Wohnungsbau in HH - Diskussionsthread

  • Übrigens stimmt meine Rechnung mit dem Bericht der Welt aus meinem Beitrag 78 überein.



    Nur rechnen die mit 2 Vollverdienern in einer 70qm Wohnung "mittleren Wohnwerts" . Das Gehalt von 3340 EUR netto = ca. 80.000 brutto liegt über dem Durchschnitt gem. Mopo Tabelle


    (Achtung persönliche Erfahrung und nicht statistisch belegt) Die meisten, die ich kenne wohnen alleine in einer 1-2 Zimmer Wohnung mit 40-60qm. Paare meist in einer 80-100qm Wohnung und natürlich in Szenelage.


    Also man sieht, dass die errechneten 22% so hingebogen wurde, damit die Statistik über den prozentualen Anteil von Miete am Gehalt gar nicht mal so schlimm aussieht.

    Einmal editiert, zuletzt von tgrob ()

  • Also ruderst du jetzt doch zurueck, oder wie verstehe ich das? Zuerst war es angeblich eine allgemeingueltige Aussage und nun sind es auf einmal Zahlen die lediglich dann stimmen wenn 'X' Vorbegingungen erfuellt sind (z.B. Geringverdiener, Singlehaushalt, so-und-so viel Quadratmeter Wohnflaeche, Szenelage, etc.).


    Und wenn Du schon meinst sagen zu muessen 'traue keiner Statistik die Du nicht selber gefalescht hast'. Woher kommt dann die Gewichtung, dass Du dem Statistischen Bundesamt offenbar nicht traust, aber dafuer ausgerechnert der beruehmten Statistik-Abteilung der Mopo dann offenbar doch wieder traust?


    Ich verstehe ausserdem nicht warum Du Deine durchaus akzeptable Meinung (ich verkuerze mal, ich hoffe das ist okay): 'Wohnen ist fuer viele zu teuer - wir brauchen mehr guenstigen Wohnaum' nicht auf rationaler sauberer Zahlenbasis vertreten kannst. Nebenbei: Ich teile Diese Meinung in weiten Teilen wie ich schon sagte. Nur versuche ich nicht auf Basis von Mopo-Artikeln und 'gefuehlten Fakten' zu argumentieren sondern bei der Datengrundlage sachlich zu bleiben.

  • man du suchst jetzt auch wirklich das Haar in der Suppe.


    Ich ruder nirgendwo hin. Ich habe im Radio gehört, daß inzwischen 50% des Gehalts für Miete drauf geht, ich habe es hier erwähnt, du wolltest Fakten, ich habe sie anhand etlicher Zeitungsartikel gegeben, du warst nicht zufrieden, ich habe es dir ausgerechnet und nun bist du immer noch nicht glücklich. Wird langsam anstrengend.


    1) beziehe ich mich lediglich auf die beigefügten Daten von der Mopo und der Welt.
    2) hat Mopo bestimmt die Daten auch nur erhalten und nicht selbst erhoben (Welt hat von IVD Research- kenn ich nicht)
    3) Geringverdiener wird zwar erwähnt, doch laut der Graphik ist ein Großteil der Bevölkerung in dieser Gehaltsgruppe - meine Beispielrechnung bezieht sich nur auf die größte Einkommensgruppe (als Single und Paar)
    4) ist mir nur aufgefallen, dass 2 Berichte unterschiedliche Aussagen haben. der eine sagt 22% der andere 50%. Ich habe es nachgerechnet und tendiere mehr zu 50%


    Wir dürfen nicht vergessen, hier geht es um Mietkosten, auch steigende Strom- Wasser- GEZ- Müll- etc Kosten.


