Das Präsidium - Neuentwicklung Ex-Polizeipräsidium (geplant)

  • Das Präsidium - Neuentwicklung Ex-Polizeipräsidium (geplant)

    Journal Frankfurt (4.-17. Sep. 09) berichtet von Aufräumarbeiten auf dem Gelände des Alten Polizeipräsidiums, wo Baucontainer, Arbeiter und Abfallrutschen zu beobachten sind. Das Hessische Immobilienmanagement bestätigt auf Anfrage, dass es sich um die Beseititung von Müllbergen handelt (außerdem möchte man Hausbesetzungen verhindern).


    Spekulationen zufolge soll eine chinesische Delegation das Gelände im Oktober inspizieren. Die Verwalter widersprechen dieser Vermutung und versuchen weiterhin das vermeintliche Filet-Grundstück möglichst zeitnah zu vermarkten. Vielleicht wirkt sich das schnelle Wachstum des Europaviertels ja bald auch auf diese "vergessene Immobilie" aus?

  • Polizeipräsidium wird dem grauen "Rattus" überlassen

    Die Rundschau berichtet heute von "gewollter Verrottung" des ehemaligen Prachtbaus "Polizeipräsidium". Der Ortsbeirat Gallus, in Form von Grünen und Sozialdemokraten, wollen diesen Zustand nicht länger hinnehmen und machen Druck. Ob die Stadt hierauf reagiert, ist noch unklar.


    Hier eine chronologische Kurzzusammenfassung des lesenswerten Artikels:
    - Seit 2002 ist die Suche nach Investoren eingefroren (zeitgleich zum Ende des Immobilienbooms in Frankfurt)
    - Bis 2007 Nutzung der Räumlichkeiten als Kulturhaus für Deutsch-Afrikanische Kulturverein Wimbum (Auszug nach 100%-iger Mieterhöhung)
    - Ratten sollen innerhalb von 10 Tagen beseitigt werden laut Ordnungsamt
    - Leerstandmanagement vermietet das Gelände momentan an mehrere Parteien, die nicht genannt werden möchten


    Was bringt die Zukunft?
    Laut Ate Plies, Pressesprecherin des hessischen Immobilenmanagements, werden „die Chancen der Vermarktung werden derzeit geprüft“. Aufgrund des hohen Leerstands bei Frankfurter Büroimmobilien seien Büros momentan nicht darstellbar. Alfred Gangel vom Liegenschaftsamt Frankfurt wundert sich warum die Stadt diese Immobilie nicht als neuen Standort für ihr neues Behördenzentrum, dessen Ausschreibung bereits läuft, nicht in Betracht zieht. Die voran schreitende Vergammlung macht den Bau allerdings von Jahr zu Jahr unattraktiver.


    Quelle: http://www.fr-online.de/frankf…2798/4806140/-/index.html

  • Verkauf des Präsidium-Komplexes findet 2011 wohl statt

    Das Journal Frankfurt meldete sich am 7. Januar beim Thema "Altes Polizeipräsidium" zu Wort. Seit Jahresende ist das 1914 erbaute Präsidiumgebäude komplett abgesperrt und somit auch für parkende Pendler nicht mehr zugänglich. Es gibt auch weitere Indikatoren, dass das Land Hessen als Besitzer des 15 000 Quadratmeter großen Grundstücks aufs Gaspedal drückt. Christiane Bockler-Wentlandt, Sprecherin des hessischen Immobilienmanagements, möchte zwar keine konkreten Investorennamen nennen, ist sich jedoch sicher: "Wir gehen davon aus, dass der Verkauf auf jeden Fall 2011 über die Bühne geht." Das Frankfurter Beratungsunternehmen BNP Paribas Real Estate Consult, welches letzten Herbst die Vermarktungschancen der Immobilie überprüft hatte, wurde nun mit dem Verkaufsverfahren beauftragt. Quelle: Journal Frankfurt

  • Hm, falscher Strang? Ein mögliches Hochhaus auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums ist ein anderes Thema als das geplante Hochhaus an der Matthäuskirche. Soweit ich mich erinnere, sind das zwei nebeneinander liegende, aber verschiedene Hochhausprojekte... Aber danke für die Meldung, immerhin kommt etwas Bewegung in die Sache. Wie wär's mal mit einem Wohnhochhaus?


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    Mod: Stimmt - das ehemalige Präsidium liegt zwar unmittelbar neben der Matthäuskirche, gleichwohl ist die Entwicklung eine völlig andere. Daher ein neuer Strang.

  • Die "Aufräumarbeiten" hinter dem früheren Polizeipräsidium kann ich bestätigen.


    Zur Veranschaulichung für Ortsunkundige noch ein Foto des Polizeipräsidiums in der Friedrich-Ebert-Anlage:



    Auf der Gebäuderückseite (in den Innenhöfen) hat die Graffitiszene ihre Zeichen gesetzt:


  • Wirklich? :confused: Ich dachte ich hätte vor einiger Zeit schonmal in der Zeitung gelesen dass kein Denkmalschutz bestünde.
    Kennt hier jemand den (bau-)historischen Grund warum Denkmalschutz bestehen könnte? Und der merkwürdige 'Leuchtturm', ist der ebenfalls historisch oder später dazugebaut worden?

