Neue Wohnquartiere am Sommerhoffpark (bis 66 m / teils in Bau)

  • Bauvorbescheid für Wohnhochhäuser erteilt (66 und 38 m geplant)

    Bekanntlich hat das Frankfurter Büro Cyrus Moser den im Jahr 2013 von der OFB Projektentwicklung ausgerichteteten Wettbewerb für sich entscheiden können. Nun wurde eine gestellte Bauvoranfrage positiv beschieden, wie die Architekten auf ihrer Website bekannt geben. Auch Ansichten und Informationen zur Planung wurden öffentlich gemacht. Demnach ist der Neubau von zwei Wohnhochhäusern mit 127 Wohneinheiten geplant. Das Vorhaben soll bis Anfang 2017 realisiert werden.


    Die beiden Wohnhochhäuser sollen unterschiedlichen Gebäudehöhen, aber die gleiche Grundrissfigur erhalten. Bei dem größeren Turm sind 20 Geschosse und eine Gebäudehöhe von 66 Meter geplant, beim kleineren elf Geschosse und 38 Meter Höhe. Zur äußeren Gestaltung schreiben die Architekten von Monolithen, die an den "Kanten klar gefasst und mit einem Netz aus horizontalen und vertikalen Fassadenbändern überzogen" sind. Je zwei Geschosse werden gestalterisch zusammengefasst. Durch die tief eingeschnittenen Loggien sollen die Baukörper hohe Plastizität erhalten. Für die Fassade sind helle Architekturbetonelemente und ein heller Verputz vorgesehen.


    Das höhere Gebäude soll mit der Schmalseite zum Main platziert werden, das niedrigere mit der Breitseite. Bei den folgenden Visualisierungen fällt auch ein Knick in den beiden Baukörpern auf:



    Hier mit der nach Westen verlängerten Mainpromenade:



    Ein solider, ein gelungener Entwurf ohne Extravaganzen, so mein erster Eindruck. Gut möglich, dass das Budget hier enger gefasst ist als bei vergleichbaren Vorhaben in der Innenstadt oder dem östlichen Europaviertel. Schließlich ist die Lage nahe der sehr stark befahrenen Eisenbahnbrücke nicht unproblematisch, wenn auch das zwischen Brücke und dem 66-Meter-Turm geplante Appartementhaus "The Fizz Frankfurt II" für einen gewissen Schallschutz sorgen dürfte, und von einem etablierten Wohnquartier kann ungeachtet des nicht weit entfernten Westhafens keine Rede sein.



    Bilder: cma cyrus|moser|architekten

  • Danke für die schöne Zusammenstellung!
    Wir mussten ja lange genug darauf warten.


    Solider Entwurf, wobei das niedrigere Hochhaus durchaus noch 1, 2 Stockwerke vertragen hätte. Für die Lage ein überraschend positiver Entwurf, obwohl mir persönlich der Entwurf der Schoyerer Architekten BDA noch besser gefallen hätte, da dieser die Formen-Typologie des Westhafen-Towers aufgenommen hat, sozusagen als Westhafen-Tower Pendant im Westen.


    Erfreulich das es wohl auch bald losgeht, zusammen mit TheFizz2 ein schönes Ensemble.


    :daumen:

  • Ja, der Schoyerer-Entwurf hatte was und gefällt mir auch auf den ersten Blick besser. Aber eins hat er leider nicht: Balkone. Daher muss man wirklich sagen, dass der cma-Entwurf mehr Wohnqualität haben dürfte.


    Einzig dieses gestalterische Zusammenfassen von zwei Etagen an der Fassade gefällt mir nicht und hier besonders nicht. Es macht den kleinen Turm fett...


