Wärmedämmung contra bauzeitlicher Zustand

  • Ich habe mir den Thread mal angesehen, der ist von der Inhaltstiefe und der Qualität der Argumente aber nicht vorzeigbar. Es gibt ja keine inhaltliche Auseinandersetzung damit, sondern man redet und lästert über die Zeitung allgemein. Die erwartbare Reaktion in einem Forum, in dem sich jene treffen die Ihr Brot mit dem Verkauf des Kritisierten verdienen. Erst die jüngeren Kommentare werden sachlicher, differenzierter, glaubwürdiger.


    Trotzdem, die handwerklich-technische Seite ist nur ein Aspekt, das ganze ist ein gewichtiges Instrument in der gesellschaftlich getragenen Energiewende, die von der Politik verantwortet wird. Und die läuft eben nicht konsistenz, ich sage eben nur Kohlekraftwerke. Überhaupt ist nach meinem dafürhalten der ruf der Politik nach "Konsumanreizen" und "Wachstum" auch nicht mit Ressourcenschonung und Umweltschutz vereinbar. Die gesamte Politik ist nicht konsistent und damit sind ihre Einzelprogramme nicht überzeugend. Aber das ist wiederum ein anderes Thema.

  • 57g CO2? Das glaubst du wohl selbst nicht, evtl. ein voll besetzter Reisebus ohne Gepäck auf absolut ebener Strecke als einziges Fahrzeug auf der Autobahn.


    Die Daten die ich meiner Berechnung zu Grunde lege, sind Personenkilometer und Gesamtverbrauch eines Busunternehmens in einer Großstadt, allerdings darf ich diese nicht veröffentlichen. Wenn man diese Daten hat, ist es irrelevant, welche Wege die Menschen konkret fahren, welche Besetzung man zu Grunde legt o.Ä. Ich nehme den Dieselverbrauch, den die Busse in einem Jahr an der Tankstelle des Unternehmens getankt haben, teile diesen durch die Personenkilometer, multipliziere mit dem CO²-Faktor von Diesel (2,56 KgCO²/L) und teile durch 1.000 um von KgCO²/Personenkilometer auf gCO²/Personenkilometer zu kommen. Hinzurechnen muss man noch die Emissionen aus der Produktion und dem Recycling geteilt durch die Lebenslaufleistung mal die Kilometer pro Jahr und Bus, was dann in Summe 57gCO²/Personenkilometer ergibt.
    Wenn ich über die durchschnittliche Auslastung den spezifischen, durchschnittlichen Verbrauch eines Busses ausrechne, lande ich bei 30-40L/100Km, was den Angaben namhafter Omnibushersteller entspricht. Also funktioniert auch die Gegenprobe.


    Für das Auto gibt es die die Untersuchung "TREMOD 2013" die vom IFEU im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde. Dort sind auf Seite 30 die realen Werte der Verbräuche und Emissionen angegeben, die nach dem Modell errechnet wurden, das auch ich genutzt habe. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Verbräuche den realen entsprechen und nech denen auf den Versuchsanlagen, auf welche Autos heute optimiert werden. Folgende Werte wurden ermittelt und werden so auch vom Umweltbundesamt vertreten:



    Quelle: TREMOD 2013


    Hinzuzurechnen sind noch die Emissionen der Produktion, da die Verbrauchswerte eben nur die Verbrauchswerte und nicht die Lebenszykluskosten darstellen, damit kommt man dann auf ca. 200gCO²/Km für einen durchschnittlichen deutschen PKW. Diese Daten decken sich mit denen namhafter deutscher Autobauer.


    In meinem Universum sin 57g weniger als 200g. Aber sicher hast Du ein stichhaltiges und nachprüfbares Argument, wieso 200 doch weniger als 57 sind. Damit die "Umwege" des ÖV so groß wären, dass das Auto hier besser abschneiden könnte, müsste man mit dem Bus die 3,5-fache Strecke zurücklegen - eher unrealistisch.


    Übrigens hat der von Dir angesprochene Reisebus, wenn er vollbesetzt ist einen CO²-Verbrauchskennwert von ca. 20gCO²/Kilometer.


    Dieser Vergleich, bei dem das Auto besser abschneidet, als die Bahn ist natürlich wieder typisch. Man nimmt die Strecke bei der Bahn, bei der diese am schlechtesten abschneidet, nämlich die Fernstrecke und vergleicht mit der Strecke, bei der das Auto am besten abschneidet, auch hier die Fernstrecke. Tendentiell sind die Verbräuche des SPNV im Nahverkehr geringer die des MIV größer. Wieso also der Vergleich im Fernverkehr ein Argument sein soll, mit dem man es für gut heißt, im Nahverkehr mit gleich zwei Autos durch die Stadt zu gurken erschließt sich mir nicht.

  • Selbst wenn ich diese 57 mal glaube, setzt sich diese zusammen aus 25-40 aus der Hauptverkehrszeit (mit dem größten Personenaufkommen, daher "drückt" diese Zeit den Schnitt auch stark nach unten, da hoher Anteil am Gesamtaufkommen) und mindestens 100 in der Nebenzeit und mindestens 500 in der Abend-/Nachtzeit. Im Mittel eben 57.


