"Alexander Parkside" - Alexanderplatz [realisiert]

  • Ich würde es mal als Füllmaterial gehobenen Durchschnitts werten. Der Blick von der Mollstrasse in Richtung Alex wird auf jeden Fall aufgewertet und wirkt urbaner, außerdem sorgen die Hotelgäste für neues Leben in dem Bereich.

  • langweilige und nichts sagende Stangenarchitektur. Wie DDR halt...


    Ich wäre froh, wenn in der DDR in einer vergleichbaren Qualität gebaut worden wäre. Einfallslos ist der Bau sicher, aber erinnert nicht gerade an das Folterregime der 'Linken'.


    Mal zur Erinnerung. Das ist ein Architekturforum. Das scheinst hier wie auch in anderen Threads oftmals zu vergessen. Mehr Kommentare über Architektur und weniger Politisierungen wären daher wünschenswert.
    Bato



    Nana, Architektur und Politik sind nicht voneinander zu trennen, das sollte man eigentlich aus der Geschicht gelernt haben. Die Auseinandersetzung mit Architektur ist in Deutschland immer (noch) auch die Aufarbeitung der Hinterlasssenschaften zweier verbrecherischer Diktaturen, deren Symbole und falschen Wahrheiten auch heute noch so präsent sind, dass sie einem Rattenfänger gleich die heute lebenden Generationen vergiften können.


    P.S. Dieses Rumeditieren der Moderation an den Beiträgen ist geradezu lächerlich symbolhaft.


    Nana, das Forum bietet genügend Platz für eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Thema. Wenn das jedoch nur auf so einer banalen Art und Weise geschieht sind Beiträge wie dieser entbehrlich und off topic. Eine einfache Architekturkritik wäre für diesen Thread jedenfalls mehr wert.
    Bato

  • Die Kunsthistoriker, die später die Interpretation von Architektur übernehmen, werden zu dem Block von Oliver Collignon wohl "Europäischer Rationalismus, späte Zeit" sagen.


    Alle Etagen gleich, Rasterstruktur, das Innere am Äußeren sichtbar gemacht. Ich frage mich, ob wir nicht lansam reif für eine Re-Emotionalisierung der Architektur sind.

  • ^^ Was heiß den "langsam Zeit", Konstantin?
    Es ist höchste Zeit!


    Wenn das Auto-Design so ausgelegt wäre wie heutzutage Häuser gestaltet werden, dann hätte kaum jemand Spaß daran.
    Autos sind ein äußerst emotionales Produkt. Das gilt auch viele andere Güter wie Kleidung, Uhren, Feuerzeuge.
    Warum sollten Häuser da eine Ausnahme machen?


    Heutzutage steckt so viel technischer Aufwand in jedem Gebäude, dass etwas mehr Liebe zum Detail, eine etwas aufwendiger gestaltete individuelle Fassade, etwas mehr Schmuck, prozentual weniger ins Gewicht fallen dürfe als noch vor 30 Jahren.
    Man muß nur wollen! :toll3:

  • Parkside sieht (deutlich) besser aus als Ramadan

    langweilige und nichts sagende Stangenarchitektur. Wie DDR halt...


    Das Parkside ist wesentlich besser als DDR-Architektur. Man sollte da schon nüchtern bleiben. Ich kann verstehen, daß einen Westarchitektur unter den Möglichkeiten stört.


    Für mich ist es ein Grundproblem des Alex, daß dort noch zu wenig das künftige Potential spürbar ist und daß sich die sozialistischen Strukturen dort so eingraviert haben (breite Straßen, Grunertunnel).


    Es ist wohl ein mühsamer Weg zu einem dicht bebauten integrierten Stadtviertel mit entsprechender Architektur. Ich denke, wenn der Sattler-Entwurf steht, hat man auch mehr eine Vorstellung davon, was dieser Platz eigentlich bedeutet bzw. was da an Architektur hin muß.

  • Der Ramadan ist etwas anderes, Echter Berliner. Die Frage der Architekturqualität hat doch nichts mit Ost und West zu tun. Es gibt gute DDR-Architektur und auch schlechte. Manch' DDR-Bau ist deutlich besser als sog. zeitgenössische Neubauten.


    Die Fragen der autofetischistischen Stadtplanung sind doch für Ost und West gleich. Anachronismen wie der Grunerstraßentunnel gibt es doch auch in Hannover und Bielefeld.


    Ein "dicht bebautes Stadtviertel" (was meinst Du mit "integriert"?) wächst hier heran, jedoch eben mit recht mediokrer Architektur. Nicht nur der kühle Rationalismus von Collignon trägt dazu bei, auch die völlig banale "welle" von Nalbach wird einem mittleren Qualitätsanspruch nicht gerecht.


    Welchen "Sattler" -Entwurf meist Du denn?