    Wenn wir schon beim statistischen Bundesamt sind:


    https://www.destatis.de/DE/Pub…/PreiseAufEinenBlick.html


    2. Sachen sind mir für Hamburg aufgefallen:
    80% wohnen zur Miete (Platz 2) (2008)
    414 EUR/qm mit Abstand Platz 1 beim Kaufwert pro QM für baureifes Land (2009)(Platz 2 Bayern mit 208, nur halb so hoch)


    Bevor eine Statistik erhoben wird, vergeht Zeit. Vorher kann man schon ein leichtes Gefühl für einen Markt bekommen, wenn man wie ich als ich aktiv auf Wohnungssuche war. Gespräche mit Maklern haben mir den Eindruck bestätigt, dass die Preise in die Höhe schnallen, weil die Leute wie bescheuert alles leer kaufen.


    Also Hamburg ist einfach teuer geworden und ich finde es OK, wenn der Senat interveniert bzw er muß es machen. Die Diskussion über vermietete möblierte Wohnungen sind nur ein Nebenkriegsschauplatz und erfasst nicht den Kern des Problems.


    Die Wohnungsentwicklung wurde jahrelang verkant und nun wachen alle wie aus einem Dornröschenschlaf auf.


    Ich bin auch dafür, dass wie bereits im Gespräch erwähnt, die Maklercourtage vom Verkäufer getragen wird. Auch der Eintrag ins Grundbuch, Notarkosten, etc muss wesentlich günstiger werden.


    Ich kann von einem Fall berichten, bei dem Grossmann und Berger die volle (!) Maklercourtage von einem noch im Bau befindlichen Wohnobjekt verlangte. 6,25% bei 350.000 EUR. Das sind 21.875 EUR dafür, dass die noch nicht einmal ihren Hintern dorthin bewegen müssen. Normalerweise wird die Hälfte verlangt. Doch die reiben sich die Hände und wissen, dass irgendjemand kauft und bezahlt.
    Oder bei einem anderen begehrten Wohnobjekt. Da zählte nicht mehr der Kaufpreis, sondern wer am höchsten bietet.


    Das sind Erfahrungsberichte, die in keiner Statistik auftauchen, jedoch ist es legitim, diese hier zu berichten.

  • Du weisst aber schon, dass ein Vergleich zwischen Hamburg und Bayern, also einem Stadtstaat und einem Flächenland gewaltig hinkt? Ein zutreffenderer Vergleich wäre mit München inkl. umliegende Gemeinden.


    Was die Maklercourtage angeht: Ganz meine Meinung. Der Verkäufer/Vermieter soll die Maklerkosten tragen. Natürlich wälzt er diese Kosten auf den Kaufpreis ab, aber für nicht wenige Leute (besonders Geringverdiener) sind Maklercourtagen ein Grund, das Wohnungsangebot nicht anzunehmen.

  • Der Bezirk Nord hat hier einige Planungen veroeffentlicht wie die 'aufgelockerten' Wohnsiedlungen der 50er und 60er Jahre massvoll nachverdichtet werden koennten. (Siehe PDF Link unten auf der Seite unter 'Downloads')

  • Heute im Abendblatt: Genossenschaften wollen 1.900 Wohnungen bauen und sanieren: Artikel.


    Die Bezirke hätten in 2012 über 8.000 Baugenehmigungen erteilt und damit das Ergebnis der Vorjahre deutlich übertroffen.

  • Ich kann nur jedem Investor raten, nicht per Kredit in den Blasenmarkt Immobilie einzusteigen. 50% und mehr des Einkommens für die Miete - das geht nicht langfristig gut, es wird zu Ausweichbewegungen kommen. Kommen müssen.
    Sei es, dass ein Trend dazu einsetzt, weg vom Lebensentwurf Single.
    Sei es, dass ein Trend hinaus aufs billige Land einsetzt Stichwort Telearbeit / Homeoffice. In beiden möglichen Trends stehen am Ende einige überteuerte Wohnungen leer.