    Wenn das durchschnittliche Auto (0-50 Jahre alt, tlw. deutlich übermotorisiert, SUVs, 7er BMWs, gewerbliche Kleintransporter usw...) mit mehr als 8 Litern Verbrauch an Benzin auf ca. 190 kommt, dann kommt etwa ein spritsparendes Modell (Golf Bluemotion usw.) auf maximal 100. Bei einem eigenen PKW habe ich die Wahl, so ein Auto zu benutzen, im Gegensatz zum Bus.


    Damit kommt das Auto allein gefahren schon auf bessere Werte in der Neben-/Abend-/Nachtzeit. In der Hauptverkehrszeit würde man zu zweit etwa auf die Werte vom Bus kommen. Ohne Beachtung der längeren Wege.


    Bei dem reinen Vergleich von 57 mit 200 vergisst du allerdings, dass ein Auto im Schnitt mit 1,5 Personen besetzt ist. Schon wenn wir Bestand mit Bestand vergleichen und deine Daten nehmen (57) sowie 200 von oben, dann sind das eben 133 pro Personenkilometer.


    Das spritsparende Modell ist bei der durchschnittlichen Belegung bei etwa 60-70 und damit mit dem durchschnittlichen Bus (57) vergleichbar.


    Was am Ende herauskommt? Mal ist Bus/Straßenbahn besser (Hauptverkehrszeit, voll besetzt oder übervoll), mal ist es das Auto (Bei mehreren Personen fast immer, bei einer Person in der Neben/Abend/Nachtzeit und falls der ÖPNV deutliche Umwege fährt im Gegensatz zu persönlich kürzesten Start/Ziel-Route.)


    Sparen lässt sich hier etwas. Aber keine signifikanten Mengen, da kein Verkehrsmittel den anderen strikt überlegen ist. Wenn wir wirklich jedes Dorf erschließen etwa (im 10 Minuten Takt) und zahlreiche Querverbindungen einstellen, dann wird die durchschnittliche Belegung der Busse drastisch abnehmen, was zu einem Anstieg von CO2/P-km führen wird.


    Im Gegenteil dazu die Heizkosten. Machen deutlich mehr CO2 als der private MIV aus und lassen sich theoretisch als Passivhaus auf 0 bringen, ohne dass jemand sich einschränken müsste. Es kostet halt. Selbst komplett ohne Dämmung könnte man, rein theoretisch, jedes Haus per Erdwärmekollektoren beheizen und die notwendigen Energiekosten komplett regenerativ erzeugen.

  • Das spritsparende Modell ist bei der durchschnittlichen Belegung bei etwa 60-70 und damit mit dem durchschnittlichen Bus (57) vergleichbar.


    Für das "spritsparende Modell" gibt der Hersteller einen CO²-Kennwert alleine aus der Produktion von 74gCO²/Kilometer an. Das Fahrzeug selbst hat einen CO²-Verbrauchskennwert (auf der Versuchsanlage!) von 88gCO²/Kilometer laut Herstellerangabe. Zusammen macht das 164gCO²/Kilometer. Das soll jetzt besser sein als 57gCO²/Personenkilometer? Stimmt, wenn im Schnitt 3 Personen in einem solchen Wagen sitzen. Und was soll uns der Vergleich zwischen einem durchschnittlichen Dieselbus mit einem top-modernen Elektro-Hybrid-Wagen sagen? Neue Autos sind besser als alte Busse. Wieso vergleichen wir den Golf Bluemotion nicht gleich mit einer Adler? Und wieso nicht mit einem Elektrobus? Vermutlich passt Dir das Ergebnis nicht.


    Die Belegung von 1,5Personen/PKW bezieh sich auf die gesamt gleisteten Personenkilometer innerhalb Deutschlands. Auf Basis der Wegehäufigkeit liegt der Wert bei lediglich 1,2 Personen/Km. Daraus kann man schließen, dass die Belegung im Stadtverkehr unter 1,1 liegt, das steht auch alles in der Studie Mobilität in Deutschland 2008, die ich schon erwähnt habe, aber gerne als Quelle noch einmal verlinke. Frage am Rande:


    Deine Vergleiche sind hahnebüchen. Ein Elektroauto, am besten vollbesetzt, mit 100% Naturstrom gegen einen Bus im Nahverkehr. Du ziehst Dir so lange "Argumente" aus der Nase, bis Du das "Ergebnis" erhälst, welches Dir passt. Die Aussagekraft ist null. Für nichts nennst Du eine Quelle und beziehst Dich auf deinen "Glauben". Ich habe für alles Quellen und gebe diese auch an und sowohl Industrie, als auch Bundesregierung, Forschungsinstitute nutzen die gleichen Quellen.


    ... als Passivhaus auf 0 bringen,...


    LEBENSZYKLUSKOSTEN!!! Häuser fallen nicht vom Himmel.