    Die Gebäude haben den Main auf der Südseite, also Sonnenseite und Schokoladenseite. Daher finde ich es gestalterisch den falschen Ansatz, zwei von außen augenscheinlich gleiche Gebäude einmal mit der Längsseite und einmal mit der Breitseite zum Main zu stellen. Das ist mir zu willkürlich. Der Hauptlärm kommt vom Main, also von der Eisenbahnbrücke und nicht von der Strecke selbst. Daran kann es meines Erachtens auch nicht liegen.


    Interessant hätte ich zwei gleiche Gebäude unterschiedlicher Höhe mit sechseckigem Grundriss gefunden.

  • Heute fand die Pressekonferenz statt, in der die Projektbeteiligten das Neubauvorhaben vorstellten. Zum Inhalt gleich in einem separaten Beitrag; zunächst lasse ich die umfangreichen Visualisierungen sprechen. Die klassische Ansicht vom Fluss:



    Bild: OFB Projektentwicklung / cma cyrus|moser|architekten


    Links ist der 38 Meter kleine, in der Mitte der 66 Meter hohe Wohnturm zu sehen. Hinter den Türmen und rechts der ca. 120 Meter lange Riegel des Studentenwohnheims. Aus leicht nach Osten verschobener Perspektive sieht man, was ein schmales Handtuch das Wohnheim wird:



    Bild: OFB Projektentwicklung / Magnus Kaminiarz & Cie. Architektur


    Die Wohnhäuser von Westen gesehen:



    Ein Lageplan, an dem man neben Grundrissen und Anordnungen auch die Grünanlagen, Wege und - am oberen Rand - die Tiefgarageneinfahrt gut erkennen kann. Zwischen Wohnturm und Wohnheim ist der Eingang bzw. der Gartenbereich der Kindertagesstätte eingezeichnet:



    Bilder: OFB Projektentwicklung / cma cyrus|moser|architekten


    Nachfolgend die Rückseite (Ostseite) des Wohnheims mit vorgelagertem Fahrradstellplatz (grün bewachsen) sowie einem zweigeschossigen Vorbau, der als Treffpunkt, Kommunikationsort und Gemeinschaftsküche dienen soll:



    Annäherung von Südost:



    Den südlichen Kopf umrundet, gelangt man an die Südwestseite und blickt vom Main weg über die Westfront des Gebäudes:



    Und schließlich der Nordwestblick zurück in Richtung Main:



    Bilder: OFB Projektentwicklung / Magnus Kaminiarz & Cie. Architektur

  • ^ Zur Architektur fällt zunächst auf, dass die beiden Wohntürme sich im Vergleich zur Dezember-Visualisierung marginal verändert haben, beispielsweise im Sockelbereich. Eine Treppe zum Main ist entfallen, der öffentliche Wegbereich ist visuell stärker vom Gartenbereich der Türme separiert. Die Eckdaten der Gebäude:

    • Westturm mit 11 Geschossen und 37,9 Meter Höhe, Ostturm mit 20 Geschossen und (EDIT: ) 66,05 Meter Höhe
    • 127 mittelgroße bis große Wohnungen (bis ca. 125 qm)
    • Die Miete wird voraussichtlich ab 11 Euro je qm betragen und für die Wohnungen in den oberen Geschossen mit bestem Ausblick bis auf 16-17 Euro je qm steigen
    • 13.500 qm Wohnfläche in den beiden Türmen. 27.300 BGF
    • Investor ist die Aberdeen Asset Management Deutschland AG


    Stark verfeinert erscheint das Studentenwohnheim. Es ist jetzt deutlich in zwei durch einen Glaskörper verbundene, versetzte Teile gegliedert, und die Fassade erscheint durch die aufgesetzten geschossverbindenden Rahmen ("Spangen") dreidimensional. Die Ostseite ist fast geschlossen, abgesehen von den zufällig gesetzten, kleinen Fenstern. Für die Architektur des Wohnheims ist nun das Büro Magnus Kaminiarz & Cie verantwortlich, welche das Projekt nach Eingabe der Voranfrage von Neumann Architekten übernahm. Der Architekt erregte kürzlich mit dem fulminanten Wohnturm-Entwurf weiter nördlich Aufsehen. Weitere Eckdaten:


