Neue Wohnquartiere am Sommerhoffpark (bis 66 m / teils in Bau)

  • Neue Wohnquartiere am Sommerhoffpark (bis 66 m / unterbrochen)

    Westlich von Westhafen-Areal und Bahnlinie schließt sich ein bereits Mitte der Neunziger stillgelegtes Kohlekraftwerk der DB AG an (Luftbild). Nun ist der Abriss und die Neubebauung mit Wohngebäuden geplant. Auch zwei Schulen sollen Erweiterungsmöglichkeiten erhalten. Nicht zuletzt könnte die lang ersehnte Verbindung zwischen Westhafen und Sommerhoffpark geschaffen werden, der Mainuferweg würde dann nicht mehr am ehemaligen Druckwasserwerk enden.


    Das Areal ist immer noch im Besitz der DB AG. Einem heutigen FNP-Artikel nach sind die Verhandlungen zwischen Bahn und - ungenanntem - Investor über den Verkauf schon recht weit fortgeschritten. Schwierigkeiten bereitet noch die Frage, wer für die erhöhten Kosten für die Freimachung des Grundstücks aufkommen soll. Zu beseitigen sind tiefe unterirdische Kohlebunker.

  • Wird aber ganz schön laut werden, direkt an der Bahnbruecke.
    Wenn man jetzt noch die am Main liegenden Betriebe an der Hirtenstrasse und Gutleutstrasse durch Wohnbebauung ersetzt, könnte man sogar eine durchgängige Fußgängerverbindung am Main bis nach Höchst schaffen.

  • Na das ist ja mal ein Knaller! Eine sehr gute Nachricht. Dieses Kraftwerk ist einer der größten Schandflecke im Stadtgebiet, sehr prominent am Mainufer und direkt neben der viel vom Fernverkehr befahrenen Eisenbahnlinie gelegen. Nicht gerade einladend, wenn man mit dem ICE in den Hauptbahnhof einfährt. Hoffentlich gehen Abriss und Neubebauung schnell.


    Ich denke man wird eher Büros neben die Eisenbahnbrücke bauen, und erst mit ein paar Meter Abstand dann Wohnhäuser (ähnlich wie im Deutschherrnviertel).

  • Weiß jemand welche Funktion dieser Pfeiler hatte, der am Ufer vor dem Kraftwerk im Main steht? (gut zu sehen auf dem Schrägluftbild)

  • Der Pfeiler dürfte ein Überbleibsel eines Anfang der 1930er gesprengten Nadelwehrs sein. Ich bin aber nicht ganz sicher. Ein weiteres Relikt dieser Anlage ist die ehemalige Schleuse Niederrad am gegenüber liegenden Ufer. Das frühere Schleusenbecken wird heute teilweise als Hafen für das Wasser- und Schifffahrtsamt genutzt, auf der ehemaligen Schleuseninsel befindet sich das Licht-und Luftbad Niederrad.


    Einen Mainuferweg bis Höchst wird es wohl noch längere Zeit nicht geben, Aeppler. Der Gutleuthafen wird nämlich voll genutzt und dürfte auf absehbare Zeit unverzichtbar bleiben.

  • ^ Ich weiß es auch nicht, aber es könnte auch das Überbleibsel einer alten Mainbrücke sein.


    Jedenfalls frage ich mich schon lange, warum noch niemand auf den Gedanken kam, genau an dieser Stelle (wieder?) eine Brücke zu errichten. Als direkte Verbindung von der Mainzer Landstraße über die Camberger Straße und den Main bis zur Deutschordensstraße wäre sie die perfekte Direktverbindung zwischen Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel und Niederrad bzw. Anschlussstelle Süd und könnte somit den Bahnhofsvorplatz und die Friedensbrücke entlasten. Damit könnte man auch weiterhin auf die Ausfahrt an der A5-Anschlussstelle "Westhafen" von und nach Süden verzichten. Ich würde eine Mainbrücke an dieser Stelle sogar als wichtiger erachten als die Mainbrücke Ost am Osthafen bzw. dem künftigen EZB-Standort.

  • Wird aber ganz schön laut werden, direkt an der Bahnbruecke.


    Stimmt. Ich finde es schon am Westhafen recht laut, wenn nachts ein Zug über die Brücke fährt. Aber gäbe es nicht die Möglichkeit einer Schallisolierung direkt an der Brücke, z.B. mit Plexiglas? Wer kennt sich diesbezüglich aus?