  • Ok, du hast mich überzeugt. Ich halte die Klimaerwärmung um einige Grad Kelvin jetzt auch für unabwendbar. Dann sollten wir mit dem Klimaschutz aufhören und das Geld lieber dahin investieren, um die Folgen des Klimawandels besser zu verarbeiten. Außerdem heißt Grönland nicht Grönland, weil dort so viel Schnee gelegen hat, als es entdeckt wurde.


    Wer Hummer H2 fahren will oder mit seiner Ölheizung 4.000 Liter Heizöl im Jahr verbrennen möchte, soll es machen, wenn er es sich leisten kann. Außerdem wird Öl im Moment eh immer billiger und billiger.


    Nochmal kurz Eingangspost gelesen (Zitat): "Öko-Manie"!

  • So lange die Politik SUV's in Innenstädten zulässt, der Atomausstieg zu einem erhöhten Verbrauch an Kohle und Gas führt und unsere Häuser mit Erdölprodukten beklebt werden, so lange nehme ich ihr das Ziel, Umweltschutz und Klimarettung betreiben zu wollen, eh nicht ab. Dann können wir das in der Tat lassen und uns auf das beschränken, was unumstößlich sinnvoll ist: Jedes Teil am Ende seines Lebenszyklus durch ein neues, effizienteres und sparenderes zu ersetzen. Aber selbst davon ist eine auf Wachstum und Konsum gedrillte Gesellschaft weit entfernt.

  • Der Irrtum beginnt IMHO schon damit, gängige Wärmedämmsysteme pauschal mit dem Prädikat "Klimaschutz" zu versehen. Für deren Herstellung, Distribution und Installation werden erhebliche natürliche Ressourcen und Energie verbraucht, deren (hoffentlich doch ordnungsgemäße) Entsorgung hinterher ebenfalls. Das muss ebenso mitberechnet werden, wie der Aspekt, dass man jeden Euro nur einmal ausgeben kann und man an anderer Stelle mit dem vielen Geld, welches in Wärmedämmung der Fassaden gesteckt wird, deutlich mehr erreichen könnte.


    Das Beispiel der Förderung des Elektroautos drängt sich geradezu auf, ich mag nicht einsehen, dass wir als Teil der Energiewende die Dämmstoffindustrie mit viel Steuergeld subventionieren (nur so funktionieren die ohnehin schon recht optimistischen Beispielrechnungen zur Amortisierung überhaupt, aber geschenkt ist das "Geld vom Staat" ja trotzdem nicht, wir zahlen es als Steuerzahler trotzdem) während Elektromobilität nicht gefördert wird, die Förderung der Eisenbahn weiterhin am untersten Limit gefahren wird und die großen, heimischen Autokonzerne, die weiterhin nur auf den Verbrennungsmotor setzen, quasi unter Welpenschutz stehen. Dabei könnten wir hier als Deutsche nicht nur im Inland was verändern, sondern weltweit - wenn eine deutsche Industrie globale Bedeutung hat, dann ja wohl die Autoindustrie (unmittelbar über die Fahrzeuge, die sie weltweit sehr erfolgreich und in hoher Millionenzahl verkauft, mittelbar über die Trends, die sie insgesamt setzen würde - deutsche Autos besetzen zumeist das Premiumsegmet und sind damit natürlich Trendsetter).


    Und wenn ich dann noch massenhaft Berichte höre, von schimmelnden Wänden, weil man eben nicht auf jeden Bestandsbau problemlos eine luft-und wasserundurchlässige Plastikhaut draufkleben kann, und bedenke, dass selbst die Hersteller der Dämmsysteme nur von einer Lebensdauer von 30 Jahren sprechen (was machen wir in 30 Jahren mit diesen Unmengen an Dämmstoff, der dann von den Wänden muss?), dann frage ich mich doch sehr ernsthaft, was daran nachhaltig sein oder den Klimaschutz befördern soll. Natürlich ist der Klimawandel real, aber den werden wir nicht stoppen, indem das kleine Deutschland seine Städte mit Styropor verschandelt.

  • Zumindest EPS/XPS werden wohl eher nicht entsorgt, sondern thermisch verwertet. Das ist 98% Luft und 2% Erdöl.


    Elektromobilität wird zu einem gewissen Teil schon gefördert, indem dort keine Mineralölsteuer & keine KFZ-Steuer anfällt. Das Elektromobilitaetsgesetz sieht dagegen eher wie reine Symbolpolitik aus.


    Ansonsten ist die Frage, ob WDVS sich finanziell lohnt, immer eine Einzelfallfrage. Wenn es sich per se nicht lohnen sollte, würde jeder Neubau nur nach ENEV-Standard errichtet werden, aber das Thema Passivhaus ist ja gerade von einigen Bauherren nachgefragt, weil es sich für die scheinbar rechnet, warum sollte man es sonst machen?


