4 bis 5 zw. 60 und 125 Metern oder auch höher), würden sich da gut machen. Ich wünsche mir auch eine öffentliche Nutzung des alten Präsidiums, wenn das irgendwie machbar ist, also zum Beispiel mit Geschäften und Restaurants. Ist wahrscheinlich nicht gerade einfach. Das man bei einer Änderung die ganze Ecke in Blick nimmt, ist auf jeden Fall gut.

  • Drei neue Hochhäuser statt nur einem sollen durch die vorgesehene Änderung des Bebauungsplans ermöglicht werden. Von den Höhen ist allerdings wenig zu erwarten. Zwischen lediglich 40 und 65 Metern sollen sich diese bewegen. Die Rede ist ausschließlich von Wohnhochhäusern. Dafür sei ein neuer Investor gefunden, heißt es heute in der FNP.


    Auch wenn angesichts der ziemlich dichten Bestandsbebauung in diesem Bereich die Verschattung zu beachten ist, erscheinen mir solche Höhen doch deutlich zu gering. Besonders an der Ecke Ludwigstraße und Mainzer Landstraße sollte wesentlich mehr drin sein. Aber auch im Zentrum des Blocks, dort, wo bisher das (einzige) Hochhaus vorgesehen war, sollte höher gebaut werden. Andernfalls wäre - wegen der Ensemblewirkung - ein Erhalt des gesamten Vorkriegsbestands des Polizeipräsidiums vorzuziehen. Für eine neue Bebauung des Blockrands plus zwei Hochpunkten stände dann immer noch die südwestliche Ecke zur Verfügung.

  • 40 bis 65 Meter ist wohl ein schlechter Witz. Wir stellen uns also Ost-Berlinmäßig die "Neo-Plattenbauten" nun auch in die Innenstadt? Jeder versteht, dass hier nicht unbedingt hoch gebaut werden muss, aber zwischen 80 und 120m sollten sich die Wohnhochhäuser schon bewegen. Alles andere wäre Platzverschwendung. Mir absolut schleierhaft, warum man offensichtlich die bisher für den Standort vorgesehenen 145m einfach auf drei kleine Häuser verteilen will.

  • ^ Ich tippe mal wieder auf Brandschutzauflagen, die ab ~65m oder so greifen, die 40-65m "Türme" sind einfach kostengünstiger als höhere Türme. Schade.

  • Ganz Eurer Meinung. Für mich hört sich das nach einem Verzweiflungsakt an, um das Areal endlich auf dem Markt unterzubringen. Wie plump 10-15-geschossige Wohnhochhäuser ausschauen können, sehen wir in Frankfurt zur Genüge, beispielsweise im Mainfeld oder am Anlagenring (Grünes Hochhaus etc.). Bei drei Hochhäusern sollte mindestens eines deutlich in die Höhe gehen; die Drei Schwestern etwa machen es vor. Oder eben einen ordentlichen Sockel im Blockrand und - à la Opernturm und Tower 185 - ein sehr hohes Ausrufezeichen im Block.

  • ^^ Ja, natürlich spielen die Hochhausrichtlinien eine Rolle. Die technischen Anforderung an Hochhäuser sind umfangreich und teuer. Wenn man sich nicht zutraut, im Preissegmnent von tower one oder Henningerturm noch vermarkten zu können, muss man durch Senkung der Gestehungskosten die Vermarktungspreise drücken. Um bestimmte Entlastungen der HHRL in Anspruch nehmen zu können, darf das Gebäude nicht höher als 60 m sein.
    HHRL Ziffer 4.2.1: "In Hochhäusern mit nicht mehr als 60 m Höhe genügt an Stelle von zwei notwendigen Treppenräumen ein Sicherheitstreppenraum." - nur ein Beispiel. Allein dieser Punkt wirkt sich auf die Kubatur und damit unmittelbar auf Grundrisse und Baukosten aus.

  • Dann wird es Zeit an den Verordnungen zu schrauben, wenn man es nicht mal mehr hinbekommt (im int. Vergleich mickrige) Hochhäuser zu vertretbaren Preisen zu bauen. Die boomenden Städte können es sich nicht mehr leisten das kostbarer Boden mit niedrigen Gebäude vollgepflastert wird, ganz besonders nicht in Frankfurt, wo Hochhäuser aktzeptiert und sogar eher erwünscht sind (mal abgesehn von den Schreihälsen im Kommentarbereich der FR). 60m gehen in Randlagen wie dem hinteren Europaviertel okay, und als Teil eines größeren Ensembles ebeso (Drei Schwwestern), aber nicht in dieser Lage.

  • Warten wir einfach ab.Am Güterplatz war auch erstmal von 60 Metern die Rede und jetzt ist dort der Tower 90 mit ca.95 Metern geplant.Beim DB Dreieck hatten wir auch befürchtet,dass die 230 Meter auf bis zu vier Türme verteilt werden.
    Vielleicht kommt hier doch noch ein ca.100 Meter und 60 Meter Turm dabei raus.Aber sehr hoch wird es sicher nicht.

  • Ich sehe das alles noch lange nicht so kommen mit den drei kleinen Hochhäusern. Die FR: "Mehr Wohnen am..." berichtet heute dazu ebenfalls, und selbiger neuer Planungsdezernent spricht der FR gegenüber nur von 2 bis 3 Hochhäusern. Zitiert wird er damit, dass er versuchen will "in nächster Zeit" eine Einigung mit dem Land Hessen zu erzielen. Liest sich schon etwas entspannter als in der FNP. Naja, und vlt. muss er sich auch erst noch einarbeiten und einen Namen schaffen.