Leipziger Kaffeeklatsch

  • Wir befinden uns im Jahre 2020 n.Chr.

    Ganz Saxonia ist von den Viren besetzt… =O

    Ganz Saxonia?


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    Nein! 8o

    Ein von unbeugsamen Lipsiensiern bevölkertes Dorf (oben, links) hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. :sleeping:



    Damit würde sich auch die Gelegenheit bieten, das dahinsiechende Messe- und Kongressgeschäft mit frischen Ideen anzukurbeln...


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    ...auch Herr Kretschmer könnte sich beteiligen


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    Quelle youtube-video

  • ^ + ^^ Wer Sachsen kennt, der hat ein Gespür dafür, wann hier die Dinge ihren unheilvollen Lauf nehmen. Der weiß längst vorher, dass angemeldete Quer"denker"-Demos wie jene am 7. November total aus dem Ruder laufen müssen, weil hier in Sachsen die Vorzeichen eben andere sind als in anderen Bundesländern.


    Und es ist natürlich auch kein Zufall, dass Sachsen zum Corona-Hotspot der Republik aufgestiegen ist und jener Abschnitt entlang zur tschechischen Grenze zu unserem deutschen Bergamo. Jetzt ist das Kind im Freistaat in den Brunnen gefallen, wie schon so oft seit 2015, und unser MP versucht in seiner Verzweiflung einmal mehr, die Situation mit Appellen an die Bevölkerung umzukehren.


    Und die Zahlen steigen und steigen...


    Zeit: Ein Land an seinen Grenzen

  • Da kann man jetzt lange wild spekulieren oder ein politisches Süppchen zu kochen versuchen, viel hilfreicher wäre es aber, vielleicht mal über Wundermittel wie "Statistiken" nachzudenken und diese am Ende sogar zu veröffentlichen. Transparenz ist leider in vielen sächsischen Amtsstuben immer noch verpönt. Warum werden bis heute keine Statisitiken veröffentlicht, die die Infektionen auf die einzelnen Gemeinden aufschlüsseln? Warum gibt es keine Statistiken, wo wenigstens der Versuch unternommen wird, die Infektionsquelle nachvollziehbar zu machen? Selbst wenn da große Lücken bleiben würden, dürften viele Infizierte durchaus eine Vermutung haben, wo sie sich angesteckt haben könnten (Pflege, Feier, Familienmitglied). Nur wer weiß, wo sich Schwerpunkte des Infektionsgeschehens abzeichnen, kann diese auch zielgerichtet bekämpfen. Wenn man stattdessen Unsinn wie die Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen verabschiedet, scheint die Landesregierung aber tatsächlich ahnungslos zu sein.

  • ^ Nun geht's für Sachsen also ab nächster Woche in den harten Lockdown, die anderen Bundesländer ziehen sicher noch vor Weihnachten mit weitreichenden Einschränkungen auch und gerade über die Feiertage nach.


    Es gibt sicher nicht den einen Grund, sondern viele Gründe, warum ausgerechnet in Sachsen die Zahl der Neuinfektionen so hoch ist (Inzidenzwert lt. RKI aktuell 313) und in Leipzig seit Monaten deutlich geringer (Inzidenzwert lt. RKI aktuell 104, das dürfte sogar der niedrigste Wert aller Großstädte 500k+ sein, ich habe es aber nicht überprüft). Wenn ich mir den überfüllten Nahverkehr und die stets proppenvolle Innenstadt angucke, ist es kaum zu glauben, dass die Neuinfektionen hier die letzten Tage sogar manchmal weniger als 50 am Tag betrug.


    Die Entwicklung in Leipzig verläuft halt in vielen Bereichen konträr zur Entwicklung in Sachsen. Die nächsten Wochen und Monate werden dennoch für alle hart, was sich auch negativ auf die Bauaktivität auswirken könnte.

  • 269 Neuinfektionen in Leipzig seit gestern, um genau zu sein. Quelle: offizielle Angabe der Stadtverwaltung. Deutschlandweit knapp 30.000 seit gestern... Die Zahlen sprechen für sich...

  • ^ Nur leider viel zu spät, denn jetzt ist die Kraftanstrengung umso größer, die völlig aus dem Ruder laufenden Infektions- und Todeszahlen hierzulande wieder auf ein erträgliches Maß einzufangen. Kretsche hat noch im Oktober wider besseres Wissen und allen Warnungen von Experten zum Trotz getönt, dass er auf die Eigenverantwortung der Sachsen statt auf restriktive Maßnahmen setze - ausgerechnet hier im deutschen Hotspot des rechten Wutbürgertums und der AfD-Wahlerfolge, wo man sich Woche für Woche unwidersprochen mit Kaiserreichsfahnen beflaggt an die Bundesstraße stellt, eine völlig falsche wie wahnwitzige Einschätzung der Lage.


    Inzwischen hat halb Sachsen eine Inzidenz von über 500, sticht pink auf der Deutschlandkarte vom RKI hervor, während Merkel gestern noch vor einer Inzidenz von 200 bundesweit warnte. Und es sterben hier fast zweieinhalb mal mehr Menschen im Zusammenhang mit Covid 19 als im Bundesschnitt.