    • 390 Apartments, allesamt nach Westen ausgerichtet
    • Das Gebäude wird etwa 120 Meter lang und 40 Meter hoch
    • Die Apartments werden vollmöbliert, mit Internet, Strom etc. ab 500 Euro mtl. vermietet. Die teuersten Einheiten im obersten Geschoss mit bestem Ausblick werden durchaus 700 Euro kosten können
    • Durchschnittliche Größe inkl. Badezimmer etwa 22 qm, insgesamt gut 8.000 qm reine Wohnfläche
    • Es wird einen 'Concierge' geben, also einen Aufpasser am Eingang, der sicher auch Hausmeister- und andere Dienste erledigt
    • Schallschutz bietet die Ostseite, an der sich die Treppenhäuser bzw. Flure zu den Wohnungen befinden, sowie spezifische Maßnahmen auch in Details (bspw. Wohnungstüren). In den Wohnungen werden lt. IC Campus 55 db nicht überschritten
    • Eine zweigeteilte Tiefgarage wird unterhalb des Wohnheims gebaut
    • Investorin und Betreiberin ist die International Campus AG
    • Das Wohnheim wird unter der Marke THE FIZZ betrieben (als zweites nach dem in der Mainzer Landstraße)


    Weitere Daten zum Projekt insgesamt:


    • Das Areal ist eine 1,14 ha große Konversionsfläche, von der Deutschen Bahn AG übernommen
    • Parallel zum Main wird eine 12 Meter breite öffentliche Grünpromenade entstehen und an die Stadt übergeben
    • Die Verkehrserschließung erfolgt von Norden. Zu dem Zweck baut OFB den Knotenpunkt zwischen Gutleut- und Camberger Straße um
    • Ein Bauvorbescheid liegt vor, mit einer Baugenehmigung wird zum 2. Quartal 2015 gerechnet; Baubeginn soll der kommende Sommer und die Bauarbeiten bis 2017 abgeschlossen sein
    • Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt etwa 90 Mio. Euro


    Im Pressetermin fasste Olaf Cunitz zunächst die Ausgangslage zusammen. Der Rahmenplan zum Sommerhoffplan 2011 gab den Startschuss. Ziel war unter anderem, den Park, der nur durch einen schmalen Zugang zu erreichen ist, mit der Mainuferpromenade zu verbinden und diese damit deutlich zu erweitern. Das wird bereits im ersten Schritt, mit der jetzt vorgestellten Bebauung, erreicht. Zu weiter im Westen liegenden Grundstücken innerhalb des Plangebietes gab es vielzählige 'verdienstvolle' Anläufe, jedoch noch nichts Konkretes.


    Im Kontext einer Frage nach einem Anteil geförderten Wohnanteil reagierte der Bürgermeister leicht dünnhäutig und erinnerte daran, dass die Stadt lediglich mit dem Bebauungsplan Einfluss auf diesen Anteil habe. Ein "Kopplungsgeschäft" mit einem Bauherrn sei im Prozess der Bauvoranfrage, dem Antrag und dem Bescheid nicht gewünscht. OFB-Chef Alois Rhiel holte weiter aus und stellte in den Vordergrund, welche Ziele öffentlichen Interesses man mit dem Vorhaben bereits erreiche:


    • Eine unansehnliche Industriebrache wird zum Baugebiet
    • Es entstehen Wohnungen (wenn auch nicht geförderte Wohnungen)
    • Die Mainpromenade wird verlängert, und der Sommerhoffpark besser erschlossen
    • Das Umfeld des Areals wird ansprechend umgestaltet (Park, Erschließung, Durchwegung), und die Promenade der Stadt übergeben
    • Das Westhafenprojekt wird quasi nach Westen fortgesetzt und durch zahlreiche neue Bewohner zusätzlich belebt
    • Für Bahnfahrer entsteht mit dem Hochhaus ein freundliches Eingangssignal (oder so ähnlich, auf jeden Fall Signal), bzw. den "städtebaulichen Auftakt zur Innenstadt" (Cyrus Moser)
    • Anforderungen der Mainova werden erfüllt


    EDIT: Zu den Wohntürmen gibt es eine feine Projektseite von Cyrus Moser Architekten mit weiteren Visualisierungen.