    Was sich dagegen rein finanziell meist nicht lohnt, ist die Sanierung von Altbauten. Ich habe es in der Verwandschaft gerade gesehen, wie ein älteres Haus für den 1,5x-fachen Preis eines flächenmäßig vergleichbaren Neubaus saniert wurde. Das Haus war übrigens vorher auch schon bewohnt, es war also kein "Totalausfall". Und jetzt nachher ist auch nur die absolut vorgeschriebene Mindest-Dämmung drin (also keine Heizkosten wie bei einem Neubau zu erwarten), keine Fußbodenheizung, keine neue Heizanlage, keine Lüftungsanlage, viele "Kompromisse" und eben deutlich höhere Kosten. Es mussten Grundrisse geändert werden, Böden, Wände, etc. neu, neue Heizkörper (statt einer FBH, weil da hätte man wahrscheinlich die komplette Heizanlage darauf auslegen müssen), keine Lüftungsanlage (sowas lässt sich nachträglich sehr schwer einbauen. höchstens bei hohen Räumen über abgehängte Decken), Bad natürlich komplett neu... (trotz allem lebt es sich dort noch nach lange nicht so gut, wie in einem Neubau zu dem 1,5-fachen Preis)



    Ansonsten haben die deutschen Hersteller durchaus genügend spritsparende Modelle, ebenso wie reine Elektroautos. Golf blue motion, blue e motion, BMW i3, Audi e-Tron. Es liegt an der Politik, hier entsprechende Subventionen zu geben, damit die Modelle preislich auf exakt gleichem Level liegen wie die entsprechenden, vergleichbaren Standard-Diesel.


    Nochmal zur Dämmung: Wenn die wirklich so wenig bringen sollte und in 30 Jahren weg muss - wie baut man sonst beim Neubau? Sind die Bröselsteinchen wie T9 oder Porenbeton wirklich besser beim Neubau als KS+WDVS? Nicht, dass man dann in 30 Jahren nicht nur die WDVS, sondern das ganze Haus abreißen muss. Besonders, da bei diesen Kombinationen eben nicht die WDVS durchnässt (außen, austauschbar), sondern der tragende Stein. Ohne Dämmung (ob WDVS oder monolihisch im Stein integriert) bauen darf man ja nicht mehr.

  • Der Irrtum beginnt IMHO schon damit, gängige Wärmedämmsysteme pauschal mit dem Prädikat "Klimaschutz" zu versehen. Für deren Herstellung, Distribution und Installation werden erhebliche natürliche Ressourcen und Energie verbraucht, deren (hoffentlich doch ordnungsgemäße) Entsorgung hinterher ebenfalls.


    Das sehe ich auch so. Für Dämmstoffe gibt es folgende Studie, die die gesamten Lebenszykluskosten vergleicht. Ich zitiere mal die Zusammenfassung:


    33
    Zusammenfassung
    In der Gesamtbewertung schneidet die Dämmung aus losen Zellulosefasern klar am besten ab. Dies hatte sich bereits in der Analyse der Einzelaspekte abgezeichnet und führt nun in der Gesamtauswertung zu einer grünen Markierung in den Kategorien Rohstoffart, nicht erneuerbare Primärenergie und Treibhausgaspotenzial. Es sei allerdings darauf verwiesen, dass sich dieser Dämmstoff nur für Einbausituationen ohne Anforderungen an die Druckfestigkeit wie beispielsweise als Einblasdämmstoff zwischen den Sparren eignet (s. Abbildung im Anhang zu Einsatzbereich). Ebenfalls durch drei grüne Wertungen, allerdings mit schlechteren Zahlenwerten, zeichnen sich Holzfaserdämmplatten für den Zwischensparrenbereich und Kork aus.


    Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umweltschutz, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit erstellt und durch die "nationale Klimaschutz-Initiative" gefördert (so verstehe ich das).


    SPOILERALARM!


    Am schlechtesten scheiden in der sogenannten Ökobilanz synthethische Dämmstoffe wie Polyurethan, extrudiertes Polystyrol und expandiertes Polystyrol ab. Das kann man in den verschiedenen Tabellen der Studie entnehmen, wurde aber leider im Fazit nicht extra erwähnt, wahrscheinlich, damit das Umweltbundesministerium nicht in die dumme Lage kommt, dass es Fassadendämmung fördert, ihre eigenen Studien aber ein weniger rosiges Bild zeichnen, als dies die Frau Ministerin tut.


    Wer seinen Altbau dämmen möchte und dies auch von seiten des Denkmalschutzes und des Stadtbildes vertreten kann, fährt meiner Meinung nach gut mit einer hinterlüfteten Holzfassade und dahinterliegender Holzfaserdämmung. Hier wo ich wohne (!) ist das eine typische, seit Jahrhunderten praktizierte Fassadenform, die Dämmung ist diffusionsoffen, schafft also kein Schimmelproblem, kann von den meisten halbwegs handwerklich begabten Menschen selber durchgeführt werden und sie sieht schick aus, weil sie natürlich ist und auch einen vernünftigen Alterungsprozess durchläuft - Stichwort Patina.

  • ... während Elektromobilität nicht gefördert wird, ...


