Wärmedämmung contra bauzeitlicher Zustand

  • Was bei der hier geführten Diskussion leicht übersehen wird, sind die Vorschriften über Ausnahmen, Befreiung und Härtefälle. Sie sind vor allem für denkmalgeschützte Gebäude relevant, weil sie dem Gebot der Wirtschaftlichkeit Rechnung tragen.


    Auf Antrag haben die zuständigen Behörden von den Anforderungen der EnEV zu befreien, "soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können." (§ 25 I EnEV 2009)


    Das charmante an dieser Vorschrift ist, dass sie den Behörden kein Ermessen einräumt, sondern dem Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Befreiung bei Vorliegen der Voraussetzungen. Die Voraussetzungen sind natürlich in unbestimmten Rechtsbegriffen gefasst, deren Bedeutung noch nicht allgemein beschrieben werden kann, weil es dazu praktisch keine Judikatur gibt. Was sind besondere Umstände? Unangemessener Aufwand? Unbillige Härte? Übliche Nutzungsdauer? Angemessene Frist? Die unbestimmten Rechtsbegriffe sind - anders als Ermessenentscheidung - inhaltlich in vollem Umfang gerichtlich überprüfbar.


    Solche Begriffsklärungen lassen sich aber nur über zahlreiche Gerichtsentscheidungen im Laufe der Zeit herausfinden. Nur: wenn man keine Anträge stellt, wird man die Antwort nie erfahren. Also: nicht meckern, sondern Ausnahmen und befreieungen beantragen!!

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  • Hallo,


    also eine Dämmung bringt sehr viele Vorteile mit sich, einerseits spart man Energiekosten weil die Wärme langsamer aus den Räumen zieht, die Schalldämmung ist besser, wenn man an der Straße oder an Gleisen wohnt, bekommt man viel weniger Lärm mit und der Wert der Wohnung steigt durch energieeffizienter Modernisierung.
    Ich kann euch unter anderem die Seite http://www.massivhauskataloge24.de/bauen/energiesparhaus/

  • Am 14. Januar erschien ein Artikel im gedruckten Tagesspiegel, in dem die Autorin Heike Jahberg hinsichtlich der Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems an der Fassade ihrer Wohnanlage Bilanz zog.
    Kurz zusammengefasst:
    Einen Sommer lang kein Betreten des Balkons möglich, die Fenster mit Planen verhängt.
    Jährliche Heizkosten vor der energetischen Fassadensanierung: 1187 €. Im Jahr nach der Sanierung: 1068 €. Macht eine Heizkostenersparnis von 9,90 € pro Monat. Dafür wurde die Monatsmiete wegen der Sanierung um 136 € erhöht.
    Rückblickend hielt sich die Begeisterung über die Maßnahme in Grenzen.

  • ^^ Es mag schon sein, dass Wärmedämmung irgendwelche Vorteile mit sich bringt, aber man muss sich doch auch fragen, ob es sich lohnt, und wenn, für wen es sich lohnt.


    Nehmen wir mal folgenden Fall an:


    Mehrfamilienwohnhaus, Baujahr 1954, 5 Etagen, ausgebautes DG, Dach wurde beim Ausbau zeitgemäß gedämmt. Es handelt sich um selbstgenutzte Eigentumswohnungen. Geschlossene Bauweise, also beiderseits angebaut. Die Dämmung der Vorder- und Rückfassade wird mit 40.000 € kalkuliert. Heizung wurde bereits vor 5 Jahren erneuert.


    Die Heizkosten (ohne Warmwasser) betrugen zuletzt 2.752 €; davon sind rd. 700 € Nebenkosten wie Wartung, Abrechnung, Verbrauchsmessung, Kaminfeger, und rd. 2.000 € Brennstoffkosten.


