C++ - das Chemnitzer Stadtgespräch

  • Guten Abend zusammen,


    nächste Woche werde ich zum ersten Mal überhaupt Chemnitz besuchen und möchte gerne nach einigen Anregungen in puncto Architektur fragen.


    Wo sollte ich spazierengehen, wenn ich mich v.a. für Gründerzeit-Wohnviertel, für leerstehende größere Industriebauten und für außergewöhnliche bzw. spezielle Bauten aus der DDR-Zeit interessiere? Ich habe 1,5 bis 2 Tage Zeit für die Stadt, bin also für viele Anregungen dankbar!


    Hallo mucoliver,


    schön, dass du unsere Stadt besuchen möchtest.


    Was die Altbauviertel angeht kann dir sicher jeder Chemnitzer unumstritten den Kaßberg und Schloßchemnitz als gutbürgerliches Wohnviertel empfehlen. Auch der Sonnenberg bietet noch viel Altbaucharme.


    Vorallem die Gegend rund um die West- / Ecke Barbarossastraße (klick!) auf dem Kaßberg ist sehr sehenswert. Dazu zählen auch die Franz-Mehring-Straße, Henriettenstraße und und und... Eigentlich alle Straßen in der näheren Umgebung. Hier findest du Bauten von 1900 bis heute.


    In Schloßchemnitz ist vor allem die Gegend rund um die Ludwig-, Winkler- und Dorotheenstraße sehenswert. (klick!)


    Auf dem Sonnenberg lockt die Zietenstraße. Jedoch sind rund um diese Straße und die Seitenstraßen viele Gebäude in einem traurigen Zustand. Wenn du sanierte Wohngegenden bevorzugst, dann wird dir sicherlich die Gegend um die Uhland- und die Ludwig-Kirsch-Straße gefallen. (klick!)


    Auch in direkter Innenstadtnähe lockt der Brühl mit vielen Altbauten. Dieser befindet sich noch im Dornröschenschlaf, wird aber derzeit revitalisiert. (klick!)


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    Was die Industriebauten angeht, findest du in Chemnitz an jeder Ecke historische Fabrikhallen. Die Chemnitzer Gegend war bis 1945 deutschlandweit mit am stärksten industriealisiert, was auch dazu führte, dass die Stadt zeitweise die reichste deutsche Stadt war.


    Das Chemnitzer Industriemuseum an der Zwickauer Straße 119 ist sehr sehenswert. Für einen kleinen Eintritt erhältst du hier einen schönen Einblick in die Chemnitzer Industriegeschichte. (klick!)


    Auch das ehemalige Wanderer-Viertel an der Zwickauer Straße 221 ist ein tolles Geschichtszeugnis! Auf dem Weg dahin fallen dir sicher noch viele andere Industriebauten auf. (klick!)


    Ein weiteres "Schmankerl" sind die Seitenstraßen der Annaberger Straße. Sieh dir hier vorallem die Lothringer- und Elsasser Straße an. Den markanten Uhrenturm und die Peretzbauten solltest du auf jeden Fall gesehen haben. (klick!)


    Was die DDR-Bauten angeht, sei dir das komplette Wohngebiet Fritz-Heckert empfohlen. Ein schöner Bau ist, in meinen Augen, das Schauspielhaus an der Zieschestraße 28. (klick!)



    PS: Falls du ein Jugendstil-Fan bist, sei dir auch unbedingt die Villa Esche an der Parkstraße 58 empfohlen. Rund um die einmalige Villa gibt es auch die verschiedensten DDR-Bauten. (klick!)


    PPS: Ein Besuch in der "neuen Innenstadt" sei dir auch unbedingt empfohlen. Als kleines Highlight kannst du auch gern das Neue Rathaus der Stadt betreten und dich von dem inneren Originalzustand des Gebäudes verzaubern lassen. (klick!)