  • War heute sowieso in der Ecke, daher 2 Bilder:


    Übergang vom Westhafen mit verschlossenem Tor, rechts das Druckwasserwerk
    Kraftwerk-1.jpg


    Blick von der Brücke
    Kraftwerk-2.jpg
    Bilder: Gizmo23

  • Ich weiß es auch nicht, aber es könnte auch das Überbleibsel einer alten Mainbrücke sein.


    Es handelt sich keineswegs um die Reste einer ehemaligen Mainbrücke, sondern wie Schmittchen schon ganz richtig schrieb, um das ehemalige Nadelwehr, welches von der Griesheimer Schleuse ersetzt wurde. Auf der südlichen Mainseite sind die Schleusenkammern, sowie die westliche Zufahrt noch komplett erhalten. Die östliche Zufahrt ist zugeschüttet und der Theodor Stern Kai darauf angelegt worden, den es vorher nicht gab.


    Eine ehemalige Mainbrücke und einen Rest davon gibt es im Frankfurter Stadtgebiet nur in Schwanheim (alte Schwanheimer Brücke).

  • Ist richtig:
    1882 bis 1885 wurden am Unterlauf des Mains zwischen Mainz und Frankfurt fünf Staustufen mit Nadelwehren errichtet (Kostheim, Flörsheim, Okriftel, Höchst und Niederrad) und am nördlichen Mainufer wurde der Westhafen gebaut, der 1886 eröffnet werden konnte. Gleichzeitig entstand am gegenüberliegenden Ufer der Kohlehafen, der bis 1912 betrieben wurde.
    In den 1920er Jahren konnten die fünf Nadelwehre mit ihren Schleusenanlagen das gestiegene Verkehrsaufkommen auf dem Main nicht mehr bewältigen. Daher wurden ab 1927 die Nadelwehre durch drei leistungsfähigere Walzenwehre mit größeren Schleusenanlagen in Kostheim, Eddersheim und Griesheim (Staustufe Griesheim) ersetzt.


    Bei Nadelwehren handelte es sich um Stauwände aus Holzbalken, die mit Schleusen versehen waren. Hauptzweck der Stauanlagen war die Beruhigung des Flusses und die Vergrößerung der Fahrtiefe, so daß auch die größeren Rheinschiffe bis Frankfurt fahren konnten.


    Gesprengt wurde das alte Nadelwehr in Niederrad genau am 12. September 1932. Aber offenbar nicht vollständig.

  • Wohnquartier am Gutleuthafen?

    Derzeit läuft ein Ideenwettbewerb für die Aufwertung des nördlichen Teils des Stadtteils Niederrad. Das Wettbewerbsgebiet liegt zwischen dem Main im Norden, den Uni-Kliniken im Osten, der Bürostadt Niederrad im Westen und dem Ortskern im Süden. Für den Wettbewerb gibt es eine Website, dort finden sich weitere Informationen.


    Letzte Woche berichtete die FAZ in ihrer Printausgabe von dem Wettbewerb*. Wesentlich interessanter aus meiner Sicht sind allerdings Passagen in dem Artikel, in denen es um das nördliche Mainufer geht. Demnach soll der heutige Flusshafen Gutleuthof aufgegeben werden. Danach könnte dort ein neues Wohnquartier gebaut werden. Es sollen sich bereits einige Entwickler mit diesem Projekt befassen, darunter Wentz Concept.


    Weitere Möglichkeiten für eine Neubebauung könnten sich auf dem westlichen Teil des Uniklinik-Areals ergeben. Wie das gesamte Klinikgelände ist dieser Eigentum des Landes Hessen. Auf dem weitläufigen Areal könnten Kliniken räumlich zusammengelegt werden, auch um auf diese Weise die bislang hohen Transportkosten zu senken.


    Schließlich wird kurz der Sommerhoffpark angesprochen. Dieser soll nach Norden, also in Richtung Gutleutstraße erweitert werden. Auch das Areal des seit Mitte der 1990er-Jahre stillgelegten Kraftwerks der Deutschen Bahn westlich der Main-Neckar-Brücke wird kurz erwähnt (hier bereits Thema). Zwischen dem Westhafen und dem Sommerhoffpark ist eine Grünverbindung vorgesehen. Hier sollen laut dem Leiter des Stadtplanungsamts die Planungen noch nicht abgeschlossen sein. So ähnlich dürfte sich die Behörde allerdings vor über fünf Jahren auch schon geäußert haben, dazu der Beitrag von kind aus dem Jahr 2004.




