C++ - das Chemnitzer Stadtgespräch

  • Nunja, die alte Kirche Chemnitz-Harthau ist aber alles andere als eine kleine Holzkirche. ;)
    Bei der alten Behelfskirche, die auf dem Kassberg stand, könnt ich es noch glauben.


    Und den Turmaufsatz vom Chemnitzer Rathaus verkaufen? So klamm kann das Chemnitzer Stadtsäckel wirklich nicht sein. :lach:

  • Der MDR ist im Rahmen seiner Sachsenspiegel-Sommertour auch in Chemnitz gewesen und hat seinen Zeppelin über die Stadt fliegen lassen. Hier die Videos: Klick

  • Sehr schön. Nur anstatt zwei mal über das Conti-Loch zu fliegen hätte man eher den Weg über den Theaterplatz und die Markthalle nehmen sollen.

  • Ich möchte die Öffentlichkeit darüber informieren, das ich heute gegen 21:00 Uhr im Park der Villa Pfauther ein Reh gesehen habe.


  • Laut der heutigen FP hat die Stadt seit Ende Dezember 471 Einwohner verloren und damit jetzt 242.777 Bürger. Leider finde ich die Zahlen vom letzten Jahr nicht mehr genau, nach den Einträgen auf Seite 60 im Thema " Stadt der Moderne - Stadt im Umbruch" dürfte der Bevölkerungsverlust aber eher größer gewesen sein.
    Laut Stadtverwaltung sind von Januar bis Juni 1662 Chemnitzer verstorben, 899 wurden neu geboren, 4334 sind aus der Stadt weggezogen und 4518 neu zugezogen. In der Summe ergibt sich daraus sogar ein Rückgang um 579 Einwohner, also um 108 mehr als vom Statistischen Landesamt gemeldet. Bei den Zahlen aus dem Rathaus handelt es sich allerdings noch um vorläufige Werte, die vom Landesamt noch nicht bestätigt sind.


    Übrigens will Gausepohl seinen Schlachthof schließen, aber nicht verkaufen. Das wird die tschechischen Leiharbeiter aber ärgern, die man vor ein paar Jahren nach dem Rauswurf der deutschen Arbeiter eingestellt hat...

  • Eine Ausstellung mit fast 150 seltenen Fotoaufnahmen aus dem Karl-Marx-Stadt der 1950er- bis 1970er-Jahre ist bis Ende September im Bürgerhaus Brühl-Nord, Müllerstraße 12, zu sehen. Der unbekannte Fotograf habe sich speziell der Dokumentation von zum Abriß vorgesehener Bausubstanz gewidmet. Die Kenntnis des Vergangenen liefert sicher auch Anstöße für die zukünftige Entwicklung, ideal wäre eine Digitalisierung der Bilder.


    Jeweils ab 8 Uhr, montags bis 17, dienstags und donnerstags bis 18, mittwochs bis 14 und freitags bis 15 Uhr. Eintritt frei. Für den 8. September, 17 Uhr, sei ein Ausstellungsgespräch "Wer weiß, wo?" geplant.

  • Das ist sicher sehr interessant. Die Frage was vom Alten Chemnitz nach 45 noch abgerissen wurde, beschäftigt mich schon lange. Gartenstraße und Johanniskirchviertel sind ja bekannt. Wie die einst dicht bebaute Zwickauer Straße weg gekommen ist, ist für mich noch ein weißer Fleck.
    Jedenfalls hab ich beim Schloßbergmuseum angeregt, zur nächsten Museumsnacht wieder einmal die Farbfilme zu zeigen, wo ein Amateur 40 Jahre lang jede Veränderung in der Innenstadt gefilmt hat.