    Ich denke für zwei Tage hättest du damit ein volles Programm. Über einen kleinen Reisebericht oder eventuelle Fotos freuen wir uns! :)



    Viel Spaß in Chemnitz, der Stadt der Moderne :daumen:

  • Interessante Fragestellung, die einen mal einen neuen Blickwinkel einnehmen lässt. Als Architekturführer würde ich übrigens das Buch von Jens Kassner empfehlen. Ich habe das mal als kleinen Stadtrundgang formuliert, wobei ich die genannten Interessengebiete jeweils hervorgehoben habe: Gründerzeit-Wohnviertel als [Gründerzeit], leerstehende größere Industriebauten als [Industrie], spezielle Bauten aus der DDR-Zeit als [DDR]. Viele Höhepunkte, die nicht in diese Kategorien passen, habe ich weggelassen:


    Sinnvollerweise fängst Du in der Innenstadt mit seiner Mischung aus historischen Gebäuden (Altes und Neues Rathaus, Roter Turm, Jakobikirche) und neuer Architektur an und begibst Dich zum außergewöhnlichen Ensemble aus Karl-Marx-Kopf, Stadthalle und Bebauung entlang der Straße der Nationen [DDR]. Hier findest Du auch häufig Verkleidungen aus dem rötlichen Rochlitzer Porphyr, die für die Region typisch sind. Der Straße der Nationen weiter folgend kommst Du dann zum Theaterplatz, für mich eine der schönsten Ecken in Chemnitz. Der Busbahnhof fällt vor allem durch sein Flugdach auf [DDR]. Die Aktienspinnerei [Industrie] soll demnächst zu einer Unibibliothek umgebaut werden. Hier kannst Du mit dem Brühl [Gründerzeit] die Melange der Chemnitzer Architekturthemen finden: Ein innenstadtnahes Gründerzeitviertel, welches zu DDR-Zeiten zu einem Einkaufsboulevard umgestaltet wurde (mitsamt der dazu nötigen Schaufenster), nach der Wende aber verwahrloste und trotz erster ernsthafter Wiederbelebungsversuche einer Geisterstadt ähnelt. Vorbei an dem sensationellen Stadtbad und der Markthalle geht es dann auf den Kaßberg [Gründerzeit], das größte und schönste Gründerzeit- und Jugendstilviertel von Chemnitz. Ausdrücklich nennen könnte man den Helenenhof oder die Majolika-Häuser.


    [DDR:] Als besondere DDR-Bauten unbedingt sehenswert sind Freilichtbühne und Kosmonautenzentrum im Küchwald. Absoluter Hammer sind aber die Wismut-Bauten westlich der A72: Die Verwaltungsbauten und der Kulturpalast dürften ihresgleichen suchen.


    [Industrie]: An leerstehenden Industriegebäuden besteht in Chemnitz wahrlich kein Mangel. Einiges hat Nutzer Jugendstil schon genannt. Wenn Du es ganz genau wissen willst, kannst Du hier schauen. Mich beeindruckt die Fahrzeugelektrik auf dem Sonnenberg immer wieder. Auch die ehemalige Auto-Union-Zentrale steht in Chemnitz.

  • Danke an Jugendstil für die schnellen Tips, das wichtigste ist da sicherlich bereis genannt. Nur an einer Stelle muss ich widersprechen:



    Was die DDR-Bauten angeht, sei dir das komplette Wohngebiet Fritz-Heckert empfohlen.


    Ja, das Heckert ist in der späten DDR-Zeit entstanden, aber mit "außergewöhnlichen bzw. speziellen Bauten aus der DDR-Zeit" hat das so gut wie nichts zu tun. Dafür bleibe besser in der Innenstadt:


    - Straße der Nationen mit Busbahnhof, solange der noch steht, bis zum Rosenhof
    - Brückenstraße mit Karl-Marx-Monument und "Parteifalte" sowie Stadthalle und ex-Kongress-Hotel, nun "Mercure". Innen ist da aber so gut wie nichts mehr zu sehen.


    Und falls Du soweit raus willst - auch solange er noch steht: der Kulturpalast in Rabenstein - http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturpalast_%28Chemnitz%29
    Vielleicht können die Chemnitzer noch schnell sagen, ob man da noch rankommt.


