Ruhr-Universität-Bochum [Sanierung+Neubau]

  • Abriß Gebäude IA und IB

    Wie auf Kostiks Fotos zu erkennen ist, werden IA und IB nicht, wie ursprünglich geplant, mit Longfrontbaggern abgebrochen, sondern mit kleinen Baggern, die sich auf den jeweils abzubrechenden Etagen bewegen. Damit sollte die Lärmbelästigung reduziert werden. Im folgenden noch einige Fotos verschiedener Phasen des Abbruchs aus Richtung Süden. Weitere Bilder aus anderen Richtungen folgen später.


    IA 09.12.2014


    IA 12.03.2015


    IA 13.05.2015


    IA 04.06.2015


    IB 12.03.2015


    IB 13.05.2015


    IB 04.06.2015

    Alle Fotos: eigene Aufnahmen

  • Gebäude NA + GC

    Die Bauarbeiten für den Neubau der beiden Gebäude IA und IB haben noch gar nicht begonnen, da laufen schon im Hintergrund die Planungen für die Kernsanierung der Gebäude NA und GC. Dabei werden wie bereits bei dem IC + IA + IB Gebäude und dem ZGH die Gerber Architekten aus Dortmund als Generalplaner die Sanierung steuern. Die beiden Gebäude sollen wie bei dem IC-Komplex bis zum Rohbau zurückgebaut werden. Der anschließende Neuaufbau der beiden Gebäude unter anderem für die Fakultät Chemie und Biochemie sowie die Fakultät Physik und Astronomie wird unter Denkmalschutzkriterien erfolgen und erhält die Gebäudestruktur weitestgehend.


    Quelle

  • Gebäude NA + GC

    Da die Mitteilung des Architekturbüros etwas knapp formuliert ist, hier eine kurze Ergänzung: Nach meinem Kenntnisstand ist NA für die Fakultät für Physik und Astronomie vorgesehen, die Fakultät für Chemie und Biochemie soll nach NB ziehen. Daß die Fakultät für Chemie und Biochemie im Zusammenhang mit NA erwähnt wird, dürfte daran liegen, daß tatsächlich kleine Teile dieser Fakultät, nämlich das Chemikalienlager und die Werkstätten, künftig in NA untergebracht werden sollen.


    Die Bauarbeiten für den Neubau der beiden Gebäude IA und IB haben noch gar nicht begonnen, da laufen schon im Hintergrund die Planungen für die Kernsanierung der Gebäude NA und GC. Dabei werden wie bereits bei dem IC + IA + IB Gebäude und dem ZGH die Gerber Architekten aus Dortmund als Generalplaner die Sanierung steuern. Die beiden Gebäude sollen wie bei dem IC-Komplex bis zum Rohbau zurückgebaut werden. Der anschließende Neuaufbau der beiden Gebäude unter anderem für die Fakultät Chemie und Biochemie sowie die Fakultät Physik und Astronomie wird unter Denkmalschutzkriterien erfolgen und erhält die Gebäudestruktur weitestgehend.


    Quelle

  • Interdisziplinäres Institutgebäude der Ruhr-Universität

    In der Nähe des St. Joseph-Krankenhauses ist die Errichtung eines neuen Forschungs- und Lehrgebäudes der Ruhr-Universität geplant. In dem Gebäude mit einer Fläche von ca. 5.000 m² sind folgende Nutzungen vorgesehen:


    • Patienten-orientierte Forschungseinrichtung (u.a. Studienambulanz, Studienstation, Eingriffsräume),
    • Einrichtungen für praktische und digital-mediale Lehrveranstaltungen,
    • Multifunktionaler Laborbereich für klinik-orientierte Forschung (zentrale Funktionsräume, S2-Laborbereich),
    • Versorgungseinheit (u. a. Gebäudetechnik, Lager).


    Im einem Verhandlungsverfahren gewann das Team von Brunet Saunier Architecture (Proxy-Architekt) mit seinem deutschen Partner Kemper Steiner & Partner den Wettbewerb für den Bau des neuen Forschungs- und Lehrgebäudes in Bochum. Die Fertigstellung des neuen 12,5 Mio Euro teuren Forschungsbaus ist für Mai 2017 geplant.