  • Die Ausstellung habe ich mir heute angeschaut. Die Fotos werden im Kleinformat in Form einer Wandzeitung in den Speiseräumen des Bürgerhauses gezeigt. Zu sehen sind Fotografien der Innenstadt in s/w und in Farbe aus den 1950ern - 70er Jahren.
    Die Fotos zeigen die alte Bausubstanz, des unteren Sonnenbergs, der alten Dresdner Straße, des Dresdner Platzes, der Augustusburger Straße (heute Stadtwerkehaus), des alten Viertels um die Johanniskirche und die Häuser im Bereich Gartenstraße. Es sind auch Farbaufnahmen der 800-Jahr-Feier von Chemnitz/K.-M.-Stadt, inkl. Walter und Lotte Ulbricht + Politbüro auf einer Tribüne in der Reitbahnstraße zu sehen.


    Insgesamt sehr interessante und wahrscheinlich noch nie veröffentlichte Aufnahmen.
    Ich denke die damals noch vorhandene Altbausubstanz zwischen Brühl und Brückenstraße und das Johanniskirchviertel würden sich im heutigen Stadtbild sehr gut machen. Leider hatten die kleinen Zweigeschosser aus dem 17. - 19. Jh. zur damaligen Zeit keine Chance.

  • Innenstadt auf gutem Weg

    In der heutigen Ausgabe der Freien Presse ist verfasst, dass die Veranstalter der ...

    Chemnitzer Modenächte

    ... eine positive Bilanz ziehen.

    Man denkt darüber nach die Veranstaltung auf die gesamte Innenstadt, u.a. dem Düsseldorfer Platz, auszuweiten. Geplant ist außerdem eine "Frühjahrveranstaltung" dieser Art. Sind' doch mal gute Nachrichten. :)


    (Quelle: Freie Presse)

  • So langsam könnten wir doch mal einen Thread zu den Verkehrsplanungen in und um Chemnitz ins Leben rufen, oder? Den Bedarf sehe ich durchaus: Chemnitzer Modell, Neuplanung von Straßenbahntrassen, innerer und äußerer Stadtring, die Autobahn- und Eisenbahnanbindung an Leipzig und andere Nachbarregionen etc.


    Hierzu gleich ein Artikel aus der Chemnitzer Morgenpost vom 22. September 2011
    OB beerdigt den Fernverkehr: Sie setzt lieber auf die S-Bahn
    http://www.sz-online.de/Nachri…_S-Bahn/articleid-2869688


    In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube (60) forderte die OB Barbara Ludwig (49, SPD) eine Anbindung an das mitteldeutsche S-Bahn-Netz. IHK, Handwerkskammer, die Landräte von Mittelsachsen, Zwickau, Vogtland und dem Erzgebirge haben das Schreiben unterzeichnet. Bei dieser Anbindung an die S-Bahn würden die Züge nicht mehr wie bislang über Bad Lausick nach Leipzig führen, sondern ab Geithain über Borna, Neukieritzsch und den Bayerischen Bahnhof durch den Citytunnel in Richtung Leipziger Hauptbahnhof rollen.


    Dieses Vorhaben stößt auf Kritik. So meinte der FDP-Stadtrat Wolfgang Lesch (57): "Damit wäre das Thema Schienenfernverkehr Richtung Norden beerdigt ... „Umsteigefreier Fernverkehr findet nicht im Citytunnel statt.“ Auch der Grünen-Stadtrat Martin Schmidt (27) geht von einer Verschlechterung der Fahrzeiten aus. „Eine S-Bahn hält öfter. Die Fahrzeit von Chemnitz nach Leipzig würde sich im Vergleich zum dieselbetriebenen Chemnitz-Leipzig-Express, dem Clex, verlängern“, sagt Verkehrsingenieur Dirk Bräuer (39) vom Institut für Regional- und Fernverkehrsplanung. Während der Clex bislang etwa eine Stunde für die Strecke Chemnitz-Leipzig benötigt, rechnen Experten mit 20 Minuten mehr, wenn die S-Bahn kommt.