    Sehr sehenswert und in der Dichte außergewöhnlich ist der Bestand an Architektur der klassischen Moderne in Chemnitz, um nur ein paar Beispiele zu nennen:
    - das ehemalige Kaufhaus Schocken
    - Stadtbad
    - Museum Gunzenhauser
    - Deutsche Bank-Gebäude am Falkeplatz
    - Hotel Chemnitzer Hof
    - Georgius-Agricola-Gymnasium
    - solltest Du am Schloßteich unterwegs sein, unbedingt auch das AOK-Gebäude anschauen
    ....


    Für einen schnellen Einblick:
    http://de.wikipedia.org/wiki/S…%BCrdigkeiten_in_Chemnitz
    http://www.chemnitz-tourismus.…avid=729&subnav=729&sid=c


    Für eine Vertiefung empfehle ich Dir vor allem die Arbeiten von Jens Kassner ( http://www.jens-kassner.de/ ) , die z.T. auch online verfügbar sind, z.B. seinen 2009 erschienenen Führer "Chemnitz. Architektur Stadt der Moderne" oder als kurzen einführenden Text http://www.jens-kassner.de/wp-…loads/2009/02/moderne.pdf .

  • Wahnsinn! So viele detaillierte und interessante Tipps in so kurzer Zeit, vielen Dank! :)


    Ich freue mich jetzt schon total auf meine Zeit in Chemnitz und so wie es aussieht, hätte ich besser 3 oder 4 Tage eingeplant dafür. Aber so bleibt dann sicher noch viel Interessantes für einen zweiten und dann wohl auch längeren Besuch!


    Ich werde mir jetzt die Tipps erstmal ganz genau durchlesen und auf einem Stadtplan ausführlich suchen bzw. einzeichnen (hab mir schon einen Papier-Stadtplan gekauft für Chemnitz :)), und mir dann eine schöne Spaziergangs-Route für meine 2 Tage aussuchen. Morgen hab ich dann sicher noch ein paar Nachfragen bzw. Detailfragen an Euch und am Mittwoch nächster Woche bin ich schon in Chemnitz!


    Bei uns hier in München ist ja leider nicht viel los in Bezug auf Gründerzeit- oder Industriearchitektur, darum bin ich sehr froh, jetzt mal eine völlig neue Stadt entdecken zu können!

  • Bauvorhaben in Chemnitz 2012 und 2013

    Ein interessanter Überblick über die Bauvorhaben in Chemnitz zum Jahresende 2012 und Jahresanfang 2013:


    Wochenspiegel, 27.12.2012
    Wichtigstes Schulbauvorhaben der Stadt nimmt 2013 Gestalt an
    Zu Ende gehendes Jahr verlieh der City weiter Gesicht
    http://www.wochenspiegel-sachs…tatt-kaserne1356098529/1/


    - Eröffnung des Landesarchäologiemuseums im Kaufhaus Schocken verschiebt sich erneut auf Anfang 2014. Die Baukosten belaufen sich laut Bauherr GGG weiterhin auf 31 Millionen Euro. Der Vorplatz konnte wegen Lieferschwierigkeiten bei Material noch nicht fertiggestellt werden und sorgt für einen Verkehrsengpass an der Kreuzung Brücken-/Bahnhofstraße.


    - Die Jugendherberge am Getreidemarkt nahm im Juni 2012 verspätet den Betrieb auf.
    - Für das benachbarte Eckgebäude Theaterstraße/Getreidemarkt war der Versorger eins energie noch auf der Suche nach einem Nutzer.
    - Der 301 Meter hohe Schornstein des Heizkraftwerks Nord an der Blankenburger Straße wurde nach den Plänen des französischen Künstlers Daniel Buren in weithin leuchtenden Farben angemalt und die Außenhaut des 30 Jahre alten Bauwerks saniert und für weitere Jahrzehnte „dicht" gemacht.


    - die Wiedereröffnung der Pablo-Neruda-Grundschule wurde ins neue Jahr verschoben
    - Bei der Körperbehindertenschule auf dem ehemalige Kasernengelände an der Heinrich-Schütz-Straße geht es seit dem Spatenstich im August voran. Das Areal ist völlig beräumt und planiert, ab März soll der Rohbau beginnen. Die Fertigstellung ist für August 2014 vorgesehen.