    Eine Mietwohnung auf Kredit zu finanzieren bedeutet nicht nur, heute und nächsten Monat jemanden zu finden, der die Miete bezahlt, sondern während der gesamten, oft jahrzehntelangen Laufzeit des Kredits.
    Darauf zu vertrauen, dass die Leute in alle Ewigkeit 50% und mehr ihres Einkommens für die Miete ausgeben, halte ich für ausgesprochen dumm.

  • ^^ Du solltest nicht alles ueber einen Kamm scheren und so generell Urteilen. Man kann durchaus noch zu vertretbaren Preisen neu Bauen und kostendeckend vermieten (wenn auch nicht ganz leicht).


    Falsche Zahlen werden durch ewige Wiederholdung nicht richtiger: Es werden nicht durch die Bank ueber 50% der Einkommens fuer Miete ausgegeben.


    In Hamburg lag der durchschnittliche Anteil der Wohnkosten am Haushaltseinkommen im Sommer 2012 z.B. bei 21.7% (siehe Grafik).Die Zahlen fuer Steigerungen von Kaltmiete und Nebenkosten sowie Entwicklung der Bruttokaltmieten gibt es hier. Hamburg liegt dabei natuerlich hoeher als der Bundesschnitt - allerdings gilt das ebenso fuer Erwebstaetigkeit und Einkommen.


    Natuerlich sieht es anders aus fuer eine Familie mit nur einem Verdiener die - weil sie z.B. drei Kinder hat - entsprechend viel Platz braucht. Ich sehe allerdings nicht den Sinn darin sich ein Horrorszenario zu konstruieren indem man nur wie bei Malen-nach-Zahlen die Extrema und Auswuechse des Marktes zu einem verzerrten Gesamtbild verbindent.

  • Darf ich vorschlagen, diesen Beitrag der Uebersicht halber hierhin zu verschieben. Ich denke nicht, dass das Thema einen eigenen Thread wert ist - zumal es inhaltlich sehr gut in den Strang 'Wohnungsbau in HH - Diskussionsthread' passt.

  • ich bin verblüfft, daß der geplante Abriss von diesen Häusern (noch) kein Thema ist
    Um die städetbauliche und hochbauliche Brisanz bekannter zu machen, sollte dieser Thread seine Eigenständigkeit behalten.
    - der Wohnungsbau-thread ist mittlerweile sehr umfangreich. Anfang und Ende von Einzelthemen sind gar nicht mehr erkennbar.


    Zudem:
    1. in diesem Fall geht es um den offensichtlichen Mißbrauch des Begriffes 'nachhaltiges Bauen'
    -Wer hier abreißt und Neues baut, kann per se nicht 'nachhaltig' und 'ökologisch sinnvoll' bauen.
    Das sind wieder einmal nur Zeitgeist-Floskeln. Trotzdem sollen in diesem Sinne eine Reihe von Fördermittel fließen.


    2. Die restlichen Mieter bemühen sich um Öffentlichkeit, aber die große Resonanz wie beim Gängeviertel, Elbtreppen-Häuser, Katharinenkirche, Domplatz.... blieb bisher aus.
    - Wieso?


    3. Architektur: welche städtebaullichen Audruck der FHH wollen wir, was kann/darf uns heute noch der Klinker bedeuten, wenn
    auch Kerndämmung nicht die nötigen U werte erzeilen kann?

  • Balthazar, Bau- oder eben Abrissprojekte muessen einen gewissen Mindestumfang haben um einen eigenen Thread zu rechtfertigen. Zur Orientierung: Nicht mal die mehrere hundert Millionen Euro teuren und sehr umfangreichen Projekte des Hamburger Universitaets-Neubaus und des Kraftwerkes Moorburg haben derzeit einen eigenen Thread, sondern laufen in anderen Sammelthreads mit. Keine Sorge: Ein Thema das ausreichend Leser interessiert geht dort nicht unter. Und wenn es nicht auf ausreichend Interesse stossen sollte, dann soll man bitte nicht versuchen das zu 'erzwingen' indem man das Thema in einem eigenen Thread kuenstlich 'oben haelt'. Das sind einfach ein paar im Laufe der Jahre bewaehrte Spielregeln im DAF.

