Weitere Autotunnel im Stadtgebiet?

  • Auf SPON ist ein Artikel zum Thema Feinstaub:
    Hohe Feinstaub-Belastung in deutschen Städten


    Offenbar hat sich auch nach Einführung der Plaketten nichts nennenswert verändert.
    Die Werte für Feinstaub liegen in manchen Städten bedenklich oft über den zulässigen Höchstgrenzen, bei Stickstoffdioxid hat sich die Lage gar verschlechtert.


    Der bisherige traurige Spitzenreiter, die Autohauptstadt München, wird zwar nicht im Bericht berücksichtigt, aber gerade von einer rot-grün regierten Stadt würde man in dieser Hinsicht Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor lebensgefährdenden, vermeidbaren Gefahren erwarten.


    Was tut sich also bei uns? Nichts!


    Notwendig ist laut dem Artikel etwa ein Betriebsverbot für Baumaschinen ohne Rußfilter, nur davon sieht man in München genauso wenig wie von kleineren Maßnahmen, etwa ein Verbot von benzinbetriebenen Laubbläsern.
    Es ist unfassbar wie untätig unsere Stadtverwaltung ist. Außer Studien und Pläne in Auftrag zu geben können die gar nichts!

  • ^^


    Wo hast du denn das mit der Autohauptstadt her? Quellen?


    Und ein Verbot für Benzinbetriebene Gartengeräte ist wohl ein großer Schwachsinn. Überleg doch mal warum. Genau: im Freien gibt´s keinen Strom.


    Warum allerdings Fahrzeuge aus denen schwarzer Rauch austritt und stinken, dass einem die Lust am Atmen vergeht, verstehe auch ich nicht.


    Haben diese Besitzer solcher Vehikel denn keine Eigenverantwortung?

  • "Autohauptstadt" ist ein geflügeltes Wort seitdem die Stadt München sich "Radlhauptstadt" nennt, obwohl in München noch nichtmal Einfallstraßen wie die Rosenheimer Straße radlfreundlich gestaltet werden.
    Der Begriff ist also ironisch gemeint, wobei er auf München als Großstadt mit vielen Autofirmen natürlich sehr viel eher zutrifft als die vermeintliche "Radlhauptstadt", die mittlerweile nur noch als Sarkasmus gewertet werden kann.
    Ich frage mich ob es weltweit überhaupt eine andere Stadt mit einem so hohen Radlanteil (und hohen Anteil an Hobby-Bikern aller Kategorien) gibt, die gleichzeitig so wenig für die Sicherheit derjenigen Verkehrsteilnehmer tut, die sich umweltfreundlich und mitmenschengerecht fortbewegen.

  • Ja, schon klar dass der Begriff ironisch gemeint ist, aber ich verstehe nicht ganz wie man darauf gekommen ist. In anderen Städten wird genauso viel mit dem Auto gefahren, wenn nicht mehr. München belegt in einem neuen internationalen Ranking über Lebensqualität, Wirtschaft und Sozialem in der Kategorie "Fahrradfreundlichkeit" auf Platz 4. Weltweit. Geschuldet ist dies laut Studie dem extrem dichten Netz an Fahrradwegen. International betrachtet muss ich dem auch absolut zustimmen. Wir jammern hier auf einem sehr hohen Niveau. In anderen Ländern gibt es noch nicht mal so etwas wie Fahrradspuren...


    Zunehmen muss definitiv das Geschäft mit Leifahrrädern, z.B. durch die MVG.

  • ^^


    Willst du damit sagen die Qualität der Radwege hier ist schlecht? Ich weiß ja nicht welche Maßstäbe du ansetzt oder ob du überhaupt schon mal in anderen Städten / Ländern Fahrrad gefahren bist, aber damit verglichen sind unsere ein Traum :)

  • Tunnel

    Die Machbarkeitsstudie zur Verlängerung des Landshuter Allee Tunnel scheint fertig zu sein:


    http://www.abendzeitung-muench…86-8b95-b7d710e64cdd.html


    Der Formulierung im Artikel nach würde der Tunnel allerdings nur bis zur Dachauer Straße gehen und nicht darüber hinaus bis zur Höhe Parkharfe, zudem würde dann das Brückenbauwerk stehen bleiben. Finde ich etwas seltsam, wenn man eh schon am Buddeln ist, weil da im Bereich der Brückenauffahrt noch jede Menge Wohnbebauung existiert und auf dem Gelände der Bundeswehr (gegenüber der Borstei) ggf. irgendwann entstehen wird.


    Nach solchen Formulierungen braucht man nicht gehen, da selten genau recherchiert wird und oft auch die Ortskenntnis fehlt.
    Schließlich schreiben sie auch von einem 1,5 km langen Tunnel zwischen Donnersbergerbrücke und Dachauer Straße. :lach: Tatsächlich sind es haargenau 1,5 km vom bestehenden nördlichen Tunnelmund bis HINTER die Dachauer Straße, was bedeuten würde, dass das störende Brückenbauwerk sehr wohl beseitigt würde. (Ich hab im Autotacho nachgemessen) :angel:


    Aber vielleicht ist da auch eine Einhausung bis zur Brücke hoch geplant, ähnlich der Südseite bei der Donnersberger Brücke, dazu müsste man mehr Details erfahren.