  • Die Rückseite des Studentenwohnheims finde ich nahezu katastrophal. Gut dass man es kaum sehen wird. Auf den Fotos sieht es noch einigermaßen ok aus, aber in der Realität wird das nach ein paar Jahren recht schäbig wirken. Sonst finde ich die Architektur ansprechend. Bisschen mehr klassische Blockrandbebauung statt diesen langen Baukörper und die unstrukturierte Gewürfelung und es wäre top gewesen. :Nieder: :daumen:

  • Aus epizentrums Ausführungen geht doch klar hervor, dass dominierendes Thema bei der Planung der Schallschutz war. Und aus dem Ergebnis, das ich unter diesen Umständen für gelungen halte, ist dieses Bemühen deutlich ablesbar. Wie willst du denn unter diesen Vorzeichen und bei den gegebenen Platzverhältnissen eine "klassische Blockrandbebauung" unterbringen? Pardon, aber das ist mir völlig schleierhaft.

  • Wenn man bedenkt, wie es dort vorher aussah, ist die geplante Bebauung in meinen Augen fantastisch! Sie ist ein Riesengewinn für Frankfurt: Es wird dringend benötigter Wohnraum geschaffen, die Stadt bekommt eine verlängerte Uferpromenade und es entstehen zwei markante Türme direkt am Wasser - was will man mehr.


    Dass man wegen des Schallschutzes ein paar Abstriche wird machen müssen, war klar. Mich wundert eher, dass man bei den hiesigen überstrengen Vorschriften überhaupt so nah an der Bahn Wohnungen bauen darf!

  • Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt schon epizentrums Bilder angeschaut habe, um mir ein Urteil über dieses Vorhaben zu bilden, aber ich glaube, ich habe jetzt eine Meinung. Endlich.


    Ich finde die geplante Bebauung genau richtig.


    Zunächst einmal finde ich es schön, das Westhafen-Gebiet über die Bahnlinie hinweg zu verlängern. Es macht einen guten Eindruck, wenn Gebietsgrenzen (also die „gefühlten“ Grenzen, wo das eine Quartier aufhört und das nächste anfängt) nicht von Straßen oder Bahnlinien bestimmt sind sondern Straßen oder Bahnlinien ganz natürlich durch ein Gebiet mit konsistenter Ausstrahlung hindurchführen.


    Ich finde auch, dass an dieser Stelle ein geeigneter Platz ist, um einen Hochpunkt zu setzen. Hiermit wird der westliche Abschluss des Westhafengebiets sehr gut markiert. Ein einzelner Hochpunkt als Markierung des Westhafen-Endes korrespondiert auch schön mit der östlichen Markierung durch den Westhafen-Tower. Und selbst die auf den ersten Blick ungewöhnliche Wahl eines „stehenden“ und eines „liegenden“ Häuschens ergibt Sinn. Vom Westhafen aus nach Westen wird die Bebauung weniger dicht und franzt mit dem liegenden Gebäude schließlich ganz aus. Das ist wie ein Fingerzeig zum Sommerhoffpark. Mit dem geplanten Ensemble streckt gleichzeitig der Westhafen einladend seine Arme aus und es wird ein Übergang in den Park geschaffen.