    - Ab Sommer soll der Verkehr provisorisch über die neue Brücke am Dresdner Platz rollen. Danach werden die Behelfsbrücke und die umfangreichen Nebenanlagen der Baustelle zurückgebaut. Die Fertigstellung des Brückenneubaus ist für Ende 2013 vorgesehen.


    - Anfang Dezember war die Umgestaltung der Ermafa-Passage fertig und am Johannisplatz wird ein neues Parkhaus gebaut. Im Rawema-Haus zogen zahlreiche gewerbliche Mieter vom Hotel bis zum italienischen Eiscafé ein und im Zwischenbau sowie dem ehemaligen Staatsbankgebäude gibt neue gastronomische Angebote.


    - Trotz etwa 30.000 leerstehender Wohnungen wird Bedarf für Neubau gesehen, zum einen für hochwertig ausgestattete größere Einheiten und zum anderen für Wohnen im Alter. Ein privater Investor realisiert mit einem Neubau an der Schloßstraße gerade das nach langer Zeit erste Wohnprojekt in der Innenstadt.


    - Die unweit befindliche Färberei Theodor Hasse wird nicht zu "Wohnen am Fluss" ausgebaut, sondern soll bis 2014 einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden.


    - Auf innerstädtischen Brachflächen zwischen Bernhard- und Charlottenstraße entsteht eine größere Eigenheimsiedlung, ebenso auf der Humboldthöhe.


    - Die GGG will 2013 fast 30 Millionen Euro in die Aufwertung ihres Bestands investieren. Geplant sind laut Geschäftsführerin Simone Kalew beispielsweise Angebote für junge Menschen am Brühl und für Familien in Altendorf. Rollstuhlgeeignete, barrierearme und seniorenfreundliche Wohnungen sollen in verschiedenen Stadtteilen entstehen.


    - Die Chemnitzer Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (CAWG) reisst bis Ende März den Wohnblock Artur-Strobel-Straße 5-15 an, baut auf der frei werdenden Fläche Carports und Pkw-Stellplätze für die Bewohner ihrer umliegenden Häuser und legt 15 Hausgärten sowie einen neuen Kinderspielplatz an.

  • MDR artour brachte gestern zur Chemnitzer Innenstadt unter der Überschrift:


    "Von Karl-Marx-Stadt nach Chemnitz - das schwere Erbe des DDR-Städtebaus"


    einen interessanten Beitrag.


    http://youtu.be/FXlfKqYa0sk

    Einmal editiert, zuletzt von rotwang ()

  • LE Mon. hist. hat an anderer Stelle einen Bericht veröffentlicht, der detailliert darstellt, dass die positive Entwicklung der Einwohnerzahlen von Chemnitz doch extrem von der sächsischen Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber verfälscht wird: Link (ab Seite 8). Damit bestätigen sich die Vermutungen. Eine reale Beurteilung der Chemnitzer Einwohnerzahlen kann man also vergessen, weil dieses wichtige Detail von der Stadt trotz offensichtlich vorhandener Daten in den Veröffentlichungen nicht mit angegeben wird. Es macht sich auch besser, über die vielen Zuzüge zu jubeln, als ehrlich zuzugeben, dass die meisten Menschen gar nicht bewusst nach Chemnitz gekommen sind. Auch ohne die Wanderungsbewegungen der Asylbewerber verbleibt zwar ein Wanderungsüberschuss (Siehe Seite 13), wie groß dieser ist, wird aber nicht erwähnt.

  • Hallo lguenth1, längerfristig spielt die Erstaufnahmestelle aber keine große Rolle in der Statistik, weil die Asylbewerber_innen - bis auf die relativ wenigen, die der Stadt Chemnitz zugeteilt werden - nach spätestens drei Monaten auf die einzelnen Unterkünfte der anderen Städte und Landkreise verteilt werden und damit auch wieder bei den Wegzügen erscheinen. Nur im Moment hat es sich durch die sprunghaft angestiegene Zahl der Asylbewerber_innen zum Jahresende 2012 tatsächlich größeren Einfluss auf die Statistik, siehe dazu auch den Beitrag # 166 hier in diesem Thread.