    Unterstellt, die Wärmedämmung würde den Energieverbrauch um 50% reduzieren, würde man also rd. 1.000 € im Jahr einsparen. Diese Ersparnis reicht aber für die Mindesttilgungsrate nicht aus. Bei einer Verzinsung von 2,9% und 1% Tilgung beträgt die monatliche Rate 130,00 €, mithin 1.560,00 €/Jahr. Die Eigentümer müssten also noch im Ergebnis 560,00 € pro Jahr mehr zahlen als ohne Wärmedämmung.
    Das Darlehen hätte bei diesen Parametern eine Laufzeit von 47 Jahren. Das finde ich ein ernüchterndes Ergebnis, zumal diese Rechnung einige Unbekannte enthält. Lassen sich wirklich 50% der eingesetzten Primärenergie einsparen? Bleiben die Zinsen so niedrig? Hält die Wärmedämmung 47 Jahre?


    Wären es keine selbstgenutzten ETW, sondern Mietwohnungen, und wären die gesamten 40.000 € Kosten wohnwertverbessernder Maßnahmen, könnten sie mieterhöhend umgelegt werden in Höhe von 11% der Gesamtkosten. Das entspricht 4.400 €/Jahr und rd. 733 € pro Wohnung im Jahr. Mit den Mehreinnahmen wären die 40.000 € in längstens 12 Jahren getilgt. Der Unterschied beseht darin, dass Mieter die Wärmedämmung vollständig allein bezahlen. Die Jahresmiete erhöht sich nominal um 733 € im Jahr, sie sparen rd. 166 € Heizkosten im Jahr, zahlen als per Saldo rd. 560 € mehr pro Jahr, und zwar auch dann noch, wenn der Vermieter das Darlehen längst getilgt hat. :Nieder:


    Wäre ich Vermieter, würde ich natürlich auch dämmen, weil das ein probates Mittel zur Mieterhöhung ist, die sich auf andere Weise (Mietspiegel, Indexmiete) nicht erzielen lässt, bzw. zusätzlich noch erzielen lässt.

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  • Genau das ist ja der Vorwurf. Es profitieren Vermieter, clevere Handwerksfirmen, die Industrie und letztlich der Staat. Leidtragende sind die Mieter, das Stadtbild und die Umwelt. Nicht umsonst ist das WDVS in einigen Ländern verboten.

  • Dieser Artikel aus der Nürnberger Lokalpresse sollte nicht unerwähnt bleiben:


    http://www.nordbayern.de/nuern…zu-tode-gedammt-1.2038629


    Er beschreibt, wie die Energetische Sanierung ein Baudenkmal ruiniert hat, welches hierdurch seinen Denkmalstatus verlor. Dass es darin um eine Schule in der seltenen und auch filigranen Formensprache der Nachkriegszeit geht, macht es umso trauriger. Es bleibt die Hoffung auf die Erkenntnis, dass Styropor die Polkappen und das Klima nicht retten kann.

  • Nun, Unsinn verkauft sich leider immer gut, sauber recherchieren macht dagegen arbeit.
    Dass dichte Häuser egal ob mit Mieralwolle Zellstoff, Neopor oder Holzfaserplatte gelüftet werden muss, sollte sich mal herumsprechen - man schiebt es aber leiber aufs WDVS, das als unviersalschuldiger so schön tauglich aussieht weils aus Kunststoff ist.
    Vor wenigen Jahren war noch die Mineralwolle der grosse übeltäter weil Krebsverdächtig, sind ja Fasern. Und in ein paar Jahren sinds dann viellleicht Holzfaserplatten oder Zellulose, die können ja schimmeln wenn falsch verbaut und deswegen nass.
    Dass man einfach übergreifend Planan muss - auch das geänderte Aussehen der fassaden, aber auch die gesamte Bauphsik, und das Pfusch egal mit was gebaut wird immer Ärger macht, und das sparen am falschen Ende eben auch - das verkauft sich ahlt als Schlagzeile schlecht. Lieber informiert man die Leute falsch, wenns dem eigenen Geldbeutel gut tut.