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    *FAZ-RMZ, 05.01.2010, Seite 34

  • Die Bebauung des nördlichen Mainufers an der genannten Stelle wäre ein außergewöhnlicher stadtplanerischer Coup. Der besseren Vorstellung wegen habe ich mir erlaubt, hier ein Bild einzubinden, auf dem das Areal komplett abgebildet sein dürfte. In Blau zu sehen ist natürlich nicht der Main, sondern die Gutleutstraße, und wenn ich mich nicht täusche, habe ich mich beim Markieren mit Rot nicht vertan und auch den Gutleuthofweg erwischt.



    Quelle: Google Earth ; Manipulation von mir


    Schmittchen : Da mir der FAZ-Artikel nicht vorliegt, könntest Du bitte das für die Wohnbebauung vorgesehene Areal sprachlich abstecken? Es gibt sicher auch noch andere Interessierte. Vielen Dank jedenfalls schon einmal im Voraus!

  • Diesbezüglich stand nicht mehr als in meinem Beitrag wiedergegeben in dem bewussten Artikel. Also Areal des heutigen Flusshafens Gutleuthof. Dieser reicht von der Niederräder Eisenbahnbrücke am linken Rand des Satellitenfotos bis zu der von dir eingefügten roten Linie westlich der Werner-von-Siemens-Schule. Bereits wegen der Dimensionen äußerst wahrscheinlich, dass in Abschnitten gebaut würde, beginnend vermutlich im Osten. Also auf Höhe der Wurzelsiedlung - die dadurch endlich ihre stets seltsam anmutende isolierte Lage verlieren würde.

  • Zur Entwicklung Gutleuthafen

    Es ist wirklich eine interessante Vorstellung, wenn sich die Stadt am Fluss weiter Richtung Westen ausdehnen kann. Zwar ist es Schade, wenn Industriekultur verloren geht, aber dieses Gebiet ist wirklich ziemlich zentral, aber so stark abgeschottet wie kaum ein anderer Flussabschnitt in der Stadt (von Hoechst mal abgesehen).
    Es müsste also einerseits eine bessere Integration der Wurzelsiedlung entstehen durch einen Möglichkeit, am Main entlang bis zu den Neubauten entlang zu fahren. Aber wenn ich mir das Satellitenfoto so anschaue, wäre auch eine Strassenverbindung nach Norden ins Gallaus Richtung Kleyerstraße wünschenswert. So gäbe es nicht nur die Camberger Brücke als Verbindung und es würde mehr Austausch zwischen diesen Stadtviertel entstehen.

  • Die Rhein-Main-Zeitung der FAZ berichtet heute über geplante Wohnbebauung östlich des Sommerhoffparks sowie am heutigen Gutleuthafen westlich des Parks. Das Stadtplanungsamts erarbeitet demnach zur Zeit einen Rahmenplan für das nördliche Mainufer zwischen Westhafen und Gutleuthafen. Dieser Abschnitt soll teilweise zu einem Wohnquartier werden. Die Zeitung hat auch einen Plan online. Im einzelnen:


    Wohnhochhäuser anstelle DB-Kraftwerk


    Hier geht es um das Areal des Mitte der Neunziger stillgelegten Kohlekraftwerks der Deutsche Bahn AG. Dazu der erste Beitrag im Thread.


    Weiterhin ist das Areal im Besitz der DB AG. Weiterhin sollen Verhandlungen über einen Verkauf weit fortgeschritten sein. Käufer soll nun aber die Stadt Frankfurt werden, nicht mehr "ein Investor". Über den Grundstückspreis soll Einvernehmen bestehen, über die Kosten für die Beseitigung von Altlasten noch nicht. Die Baureifmachung des Grundstücks soll mit hohem Aufwand verbunden sein (u. a. wohl wegen der in #1 erwähnten Kohlebunker). Auch die Frage nach der Erschließung stellt sich problematisch dar.