    Das Design der Türm… es ist absolut nicht sensationell, aber es sieht meiner Meinung nach wertig genug aus. Wenn das ganz Areal zwischen den beiden Eisenbahnbrücken leer wäre, wäre hier geeigneter Raum für ein neues Quartier mit qualitativ hochwertiger Architektur. Da hier aber bereits Wohnhäuser und eine Schule stehen, die man sicher nicht abreißen will, kann hier nicht von Null aus geplant werden. So sehr mich das Frankfurter Ideal, immer alles sehr zurückhaltend zu gestalten oft nervt, hier finde ich es passend. Ja, ich würde hier wohnen wollen.


    Das Studentenwohnheim als Lärmschutzriegel zu „missbrauchen“ ist irgendwie… fies. Aber andrerseits den Studenten ein Wohnheim direkt am Main zu bieten, ist sehr schön. Und persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass mich der Lärm von Zügen (anders als von Flugzeugen) sonderlich stören würde. Ich wäre jedenfalls gerne nochmal Student in Frankfurt – mit einem Wohnheim in solch toller Lage und einem fantastischen Campus Westend.


    Ich bin auch sehr zufrieden damit, dass das Studentenwohnheim nicht über den Mainweg hinweg gebaut wird (so wie es in den ersten Planungen wohl vorgesehen war). Ein Gebäude, das sich über einem Fußgängerweg als gefühlter Riegel in den Weg stellt, kann kaum abweisender sein (siehe auch östliche Zeil, siehe auch Alt-Sachsenhausen). Ein einladender Übergang vom Gebiet westlich der Eisenbahnbrücke ins Gebiet östlich davon – und umgekehrt – ist auch wichtig für den Westhafen. Der Westhafen, der eigentlich viel Qualität zu bieten hat, leidet, finde ich, unter schlecht gestalteten Eingängen (vom Hauptbahnhof aus kommend landet man an einer Kreuzung, die man nicht überqueren darf, dahinter ein Platz, der keine Struktur besitzt; von Osten am Main entlang kommend überblickt man überhaupt nicht die Form des Hafens, zudem steht hier ein sehr abweisender Riegel – das Gebäude der „Frankfurter Botschaft“ – im Weg, man hat das Gefühl, hier geht's nicht weiter). Beide Gebiete, östlich und westlich der Brücke haben das Problem, dass sie mit den Main als südliche Begrenzung und dem Bahnhofsvorfeld als nördliche Begrenzung kaum zu erreichen sind. Einladende Eingänge und vernünftige Verknüpfungen zu den wenigen Nachbarsvierteln sind hier, denke ich, extrem wichtig.

  • Niederrad 2.0 - aber besser :)

    Schmittchen, wenn ich an Lärmschutz und Blockrandbebauung denke dann ist für mich eine der besten Beispiele H81 Hedderichstrasse (Bild unten). Da hinter läuft ja die Bahn auch. Ich hätte von der Struktur her hier lieber eine Lösung mehr in dieser Richtung gesehen, mit den Hochhäusern z.B. gegenüber in einer geraden Linie entlang einer Strasse bis zur Main runter. Klassische Städteplanung und zweitlos. Die moderne bzw. futuristische Fassadengestaltung von Sommerhoffpark gefällt mir sehr gut, aber ich bin kein Fan von dieser Würfelungsstrategie - ein Turm hier, ein da und dann ein langes schiefes Gebäude irgendwo dazwischen. Wenn ich mir den Lageplan anschaue kann ich keine Struktur erkennen.


    Alle wollen mittlerweile in der Stadt wohnen, warum bauen wir nicht mehr Stadt? Für mich ist Stadt solide Blockrandbebauung. Sommerhoffpark ist definitiv nicht schlecht und grundsätzlich gefällt es mir wegen der Moderne, aber es erinnert mich zu viel an einem Vorort (oder teilweise sogar zu viel an Niederrad). Aber das ist ja nur eine Meinung.


    http://www.deutsches-architekt…str.81mainterra+wentz.jpg
    Grafiken: Wentz & Co. GmbH / mainterra Immobilien GmbH