  • Richtig, unsere Häuser müssen komplexer werden. Für jedes technische System braucht es natürlich ein Kontrollsystem, die Systeme kosten viel Geld und müssen fachgerecht gewartet werden. Jeder Wartungstechniker kommt dann im Firmenwagen angefahren, Termine werden gemacht, Teile ausgetauscht wie z.B. Filter und Motoren, und es werden Rechnungen gestellt. Und am Ende steht ein fleissig rotierender Wirtschaftskreislauf, an dem viele verdienen, und an denen die Eigentümer spätestens im Papierkrieg verzweifeln. Wir vergallopieren und da ganz schön. Vorbei die Zeit, da man ein Fenster zum Lüften öffnete, wenn die Luft schlecht war. Jetzt gibt es dazu konkrete Vorschriften, ansonsten funktioniert das ganze Konzept nicht. Wie in einer künstlichen Biosphäre.

  • Also zum einen braucht es vernünftig haltbare Geräte, die dann auch einen überschaubaren wattungsaufwand haben. Und eben am Besteh häuser die dann so geplant sind, dass z.B. auf der einen Seite die KWL als Komplexität hinzukommt, dafür für die Beheizung eine einfache Wärmepumpe mit deutlich geringerer Koplexität als z.B. ein Gas-Brennwertgerät oder ein Öl-Brennwertgerät die Komplexität des Gesamtsystems wieder reduziert.
    Dafür braucht es gute Planer, die auch den Handwerkern Paroli bieten- die verkaufen nämlich gerne die komplexest mögliche Variante, damit sie später möglichst oft gebraucht werden. Aber der Planer wird bei Sanierungen häufig eingespart, zudem sehen sich viele Architekten als Künstler, die sich mit den Niederungen der Technik nicht abgeben wollen, und nicht als Ingenieure, die ihe Befriedigung auch aus einem gut handhabbaren 0815-Haus ziehen, das einfach gut funktioniert.
    Dabei ist's so einfach - wenn man bei den PAssiven Elementen (Dämmung) klotzt und sauber plant, kann man bei den aktiven Koponenten (Heizung &Co) sparen - was scih dann jedes Jahr mehr bemerkbar macht.
    Aber das verkauft keiner - lieber noch zum Brennwertgerät ein kleines bischen ST angebaut, dann noch einen Kaminofen mit Wasertasche dazu, der dann nochmal nen eigenen Pufferspeicher bekommt, dann später nocht zum PV-Eigenverbrauch erhöhen an das ganze Gewurstel ne Brauchwasserwärmepumpe angeflanscht, dann die KWL mit SPezialschaltung damit das mit dem Kaminofen noch funktioniert, und fertig ist das typische Haustechnik-Chaos mit dem sich der Installateur einen Vollzeitjob gesichert hat.
    Dämmt man das ganze richtig, schmeisst man das Brennwertgerät und den Kaminofen samt Kamin raus, reicht die standardausführung der KWL und ausser nem Stromanschluss braucht man nix mehr verwalten. Auf einmal wirds dann leer im Keller.

  • Danke für die Infos, aber davon wird mir leicht schwummrig. Was ist KWL? Kraft-Wärme... Leitung? Und ST? All diese Aktiva, diese technischen Anlagen, die da surren, blinken und brummen wären mir schon zu viel des Übels. Was daran dann "Passivstandard" sein soll ist mir ein Rätsel. Und ich bin kein Technikhasser, keineswegs. Aber ich weiss, dass es mich früher schon genervt hat, 1 x im Jahr die Heizungsableser in meine Wohnung lassen zu müssen, die irgendwann arbeitstags zwischen 08:00 und 16:00 Uhr kommen. Und da hatte ich weder Wärmepumpen, Luftfilter noch Ventilatoren, die gewartet werden wollten. Grundsätzlich sollten ja auch die Fenster regelmäßig auf einwandfreien Gang geprüft werden, bevor sie sich verziehen...