  • Von den wenigen Innenfotos die bisher aufgetaucht sind ist ersichtlich, dass zumindest die überaus prächtige schlossartige Innengestaltung der Eingangshalle und der angrenzenden Korridore noch im Originalzustand erhalten ist. Für Frankfurt, wo man sich auch im Historismus gerne in Zurückhaltung geübt hat, ist das ausgesprochen selten. Es bestand im Forum allerdings auch die Ansicht, dass nur die Fassade denkmalgeschützt sei. Hoffen wir mal das beste - meiner Ansicht nach wäre das ein Neubau (in welcher Form auch immer) hinter einem komplett erhaltenen Kopfgebäude als repräsentativem Entrée

  • Meines Wissens ist das Hauptgebäude denkmalgeschützt, ob nur Fassade weiß ich allerdings nicht, der Anbau rechts im Bild ist nicht geschützt und der Nachkriegsteil zur Ludwigstraße wohl auch nicht.


    Ich persönlich sehe diesen Hochhausstandort auch ohnehin kritisch, da ich für einen Erhalt des Gesamtensembles wäre. Als Standort für das neue Behördenzentrum vielleicht...;)

  • Beeindruckende Bilder vom Interieur existieren noch auf der Seite des ehemaligen Clubs "Präsidium 19/11". Wenn man auf die Webpage geht, sollte man auf der Leiste auf "Club" und anschließend auf "Galerie" drücken. Dort sieht man das großzügige Treppengeländer samt Kronleuchter, sowie diverse gewölbte Räume.

  • Der Turm war von Anfang an vorhanden, sah früher aber anders aus. Das Präsidium wurde im Zweiten Weltkrieg nämlich zu 70 Prozent beschädigt (Quelle). Warum der Turm dann auf diese Weise, mit dieser eigenartigen Rundumverglasung wiederaufgebaut wurde, ist mir nicht bekannt. Vielleicht wurde dort die Funktechnik untergebracht, aber da kann ich nur spekulieren.

  • Ich denke, das Gebäude sollte auf jeden Fall erhalten werden, nicht nur die Fassade. Den Rest des Gebäudes kenne ich leider nicht, aber der Teil, der auf den Bildern vom Club Präsidium 19/11 zu sehen ist, darf auf keinen Fall der Abrissbirne zum Opfer fallen. Das bedeutet nicht, dass ich gegen ein Hochhaus wäre, aber das sollte man auf dem hinteren Teil der Parzelle platzieren, wie beim Tower 185.

  • Ich denke, das sehen mit offenbar einer Ausnahme alle anderen ganz genauso wie Du, Lucas. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand ernsthaft das alte Präsidium abreißen will. Lieber verzichte ich auf ein Hochhaus an dieser Stelle, und das will was heißen!

  • Eurotheum und Main Tower sind doch die besten Beispiele dafür, dass Hochhaus und Altbaufassade bestens harmonieren. Ausserdem haben fast alle Hochhäuser, die in den letzten Jahren in Frankfurt gebau wurden, einen Sockelbau. Für ein Hochhaus mit der Grundfläche des Tower 185 ist hinter dem Altbau noch genügend Platz. Da dürfte eigentlich jede Diskussion über einen Abriss des Altbaus überflüssig sein. Wäre auch sicher nicht im Interesse des Investors.

  • Lucas, den besten Überblick über die rückwärtigen Bauten kann man sich mit dem Bing-Schrägluftbild verschaffen, das sich in vier Richtungen drehen lässt. Zum ehemaligen Präsidium gehören neben dem Hauptbau an der Friedrich-Ebert-Anlage die blassgelben Hofgebäude aus der Gründerzeit sowie die 1960 fertig gestellte L-förmige Blockrandbebauung an Ludwigstraße und Mainzer Landstraße, ferner der - wo noch nicht abgebröckelt - weiß verputzte Hof-Riegel.


    Aus meiner Sicht sollten sämtliche Vorkriegsbauten erhalten werden. Nur als Ensemble kann dieses für Frankfurt ziemlich einzigartige Zeugnis der wilhelminischen Zeit bewahrt werden. Die Bausubstanz dürfte solide sein und aus den - es sind wohl drei - Höfen innerhalb der gründerzeitlichen Bebauung ließe sich bestimmt eine Menge machen. Dass lediglich die Fassade des Hauptbaus unter Denkmalschutz stehen soll, ist übrigens ein sich hartnäckig haltendes Gerücht, für das es bisher keinen Beleg gibt. Für ein Hochhaus bliebe an der Ecke Ludwigstraße und Mainzer Landstraße ausreichend Platz. Aber auch dort muss es nicht sein, es gibt eine Menge besser geeignete Hochhaus-Standorte in Frankfurt.

  • Ich bin auch kein Fan der jetzigen Situation. Weder finde ich die Fassade besonders ansprechend (den Innenraum kenne ich nicht) noch finde ich den linken und rechten Anschluß besonders toll.
    Schließlich ist auch der Platz vor dem Gebäude für die Fußgänger Richtung Messe eher beschränkt.

  • Wenn es um Rekonstruktionen geht, ist ein Neubau hinter einer alten Fassade ein völliges Tabu. Geht es aber darum, den Denkmalschutz auf die Fassade des alten Gebäudes zu reduzieren, soll das legitim sein. Gott sei Dank scheint das hier aber nicht der Fall zu sein.