  • Hier mal ein Blick in die Nachbargemeinden:


    FP, 02.01.2013
    Flöha schrumpft am schnellsten - der demografische Wandel hat den Altkreis im Griff
    Dabei sinken die Einwohnerzahlen der Kommunen in unterschiedlichem Tempo
    http://www.freiepresse.de/LOKA…-Griff-artikel8207084.php


    Flöha hatte 2001 inklusive des in diesem Jahr eingemeindeten Falkenau 13.900 Einwohner_innen, Ende 2011 nur noch 11.500. Damit hat die Stadt in einem Jahrzehnt mehr Bürger_innen verloren (2400) als heute in Falkenau leben (knapp 2000). Mit einem Bevölkerungsrückgang von 17,1 Prozent steht Flöha auf dem letzten Platz der Schrumpfungs-Tabelle.


    Leubsdorf hat aktuell 3600 Einwohner_innen und damit 11,5 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Oederan hat noch 8500 und damit im selben Zeitraum 11,4 Prozent der Bürger_innen eingebüßt. Auf etwas geringerem Niveau schrumpfen auch Augustusburg (4800 Einwohner_innen; minus 9,7 Prozent) und Eppendorf (4500 Einwohner_innen; minus 9,2 Prozent).


    Mit Abstand die wenigsten Einwohner_innen hat Niederwiesa - "im Chemnitzer Speckgürtel" - verloren: - 5,2 Prozent. Mit 5000 Einwohner_innen hat die Gemeinde zudem Augustusburg überholt.

  • Wenn wir hier etwas weiter vor blättern, gab es da jemanden, der um 2007 immer gesagt hat, man darf Prognosen zur Einwohnerzahl nicht als Grundlage für den Rückbau von Gründerzeithäusern nehmen.

  • Ausführlicher ist das in der Pressemitteilung der Stadt beschrieben. Am erfreulichsten ist der Anstieg der Geburtenzahl von 1958 im Vorjahr auf 2016 jetzt (ohne Geburten aus den umliegenden Orten in Chemnitzer Krankenhäusern). Das deutlich bessere Wanderungssaldo ist natürlich auch zu begrüßen, allerdings wegen der oben geschilderten Sondereffekte mit Vorsicht zu genießen.


  • Unbedingt sehenswert ist aus meiner Sicht auch das Gasglühlicht, mit dem in Chemnitz einige Straßen beleuchtet werden. Man findet es in einigen Ecken der Stadt. Besonders gut gefällt mir der flächige Bereich in Chemnitz-Kappel, im sog. Musikerviertel – um die Richard-Wagner-Straße, die liegt zufälligerweise an der schon erwähnten Buslinie 23 (Neefestraße), von da führt sie bergauf bis zur Stollberger Straße/Straßenbahn 4. Unten stehen größtenteils dreistöckige Gründerzeit-Häuser, oberhalb der Horststraße sog. Beamtenwohnhäuser, sehr interessante Einfamilien-Reihenhäuser aus den dreißiger Jahren (?). Spannend find ich es auch ein Stück weiter an der Ecke Horststraße/Chopinstraße. Ein Eckhaus fehlt leider, das gehört auch irgendwie zur Imperfektheit dieser Gegend – die Gehwege holprig, ein paar ungenutzte Häuser mit morbidem Charme, gegenüber ein rosa Telekom-Telefon, große Bäume und die gelb-weiße gleichzeitig schummrig und hell erscheinenden Gasbeleuchtung gibt dem ganzen eine besondere Atmosphäre. Also am besten im Dunkeln hingehen!

  • So, mittlerweile bin ich wieder zurück von meiner kleinen Reise und möchte Euch etwas davon berichten! :)


    Eine leicht verspätete Ankunft in Chemnitz am Mittwoch sowie das Wetter am Donnerstag haben mir leider etwas einen Strich durch die Rechnung gemacht, trotzdem konnte ich einiges sehen - vor allem dank Eurer guten Tipps! Allerdings ist jetzt so viel auf meiner gedanklichen Liste zum Ansehen übriggeblieben, so dass ich wirklich mal wieder für ein paar Tage nach Chemnitz kommen werde - dann aber eher ab April, wenn das Wetter wärmer wird.