  • KWL ist Kontrollierte Wohnraum Lüftung - sinnvollerweise mit integrierter Wärmerückgewinnung.
    Besteht i.d.R. aus Lüftungskanälen, zwei wartungsarmen Ventilatoren und einem Gegenstromwärmetauscher. Gut gebaut sollte man nur ab und zu die Filter tauschen / reinigen. Und stellt die sonst verbreiteten Mief, Schimmel, und sonstigen Probleme dauerhaft ab, abgesehen von der Enegieeinsparung.


    Man kanns kurz zusammenfassen:
    -ungedämmtes Haus mit zugigen Fenstern funktioniert, ist aber ungemütlich und teuer im unterhalt.
    - ungedämmtes Haus mit dichten Fenstern funktioniert in der Praxis nicht.
    - gedämmtes Haus mit dichten Fenstern funktioniert bedingt.
    - gedämmtes, dichtes Haus mit KWL funktioniert wieder uneingeschränkt.


    Natürlich ist die KWL auch nochmal ein Gerät, deswegen sollte man versuchen bei der übrigen Heizungsanlage die Komplexität wieder zu reduzieren - was geht wenn man insgesamt durch gute Dämmung den Energiebedarf so weit drückt dass man zu technisch einfachen lösungen greifen kann.
    Dann fällt der Besuch des Gasablesers und des Kaminfegers weg, und die Heizkörperablesung wird auch tendenziell sinnlos.
    Wärmepumpen kann man sehr Wartungsarm bauen - oder wie oft lässt Du deinen Kühlschrank warten?

  • Mag ja sein, dass es Beispiele gibt, wo eine Fassadendämmung sich lohnt. Aber wozu der ganze Zirkus, wenn sich die Energieeinsparungen, wie so oft, in sehr engen Grenzen halten und das Ganze auf absehbare Zeit bloß viel Sondermüll produziert und damit wenig nachhaltig ist? Und wenn das nötige Know-How für eine korrekte Installation bei den Firmen nicht vorhanden ist, ist das natürlich ein Problem. Aber das gravierendste Problem ist für mich eigentlich ein Ästhetisches.


    Im Übrigen gab es entsprechende Beiträge auch schon bei der ARD, beim NDR, beim ZDF. Die hätte ich jetzt nicht direkt unter Verdacht, unseriöse, quoten-orientierte Berichte zu senden.

  • Zu wenig beleuchtet wird mir immer noch der Unsinn Neubauten mit Polysterolfassade zu errichten. Das so etwas überhaupt erlaubt ist, kann ich mir nur durch handfeste Lobbyarbeit erklären.

  • Genau da liegt ja der Hase im Pfeffer. Ich zweifel nur wenig daran, dass all diese Systeme funktionieren. Ich lasse mir auch eingehen, dass man soetwas vernünftig finanzieren und auch noch komfortabel warten kann. Aber das grundsätzliche Problem sehe ich - neben dem ästhetischen, das Geschmackssache ist, und dem energetischen, denn jeder Monteur der angefahren kommt verursacht Schmutz und verbraucht Energie, und vom Herstellungsaufwand der Anlagen mal ganz zu schweigen - sehe ich den völlig intransparenten Markt. Es gibt etliche Hersteller, die wiederum von etlichen Handwerksfirmen mehr oder minder qualitätvoll verbaut werden. Der sanierungsbereite Eigentümer kann eigentlich nur in eine Kostenfalle tappen, da er die Systeme nur rudimentär versteht und letztlich Beratern, die Geld nehmen, vertrauen muss. Man wird gewarnt davor am falschen Ende zu sparen. Der nächste Berater verspricht verheissungsvoll, dass dies oder jenes gar nicht nötig sei, was es endlich auch günstiger machen würde, damit er den Auftrag bekommt, und schwupp ist das ineinandergreifende System nicht konsistent und bringt den gewünschten Effekt gar nicht oder hat sogar schlimme Nebenwirkungen.


    Ich sehe da ein staatlich finanziertes Umweltverschmutzungs-, Eigentümerverunsicherungs-, Arbeitsbeschaffungs- und Stadtbildvernichtungsprogramm.