    Quelle: brunet-saunier



    Bild: Brunet Saunier Architecture

  • Abriß + Neubau Gebäuden IA und IB

    Die beiden ältesten Gebäude IA und IB sind inzwischen fast abgerissen. Ende Juli kann mit dem Neubau begonnen werden. Der Abriss der alten Gebäude lief schneller als geplant. Die beiden neuen Gebäude sollen 2018 fertiggestellt werden. Die Kosten dafür liegen im einem dreistelligen Millionen-Betrag.


    Quelle: WAZ - Abriss der alten RUB-Gebäude läuft schneller als geplant




    Fotos: mit freundlicher Erlaubniss von Bastian n.

  • Baubeginn GD + Sanierung G-Gebäude

    PM: "Die Ruhr-Universität Bochum startet mit den Vorbereitungen, um die geisteswissenschaftlich genutzten Gebäude renovieren zu können. Am kommenden Mittwoch (5. August) beginnen die Arbeiten für das neue Gebäude GD. Der siebengeschossige Neubau soll voraussichtlich in drei Jahren bezogen werden können. Neben Büro-, Seminar- und Arbeitsräumen sind auch drei Hörsäle, eine Bibliothek und eine Cafeteria vorgesehen. Zum Wintersemester 2018 werden die Juristische Fakultät sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler im GD den Lehrbetrieb aufnehmen. Das Gebäude GC soll nach dem Auszug der Fakultäten kernsaniert und danach von den Nutzern des GB bezogen werden. Anschließend folgt die Sanierung von GB und GA. Insgesamt wird die Modernisierung der G-Reihe zwölf Jahren dauern."


    Quelle: idr
    siehe auch: http://www.derwesten.de/staedt…versitaet-id10953079.html

  • Update Sanierungs-& Neubauprojekte RUB bis 2027

    Markus Rensinghoff gibt in den Ruhrnachrichten einen kurzen Überblick über den Stand der einzelnen Sanierungsarbeiten und Neubauprojekte, die bis 2027 abgeschlossen sein sollen. Erwähnung finden auch Projekte die wohl nun nicht mehr verwirklicht werden. Zur Disposition stehen die Neugestaltung der Zentralachse (durchgehende Nord-Süd-Achse und die Living Bridge --> beide bildeten einen zentralen Bestandteil des Siegerentwurfs von Molestina Architekten // siehe Ideenwettbewerb von 2009) sowie der Abriss der zentralen Universitätsbibliothek (wegen Denkmalschutz).
    Insgesamt werden für die geplanten Sanierungs-und Neubauarbeiten über 1 Milliarde Euro veranschlagt.


    Quelle: http://www.derwesten.de/staedt…baustelle-id10998685.html

  • War gestern nachmittag auf der Durchreise kurz an meiner "Alma mater": nicht nur, daß mein IC- Gebäude umgekrempelt wurde.
    Einigermaßen geschockt war ich, dass IA und IB platt gemacht wurden. Meine geliebte IB- Cafete dem Erdboden gleich :ko:
    Nichts ist mehr so, wie ich es vor knapp 20 Jahren hinterlassen habe...


    Man sieht übrigens noch die jeweiligen Türen zum Versorgungskanal zu den I- Werkstätten:
    IA:

    IB:

  • Ruhr-Uni kauft Wollschläger-Standort

    An der Industriestraße in Werne hat die Ruhr-Universität den bisherigen Standort der Wollschläger GmbH gekauft. 2000 Quadratmeter Bürofläche und eine 10.000 Quadratmeter große Halle umfasst das Objekt. Über die genaue Verwendung gibt es noch keine Informationen. Die Ruhr-Universität werde sich in einigen Wochen über ihre Pläne am Standort Werne äußern.