  • Es geht hier weniger um die Bahn, auch wenn hier dicht an der stark befahrenen und aus Stahl gebauten Main-Neckar-Brücke sicher deutlich mehr Lärm entsteht als an der Hedderichstraße. Wie ich die bisherigen Meldungen verstanden habe, ging es primär um die Mainova und ihr Heizkraftwerk West jenseits der Bahnlinie. Demnach um Abwehrrechte des Nachbarn. Also eine ähnliche Situation wie damals bei der inzwischen fertig gestellten ABG-Bebauung am Offenbacher Hafen und den Gewerbebetrieben gegenüber am Frankfurter Mainufer. Mit dergleichen wird der Bauherr an der Hedderichstraße nicht konfrontiert sein und auch sonst fielen mir viele weitere Gründe ein, warum hier eine komplett andere Situation als in Sachsenhausen herrscht. Aber ich denke, dass das-hätte-anstelle-des Geplanten-gebaut-werden-können doch ziemlich müßig und für die meisten Leser hier nicht so interessant ist.




    PS: Klasse Beitrag, SchwarzesSchiff!

  • ^ Bahn/Heizkraftwerk: Sowohl als auch. Neben dem Lärm ging es bezüglich Bahnzügen auch um deren Erschütterungen, was Entkopplungen beim Neubau notwendig macht, damit das Geschirr im Küchenschrank nicht bei jeder Vorbeifahrt rappelt und scheppert.


    Der Blockrand hätte hier übrigens fatale Folgen für die Studentenwohnungen gehabt, die wegen der Emissionen von Osten her ja zwingend nach Westen ausgerichtet sein müssen: sie wären dunkel, und ihre Bewohner würden in einen Innenhof schauen. Wer kann das wollen? Die jetzige Planung bietet Sichtachsen an den Solitären vorbei auf den Main.


    Zusätzliche Info: Auf dem Lageplan ist ein L-förmiger Neubau der Hermann-Herzog-Schule südlich der bestehenden "Schule am Sommerhoffpark" eingezeichnet. Die Pläne für den im Vergleich zum Rahmenplan verschobenen und verkleinerten Neubau werden von der Schulträgerin weiterhin verfolgt, wie mir auf Nachfrage bestätigt wurde. Siehe Beitrag im Schulthread (dort noch in der vorherigen Lage). Damals war er noch dreigeschossig geplant, jetzt wird er wahrscheinlich höher, um den Flächenbedarf zu decken.

  • Auch Lärmschutz kann und darf keine Ausrede für eine derart unterirdische Fassade sein! In der Pressemitteilung noch großmundig auf das Eingangssignal durch die Türme (auf die ich an dieser Stelle auch locker verzichten kann) gegenüber den Bahnfahrern hingewiesen - eine halbe Sekunde später müssen diese dann dieses graue Etwas ertragen.
    Und städtebaulich ist die gesamte Planung sowieso für die Tonne. Basierend auf den gleichen immer wieder als fatal erwiesenen Prinzipien die uns schon Katastrophen wie das Mainfeld beschert haben...

  • Ich find's toll

    Ich bin Pendler und fahre jeden Tag mit dem ICE von Frankfurt nach Mannheim, komme also jeden Tag an der Stelle vorbei. Ich laufe auch viel durch Sachsenhausen und meine große Runde führt auch über die Brücke zum Westhafen. Ich kann aus meiner Sicht nur sagen: Ich find's toll. :daumen:


    Die Gebäude und die Verlängerung der Promenade bis zum Park (den ich bisher gar nicht kannte) machen das zu einer richtig schicken Ecke. Über Geschmack lässt sich trefflich streiten... Ich finde die Bebauung sehr gelungen.


    Ich glaube, dass es eine Menge Spaziergänger auf die Promenade ziehen wird. Das Ganze kann hoffentlich zur weiteren Belebung des Westhafen beitragen, den ich für eine zu unrecht vergessene Ecke in Frankfurt halte. (Auch wenn Schwarzes Schiff sehr schön dargelegt hat worin hier die Ursachen liegen.)