    Steuergelder für die Subventionierung der E-Autos ist eine der Hauptbegehrlichkeiten der Autolobby geworden. Das Beispiel zeigt, welche Blüten die öffentliche Fixierung auf einen Aspekt bringt, während andere komplett ausgeblendet werden - an ineffizientem MIV-Flächenverbrauch, also Staus, mehrspurigen Schneisen durch die Städte, Parkplätze-Bedarf usw. ändert ein anderer Antrieb rein gar nichts.


    Genauso blendet die Wärmedämmung einige andere Aspekte aus - wie den im Threadtitel erwähnten Denkmalschutz, der die Städte erst lebenswert macht. (Wie früher im Thread erwähnt - etwa der Tübinger OB wollte zuerst die Altstadt via Bekleben zerstören, später ist er selbst in diese wegen der Optik gezogen.) Vergessen wird, dass dichte Blockrandbebauung schon deswegen effizienter als frei stehende EFHs ist, weil es pro WE weniger Außenflächen gibt - Wände zu den Nachbarn braucht man nicht zu dämmen. Usw., usw.

  • Zumindest EPS/XPS werden wohl eher nicht entsorgt, sondern thermisch verwertet.


    ...was eine Entsorgungsform ist!


    Auch das schöne Neusprech von "Wertstoffen" und "Verwertung" kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach der (Ab)Nutzungsdauer diese Stoffe in großer Menge als Abfall anfallen und die Verbrennung ist alles andere als unproblematisch, denn dabei werden zahlreiche Bestandteile freigesetzt, die zB biozid sind, teilweise auch residente Stoffe darunter (d.h. diese reichern sich in unserer Umwelt an, werden aber nicht mehr abgebaut, zumindest nicht in den zeitlichen Maßstäben der Menschen). Auch bestehen Wärmedämmverbundsysteme nicht nur aus EPS, sondern auch dichten Kunststoffauflagen, dichten Dampfsperren, dichtem Putz, usw. Solch ein "Gesamtpaket" hat schon deutlich weniger als 98% Luft. Und was man abfiltern kann, man kann nie alles abfiltern, muss dann als Sondermüll irgendwo entgelagert werden, wo es nie wieder Kontakt zB mit Grundwasser bekommt, was umso gefährlicher wäre, bei den dann hochkonzentrierten Giftstoffen. Wie schwierig das hingegen ist sehen wir bei der Endlagerfrage des Atommülls...


    ...hat hier irgend jemand noch das Gefühl, was uns die Baustoffindustrie und Politik gerne verkaufen möchte, nämlich, dass es sich um eine durch und durch unproblematische, total saubere, ökologische und zukünftsfähige Lösung handelt? Weiterhin bin ich nicht gewillt, mit dem Totschlagargument Klimaschutz alle anderen ökologischen Risiken zu ignorieren, das machen wir bereits viel zu häufig (vgl. dauerhafte Bodenerosion und Auslaugung durch intensive Maismonokulturen für Biogas, zersplitterung von Biotopen durch Windkraftanlagen - Tiere und Pflanzen brauchen möglichst ungestörte und zusammenhängende Biotope, jede Windkraftanlage mit gerodeter Fläche drumherum inkl. Erschließungsstraße zerschneidet Biotope, vgl. riesige Industrieanlagen für Windkraftproduktion selbst im Weltnaturerbe "Wattenmeer", vgl. zu lebensfeindlichen Kanälen angestaute Flüße zur Stromproduktion per Wasserturbine, vgl. Zerstörung besonders sensibler Lebensräume im Hoch- und Mittelgebirge durch immer neue Pumpspeicherseen im Alpenraum, usw.).

  • Genauso blendet die Wärmedämmung einige andere Aspekte aus


    Sie blendet ALLES aus! Sonst ist Brandschutz so eine Art Obsession von uns Deutschen geworden. Der neue Flughafen Berlin ist im Prinzip seit Jahren fertig und wäre auch noch vor wenigen Jahren problemlos durch alle Abnahmen gekommen, aber weil sich unser Brandschutz nicht am technisch notwendigen sondern am maximal technisch machbaren orientiert (und das ist in unserer Zeit eben immer mehr und immer schneller immer mehr), ist nicht einmal ein vages Eröffnungsdatum bekannt, weil solche großen Anlagen kaum noch beherrschbar sind dadurch.


    Schulgebäude, die seit Jahrzehnten sicher und problemlos funktionieren, müssen für viele Mio. saniert werden. Nein, nicht dort wo Lehrer und Schüler etwas davon haben, sondern unsichtbar, im Brandschutz. Weil irgend eine abgehängte Holzdecke zB angeblich nicht brandsicher genug ist, obwohl die Aula nach allen vier Seiten Notausgänge hat, die unmittelbar ins Freie führen und man selbst von der Mitte der Aula nur 20 m zum nächsten Notausgang zurücklegen muss (ich spreche einen Einzelbeispiel an, welches mir bekannt ist, was aber kein Einzelfall ist).


