Baugeschehen: Zentrum

  • Hier weitere Impressionen aus dem Zentrum vom 21.09.2020. Bin leider an keiner Baustelle vorbeigekommen aber ein paar Eindrücke würde ich doch gerne einstellen.


    Blick zum Alten Rathaus


    Theaterstraße


    Markthalle


    Jakobikirche


    Neumarkt


    Stadthalle



    Alle Bilder von mir.

  • Offenbar gibt es endlich mal eine Debatte über eine Öffnung der Galerie Roter Turm nach Außen mit entsprechenden Forderungen von Politikern. Nur hat das Center-Management daran offenbar immer noch wenig Interesse. Deswegen wurde vor vielen Jahren wohl auch der Seiteneingang samt Passage zum Roten Turm geschlossen und in Ladenflächen umgewandelt.


    Nur traurig, dass sich an dem äußeren, verschlossenen Erscheinungsbild der Galerie Roter Turm in den ganzen Jahren so wenig verändert hat. Immer noch keine Seiteneingänge in die Ladengeschäfte und noch dazu teils trostlos gestaltete / schwarze Schaufensterflächen mitten im Herz der Stadt an einer der am stärksten belaufenen Straßen.. letztlich könnte doch die gesamte Innenstadt attraktiver erscheinen.


    Artikel der Freien Presse (leider nicht komplett frei lesbar) mit den Kommentaren:

    https://www.freiepresse.de/che…-chemnitz-artikel11112016

  • Habe ich auch immer wieder bemängelt und in verschiedenen Gremien angesprochen. Es gibt da kein wirkliches Interesse dran. Bedauerlich. Auch diese Debatte wird daran nichts ändern.

  • Es folgt ein kleiner Bilderbericht über den Stand der Dinge an der Villa Zimmermann, die ja momentan saniert wird. Der repräsentative neogotische Villenbau am Bahnhofsvorplatz entstand 1865-67 für den Werkzeugmaschienenfabrikanten Johann Zimmermann und gehört zu den besterhaltenen Zeugnissen seiner Art in Deutschland. Die letzte grundhafte Wiederherstellung erfolgt erst 2007/2008, wobei das historische Erscheinungsbild aber nur vereinfacht wiederhergestellt wurde - der Investor war aber schon nach einem jahr insolvent und das Gebäude stand wieder leer; das Nutzungskonzept war nicht aufgegangen. Damals gab es auch Auseinandersetzungen mit der Denkmalbehörde bzgl. der Authentizität der Sanierung, weshalb die Arbeiten zwischenzeitlich für längere Zeit ruhten.

    Nun also ein neuer Anlauf mit neuem Investor. Das Äußere wird nun originalgetreu wiederhergestellt, u.a. werden die (zweifelsohne schönen) schmeideeisernen Balkonbrüstungen wieder durch Sandsteinbrüstungen ersetzt; auch kommen weitere Fialen hinzu. Auf dem Grundstück des 2007 (auf Drängen des damaligen Investors) abgerissenen Hotels Carola, welches zwischenzeitlich als schnöder Parkplatz genutzt wurde, entsteht ein Neubau. Das kleine Jugendstilportal, welches einst die Villa mit dem Hotel verband und den Abriss 2007 überlebte, wurde abgebaut, eingelagert und wird in den Neubau integriert werden. Der Neubau selbst ist furchtbar, gibt aber zumindest dem Bahnhofsvorplatz seine Gebäudekante zurück.


    Der Blick aus der Carolastraße:


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    Die kunstvollen Gitter sind scheinbar nicht historisch authentisch und werden durch Sandsteinbrüstungen ersetzt werden:


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    Ein Bild der Bautafel: Neben der Villa Zimmermann und dem Neubau auf dem Grundstück des Hotels Carola (zu erkennen ist dort das integrierte Jugendstilportal) in der Bahnhofstraße scheint auch die Villa Carolastraße 7 (ganz links auf der Tafel) Teil des Projekts zu sein:


    20200927_14472402tk23.jpg


    Der Blick aus Richtung Bahnhofsvorplatz. An der Fassade wurden bereits zahlreiche Sandsteinplatten erneuert.


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    Die Baugrube für den Neubau. Die Fassade der Villa im Hintergrund war seit der Errichtung des Verbindungsbaus zum Hotel Carola zu Beginn der 20. Jahrhunderts verdeckt und wurde erst jetzt durch den Abbau des Jugendstilportals wieder freigelegt. Da der Neubau frei stehen wird, wird man dieses Fassadenstück wohl rekonstruieren.


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    Auf der anderen Seite des Blocks, an der Straße der Nationen, wird momentan das Projekt "Contor Haus" (Bindestriche scheint es nicht mehr zu geben) umgesetzt - man saniert die Straße der Nationen 58, wobei Etagenwohnungen und eine Gewerbeeinheit entstehen: http://www.chemnitz-sdn58.de/contor-haus.html


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    Im größeren Zusammenhang; links das Hauptgebäude der TU:


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    Und nochmal in ganzer Pracht, weil's so schön ist:


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  • ^Erstaunlich, dass sich an der dazwischenliegenden Straße der Nationen 60 immer noch nichts tut. Die war 2016 immerhin mal gesichert worden, wie das nachfolgende Bild von (dwt). zeigt, aber böte sich eigentlich für weitere Sanierungsaktivitäten regelrecht an:

    img_08638buxb.jpg

  • Da kommt bestimmt noch was. Ich habe mich seinerzeit sehr über die Sicherung gefreut, da das Gebäude im Speerplan zur Disposition gestellt worden war. Vielleicht möchte sich ja die Uni ausbreiten. Ich meine fast, dass das auch mal im Gespräch war, aber ich kann es dir aber nicht beschwören.