    Fotos habe ich auch viele gemacht, die ich jetzt erstmal sichten und uploaden muss und Euch dann nächste Woche im Bilderthema zeigen werde - ein paar Fragen wird es dann zu den Fotos auch geben.


    Das Stadtzentrum empfand ich als sehr interessante Mischung aus sozialistischen Gebäuden, historischen Bauwerken, Glas-Stahl-Gebäuden wie dem Kaufhof mit seinem extravaganten Dach und vielen leerstehenden Gebäuden.


    Aufgefallen sind mir auch ein paar Dinge:


    An großen Hauptkreuzungen gibt es oft keine separaten Linksabbiegephasen, sondern erst bekommt eine Richtung Grün, und dann etwas später die andere Richtung, wobei die erste Richtung noch Grün hat aber dann gleich Rot bekommt, so dass man dann ganz gut links abbiegen kann. Ist jetzt blöd erklärt, aber ich denke Ihr wißt was ich meine. So ein System hab ich noch nie irgendwo anders gesehen - gibt es das in Chemnitz schon lange, oder ist das relativ neu?


    Und ich wollte noch fragen, worum es sich bei den vielen gleichartigen, langgestreckten Gebäuden am Oberen Weg im Neukirchner Wald handelt. Da war ich jetzt zwar nicht, aber es ist mir auf meinem Stadtplan und dann später bei Google Maps aufgefallen.


    Die restlichen Fragen und eine genaue Beschreibung meiner Reiseroute gibt es dann vsl. am Dienstag im Chemnitzer Bilderthema :)


    viele Grüße und danke auch für den neuesten Tipp mit der Gasbeleuchtung, das werde ich mir bei meinem nächsten Besuch bestimmt ansehen!

  • Und ich wollte noch fragen, worum es sich bei den vielen gleichartigen, langgestreckten Gebäuden am Oberen Weg im Neukirchner Wald handelt. Da war ich jetzt zwar nicht, aber es ist mir auf meinem Stadtplan und dann später bei Google Maps aufgefallen.


    Das sind wahrscheinlich die Stallanlagen der Eifrisch Vertriebsgesellschaft, zu DDR-Zeiten Zweigstelle der KIM.

  • So, heute habe ich es endlich geschafft, einige Bilder meiner Chemnitz-Reise einzustellen - Ihr findet sie im Galerie-Bereich im Chemnitz-Thema, da ich hier nicht den Fluss der Diskussion mit meinen mehr als 20 Fotos unterbrechen wollte! Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr im Galerie-Thema ein bisschen reinschaut, ich habe dort auch einige Fragen zu dem von mir Gesehenen gestellt! :)

  • COMFORT Städtereport Ladenlokale Chemnitz

    Das auf die Vermittlung von Ladenlokalen und Geschäftshäusern "in 1A-Lagen" spezialisierte Makler- und Beratungsunternehmen COMFORT Gesellschaft für Geschäftsflächen- und Unternehmensvermittlung Holding mbH schätzt die Bedeutung der Stadt Chemnitz als Einzelhandelsstandort in einem aktuellen Städtereport als sehr hoch ein.


    Die beachtliche Zentralität unterstreiche die Versorgungs- und Oberzentrumsfunktion für das gesamte Umland. Mit einem Einzugsgebiet von rund 863.000 Menschen läge Chemnitz knapp hinter Leipzig. Mit einer Kaufkraft von rund 4.600 Euro pro Kopf sowie einer Kaufkraftkennziffer von 94,0 (GfK) läge die Region nur knapp hinter den Regierungsbezirken Dresden und Leipzig. Für die Kaufkraft ausschlaggebend ist vor allem, dass fast 16 Prozent der Beschäftigten in Chemnitz hochqualifizierte Arbeitskräfte sind mit Universitäts- oder Fachhochschulabschlüssen.