    Quelle: WAZ - Ruhr-Uni kauft Wollschläger-Standort in Bochum-Werne

  • Forschungsbau Zemos

    ZEMOS hat Form und Farbe angenommen: Das „Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse“ entsteht seit März 2014 östlich des ND-Gebäudes. Inzwischen ist der Innenausbau in vollem Gang. Der erste Forschungsbau der RUB soll im Frühjahr 2016 eröffnet werden.


    Impressionen vom aktuellen Stand (September) der Baustelle:







    Fotos: (© RUB, Nelle)

  • Denkmalschutz für die Ruhr-Universität

    Wie aus universitätsinternen Quellen bereits vor einigen Wochen zu hören war, wurde die gesamte Ruhr-Universität einschließlich der Dr.-Gerhard-Petschelt-Brücke und des Botanischen Gartens unter Denkmalschutz gestellt. Offizielle, zitierbare Mitteilungen dazu konnte ich allerdings bisher nicht finden und hatte mich daher mit der Verkündung dieser Nachricht zurückgehalten. In der aktuellen Ausgabe der BSZ finden sich nun ein Artikel und ein Kommentar zum Thema, die die Meldung bestätigen.


    In Erwartung dieser Entscheidung waren bereits bei der Sanierung von IC entgegen den ursprünglichen Wünschen die umlaufenden Balkone erhalten worden, die als prägendes Element der Silhouette nun unter Schutz stehen. Es bleibt abzuwarten, was der Denkmalschutz für den Umbau der Zentralachse bedeutet, bei dem einige der nun offenbar geschützten Gebäude (Musisches Zentrum, Verwaltung, HZO) abgerissen werden sollten.

  • So, so ... ganz unbemerkt von der Öffentlichkeit hat man nun also die Ruhr-Uni unter Denkmalschutz gestellt. Ein sehr wichtiger Schritt wie ich finde. Denn durch die Sanierung darf das Erscheinungsbild der Gebäude nicht zerstört werden, was leider schon zum Teil durch die beiden Anbauten ID und GA passiert ist.

  • Na endlich, es wurde höchste Zeit!
    Umso bedauerlicher, dass mit den ID und GD-Gebäuden bereits Tatsachen geschaffen wurden bzw. werden, die das Erscheinungsbild des Ensembles in der Zukunft nachhaltig beeinträchtigen und geradezu als Versuch gewertet werden müssen, gegen die Struktur des RUB-Campus anzubauen.
    Wahrscheinlich wird sich die Freude über den Denkmalschutzstatus für das ungeliebte Kind bei der Universitätsleitung wohl in Grenzen halten, da neben den davonlaufenden Kosten mit dieser Entscheidung der Plan, die gesamte Zentralachse umzukrempeln wohl vom Tisch sein dürfte.:D

  • Na endlich, es wurde höchste Zeit!
    Umso bedauerlicher, dass mit den ID und GD-Gebäuden bereits Tatsachen geschaffen wurden bzw. werden, die das Erscheinungsbild des Ensembles in der Zukunft nachhaltig beeinträchtigen und geradezu als Versuch gewertet werden müssen, gegen die Struktur des RUB-Campus anzubauen.


    Ja, die Entscheidung war überfällig. Daß man nach dem katastrophalen ID-Gebäude die gleichen Fehler jetzt bei GD wiederholt, obwohl die Entscheidung für den Denkmalschutz erwartet und bei IC bereits berücksichtigt wurde (wenn auch mit fragwürdigem Ergebnis, weil man es widerwillig getan hat), ist besonders irritierend und läßt sich in der Tat praktisch nur mit Mutwilligkeit erklären.


    Wahrscheinlich wird sich die Freude über den Denkmalschutzstatus für das ungeliebte Kind bei der Universitätsleitung wohl in Grenzen halten, da neben den davonlaufenden Kosten mit dieser Entscheidung der Plan, die gesamte Zentralachse umzukrempeln wohl vom Tisch sein dürfte.