    Wo ich aber voll dafür bin, ist nach mit all diesen neuen Techniken neue Projekte anzugehen, wie Bahnhöfe, Bankenhochhäuser und Verwaltungsgebäude. Die dahinterstehenden Geselschaften haben sicherlich auch das Knowhow oder wenigstens den Finanziellen Atem, mit den Folgen umzugehen. Aber vom Wohnhäuserbestand, v.a. wenn er kulturell wertvoll ist, sollte man die Finger lassen.

  • Also ich sehe bei Neopor nach wie vor keinen Sondermüll - das sieht bei Resol oder Polyurethan wieder ganz anders aus - die sind auch übler wenns mal brennt.
    Bei einem Schwelbrand von Holzfaserplatten entstehen auch jede Menge Giftstoffe (Teeröle, Polyzyklische Kohlenwasserstoffe und ähnliche schöne Dinge) das gibt sich zu Neopor uach nicht viel - eine unsaubere Verbrennung, wie sie bei einem Feuer an einem Gebäude immer stattfindet ist nicht umweltfreundlich, und Brandschutt entsprechend immer SOndermüll, Neopor hin oder her.
    Entsprechend denkt auch keiner der sich mit der sache auskennt irgendwo an Verbieten, weils einfach Sinnfrei wäre.
    Und das Problem mit nicht zusammenpassenden Bauelementen ist so alt wie das Hausbauen selbst. Nur wird das regelmässig wieder vergessen, und man denkt das wäre früher nicht so gewesen. Stimmt aber nicht. Nur der baumurks von 1800 wurde schon 1850 wieder abgerissen und keiner von Uns hat ihn je zu Gesicht bekommen.


    Umgekehrt kann sich jeder Bauher mit ein klein wenig Mühe in die Thematik einlesen - nur hindern solche Panikartikel wie gerade auf ARD, ZDF und Co am Verständnis, und klären eben nicht auf, weil dort alles mögliche nicht zusammengehördende willentlich von den Journalisten zu einer grossen Sosse zusammengerührt und wunderschän Panikmachend verteilt wird.
    Da werden dann immer die gleichen 3-5 Brände angeführt, wo jeder der sich mit dem Thema mal befasst hat auf den ersten Blick sehen kann wo die Vorschriften nicht eingehalten wurden. Schön abgebrannte Häuser wegen nicht eingehaltener Vorschriften gibts auch im Holzbau und in praktisch allen anderen Bausystemen. Interessiert aber keinen ausser den Fachleuten.
    Und gerade bei grossen Gebäuden ist Dämmungsmässig nicht viel zu holen - allein aus geometrischen Gründen. Die Gebäudeoberflächen von grossen Gebäuden sind relativ zum Inhalt zu klein, da reicht oft die Beleuchtung sowie die anwesenden Personen um das Gebäude das ganze Jahr warm zu halten - Kühlung ist da das Problem.


    Dämmung ist ein Thema für das 0815 Wohngebäude - und das ist in der Regel nicht kulturell Wertvoll, sondern eine 0815-Schachtel aus der Nachkrieszeit.


    Und auch beim Jugendstil-Gründerzeitbau gibts links ne hässliche Brandwand, rechts ne hässliche Brandwand, ne meis abgrundhässliche Rückfassade die nie jemand sieht, obendrauf ein 0815 Dach, und die Kellerdecke sieht eh niemand - 5 Flächen die man problemlos und ohne Verschandeln in Angriff nehmen kann, während man die 6-te Fläche tunlichst in Ruhe lässt - 1/6 der Oberfläche bei 3 % der Häuser ist dann energetisch ein Vernachlässigbarer Anteil, den man auch mit schlechten Dämmwerten problemlos mit durchschleppt.
    Beim Nichtssagenden 97% Rest des Gebäudebestands muss man eben ran. DAs notwendige Wissen kann man einem Bauherren vermitteln - aber viele verdienen ihr Geld eben mit Panikmache und Verwirrung, das ist das grössere Problem, und viele Handwerker denken ebenfalls nur an ihr Gewerk und nicht an das System "Haus".
    Obwohl das System Haus eigentlich nach recht einfachen Prinzipien verständlich wäre. Wenn man die paar Grundregeln der Bauphysik versteht.

