Frag das Frankfurter Forum

  • Aufgrund der Straßenbahngleise im Vordergrund kommt hier nur die Ecke zum Eschenheimer Tor in Betracht. Im Blickfeld ist somit das Grundstück der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Die Hochstraße war auch nach dem Krieg noch eine ganze Zeit in der Einbahnrichtung umgekehrt.

  • Dass es tatsächlich das Gebäude Hochstraße 2 / Eschenheimer Tor 1 war, kann ich kaum glauben, denn da stand ein relativ protziges Gebäude einer Berliner Versicherungsgesellschaft.


    Der hier im Abriss befindliche Bau sieht aber ziemlich modern aus, er dürfte wohl kaum vor 1930 errichtet worden sein. Ich würde auf Hochstraße 4a tippen, da dieses Gebäude der Städtischen Polizei zugehörig war – dazu würden auch die vergitterten Fenster im Erdgeschoss passen.


    Anbei noch ein Luftbild der Situation an dieser Stelle vor 1944...



    ...und aus dem parzellengenauen Stadtplan mit Stand 1944:



    Bildnachweis: Bildindex.de, Altfrankfurt.com

  • RMA, nichts anderes habe ich gemeint. Man sieht auf dem Bild von Harald-Report ja auch, das es sich nicht um das Eckgrundstück handelt. Aber der Fotograf stand einwandfrei mitten auf dem Eschenheimer Tor.

  • Vielen Dank für die Hilfe. Ich hatte mich irgendwie darauf versteift, daß der Blick nach Norden und nicht nach Westen gerichtet ist. Aber so macht es natürlich mehr Sinn und dann passen auch die Straßenbahnschienen.


    @ RMA: Wo findet man eigentlich die gesamte Flurkarte aus der Dein Ausschnitt stammt?



    Schöne Grüße


    Robert

  • Für derartige Forschungen empfehle ich neben den einschlägigen Fotobänden (Liste kann ich gerne liefern) insbesondere den Download sämtlicher Luftbilder Frankfurts aus dem „Luftbildarchiv deutscher Städte“, den Ravenstein-Plan von 1862, der parzellengenau das gesamte Stadtgebiet im nahezu mittelalterlichen Zustand zeigt, im Abgleich dazu den von Schmittchen verlinkten Flurplan mit Stand 1944 sowie die Kenntnis der alten Frankfurter Adressbücher. Ich habe davon mittlerweile zehn Jahrgänge, die schwerpunktmäßig zwischen 1930 und 1943 fallen (wichtig wegen Altstadtsanierung und der krassen Eigentumsverschiebungen aufgrund der Enteignung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung), es gibt sie aber auch alle mikroverfilmt bei ISG oder in der Universitätsbibliothek.

  • Diese Hilfsmittel sind sicher nicht verkehrt, helfen aber meist nur bedingt, b.z.w. erst dann, wenn die Örtlichkeit mindestens grob bestimmt ist. Bei den Bildern von Harald-Report haben diese Dinge überhaupt nicht genützt, oder waren ganz einfach nicht notwendig.


    Nehmen wir mal das letzte Bild:
    Die Ortsbestimmung war hier sehr einfach. Es stand fest, dass es sich um die Hochstraße handelt. Die schwer sichtbaren Hausnummern waren völlig unwichtig. Das entscheidende sind die Schienen. An der Hochstraße gab es zwei Stellen, an denen Schienen lagen. Einmal am Opernplatz, und einmal am Eschenheimer Tor. Der Opernplatz mußte ausscheiden, da hier aufgrund des Bildausschnitts und der Lage der Gleise entweder der Blick aus der Neuen Mainzer Straße in Richtung Hochstraße/Große Bockenheimer Straße, oder aber der umgekehrte Blick möglich ist. Wer sich ein bisschen auskennt, der weiß, dass es an beiden Stellen nach dem Krieg völlig anders aussah, respektive aussehen mußte. Somit bleibt nur das andere Ende der Hochstraße übrig, zu dem auch das Einbahnstraßenschild sehr gut passt. Erst mit dieser Erkenntnis kann man Luftbilder zur endgültigen Klärung hinzu ziehen (war aber hier unnötig).


    Die beste Erkennungshilfe sind und bleiben Straßenbahnschienen, oder noch besser Straßenbahnen selbst mit ihrer Beschilderung. Dann noch ein bisschen nachdenken und etwas Ortskenntnis, und schon isses gelöst. Am optimalsten ist es allerdings, man kennt die Stelle ganz einfach.;)

  • Naja, die Straßenbahn fuhr aber längst nicht in jeder Ecke. Auch das mit dem Polizeigebäude hätte man wohl kaum ohne Adressbuch herausgefunden. Da es früher sozusagen „Corporate Architecture“ gab, also durchaus am Baustil die Nutzung eines Gebäudes zu erkennen war, ist es häufig auch eine Hilfe zu wissen, welche Firma wo ansässig war. Aber das schöne an einem Forum wie diesem hier ist ja, dass man sich mit seinen unterschiedlichen Interessenschwerpunkten ziemlich gut ergänzt. Ich bin mir sogar ganz unvoreingenommen sicher, dass sich hier häufig mehr kostenloses Know-How einfindet als in manch wissenschaftlicher Institution (wenn ich an die Verschlagwortung vieler Fotos im Institut für Stadtgeschichte denke, oh weh!).