    Nur bei den wirklich alarmierenden Berichten zur Brandgefahr durch Fassadendämmung stellen sich Behörden und Politik ebenso stumm, wie schon zuvor bei den alarmierenden Berichten zur Gefahr durch Photovoltaikanlagen auf Dächern im Brandfall. Die erneuerbaren Energien sind zur heiligen Kuh geworden. Dafür ruinieren wir unsere Ackerböden, unser Wattenmeer, unsere Bergseen, unsere Landschaft,... hauptsache nicht am Stromverbrauch selbst was verändern, Konsum einschränken. Das wäre zwar eine echte Nachhaltigkeitswende, aber das will die Industrie ja nun wirklich nicht. Da verkauft man uns lieber noch was neues, zusätzliches und generiert gleich neue Umsätze mit dem Thema Ökologie. Ich lasse mich davon nicht mehr einlullen.

  • steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung vor dem Aus

    Die Bundesregierung plant die steuerliche Förderung für die energieeffiziente Gebäudesanierung zu kippen. Ursprünglich war angedacht das Gebäudebesitzer rückwirkend ab Januar 2015 zwischen 10 und 25 Prozent ihrer Sanierungskosten von der Steuerlast abziehen könnten. Der Bonus war jedoch nur für den selbstnutzenden Eigentümer (d.h. Eigenheimbesitzer) vorgesehen.


    Quellen:

  • Wirtschaftlichkeitsvorbehalt der EneV gilt auch für Mieter

    Das Amtsgericht Pankow hat für Recht erkannt, dass eine energetische Sanierungsmaßnahme, insbesondere Wärmedämmung und Fenstertausch, auch für die Mieter wirtschaftlich sein muss, andernfalls können sie die Maßnahme wirksam ablehnen.


    http://pankowermieterprotest.j…ung-ist-unwirtschaftlich/


    Erläuterung: http://www.hausgeld-vergleich.…uerdiePresse_19022015.htm


    Das könnte bedeuten, dass eine energetische Sanierung, die eine Mieterhöhung zur Folge hatte die nicht durch Energiekosteneinsparung kompensiert wurde, dann vom Mieter beanstandet werden kann. Der Vermieter wäre somit in der Pflicht, die Einsparung vorab nachzuweisen.


    M.E. hat das Gericht hier völlig richtig entschieden, denn der § 25 EnEV (Wirtschaftlichkeitsparagraph) kann nur so interpretiert werden, alles andere wäre nicht im Sinne der Bewohner, sondern wären Partikularinteressen, die ihrerseits wieder korruptionsverdächtig sein können. Das Urteil könnte wegweisend sein, wenn es nicht noch kassiert wird. Aber die EnEV ist nach meiner Auffassung sowieso ein äußerst schlecht gemachtes Gesetz, da es in Grundrechte eingreift (Recht auf Wohnung, Recht auf Eigentum) und eindeutig weder umweltpolitischen Zielen noch soziologischen Zielen dienlich ist.

  • Wahrscheinlich wird sich das Amtsgericht Pankow damit aber nicht durchsetzen. Bei den Maßnahmen zu Einsparung von Energie kommt es hinsichtlich der Duldungspflicht nicht darauf an, ob der Mieter letztlich Endenergie einspart. Die Duldungspflicht knüpft an die Einsparung von Primärenergie an. Den Stand der Diskussion kann man sehr schön nachlesen in dem BGH-Urteil vom 24.9.2008 - VIII ZR 275/07, sowie - schon etwas älter - im BGH-Urteil vom 3.3.2004 - VIII ZR 149/03. Ich nehme deshalb an, die Engtscheidung wird nicht rechtskräftig werden.

  • ^ das problematische ist nur, sollte das Dämmzeugs bald in etwaige Ungnade fallen, dauerts ja auch wieder 50 Jahre, bevor es sich hierzulande rumspricht. :D


    Solange wir nicht das Klimaziel "5 Grad mehr sollen es schon mindestens werden" ausrufen, wird das "Dämmzeug" auch nicht in Ungnade fallen. Aber erste Länder machen ja schon wieder die Wende weg von der Energiewende (in Amerika und Australien kennt man das Wort "Energiewende" ja ohne Übersetzung schon als Anti-Beispiel wie man es dort nicht machen möchte - ein Schimpfwort wie "German Angst" oder "Blitzkrieg"). Da wir den Amis bisher fast alles mit 5-10 Jahren Verzögerung nachgemacht haben, wird es dieses mal interessant. Das perfide an der Sache ist, dass man bei 5 Grad mehr das Dämmzeug auch gar nicht mehr braucht. Na gut, die Klimaanlage im Sommer wird dann notwendig, aber die kann ja wunderbar mit Solarstrom laufen. :D


    Aber hey, Energiesparende Bauweisen verteufeln und gleichzeitig (an anderer Stelle) etwas von ÖPNV und Rad fahren erzählen, ist etwa so wie ein Veganer, welcher 2 Nur-Fleisch-und-sonst-nichts-Tage in der Woche hat (selbstverständlich dann nur aus Antibiotika-Massentierhaltung).