  • Gerade solche Gebäude sind doch sehr prägend für Hamburg und darüber hinaus sehr schön anzusehen. Wenn der Abriss durchkommt, obendrein mithilfe öffentlicher Fördermittel wäre das schon schlimm und in anderen Städten wohl auch undenkbar (in Leipzig werden noch völlig heruntergekommene Altbauten von der Wohnungsbaugesellschaft saniert). Wie es aussieht liegt die Entscheidung über die Freigabe der Mittel bei der Bausenatorin.

  • Ich habe die Beiträge zu den Wohnungen in Hamm hierher verschoben.


    Balthazar: Willkommen im Forum! Bitte denk dran, dass das Forum nicht als Plattform für Bürgerinitiativen dient /dienen soll. Eindeutige Aussagen oder andere entsprechende Bemerkungen, welche gegen die Forumsregeln verletzen, werde ich unverzüglich in den Papierkorb verschieben.
    Vielen Dank für das Verständnis!

  • Also ich verstehe auch nicht, wieso das Elisa großteils leersteht.
    Früher wäre das von ein paar Studenten ratz-fatz besetzt gewesen und fertig.
    Haben die Studis von heute keine Eier mehr in der Hose?


    Neben dem Thema Hausbesetzung ein anderes: Der Senat sorgt sich im Rahmen der CO2-Sanierung und den damit einhergehenden Verlusten von authentischen Backsteinfassaden um das Bild von Hamburg als Klinkerstadt.
    Auf der eine Seite die Sorge um den Klinker und hier fließen Fördergelder für den Abriss von Klinker!
    Wie verrückt ist DAS denn?!?

  • Wenn man sich keine top City Wohnung leisten kann, berechtigt das zum stehlen? Als ich selbst studiert habe, musste ich mir auch eine günstige Bleibe etwas außerhalb der Stadt suchen.


    Wo kommen wir denn in einer Demokratie und einem Rechtsstaat hin, wenn sich jeder hochegoistisch nimmt was er braucht ohne das erarbeitete Eigentum des anderen zu respektieren?

  • Wohnraumschutz wie in totalitären Staaten

    Hallo alle,


    Zu diesen Thema gibt es schreckliche Neuigkeiten in Hamburg.


    Der SPD-Senat hat eine Gesetzesnovelle der Bürgerschaft vorgelegt.


    Danach wird fortan unter Strafe gestellt


    - der Versuch eine Ferienwohnung als solche zu vermieten
    - das Werben und der Versuch des Werbens für eine Ferienwohnung
    - das Anbieten und der Versuch des Anbietens einer Ferienwohnung


    Obiges gilt fortan als Ordnungswidrigkeit.


    Man stelle sich vor, der Versuch bei rot über die Ampel zu gehen, wäre bereits strafbar. Meines Wissens gab es bisher keine Ordnungswidrigkeit in D, deren Versuch bereits strafbar ist.


    Wer es nicht glauben mag, hier der Senatsentwurf:


    http://www.kurt-duwe.name/doku/Drs20-05 ... gesetz.pdf


    Der Entwurf zeigt, dass die Hamburger SPD ein Feind der Freiheit ist.


    Noch schlimmer: In Hamburg regt der Mieterbund an, dass "Hilfsheriffs" neben Parkverbotverstösse auch fremde Wohnungen kontrollieren, ob diese denn wirklich bewohnt werden und wenn ja wie.


    Stellt euch vor: Man kloüft an Ihrer Tür und ein ... will Ihre Wohnung kontrollieren, vielleicht schienen ihm Ihre Gardinen verdächtig ? Und Sie blieben an der roten Ampel stehen und der Polizist sagt Ihnen: "Na, Sie haben doch versucht, noch bei rot zu gehen"


    Nein, das "3. Reich", UdSSR, DDR leben weiter in SPDler Köpfen.