    PM 28.01.2013
    COMFORT Städtereport Ladenlokale Chemnitz
    http://www.immopro24.eu/presse…okale-chemnitz_24016.html

  • Aufbau eines Online-Archives für historische Filmaufnahmen aus Chemnitz und Karl-Marx-Stadt


    Nach dem großen Interesse an den beiden veröffentlichten historischen Amateurfilmen zu Chemnitz-Harthau und zu Karl-Marx-Stadt, die mit 35.000 Aufrufen in nur 4 Monaten inzwischen zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen zur Stadt Chemnitz überhaupt gehören, möchten wir filmische Dokumentationen zu Chemnitz und zu Karl-Marx-Stadt sammeln und in einem Online-Filmarchiv zur freien Ansicht zur Verfügung stellen.
    Bisher waren historische Filmaufnahmen aus Chemnitz und Karl-Marx-Stadt nur selten und für einen begrenzten Zuschauerkreis zu sehen. Systematisch gesammelt wurden sie gar nicht. Das vermehrt große Interesse an der Historie der Stadt Chemnitz und die Möglichkeiten die das Internet bietet darüber mit wenig Aufwand ein Publikum zu erreichen, stellt eine große Chance für die innerstädtische und überregionale Imagebildung zu unserer Stadt dar.


    Für den Aufbau der Datenbank suchen wir Amateurfilmmaterial aus Chemnitz und Karl-Marx-Stadt.
    Wer hat die Stadt und Ereignisse in den 1950er bis 1980er Jahren in Karl-Marx-Stadt gefilmt, so z.B. die Eröffnung des Brühls? Wer hat zur Wendezeit die Demonstrationen in der Stadt gefilmt? Wer hat während der DDR – Zeit, den filmischen Blick auf die Gründerzeitviertel Sonnenberg und Kaßberg gewagt oder den Abriss des unteren Brühls, des Ostplatzes und der Hospitalstraße filmisch dokumentiert? Wer hat vielleicht sogar die Sprengung der Paulikirche an der Theaterstraße oder die Kirche vor der Sprengung gefilmt? Gibt es noch Filmaufnahmen die Chemnitz vor 1945 zeigen? Dies können auch Ereignisse sein, die in Chemnitz stattfanden, so die Zeppelinlandung 1930, der Ernst Udet – Flug unter das Eisenbahnviadukt an der Annaberger Straße 1936 oder Filmaufnahmen familiärer Art, wie z.B. Trauungen im Alten Rathaus. Ziel ist es, die Filmaufnahmen allen Interessierten zugänglich zu machen und damit die Erinnerung an die Chemnitzer und Karl-Marx-Städter Vergangenheit zu bewahren.
    Für die technische Umsetzung konnte mit der chemmedia AG ein renommierter Partner gewonnen werden.


    Die im Oktober 2012 begonnene Veranstaltungsreihe „Historische Filme aus Chemnitz und Karl-Marx-Stadt“ findet am Samstag, den 11.05.2013 ab 16:00 Uhr in der ehemaligen Schalterhalle der Sparkasse in der Zietenstraße 2a/Kreuzung Augustusburger Straße ihre Fortsetzung. Wir möchten sie dazu herzlich einladen. Gezeigt werden dieses mal filmische Dokumentationen über die Chemnitzer Innenstadt aus dem Jahr 1929, 1948 und aus den 1950er Jahren. Damit werden erstmals in Chemnitz chronologisch Filmaufnahmen der alten Innenstadt, der zerstörten Innenstadt und der beräumten Innenstadt vor dem Neuaufbau gezeigt.


    Am 29.06.2013 ab 17:00 Uhr werden die Filme im Rahmen der Veranstaltung „100 Jahre Bund Deutscher Landschaftsarchitekten“ im Kino des „Weltecho“, Annaberger Straße 24, 09111 Chemnitz noch einmal gezeigt.


    Uns neu zugegangenes Material zeigt erstmals Filmaufnahmen vom Bau des Fritz-Heckert-Gebietes sowie Szenen vom 1. Mai 1975 in der Innenstadt. Der Amateurfilm „Bilder aus Karl-Marx-Stadt“ von Klaus-Peter Kruse ist unter nachfolgendem Link zu sehen. Es wird empfohlen, die Ansicht im Fenster auf 1080p HD einzustellen.


    http://youtu.be/iB0UFDBRNIQ


    Sandro Schmalfuß
    stadtbild-chemnitz.de


    Kontakt: sandro.schmalfuss@gmx.de