  • Architektur bildet mit Politik keine Einheit. Die Architektur wurde nur teilweise von gewissen Ideologien vereinnahmt, aber das macht die Architektur nicht per se und untrennbar politisch. Und diese unterschwellige oder überschwellige Abwertung von DDR-Architektur und "schlechter Westarchitektur" finde ich ziemlich platt und wenig differenziert. Mal abgesehen davon, dass es keine wesentlichen Unterschiede im Architekturstil beider deutschen Staaten ab den 1960er Jahren gab, sondern eher Unterschiede in den wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten, auch die DDR-Architektur hat beachtliche Bauwerke hervorgebracht, bestes Beispiel ist der Fernsehturm.

  • Hallo Konstantin,


    ich kenne kaum gute DDR-Architektur. Versuch doch mal selbst einen Sinn in meinen Worten zu suchen. Ich finde es immer etwas mühselig, offensichtliche Dinge zu erklären und gewollte Interpretationen zurechtzurücken.


    Es geht vor allem um die städtebauliche Mentalität, die nun einmal grundverschieden war. Einen Grunertunnel wirst du an der Kreuzung Kudamm/Joachimstaler kaum finden. Muß man das denn erklären, daß der sozialistische Städtebau einen radikalen Bruch darstellt, während im Westen weitgehend "normal", ohne hybriden geschichtsphilosophischen Anspruch weitergearbeitet wurde?


    Den Sattler-Entwurf kannst du im SSC-Forum sehen. Die beiden Türme neben dem Hotel Stadt Berlin.


    Richard würde ich mal empfehlen, mit offenen Augen durch's Ostzentrum zu gehen.

  • Danke für die umfassende und ausführliche Belehrung, aber ich sehe das anders. Der Städtebau hat im Westen die gleichen fatalen Konsequenzen gehabt wie im Osten. Aufgeständerte Stadtautobahnen, High-Flyer, autobahnänliche Stadtstraßen: die autogerechte Stadt war ein gesamtdeutsches Phänomen, kein Ostwest-Fall. Die von dir gesuchten Tunnel kannst Du getrost woanders finden: Steglitz, Lichterfelde oder - fast - im dörflichen Zentrum von Zehlendorf.


    Und der "sozialistische Städtebau" war kein radikalerer Bruch mit der Europäischen Stadt als der Berlin-Plan von Scharoun oder die Abrisse in Kreuzberg für die (dann nicht gebaute) Stadtautobahn und die Wohnviertel rund um die Ritterstraße. Auch die West-Stadtplaner wollte die Welt "gerechter" und "sozialer" machen.


    Deshalb kann ich in den 70er Jahren im Westen keine "normale" Stadtentwicklung erkennen. Der gleiche autofixierte und funktionsentmischende Wahnsinn wie im Osten nur hiess in Westberlin Marzahn Gropiusstadt oder Merkwürdiges Viertel. Was in diesem Zusammenhand "hybrider geschichtsphilosophischer Anspruch" sein soll ist mir unbegreiflich (und steht auch nicht im SSC-Forum).


    P.S. Meist Du beim "Sattler-Entwurf" vielleicht den städtebaulichen Rahmenplan von Hans Kollhoff?


  • Einen Grunertunnel wirst du an der Kreuzung Kudamm/Joachimstaler kaum finden. Muß man das denn erklären, daß der sozialistische Städtebau einen radikalen Bruch darstellt, während im Westen weitgehend "normal", ohne hybriden geschichtsphilosophischen Anspruch weitergearbeitet wurde?


    ähem-- und was ist mit dem tunnel am adenauerplatz unter dem kudamm???
    nicht so schnell mit steinen werfen hier!

  • Ich finde den Block als Ganzes garnicht schlecht. Es ist nicht wahnsinnig auffällig (bis auf die eine Seite mit grüner Leuchtfassade bei Nacht); aber das muss es auch nicht sein.


    Ich muss zugeben, dass die Renderings am Anfang vielleicht etwas mehr versprochen haben als eingehalten wurde, aber ich arbeite auch in einem Job wo es darum geht Produkte zu visualisieren und es sollte niemanden überraschen dass das Bild meistens einen Ticken besser wirkt ;)


    Bleibt abzuwarten wie die Gegend wirkt wenn die Blöcke links und rechts (und gegenüber!) vom Parkside entwickelt wurden. Dort sieht es insgesamt ja noch etwas trostlos aus, weil im Grunde dieses Gebäude und das Polizeipräsidium ja die einzigen in der unmittelbaren Nachbarschaft sind, die schon fertig sind. ALLE anderen Blöcke drumrum werden in den nächsten Jahren noch umgestaltet. Hoffentlich.

  • Der Komplex "Alexander Parkside" ist soweit fertig. Das Boarding House wird von Visionapartments vertrieben, während die Wohnungen unter "Parkside Residences" (siehe oben) laufen.


    Bei den Parkside Residences handelt es sich um 67 fast ausschließlich 40-70m² große Wohnungen, von denen 60 bereits zu rund 15 €/m² vermietet sind, für die restlichen sieben liegen Reservierungen vor. Falls man sich also fragt, warum der gleiche Investor nebenan 280 Wohnungen exakt der gleichen Kategorie projektiert: Die Dinger gehen weg wie warme Semmeln.


    Die Hotels selber werden sich auch nicht beklagen können, heute standen gut ein Dutzend Reisebusse davor.