Wohnungsbau in HH - Diskussionsthread

  • ^ In Millionenstädten wie Hamburg sind die Grundstückskosten entscheidend, die oft die Baukosten übersteigen. Da wird kaum geholfen, wenn die knappen Baulandreserven mit dreigeschossigen uniformen Standardkasernen mit relativ wenig Dichte zu schnell verbraucht werden - was die Grundstücke noch knapper und teurer macht.


    Ich glaube auch, dass in Baugenehmigungen so viele Faktoren hineinfliessen, dass man kaum pauschal den Bau eines Typs überall genehmigen kann - wie sehr der Hersteller es auch begehren mag.

  • Der 3-Geschosser, der da als Visu gezeigt wird, ist ja nur ein Beispiel – Langenhorn ist ja anders geprägt als ein Innenstadt-naher Stadtteil. Da es ja verschiedene Module geben soll, lässt sich dieser sicher auch mit z.B. fünf Geschossen bauen. Ich seh das positiv, wenn man ein paar schöne, hochwertige Standard-Fassaden gestaltet, verschiedene Dachformen zur Auswahl hat und die dann abwechselnd mit der Stadt verteilt. Im Grunde ist das ja wie in der Gründerzeit. Die damals typischen Schlitzbauten als Grundgerüst für billigen Wohnraum für die Arbeiterklasse in z.B. Eimsbüttel sind bis auf die Fassade ja mehr oder weniger auch alle gleich. 3-4 Wohnungen pro Etage, zur Straßenseite hin die etwas größeren 3-4-Zimmer-Wohnungen mit Flügeltüren zwischen zwei Zimmern, lange Flure und die etwas kleineren 2-Zimmer-Wohnungen nach hinten raus.


    Sicher sind die nicht jeden Standort geeignet und es betrifft ja auch "nur" die SAGA, sprich private Investoren werden auch weiterhin exklusivere Wohnungen bauen und jedes mal einen Architekten pro Projekt beauftragen.

  • Inwiefern eine Halbierung der "netto" Baudichte und der Verzicht auf andere Erdgeschossnutzungen als reines Wohnen eine Steigerung der Urbanitaet bringen soll, erschliest sich mir ueberhapt nicht.


    Mir auch nicht - wenn es in Millionenstädten Neubauprojekte gibt, dann ist es im Zentrum stets mehrgeschossiger Geschosswohnungen-Bau. Zumindest die Hauptstraßen sollten Läden/Gastronomie im EG haben, außerdem ist differenzierte Fassadengestaltung vorteilhaft - leicht mögliche (Klinkerfarben usw.) wenn ein Architekt nicht gerade stupiden Dogmen folgt.


    Gerade habe ich diesen Artikel mit den Aussagen eines Hamburger Stadtplaners ergoogelt, wo schon wieder Nachverdichtungen sowie gemischte Quartiere gefordert werden - da ist abweichende EG-Nutzung ein Minimum. Paris und London werden als Beispiele lebenswerter, dicht bebauter Städte genannt - mit 200 bzw. 50 EW pro Hektar Stadtfläche - in München sind es 49, in Berlin 39, in Hamburg 23. Die Bauprojekte in Londoner Innenstadt, als ein großes Gebiet von -zig Km² Fläche verstandener, würden nach deutschem Baurecht fast alle als Hochhäuser gelten - nix neue Stadthäuser-Quartiere. Obendrauf gibt es (Büros+Wohnen) 230 Hochhaus-Projekte über 20 Geschosse - nach der EW-Anzahl müsste es in Hamburg derzeit 1/5-1/4 dieser Zahl geben, also mindestens 40-50.


    BTW: Wenn man den Link im Vorposting anklickt, sieht man u.a. ein Foto des Projekts Smile – Wohnen am Eichtalpark in Wandsbek - links ein EFH, rechts der Parktower mit 7 Geschossen. In manchen Städten ist das Sich-Einfügen derart heilig, dass selbst gleich neben einer Stadtbahn-Haltestelle wenn es benachbarte zweigeschossige Nachkriegs-Reihenhäuser gibt, wird wieder nur zweigeschossig gebaut. Es scheint, in Hamburg hat man mehr Mut, an manchen Standorten die Geschossigkeit stark zu steigern - anders kann man mehr Dichte nicht erreichen.