  • ^ ganz im gegenteil, werter efhdd, deine volten gegen meine äusserungen bleiben zwecklos, du reiß bewußt dinge ausm zus.hang und zersetzt es mit nebenschauplätzen. eine "diskussion" ist mit dir bekanntlich nicht einfach. aber nochmal kurz für dich als offenkundigen Laien:


    Im obigen Beispiel steckt v.a. die Frage des optikverändernden Umgangs mit Altbauten. Es geht also um:
    1. durch die immer milderen Winter könnten wir (rein hypothetisch) hierzulande bald ohnehin auf (dicke) Dämmungen verzichten - das hast du erwähnt. Es geht
    2. um die machbare Entscheidung: stupide Packdämmung (niveaulos) oder bauphysikalisch intelligente Lösung.
    3. ein herbeigesehntes Ende des Dämmwahns als Folge feuergefährdeter Dämmstoffe wirds wohl nicht geben, da die Industrie nunmehr auf nichtbrennbare Zusatzstoffe umstellen wird.
    4. Läuft die Klimapolitik so weiter wie bisher, haben wir bald schon 5 Grad plus in der Perspektive - also auch dann brauchen wir nicht mehr so dick zu dämmen (analog 1.). Und ...
    5. ist es - grob gesagt -ein typisch deutscher Irrweg, lieber die (altbaulichen) Stadtbilder zu opfern als auch den MIV zu beschränken, denn der "Verkehrssektor" sollte eigentlich einen ähnlich großen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wie der "Gebäudebereich". Leider soll nun alles hauptsächlich durch den Gebäudebereich erreicht werden, während der Verkehrsbereich nicht vom Fleck kommt. Insofern schließt sich der Kreis zum ÖV und Rad, wobei ich nicht "was davon erzähle", sondern die heutigen Prämissen der Wissenschaft versuche zu reflektieren.


    Niemand verteufelt hier energiesparende Bauweisen im Allgemeinen, und fundamentalistische Veganer gibts im Hause der von Knys auch nicht - also da hast du bisher wohl bewußt was falschverstanden. Aber dir als eingebildetem Klimaleugner sei nochmals das pädagogisch wirksame Beispiel des Auspuffendes im Fahrgastraum erinnert. Falls du noch Kinder "planst", dann denk auch mal an sie, wenn sie später im PKW-Fond sitzen. Wo du Recht hast ist, daß der Fleischverzehr in Hause der von Knys sich vornehmlich auf Fruchtfleisch bei Tomaten erstreckt. (< kleiner Scherz) Frohen letzten Ostertag.

  • Du verstehst immer noch nicht die Widersprüchlichlkeit deiner Thesen. Den MIV zu beschränken würde keiner etablierten Partei in den Sinn kommen, ja nicht mal den Grünen. Es geht um Förderung von ÖPNV und Rad. Selbst die Grünen etwa befürworten Tempo 50 auf Hauptstraßen in der Stadt. Deine Positionen sind hier also weiter links als bei allen etablierten Parteien.


    Deine Feindlichkeit gegenüber modernen, energiesparenden Bauweisen und Modernisierungen dagegen würden ebenfalls von keiner Partei getragen werden. Aber hier bewegst du dich genau auf der anderen Seite, auf der extrem klimafeindlichen Seite.


    Bezüglich MIV kann ich dich beruhigen. Das einzige Problem dort ist die Akku-Technik und diese wird sich in etwa 5 Jahren um 75% verbilligen und gleichzeitig weiterentwickeln. Allein dadurch verringern sich die Preise für Elektroautos also um etwa 10.000 - 15.000 EUR, wobei die Akkus zunehmend langlebiger werden. Das kommt natürlich auch den Pedelecs zu Gute.
    Durch Massenproduktion werden die Preise weiter sinken und wenn ein Tesla S heute bereits ab unter 60.000 EUR zu bekommen ist, dann werden wir auch bei massentauglichen Klein- und Kompaktwagen Preise auf dem heutigen Niveau sehen. Vorteile der Elektroautos sind ein viel geringerer Verschleiß, da eben kein Brennstoffgemisch zum explodieren gebracht werden muss, sondern unter weitestgehender Vermeidung von Wärmeverlusten Energie umgewandelt wird. Ebenso werden typische Verschleißkomponenten geschont, da die Bremsen weniger beansprucht werden und es eine Kupplung gar nicht gibt. Heutige Verbräuche liegen im Bereich 13 kWh bis 25 kWh (BMW i3 bzw. Tesla S) und werden weiter sinken. Das sind 3,25 - 6,25 EUR Energiekosten je 100km und ein Energieäquivalent von 1,5 - 2,5 Liter Ottobenzin bzw. könnte man für den Energieverbrauch einer typischen ungedämmten Altbauwohnung (20.000 kWh für eine 3-Raum-Wohnung) 80.000 - 154.000 km im Jahr fahren (typische Fahrleistung in Deutschland für Nicht-Berufsfahrer etwa 7.000 - 12.000 km). Die Stromentstehungskosten bei PV liegen heutzutage übrigens bei etwa 0,10 EUR während der Endverbraucher 0,25 EUR zahlt.