    Das stimmt vermutlich, zumindest war es gerüchtehalber so zu vernehmen. Bezeichnend ist ja, daß es immer noch keine Meldung der Universität zum Denkmalschutz gibt. Die Kosten laufen ohnehin schon davon, was bei der laufenden Planung für die Sanierung der N-Reihe gut zu beobachten ist. Wegen der notwendigen technischen Ausstattung sind die N-Gebäude naturgemäß die teuersten. Die ursprüngliche, zumindest einigermaßen nutzerorientierte Planung für NA wurde gerade aus Kostengründen auf den Kopf gestellt. Jetzt liegt ein Plan vor, der zwar im Budgetrahmen liegt, den Nutzeranforderungen aber in nahezu allen Aspekten völlig widerspricht und damit unbrauchbar ist.

  • Genau die Tatsache, dass die Nutzeranforderungen ziemlich hinten angestellt wurden, sind mein Problem mit dem gesamten Denkmalschutz. Ich verstehe die Beweggründe des Denkmalschutzes durchaus, allerdings reichen sie m.M.n. nicht aus, um diesen Schritt zu gehen.
    Zuviel spricht dagegen: Die Sanierung der RUB ist dermaßen kostenintensiv und kompliziert, dass ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, sie abzureißen und neu zu bauen. Und genau das ist es, was die I-Reihe gerade durchläuft.


    Zudem fehlt jede Akzeptanz derer, die die Uni nutzen. Das gut gemeinte Konzept einer Campus-Uni mit viel Grünflächen dazwischen hat seine Planungsfehler, die nun dank des Denkmalschutzes nur im zu engen Umfang behoben werden dürfen.


    Und die Tatsache, dass die Uni aus allen Nähten platzt und nun Räumlichkeiten in der Stadt anmieten muss, ist für die Stadt eine gute Entwicklung, aber es verwässert einige der wenigen Vorteile, die das Konzept hatte, nämlich eine Uni der (relativ) kurzen Wege zu sein, doch sehr.


    Die Architekten hatten im Sinne des Zeitgeistes damals geplant: moderne Hochhäuser, nahe der Autobahn und mit vielen Parkplätzen. Wenig bis gar kein Schnörkel, am liebsten nackter Beton. Man wollte (aus geschichtlich gut nachvollziehbaren Gründen) alles anders machen als bisher. Nicht unbedingt besser. Hauptsache: Anders. Auch, wenn nicht alle ihre Ideen falsch waren: Die meisten Ideen von damals dürfen heute als überholt gelten.
    Statt aber die historische Chance zu nutzen, mal zu hinterfragen, was klappt und was nicht und dann die Fehler von damals auszubügeln, weil gerade sowieso alles der Verdammnis anheim zu fallen droht, stülpt man die Glocke des Denkmalschutzes darüber und nötigt so weiteren Generationen von Studenten auf, mit diesem unhandlichen Koloss hantieren zu müssen. Nötigt der Stadt Bochum auf, das weiterhin der nicht zu vernachlässigende Imageträger 'Universität' immer zuerst mit aus heutiger Sicht mehrheitlich als hässlich empfundenen Gebäuden verbunden wird, egal, wie gut Lehre und Forschung hier sind.
    Es gibt eine Menge Studenten, die nur zum Studieren einpendeln und kaum die Stadt besuchen. Wer will es ihnen verdenken? Die RUB ist nicht dazu geeignet, Neugier auf den (durchaus spannenden) Rest von Bochum zu wecken.


    Hier hat sich meiner Ansicht nach der Architektur-Betrieb mal wieder selbst auf die Schulter geklopft, und alle noch so laut schreiende Kritik von allen Seiten ignoriert, weil man das damals für eine bahnbrechende Idee hielt, und man soll ja heute noch sehen, was damals Bahnen gebrochen hat. Auch, wenn man es mittlerweile besser wissen sollte.


    Sehr schade.