    Ab der Friedensbrücke hat man im Sommer kaum noch Platz zum laufen geschweige denn einen Platz auf der Wiese. Hier kann ein solches Projekt dazu beitragen einen Teil der Urbanität zu verlagern. Ich kann mir gut vorstellen künftig in die andere Richtung weiterzulaufen wenn ich über die Brücke komme.


    Ich wollte noch erwähnen: Bahnhöfe und deren Einfahrt sind leider sehr selten ansehnlich. In Frankfurt scheint man aber was das betrifft auf einem Guten Weg zu sein. Von daher: Weiter so.

    Einmal editiert, zuletzt von Feyd H. () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Das Gelände ist frei, es könnte also losgehen. Ich frage mich allerdings, wozu diese Betonwände links gut sind und warum man sie nicht mit abgerissen hat. Schaut nach Lagerplatz aus.



    Bild von mir.

  • Am Sommerhoff-Gelände haben inzwischen die Erschließungsarbeiten begonnen. Mit Baggern zugange ist das Unternehmen Tauber Rohrbau aus Münster:



    Die im Vorbeitrag angesprochenen Betonwände stehen noch:



    Bilder: epizentrum

  • Besagte Betonwände sind Reste der ehemaligen Kohlebunker, die schon am Beginn des Projekts als besondere Schwierigkeit galten. Vermutlich geht man da wegen der Sicherheit des Bahndamms erst einmal nicht ran (oder/und darf dies wegen des Eisenbahn-Sonderrechts nicht).


    Inzwischen wird man von einem Baubeginn sprechen können, zumindest für eines der beiden Projekte.



    Das Spezialtiefbauunternehmen Bauer hat Container aufgestellt und ein "Großdrehbohrgerät BG 40" ...



    ... sowie zugehöriges Material auf das Areal gebracht.



    Bilder: Schmittchen

  • Wie man auf dem nachstehenden Plänchen aus dem Jahr 1998 erkennen kann, liegt der Kohlebunker im Flurstück 115/53 = Bahndamm = Bahnbetriebsfläche; die von mir schwarz umrandete Fläche waren Gleise die neben dem Bahnstromkraftwerk endeten und von denen aus der Kohlebunker in den 60er-80er Jahren befüllt worden sein dürfte; die Gleise sind teils schon abgebaut und könnten ebenfalls dem Baugrundstück zugeschlagen werden.


    Abb: Auszug aus der amtlichen Flurkarte, Stand 1998 Q: PlanAS


    Voraussetzung dafür ist aber, dass die Bahnbetriebsflächen entwidmet werden. Das ist ein sehr kompliziertes Verfahren und bevor das Eisenbahnbundesamt die Freistellung von Bahnbetriebszwecken feststellt, muss die DB Netz AG die Freigabe erklären, dass darüber keine betriebnotwendigen Leitungen mehr laufen. Solche Verfahren dauern manchemal sehr lange, vor allem wenn Leitungen gefunden werden, die dann natürlich vorher verlegt werden müssen.

    2 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: 2. Bild eingefügt

  • Ein paar neue Informationen zum zukünftigen Studentenwohnheim auf dem Gelände, ich nenne es ja "The Wall"...


    Interessant ist vor allem das die Gründungspfähle des ehemaligen Kesselhauses im Erdreich verbleiben.
    Die Gebäuderiegel haben folgende Abmessungen:
    Länge jeweils 71m, bei einer Breite von 8,7m und einer Höhe von etwa 36m.
    12 Etagen.
    Eine gemeinsame eingeschossige Tiefgarage, welche druckwasserdicht als "weiße Wanne" ausgeführt wird.


    Das Tragwerk der beiden Gebäude besteht aus einer Ortbetonkonstruktion.


    Dazu noch 4 Bilder des Projektes im Stadtmodell:






    Bilder: Adama