  • etwas "off-topic" am Rande ;-)

    ^Immer wenn ich was über Elektroautos höre und wie toll die die Umwelt schonen sollen muss ich immer an folgenden Satz denken:


    "Batterien (nicht wiederaufladbar) und Akkus (wiederaufladbar) liefern für mobile Anwendungen Strom „jenseits der Steckdose“. Allerdings auf sehr ineffiziente Art und Weise. Denn Batterien benötigen zu ihrer Herstellung 40 bis 500mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung später zur Verfügung stellen. Ähnlich ungünstig sieht es mit den Kosten aus: Elektrische Energie z.B. aus AA-Batterien ist mindestens 300-mal teurer als Energie aus dem Netz (Stiftung Warentest 2010).
    "


    Zu finden ist dieser hübesche Satz auf der Website des Umweltbundesamt



    Ist schon komisch was für Techniken man alles als Umweltfreundlich bezeichnet, vlt. sollte man Sie "weniger schädlich" nennen da Sie ja besser sind als herkömliche Techniken aber trotzdem noch Nachteile besitzen.


    Aber egal nur so als Info für weitere Kommentare wer mag ;-).


    MfG
    Christian

  • efhdd: umso besser weiß ich von deiner traumtänzerei. so wie du seit beginn an "argumentierst", ist "umwelt" oder "natur" etwas, was man mal im fernsehen (auf rtl2?) gesehen hat. und es ist auch wunderbar (lächerlich) dass du in die zukunft blicken kannst. es wäre ja wünschenswert, wenn die akkus mal tauglicher werden würden - aber selbst die automobilexperten der autolobby wurden da seit längerem immer skeptischer. der motor als verschleißteil wird vom batterieblock ersetzt, welcher viel häufiger auszuwechseln ist als ein motor. das elektroauto scheint derzeit eher ein rohrkrepierer zu werden. gestern las ich im buch hermann saitz': verkehr der grossen städte von 1980 (DDR): in den nächsten jahren wird die weiterentwicklung der speichertechniken so große fortschritte machen, dass zukünftig die elektromobilität auch im autobereich große verbreitung finden wird. (sinngemäß).


    den "MIV beschränken" war hier - präziser - als MIV reduzieren gemeint, was - richtig - zB durch Förderung von Nahmobilität erreicht werden kann. Das ist in allen Städten und Politfeldern nahezu Konsens. Der MIV muss reduziert werden, was aber vorrangig für Innenstadtbereiche Anwendung finden soll.


    aber was hat das alles mit dem hiesigen Fall einer dicken Packdämmung zu tun?
    Zitat elli kny:

    Niemand verteufelt hier energiesparende Bauweisen im Allgemeinen.


    darauf folgt Zitat efhdd:

    Deine Feindlichkeit gegenüber modernen, energiesparenden Bauweisen...


    Soll das ne sachliche Art und Weise sein oder was?


    Natürlich strebte die Politik einst einen jeweils 20%igen Anteil zur CO2-Einsparung an - im Verkehrsbereich, der v.a. vom MIV und Wirtschaftsverkehr zu tragen wäre, sowie vom Gebäudebereich. Es ging hier noch nicht darum, wie man dies genau schaffen will. Daraus wurde im Autoland D logischerweise nichts.
    Fakt ist aber auch, dass ehrenwerte Ansätze zum Umweltschutz sehr oft von mächtigen Wirtschaftsverbänden zu marktoptimierenden Scheinplazebos transformiert werden, die zwar Teile des Erfolgs versprechen, allerdings die Stoffumsetze/Ressourcheneinträge erhöhen und am Ende die Ziele doch kaum erreichen. Aber das ist ein anderes großes Thema.
    Kurz: das Dämmthema ist mittlerweile und glücklicherweise zunehmend kritisch hinterfragt. Wie Bauten energetisch saniert werden, kann sehr unterschiedlich sein. Dabei achtet ein guter Planer auch auf die gestalterischen Aspekte. Dämmung ist nur ein Teilbereich einer energ. Sanierung und nicht mal der maßgebende. Die Bepackung der Hausfassaden mit Dämmsystemen scheint hauptsächlich der Wirtschaftsförderung - einer jetzigen, aber auch der künftigen - zu dienen, die alle paar Jahre Reparaturleistungen an solchen Fassaden erforderlich macht. Eine politische Vorgabe wurde trickreich in ein auftragsgenerierendes Etwas umgewandelt, die Leute werden veräppelt.



    ein Dämmspecht geht zur Sache: ein paar Minuten und ein Loch ist fertig (DD Pieschen 2014)


    Volldämmung:
    Beispiel Dresden - Berliner Strasse (es ist das rechte Haus, 2014)



    Beispiel Leipzig - Eisenbahnstrasse (2015)
    (Quelle beider Bilder: Cowboy)