    Ist denn von einer solchen Einhausung an der Südseite die Rede? Eine solche wäre wohl lärmmindernd, aber würde die optische Trennung Südneuhausens sogar noch verschlimmern.


    Förderfähig sind doch eigentlich ohnehin nur Tunnelbaumaßnahmen die den Verkehrsfluss verbessern. Da der Mittlere Ring in diesem Bereich aber bereits höhenfrei (Tunnel und zwei Brücken) und somit ohne bremsende Lichtzeichenanlagen ist tritt für den Verkehrsfluss keine Verbesserung ein. Ich muss auch zugeben quasi nie an der Landshuter im Stau zu stehen, was ich bezüglich anderer Straßenabschnitte gerne behaupten würde.

  • Ich hoffe du hast recht, dann wäre auf jeden Fall ein sehr langer Teil untertunnelt. In der Studie allerdings meine ich ging der Tunnel nicht bis hinter die Dachauerstraße, was ich nicht verstehen würde.


    Da aufgrund von Feinstaub und NO2 so und so eine Lösung hermuss und ich keine Alternative zum Tunnel sehe, ist es letztendlich wohl egal ob die Fördergelder aus dem einen oder anderen Topf kommen.

  • ^^


    Willst du damit sagen die Qualität der Radwege hier ist schlecht? Ich weiß ja nicht welche Maßstäbe du ansetzt oder ob du überhaupt schon mal in anderen Städten / Ländern Fahrrad gefahren bist, aber damit verglichen sind unsere ein Traum :)


    Ich pers. kann sogar gut auf Radwege ganz verzichten, dann muss ich mich nämlich nicht per Gesetz auf den vom MIV übrig gelassenen Straßenrestraum zurückziehen.
    Aber viele Bürger fühlen sich auf der Fahrbahn unsicher und für die gehören sichere Radwege her. Dazu gehört eine Führung im Sichtbereich der Fahrbahn, eine stetige Linienführung, durchschaubare Signalisierungen (gibt so ein lustiges, mehrseitiges PDF zur Gültigkeit von Ampeln) und eine Breite, die sicheres Überholen langsamer Radler zulässt. Gerade letzteres ist auf Münchner Radwegen (eigentlich) nicht unter Einhaltung der Sicherheitsabstände möglich. Dabei gibt es gerade bei Radfahrern aufgrund der sehr unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten den Wunsch, Überholen zu wollen.
    Und natürlich gibt es deutliche schlechtere Städte in bezug auf Radverkehr, aber München ist eine prosperierende Stadt, da sollte man sich an den besten orientieren und nicht am Mittelmaß. Man sehe sich nur einmal das Gekaspere um den Radstreifen auf der Rosenheimer an. Die Krönung ist die empfohlene "Umleitung", welche von CSU/FDP ins Spiel gebracht wurde. Besser kann man nicht beweisen, dass man von moderner Verkehrsplanung keine Ahnung hat.

  • Visionär ist die Idee sicherlich. Schon allein daher für München interessant. Leider sehe ich das Problem, dass die Stadt nur eine Tunnellösung mittragen würde und dafür die 50 Millionen bei Weitem nicht ausreichen werden. Bei der ebenerdigen Lösung einer Einhausung bin ich selbst skeptisch. Wie soll das in das Straßenbild der dann kleineren Nebenstraßen passen?

  • Frau Merk hat den Entwurf noch gar nicht prüfen können. Ihre spontane Skepsis ("Too good to be true") kann ich sehr gut nachvollziehen. Nur fünf Jahre für Planung und Bau und nur 50 Mio. € für die Umbauarbeiten der Straße - ist das wirklich realistisch? Die Schwierigkeiten etwa bei Entlüftung/Brandschutz und Verkehrsführung während der Bauzeit für eine 1,3 km lange Einhausung und Überbauung des Mittleren Rings scheinen mir sehr handfest.


    Etabliert sich da gerade ein neuer Trend "Don't call it a tunnel" (siehe auch Isarring)?

  • Bei der ebenerdigen Lösung einer Einhausung bin ich selbst skeptisch. Wie soll das in das Straßenbild der dann kleineren Nebenstraßen passen?


    Die Allee ist ja im genannten Bereich schon im Tunnel. Bebaut werden soll der Mittelteiler, der jetzt schon als Grünfläche besteht. Einhausungen mit Wohnbebauung sieht Rossius im Bereich der Tunnelmünder vor sowie im Bereich Dom-Pedro-Straße. So habs ich verstanden zumindest:


    Hier wirds erklärt:
    http://www.br.de/radio/bayern1…landshuter-allee-100.html


    --

  • In diesem Zusammenhang sehr interessant ist, dass der Freistaat letzten Monat nach 1,5 Jahren seine Berufung gegen die Klage der deutschen Umwelthilfe zurückgezogen hat, nachdem klar war dass die menschenunwürdige Situation an der Landshuter Allee nicht länger aufrecht erhalten werden kann.