    Siehe dazu auch diesen Artikel mit dem bislang geplanten S-Bahn-Netz:


    FP, 30.08.2011
    Neue S-Bahn lässt Chemnitz links liegen
    Leipzigs Citytunnel ist Herzstück des neuen mitteldeutschen S-Bahn-Netzes - Chemnitz kann davon nicht profitieren
    http://www.freiepresse.de/NACH…liegen-artikel7743770.php


    bzw. http://www.s-bahn-mitteldeutschland.de/ sowie http://de.wikipedia.org/wiki/B…eritzsch%E2%80%93Chemnitz .

  • Wenn man sich mal den Nahverkehrsplan Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) in der am 08.12.2008 beschlossenen Kurzfassung anschaut ( http://www.zvnl.de/cms/compone…file=TlZQa3VyenBkZi5wZGY= ), dann wäre der Anschluss von Chemnitz an das mitteldeutsche S-Bahn-Netz und die Aufgabe oder Reduzierung des CLEX tatsächlich eine Verschlimmbesserung.


    Hier heißt es in der Anlage 4/2 (S. 46/58) zum RE 70 - Leipzig – Borna – Geithain, der derzeit von Mo - Fr im 1-h-Takt verkehrt und dies auch künftig als S4 tun soll:


    - am Knoten Geithain sind die Anschlüsse zwischen den Linien RE 70 / S 4 und RE 6 in der Relation Borna – Chemnitz zu sichern


    Wenn man also künftig weiterhin aller 60 Minuten mit dem CLEX (RE 6) von Chemnitz nach Leipzig fahren und in Geithain entscheiden kann, ob man darin sitzen bleibt und über Bad Lausick schneller auf dem Leipziger Hauptbahnhof ist (weitere 33 Minuten, insgesamt 1 h) oder ob man in die S4 umsteigen will, die Anschluß hat und über beliebte Haltepunkte wie Neukirchen-Wyhra, Petergrube, Lobstädt und Großdeuben nach Leipzig gurkt, um dann direkt am Markt auszusteigen, dann ist das doch eindeutig die bessere Variante als wenn man zu dieser Zuckelei gezwungen wird, oder? Mit der MRB braucht man derzeit über die Dörfer und den langen Bogen über Stötteritz, Sellerhausen und Ost von Geithain zum Hbf 1 Stunde und 12 Minuten. Selbst wenn der Bogen wegen des Citytunnels und einige wenige Haltestellen (nur Markleeberg-Großstädteln?) künftig wegfallen, so wird doch auch die S-Bahn künftig etwa 40 Minuten bis Markkleeberg brauchen. Von dort soll es bis zum Markt angeblich nur noch 8 Minuten und zum Hbf. vielleicht 10 Minuten dauern. Das wären etwa 50 Minuten und damit die ziemlich genau die von den oben genannten Experten angesprochenen 20 Minuten mehr (insgesamt etwa 80 Minuten). Und das Geeier wird nerven, denn aller 3 bis 4 Minuten hält das Teil nahezu auf freier Strecke. Wen hat sich denn Babalu da mal wieder als Berater ausgesucht?


    Oder soll die S4 bis Chemnitz verlängert werden? Abgesehen vom technischen Aufwand der Elektrifizierung, wo soll die S-Bahn dann halten? In ebenso dichter Reihe wie zwischen Hbf. und Geithain oder wie bisher in nur Narsdorf und Burgstädt? Bei Variante 1 - Wo soll der Zug halten? In Himmelhartha, Gören und Cossen etc.? Bei Variante 2 - Was wird dann anders als der Name?

  • Sinnvoll wäre ein Verkehrsstrang zweifellos, Deine Liste ließe sich mit gewichtigen Projekten wie dem Umbau des Hauptbahnhofs oder dem Neubau der B174 sogar noch fortsetzen. Der Grund dafür, dass es ein solches Thema noch nicht gibt, liegt darin, dass mir die Qualität der im Internet zu findenden Dokumente nicht für einen Eröffnungsbeitrag gereicht hat. Selbst von einem Projekt im dreistelligen Millionenbereich wie beim Hauptbahnhof habe ich bis jetzt keine halbwegs geeignete Darstellung gefunden, was dort eigentlich genau gemacht wird.
    Im Schienenverkehr ist die Anbindung nach Leipzig eigentlich gut, hier wäre die Elektrifizierung der Bahnlinie bis Nürnberg aus meiner Sicht wesentlich wichtiger, um auf der Sachsen-Franken-Magistrale endlich elektrisch fahren zu können. Hier ist bei den bayrischen Streckenabschnitten der Durchbruch aber wohl immer noch nicht geschafft.