  • So wie ich Databo verstanden habe ist die Hintanstellung der Nutzerinteressen bei der Planung für die Sanierung von NA keineswegs auf den Denkmalschutz zurückzuführen, sondern auf Kostensenkungsstrategien seitens des Staatshochbauamts, da auf Grund zu knapp bemessener Etats das Sanierungsprogramm insgesamt unter immer größeren finanziellen Druck gerät.
    Wir haben ja verstanden, daß du den RUB-Campus als Zeugnis des strukturalistischen, brutalistischen Hochfordismus der 1960er Jahre nicht magst, er ist aber genau wegen dieser Qualität jetzt als Denkmal anerkannt worden.
    Und ich versichere dir, daß ich und auch andere ihn genau deswegen LIEBEN.
    Ich kann mich noch genau erinnern wie ich als Kleinstadtkind Ende der 80er den Campus zum ersten Mal gesehen habe und dachte "wie geil ist das denn, das ist gebaute Science-Fiction"!
    Das war wie ein Versprechen daß eine ganz andere Welt möglich ist.
    Im übrigen ist der Campus keineswegs nur "schnörkellos", es gibt skulpturale Kunstwerke wie das HZO und die UB, selbst die Geschoßbauten (vor allem die N-Reihe) erinnern an brutalistische Meisterwerke von Kenzo Tange, und der ganze Campus ist reich ausgestattet mit einem hochkarätigen Programm der Gegenwartskunst der 1960/70er Jahre, u.a. die Op-Art Glasfenster von Victor Vasarely im HZO.
    Auch das von dir vorgetragene Argument der Campus sei unhandlich verstehe ich nicht; die Lernfabrik funktioniert doch wegen der auch von dir erwähnten kurzen Wege erstaunlich gut wenn man bedenkt, daß sie einst für 10.000 Studierende geplant war, und nicht für über 40.000 Studierende die heute dort lernen.
    Daß die Universität aus allen Nähten platzt und zusätzliche Räume angemietet werden müssen kann man nun weiß Gott nicht der Architektur der 60er Jahre anlasten.
    Vielleicht solltest du lieber in Heidelberg oder Münster studieren, wenn du dich mit dem 60er Jahre Futurismus wirklich nicht anfreunden kannst.

  • Urbanist hat schon vieles klargestellt und treffende Worte gefunden. Die folgende Replik hatte ich bereits fertiggestellt, bevor ich seinen Beitrag gelesen hatte.


    Genau die Tatsache, dass die Nutzeranforderungen ziemlich hinten angestellt wurden, sind mein Problem mit dem gesamten Denkmalschutz. Ich verstehe die Beweggründe des Denkmalschutzes durchaus, allerdings reichen sie m.M.n. nicht aus, um diesen Schritt zu gehen.


    Du drehst mir die Worte im Mund herum. Ich habe mit keinem Wort behauptet, daß die Nutzeranforderungen beim Grundentwurf hintenangestellt wurden. Im Gegenteil, die Gebäude sind in ihrer jetzigen Form ausgesprochen nutzerfreundlich und ließen sich auch so wiederherstellen oder gar weiter verbessern. Die Konstruktion erlaubt aber im Innern der denkmalgeschützten Hülle eine so enorme Flexibilität, daß man auch das glatte Gegenteil erreichen kann, und genau das zeichnet sich gerade ab, weil das Budget für die Sanierung unzureichend ist. Ich befürchte, daß es fast nur schlechter werden kann, als es heute ist, weil moderne Laborgebäude noch viel mehr auf Kosteneffizienz getrimmt werden als vor 50 Jahren und auf mich oft kalt, abstoßend und unpersönlich wirken. Das ist hier anders, wo ich mich in meiner Arbeitsumgebung durchaus wohlfühle.


    Zuviel spricht dagegen: Die Sanierung der RUB ist dermaßen kostenintensiv und kompliziert, dass ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, sie abzureißen und neu zu bauen. Und genau das ist es, was die I-Reihe gerade durchläuft.


    Und was willst Du uns damit sagen? Ja, die I-Reihe durchläuft das, weil man festgestellt hat, daß der Neubau hier kostengünstiger ist als die Kernsanierung. Was günstiger ist, wird für jedes Gebäude einzeln untersucht. Für das Ergebnis macht es keinen Unterschied, ob man kernsaniert oder abreißt und in gleicher Form neu aufbaut.