  • Da kommt bestimmt noch was. Ich habe mich seinerzeit sehr über die Sicherung gefreut, da das Gebäude im Speerplan zur Disposition gestellt worden war. Vielleicht möchte sich ja die Uni ausbreiten. Ich meine fast, dass das auch mal im Gespräch war, aber ich kann es dir aber nicht beschwören.

    was wäre denn an diesem Gebäude so erhaltenswert? Das passt ja von der Gebäudehöhe gar nicht zum Rest.

  • Gerade das macht doch eine gewachsene Stadt aus: Brüche und Kontraste innerhalb einer straßenseitigen Bebauung sind ja nichts, was sich die Moderne ausgedacht hat. Ich mag unterschiedliche Gebäudehöhen innerhalb eines Blocks immer ganz gerne. Von daher würde ich mich über eine Sanierung des Gebäudes auch freuen - zumal der Innenhof wirklich schön ist und einen tollen Raum bildet. Den Anschluss an das rechte Nachbargebäude könnte man entfernen und Gebäude wieder als Einzelbau an der StraNa wirken lassen und die Durchlässigkeit des Blocks in Richtung Hbf. erleichtern.

  • @ Viennaandy: Stimmt schon, so wahnsinnig erhaltenswert ist das Gebäude Straße der Nationen 60 tatsächlich nicht. Die stattdessen eingezeichneten Bäumchen im Speer-Plan waren aber auch alles andere als überzeugend. Die Sanierung der Straße der Nationen 58 und meines Erachtens auch der dahinterliegenden denkmalgeschützten Fabrik (die im Speer-Plan ebenfalls nicht mehr eingezeichnet war) zeigt aber, dass der Immobilienmarkt an dieser Stelle durchaus Alternativen zum jetzigen Leerstand bietet, der mit Sicherheit die schlechteste Variante ist.


    Das stört mich auch an den Überlegungen zu Verlegung und Abriss des Busbahnhofes, um dort Neubauten für die TU zu errichten. Wenn es dort tatsächlich einen Erweiterungsbedarf gibt, warum deckt man den nicht durch die Behebung städtebaulicher Missstände im direkten Umfeld?

  • @ lguenth1 Ich finde die Verlegung des Busbahnhofs schon aus ästhetischen Gründen sinnvoll. Im Moment wird die toll rekonstruierte Aktienspinnerei durch parkende Busse des Regionalverkehr Erzgebirge verdeckt. Dass die Fahrzeuge nicht mehr direkt an der Außenwand parken war schon ein Kompromiss mit dem laut Bauleiter des SIB auch während der Bauphase äußerst unkooperativen Busunternehmens.

    Eine Nutzung der leerstehenden Gebäude an der StraNa durch die TU Chemnitz halte ich auch für wünschenswert, scheiterte vor ein paar Jahren bei der Alten Post aber an den Preisvorstellungen des Eigentümers. Potentielle Alternativflächen für Erweiterungsbauten könnten da die Verhandlungsposition des Land Sachsen stärken.

  • Das dort jetzt eine Cafeteria hin soll ist äußerst bedauerlich. War doch eigentlich angedacht, dass Besucher und Mitarbeiter im Brühlquartier essen und trinken sollen um zur Belebung beizutragen. So wird dies wohl wieder ein unabhängiges Ensamble, das kaum über sich hinaus strahlt. Sehr schade.

  • ^ Ich glaube der Brühl und sein Umfeld vertragen mehr als ein Café ;)
    Ich finde es schön, dass das Gebäude eine Nutzung findet und erhalten bleibt, war es doch in früheren Planungen immer zum Abriss vorgesehen. Auch eine Cafeteria finde ich für die eher tote Straße der Nationen sehr schön.

  • Da fällt mir nur ein Satz dazu ein. Ein Satz mit X das war wohl nix. Die Visualisierung hat es ja schon angekündigt. Das Gebäude ist ein reiner Zweckbau und wirkt einfallslos und jeglicher Bezug zur Höhe und Gestaltung zum benachbarten Schocken wird nicht berücksichtigt. Was dm ganzen noch ein I-Tüpfelchen aufsetzt ist diese zurück gesetzte Wellblechvergleitung für die dahinterstehenden technischen Gerätschaften 🤦‍♂️ Ehrlich gesagt ein Trauerspiel und es macht einen sehr nachdenklich was die Stadt für eine Entwicklung nimmt. Besonders bei der Innenstadtentwicklung sehe ich mittlerweile schwarz. Man muss mittleerweile so pessimistisch sein, das die Gebäude der Johannisstadt und von Hansa Real und Simmel genauso ein lieblosen Eindruck machen wird. Ich verfolge die baulichen Veränderungen seit den 90er Jahren sehr aufmerksam. Ich gebe da hinsichtlich Herrn Schmalfuß recht. Die entscheidenden Personen sind entweder nicht Willens oder Sie interessiert eine positive Stadtentwicklung vob Chemnitz nicht. Die Stadt bräuchte in meinen Augen die Kulturhaupstadt 2025 überhaupt nicht wenn man eine kleinteilige ansprechende Innenstadtbebauung erfolgreich verfolgt hätte. Eine Entwicklung wie in Frankfurt um das Rathaus oder wie in Dresden um die Frauenkirche würde mehr Aufenthaltsqualität für Besucher und Bewohner schaffen. Leider genießt Chemnitz keinerlei Stellenwert. Das sieht man beim Quartier um den Behördenbau am Karl-Marx Kopf.