    Geplant sind nun drei Wohntürme mit rund 40 Meter Höhe. Diese sollen von dem Projektentwickler Groß & Partner gemeinsam mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG errichtet werden. Vorgesehen ist Passivhausstandard. Dies auch aus Gründen des Lärmschutzes, denn die stark befahrene Main-Neckar-Eisenbahnbrücke liegt gleich nebenan. Ein Teil des Areals soll öffentliche Grünfläche werden und die Verbindung von Westhafen und Sommerhoffpark ermöglichen. Im vom Main aus gesehen rückwärtigen Bereich ist eine Erweiterung der Förderschule für Gehörlose am Sommerhoffpark (Website) geplant.


    Eine baldige Einigung zwischen Bahn und Stadt vorausgesetzt, könnte bereits im kommenden Jahr mit dem Bau der Wohnhochhäuser begonnen werden.


    Neues Wohnquartier am Gutleuthafen


    Auf der anderen Seite des Parks ist gleich ein neues Stadtquartier geplant. Westlich der Werner-von-Siemens-Berufsschule könnte zur Gutleutstraße hin ein Quartierszentrum entstehen. Zwischen diesem und dem Mainufer ist eine weiteres Wohngebäude geplant.


    Daran in westlicher Richtung anschließend, könnte auf Höhe der Wurzelsiedlung ein bisher gewerblich genutzter Streifen am Mainufer für den Bau von Stadtvillen genutzt werden. Begrenzt würde diese Bebauung durch das Areal von Sehring-Beton. Am Westende könnte eine Kindertagesstätte gebaut werden.


    Problematisch für den Abschnitt mit den Stadtvillen sind bestehende Pachtverträge mit noch langer Laufzeit. Ein Teil des heutigen Gutleuthafens ist bis 2019 an die FUG Frankfurter Umschlag-Gesellschaft verpachtet, ein anderer Teil bis 2025 an einen Baustoffhandel.


    So in etwa könnte es einmal aussehen:



    Basisdaten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0 | Bearbeitung: Schmittchen

  • Der Magistrat hat nun eine Vorlage zum Rahmenplan erstellt. Diese ist auch in Bezug auf die geschichtlichen Hintergründe der einzelnen Flächen sehr lesenswert. Klicken um das PDF herunterzuladen.


    Das Frankfurter Büro grün³ (Website) hat einen Bebauungsvorschlag erarbeitet. Hier als PDF und nachfolgend zur besseren Lesbarkeit in Hochformat gedreht:



    Grafik: grün³ Albrecht Schaal / Stadt Frankfurt am Main


    Übersichtsplan:



    Grafik: Stadt Frankfurt am Main

  • Und laut Plan wird es auch eine Fähre von/nach Niederrad geben ... feine Sache :daumen:


    Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann auch mal (Bedarf für) reguläre PersonenFährverbindungen als Ergänzung des ÖPNV entlang des Mains geben wird!

  • Im Römer-Planungsausschuss gab die Firma Bims-Nagel kürzlich bekannt, dass sie zu einer Auflösung ihres Pachtvertrags an der Ecke Wurzel- und Hirtenstraße (Luftbild) und zu einer Verlagerung ihres Umschlagplatzes für Sand und Kies bereit wäre. Das steht heute in der FNP. Dies auch, weil bereits jetzt wegen Lärm- und Staubemissionen eine Auflage bestände, wonach die Anlage zwischen 21 und 6 Uhr nicht betrieben werden könne. Damit wäre der Weg frei für eine zügige Umwandlung dieses Areals in ein Wohngebiet. Die Rahmenplanung sieht hier ein Quartierszentrum und Wohnhäuser vor, siehe Plan oben in #15.

  • Vor wenigen Wochen sah ich ein kleines Grüppchen mit Aktenordnern und Schreibgerät bewaffnet durch den Park ziehen. Gesprächsthema war die zukünftige Bebauung. Möglicherweise laufen Vorbereitungen durch die ABG Frankfurt Holding mit ihrer Partnerin (wohl Groß & Partner lt. Schmittchens Beitrag von 2010) seit den Beschlüssen letzten Jahres weiter, und es kommt in den nächsten Monaten tatsächlich zu einer konkreten Ankündigung mit Renderings und pi-pa-po. Im Juni letzten Jahres gab es jedenfalls noch einen offiziellen, hier noch nicht erwähnten Magistratsbestätigung über die Interessentin ABG mit einem "privaten Dritten" (B303, PDF).


    Bevor Bagger die Idylle des Parks stören, habe ich eine Bestandsaufnahme zum Sommerhoffpark mit angrenzender Bebauung erstellt. Siehe Bilderbuch.