    Der Freistaat ist nun gezwungen das Urteil innerhalb von 6 Monaten umzusetzen und den Luftreinhalteplan zu ändern.


    Zitat:
    "Die Erfüllung des Urteils bedeutet für die Landeshauptstadt und den Freistaat, dass diese nun sehr kurzfristig neue Wege in der Verkehrspolitik beschreiten müssen."


    Quelle:
    Deutsche Umwelthilfe siegt im Streit um saubere Luft

  • Vorgestern ist im Wochenblatt ein Artikel zu den aktuellen Feinstaubüberschreitungen erschienen.
    Bis auf die Station in München/Landshuter Allee, bei der 39 Überschreitungstage verzeichnet wurden, blieben alle der über 30 bayerischen Mess-Stellen unter dem zulässigen Limit.


    35-Tage-Grenze für Feinstaubüberschreitungen


    Von der zunehmenden Stickstoffdioxidbelastung und deren Grenzüberschreitungen ist hier noch nicht einmal die Rede.

  • Vorgestern ist im Wochenblatt ein Artikel zu den aktuellen Feinstaubüberschreitungen erschienen.
    Bis auf die Station in München/Landshuter Allee, bei der 39 Überschreitungstage verzeichnet wurden, blieben alle der über 30 bayerischen Mess-Stellen unter dem zulässigen Limit.


    35-Tage-Grenze für Feinstaubüberschreitungen


    Von der zunehmenden Stickstoffdioxidbelastung und deren Grenzüberschreitungen ist hier noch nicht einmal die Rede.


    Ach lass uns doch lieber das Rossius-Projekt diskutieren anstatt wieder Deine ewige Öko-Propaganda zu wälzen.


    Ich find das gerade interessanter...

  • Die im FR-Artikel genannten Schweizer Überbauungsprojekte haben übrigens jeweils vom Beginn der Detailplanung bis zur Fertigstellung grob zehn Jahre gedauert, vor allem wegen einer langen Planungsphase.

  • Ach lass uns doch lieber das Rossius-Projekt diskutieren anstatt wieder Deine ewige Öko-Propaganda zu wälzen.


    Die Grundlage für das ganze Thema hier und die Finanzierung des Projekts steckt in der Tatsache, dass an der Landshuter Allee tagtäglich Menschen durch KFZ vergiftet werden. Insofern sind alle Fakten zu diesem traurigen Umstand, inbesondere solche aus der Presse, hier goldrichtig aufgehoben.



    Das Rossius-Projekt sehe ich persönlich nur als Alternative zum Ist-Zustand, keinesfalls als Alternative zu einem Tunnel mit Park, so wie wir ihn von den bisherigen Münchner Tunnelprojekten mit ähnlicher Verkehrssituation (Anzahl Querstraßen, Breite der Schneise etc.) kennen.


    Im innerstädtischen Teil von Neuhausen, also zwischen Landshuter Allee und der Maxvorstadt haben wir eh schon eine äußerst dichte Bebauung, an der sich die meisten Stadtteile eine Scheibe abschneiden könnten.
    Zudem ist dort kein einziger erwähnenswerter Park oder Grünzug, nichtmal im kleineren Format, da hat selbst die Maxvorstadt mehr zu bieten. Und jetzt komm mir nicht mit der Wiese im Arnulfpark ;)
    Daher fände ich es sehr wünschenswert in dieser grauen Häuser- und Asphaltwüste endlich mal wieder einen Ort mit Aufenthaltsqualität für die Bürger der Stadt zu schaffen.


    Zudem gibt es beim Rossius-Projekt bisher keinerlei bekannten Pläne für die beiden Tunnelausgänge im Norden und Süden, die man auf keinen Fall so offen wie bisher lassen kann.
    Oder haben nur die Bewohner der mittleren Landshuter Allee einen Anspruch auf Ruhe und saubere Luft?


    Das Projekt ist zugegebenermaßen nicht ansatzweise so eine Blender-Nummer wie der geplante Mini-Tunnel im englischen Garten, aber gegenüber einem echten Tunnel mit Einhausungen an den Ausgängen und mit Parkanlage, ist das nach bisherigem Kenntnisstand mMn keine diskussionswürdige Alternative, speziell nicht im dicht besiedelten Neuhausen und bei Vorhandensein alternativer Flächen für Wohnbebauung.


    Nachverdichtung sollte dort statt finden, wo es Sinn macht und da hatten wir für Neuhausen und Maxvorstadt bereits mehrere Vorschläge gemacht, z.B. auf städtischen Flächen die aktuell nicht mehr zeitgemäß genutzt werden oder das ganze östlich gelegene Viertel zwischen Mars- und Blutenburg/Karlstraße (Brauereigelände und halb verlassene Autohäuser).