  • Ganz genau, RMA. Die Ergänzung ist das Entscheidende. Was der eine nicht weiß, weiß eben der andere.


    Die schlimme Verschlagwortung im Institut wundert mich nicht. Man braucht schon etwas Übung und auch Geduld. Die haben dort sicher auch noch was anderes zu tun.

  • Riederwaldtunnel

    Weiß jemand, wie der aktuelle Umsetzungsstand ist? Und wie es wann weiter geht? Schon mal Danke im Voraus

  • Bezüglich des Alten Feuerwachen Geländes habe ich vor ein paar Tagen einen Bagger entdeckt. Sind das bereits erste Versuche zum Beginn der Bauarbeiten?

  • Direkte Frage an Schmittchen!


    Letztes Jahr mitte Januar,gab es die Meldung in der FAZ,daß ,das Grundstück der Deutschen Bank zwischen Gallusstrasse und Junghofstrasse mittelfristig bebaut werden wird.Also damit ist das Max-Grundstück gemeint.
    Gibt es wirklich jetzt berechtigte Hoffnung,daß,das Hochhaus in den nächsten 2 Jahren zumindest angekündigt wird? Weißt du vielleicht mehr darüber,wie es weitergeht? Gibt es aktuell etwas Neues darüber? Irgendwelche Planungen?

  • Platz neben der Paulskirche

    Gibt es eigentlich Überlegungen den Platz neben der Paulskirche wieder zu bebauen, wie es auf dem Altstadtmodel zu sehen ist?

  • Spontan gesagt, sieht das nach den hohen Schallschutzwänden aus, die sie gerade um die 380er-Werft hochziehen. Man kann vor solch eine Wand einen Jet stellen und die Düsen zum Prüfen anfahren, ohne dass die Wand wegfliegt... Diese Wände gibt es kilometerweise entlang des Airportrings. Hier sind Fotos vom Abbruch einer solchen Wand zu sehen.


    EDIT: Gleich mal eine Folgefrage. Wird in der Nähe der 380er-Halle nicht auch gerade das umstrittene Parkhaus hochgezogen? Eventuell wird das mit so einer Wand geschützt, oder die hohe Wand auf dem Foto gehört sogar zum Parkhaus. Insider vor, bitte!

  • 380er-Halle und Schutzwände

    So, ich scheue ja weder Mühe noch Kosten, um den Fragen auf ihren Grund zu gehen :) Hier ist die 380er-Halle Deines verlinkten Fotos:



    Wie Du siehst, habe ich extra auch ein Exemplar dieser Dickschiffe hinstellen lassen. Und gleich rechts daneben befindet sich das ominöse Bauwerk, welches aus dieser Perspektive seine wahre Identität preisgibt:



    Bilder: epizentrum


    Es handelt sich also um Schutzwände, die gerade aufgebaut werden. Siehe Kran. Um eine Vorstellung von der Höhe dieser Wände zu bekommen, lohnt sich ein Blick auf den Kleinbus, der dort gerade vorbeifährt...

  • Beitrag aus "Campus Westend der J.-W.-Goethe-Universität" hierher verschoben.
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    Jetzt mal eine ganz blöde Frage: Das Museum Ritter in Waldenbuch (Baujahr 2003) sieht aus, als stamme es aus dem gleichen Baukasten wie das Hörsaalzentrum (Baujahr 2006-9).
    Kann es sein, dass man sich in Frankfurt ein wenig hat "inspirieren" lassen?

  • Urteil zum Büro-HH Eschersheimer Ldstr./LBBW

    Mir macht das Urteil zu o. g. Objekt immer mehr Sorgen. In einem Artikel der FNP-Printausgabe von heute ist u. a. zu lesen, daß "speziell für Hochhäuser das Gericht geklärt habe, daß Befreiuungen von der Höhenfestsetzung ausscheiden"::Nieder:


    Der Anwalt Thomas Rautenberg von der auf Immo-Recht spezialisierten Kanzlei "Jur Realis" ist sicher, "daß diese Rechtsprechung die Planungs- und Genehmigungspraxis zumindest in Frankfurt verändern wird".


    Fragen:
    1) Was meint Ihr: Wie kann/wird die Stadt künftig vorgehen? Werden (rechtsverbindliche) B-Pläne immer erst erstellt, wenn ein Investor konkret ein HH bauen will? (zeitliche Komponente!?)


    2) Kann man die B-Pläne durch sog. "städtebaulichen Verträge" umgehen?


    3) Werden Technikaufbauten mit in die Höhe eingerechnet? Wenn nicht würde also der Tower 1 im EV nur 195m (lt. B-Plan) anstatt mal angedachten 210 m hoch werden können...


    Info: Die Stadt will gegen o. g. Urteil Berufung einlegen. Hoffen wir also noch ein bisschen!

  • Man muss gar nicht so weit in die Zukunft schauen (Tower 1)...
    was bedeutet das konkret für den Bau des Taunusturms? Bis das Urteil rechtskräftig ist, wird wegen der Berufung noch etwas Zeit vergehen. Wird Tishman daher vorerst langsamer beim Bau vorgehen? Sind bereits erteilte Baugenehmigungen oder nur bereits gebaute Häuser vom Urteil nicht betroffen?