  • Vielleicht könntest Du einen Thread zum Thema -Verkehrsprojekte- mit den geplanten neuen Straßenbahnlinien eröffnen.

  • Hierzu gleich ein Artikel aus der Chemnitzer Morgenpost vom 22. September 2011
    OB beerdigt den Fernverkehr: Sie setzt lieber auf die S-Bahn
    http://www.sz-online.de/Nachri…_S-Bahn/articleid-2869688


    In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube (60) forderte die OB Barbara Ludwig (49, SPD) eine Anbindung an das mitteldeutsche S-Bahn-Netz.


    Warum sich an den Bahnchef wenden? Für die Gestaltung des Regionalverkehrs sind zunächst mal die Länder bzw. die Nahverkehrs-Zweckverbände zuständig. Wenn man, das heißt Politik und ZVMS, sich mit der Region Leipzig einig ist, was man prinzipiell haben will, dann kann man sich an die Bahn wenden und über die infrastrukturelle Umsetzung und deren Finanzierung reden. Oder sollte das nur die Absage sein, dass sich die DB nicht mehr wie früher gefordert um Fernverkehr kümmern braucht?


    Ich bin auch für einen separaten Verkehrsdiskussionsstrang, möchte mich aber zur Leipzig-Sache noch hier meinen Vorrednern anschließen und etwas klarstellen:


    • Wenn es um Leipzig geht, ist S-Bahn nicht ausschließlich im üblichen Sinne zu verstehen. Die Zukunft betreffend wird für alle Regionalzüge, die durch den City-Tunnel fahren sollen, der Begriff S-Bahn benutzt. Dazu gehört auch jetzt schon in der „offiziellen“ Planung eine Eilzug-Linie namens S5X nach Zwickau, die nur zwischen L Hbf und Markkleeberg an allen Stationen halten soll.


    • Für Chemnitz–Leipzig ist natürlich ebenfalls eine beschleunigte Verbindung angemessen, wie sie derzeit besteht. Von der Trassierung her ist die Strecke über Borna keinesfalls günstiger als die über Bad Lausick. Insofern ist die Route über Borna nur dann sinnvoll, wenn zumindest die Tunnelstationen bedient werden sollen. An sich wäre so eine Innenstadterschließung analog zur Planung für Zwickau eine feine Sache. Allerdings sollten hier die weiträumigeren (Umsteige-)Verbindungen Priorität vor der Direktverbindung zum Wilhelm-Leuschner-Platz etc. haben. Daher muss man die Fahrzeit von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof prüfen und schauen, ob Zeit übrig ist, die man in die Innenstadthalte „investieren“ kann: Um dauerhaft mindestens so gute (Fern-)Verbindungen wie derzeit anbieten zu können, ist zwischen den Fahrplanknoten Chemnitz und Leipzig eine Fahrzeit von etwas weniger als einer Stunde nötig. Und das ist mit Innenstadthalten nicht machbar. Zwar betrüge bei eilzugmäßig wenigen Halten vor Leipzig die Fahrzeitverlängerung nicht gleich 20 Minuten, aber sie wäre immer noch groß genug, um einen vernünftigen integralen Taktfahrplan zu verhindern. Damit hat sich „CLEX durch den Tunnel“ nicht nur aus meiner Sicht erledigt. Komisch nur, das immer wieder Politiker damit anfangen. Bei der „Sachsen-Franken-Magistrale“ Dresden–Nürnberg sind sie doch auch nicht so beratungsresistent?!