  • Wenn nicht so viele negative Folgen entstehen und unschuldige Personen dabei zu schaden kommen würden, könnte man einfach darauf verweisen, dass die AfD nach einer inhaltlich-geistigen nun auch eine physische Zerlegung anstrebt bzw. mittendrin ist. Aber welche Themen blieben diesem "Fliegenschiss der Geschichte" denn sonst, ausser Pseudo-Revolutionen gegen das "Establishment" und derer Entscheidungen einer Realpolitik?

  • Das Virus hält sich ungern an Grenzen und ihm die isses auch Wurscht, wen es befällt... Leugner oder nicht. Leipzig raus aus Sachsen wird da nicht helfen, sorry for that....

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    Es ging mir nicht ums Virus sondern um die blau-braun gefärbten freistaatlichen Landstriche. Gefühlt ist man ja hier näher an Hamburg als an dem was hinter Grimma so kommt (wahrscheinlich ist man in der Stadt deshalb so scharf darauf die Anbindung zur Elbe so schnell wie möglich umzusetzen). Vielleicht ist die Hansestadt ja gewillt mit uns einen länderübergreifenden Zweistadtstaat einzugehen. Sollte Halle dann endlich mal seine Identitären loswerden kann es gerne mitkommen…

  • Heute stehen in der LVZ zwei interessante Interviews mit dem Leipziger Einzelhandelsexperten Michael Siebert Corona selbst verändert die Innenstadt nicht und mit dem Leipziger Zukunftsforscher Gábor Jánzky Ostern wird das neue Weihnachten.


    Beide Interviews liegen leider hinter der Paywall, zu denen hier vermutlich nicht alle Zugang haben.


    Sowohl Jánzky als auch Siebert geben sich darin sehr optimistisch, dass Deutschland und Leipzig gestärkt aus der Krise herauskommen werden und die Konjunktur schon im Frühjahr deutlich an Fahrt gewinnen wird, nicht zuletzt deswegen, weil das Ende der Pandemie mit dem Impfstoff in Sicht sei. Jànzky glaubt zudem, dass auch die Arbeitslosenzahlen sehr bald wieder auf Vorkrisenniveau sinken und die Belebung im Frühjahr wieder für ein optimistisches Klima im Land sorgen werde, auch wenn es vorerst noch zu weiteren Firmenpleiten aufgrund der Pandemie und deren Maßnahmen dagegen geben wird.


    Fehler im Umgang mit der Pandemie sieht Jànzky darin, dass die Politik pauschale Maßnahmen trifft statt verstärkt Risikogruppen zu schützen. Das halte ich aus meiner Sicht für Sachsen allerdings für kaum realisierbar, da etwa 40 Prozent der hiesigen Bevölkerung zur Risikogruppe zählen, was natürlich nicht heißt, dass die sächs. Regierung lange Zeit auch nur im Ansatz begriffen hatte, was jetzt mit voller Wucht eingetreten ist. Kretschmer & Co. haben viel zu lange viel zu viel wertvolle Zeit verstreichen lassen.


    Dass jetzt bei der Impfung diese Risikogruppen zuerst berücksichtigt werden, ist für den Zukunftsforscher eine vollkommen richtige Ungleichbehandlung, wodurch die Solidarität in der Gesellschaft gestärkt hervorgehe.


    Für das Wahljahr 2021 sieht Jànzky das Thema Umwelt wieder stark zurückkommen und teilt mit, dass die Bereitschaft dafür wachsen werde und Unternehmen bereit seien, Emissionen zurückzunehmen. Dieses Thema werde das Wahljahr 2021 bestimmen.


    Für den Leipziger Einzelhandel stellt Michael Siebert von JLL fest, dass das Krisenjahr auch dem Leipziger Einzelhandel erheblich zugesetzt hat. Viele Läden hätten allerdings nicht aufgegeben und er denkt, dass auch künftig nicht viele Läden hinzukämen, die aufgeben müssen. Corona hat den Wandel im Einzelhandel beschleunigt. Der jetzige Leerstand, wie beispielsweise im Petersbogen, sei keine Folge der Pandemie. Der Online-Handel war auch schon vor der jetzigen Krise auf dem Vormarsch und verdrängte den Einzelhandel. Siebert sieht allerdings auch das Wachstum im Online-Handel nicht für unendlich.


    Interessant finde ich, dass Siebert gerade in der gegenwärtig arg durch die Corona-Maßnahmen gebeutelte Veranstaltungs- und Gastronomieszene Anzeichen für eine deutliche Erholung sieht. Und nicht zuletzt die Attraktivität Leipzigs für junge Menschen trage zur Stärkung der Leipziger Wirtschaftskraft bei.

  • Leipzig erleidet erstmals seit der Zeit als Wachstumshauptstadt Wanderungsverluste, so die LVZ hinter der Bezahlschranke. 2020 hat hier mit CORONA zumindest für das (fast) vergangene Jahr den Trend umgekehrt. Ob die Trendwende bestand hat, wird sich zeigen.

    LVZ

  • ^ Ich zitiere mal den Leiter des Amtes für Statistik und Wahlen, Christian Schmitt, mit folgender Aussage zu den diesjährigen Zahlen der Meldebehörden: "...Aus unserer Sicht sind die Daten nicht real belastbar. Sie beruhen nicht so sehr auf einem Rückgang beim tatsächlichen Zuzug, vielmehr auf einem Rückgang im Meldewesen – bedingt durch den Shutdown auch bei den Behörden.“ Verlässliche Zahlen gebe es sicher erst nach der Corona-Pandemie."