  • Schön wäre es, wenn es denn so einfach wäre. Aber es beginnt ja schon mit dem Märchen der hohen Heizkosten und dem angeblichen Sanierungsstau. Den gibt es nämlich nur auf dem Papier, nämlich dann wenn man definiert dass Wohnhäuser Energielieferanten sein müssen.


    Ich habe noch nie in einem gedämmten Haus gewohnt, und auch noch nie mehr als 40 EUR / Monat für das Heizen bezahlt. Also etwas unter 1 EUR/qm und Monat. Als ich später zu zweit gewohnt habe hat sich das nochmal halbiert. Ich bin also nicht davon überzeugt, dass dieser Aufwand in den meisten Fällen gerechtfertigt und verantwortbar ist, geschweige denn umweltpolitisch Sinn macht. Vor allem bezogen auf das 08/15-Haus.


    Sinn macht es dann, wenn jemand viel Geld hat und einen Wohnbedarf von über 100 qm pro Kopf realisieren will, der flächendeckend warm sein muss. Die Zimmertür als Wärmeschleuse braucht es dann nicht mehr. Aber das entspricht nicht der Lebenswirklichkeit, schon gar nicht im 08/15-Haus. Das bezieht sich dann auf Prestigeprojekte.

  • Völlig richtig. Daher halte ich die "Panikartikel" auch nicht für übertrieben sondern überfällig. Es kann nicht sein, dass Hausbesitzer mit ökologischen Argumenten dazu animiert werden ihre Häuser mit Kunststoff von der Nutzbarkeitsdauer einer Gartenlaube zu dämmen. Polysterol mag vieles sein und sogar Heizkosten sparen können aber es ist nicht umweltfreundlich und schon gar nicht dazu geeignet in irgendeinerweise die "Energiewende" zu schaffen.

  • Also die Nutzbarkeit von WDVS ist lang - so lang dass man die Nutzbarkeitsdauern von Zeit zu Zeit nach oben anpasst, weil die ältesten verbauten Systeme einfach keine Lust darauf haben kaputt zu gehen. MAn geht inzwischen davon aus dass zwischen Mauerwerk+Verputz und Mauerwerk+WDVS+Verputz bei ordnungsgemässem Aufbau kein nenenswerter Unterschied in der Lebenserwartung besteht.


    Und im Gegensatz zu Nothor, der wohl einige Heizfreudige Nachbarn hat die für Ihn mitheizen, was bei entsprechend geringen Raumtemperaturen und höheren Temperaturen beim Nachbaren im Mehrfamilienhaus funktioniert, kenne ich aus persönlicher Erfahrung Heizkosten (bei 80qm für 3 Personen) von etwa 1,8€/qm und Monat. Die sich nach meiner Praxiserfahrung durch Dämmung deutlich reduzieren lassen- bei heftig steigender Wohnqualität - es zieht nicht mehr, die kalten Asusenwände sind weg, eifach prima. Entsprechend steht bei meinem Haus auch noch Sanierung an.
    Und warum Polystyrol nun wieder "nicht umweltfreundlich" sein soll, und warum man damit keine Energiewende schaffen soll, bitte ich mal erläutert zu bekommen.
    Und die Zimmertüre als "Wärmeschleuse" bringt es bei guter Dämmung so oder so nicht mehr, weil der Wärmedurchgang durch die Innenwände die temperaturen innen so oder so angleicht. Wenn die Aussenwand 10 besser dämmt als die Innenwand und die Flächen anch innen und Aussen gleich gross sind (meist sind die Innenflächen viel Grösser) bekommt man bei 20° Differenz nach Aussen zwischen den Innenräumen nicht mehr als 2° bei geschlossener Wand als Differenz hin.