    Zudem fehlt jede Akzeptanz derer, die die Uni nutzen.


    Das ist eine unbelegte Behauptung und in dieser Absolutheit und Pauschalität in jedem Fall falsch. Wie ich in meiner Anwort auf einen früheren Beitrag von Dir bereits geschrieben habe, nutze ich die Uni seit vielen Jahren – zuerst als Student, dann als Mitarbeiter. Ich habe sie immer akzeptiert, fand sie vom ersten Tag an ungeheuer eindrucksvoll und, ja, auch schön und sehe sie wie gesagt als sehr funktional und nutzerfreundlich an. Damit bin ich auch nicht alleine. Viele mögen sie, anders als ich, nicht schön, gar häßlich finden, doch die Zweckmäßigkeit wird sehr viel weniger angezweifelt. Das fiele auch schwer, denn sie ist objektiv vorhanden.


    Das gut gemeinte Konzept einer Campus-Uni mit viel Grünflächen dazwischen hat seine Planungsfehler, die nun dank des Denkmalschutzes nur im zu engen Umfang behoben werden dürfen.


    Natürlich hat das Konzept Fehler, so wie wohl jedes andere auch. Ich würde von Dir nur gerne mal etwas Konkretes hören. Bisher schreibst Du nur um den heißen Brei herum. Was sind Deiner Ansicht nach die gravierendsten Fehler? Inwiefern behindert der Denkmalschutz die Behebung dieser Fehler? Was würdest Du besser machen?


    Und die Tatsache, dass die Uni aus allen Nähten platzt und nun Räumlichkeiten in der Stadt anmieten muss, ist für die Stadt eine gute Entwicklung, aber es verwässert einige der wenigen Vorteile, die das Konzept hatte, nämlich eine Uni der (relativ) kurzen Wege zu sein, doch sehr.


    Den letzten Teil dieses Satzes kann ich mit Ausnahme der Worte „einige” (Du nennst nämlich nur einen Vorteil) und „wenigen“ unterschreiben, deshalb halte ich die Anmietung von Gebäuden in der Stadt auch für einen großen Fehler. Als Notmaßnahme für den Zeitraum der Sanierung kann ich sie natürlich akzeptieren, als positive Entwicklung und tolles neues Konzept, als das sie verkauft wird, lehne ich sie aber ab. Man sollte nach Ende der Sanierung wieder alles auf dem Campus konzentrieren.


    Die Architekten hatten im Sinne des Zeitgeistes damals geplant: moderne Hochhäuser, nahe der Autobahn und mit vielen Parkplätzen. Wenig bis gar kein Schnörkel, am liebsten nackter Beton. Man wollte (aus geschichtlich gut nachvollziehbaren Gründen) alles anders machen als bisher. Nicht unbedingt besser. Hauptsache: Anders. Auch, wenn nicht alle ihre Ideen falsch waren: Die meisten Ideen von damals dürfen heute als überholt gelten.


    Hier gebe ich Dir zum Teil recht. Die städtebaulichen Konzepte der 60er Jahre waren in großen Teilen menschenfeindlich und sind auch aus meiner Sicht überwiegend gescheitert. Im städtischen Raum und allgemein dort, wo gewohnt wird, haben Hochhäuser mit großen, zugigen Freiflächen, Parkplätze und breite Straßen meiner Meinung nach absolut nichts zu suchen. Der Campus funktioniert aber anders und hat auch gar nicht alle der Fehler, die ab den 60er Jahren oft gemacht wurden. Es gibt durchaus einige enger eingefaßte, zum Verweilen einladende Plätze, nicht alle davon frei zugänglich. An anderen Stellen ermöglicht gerade die Weite großartige Ausblicke in die Umgebung, die auch am Wochenende Besucher und Fotografen anziehen. Es gibt sicher noch eine Menge zu verbessern, aber die RUB ist bei weitem nicht so unwirtlich und abstoßend wie manche Hochhaussiedlungen der 60er und 70er Jahre. Ihre Aussage mit den fehlenden Schnörkeln ist im übrigen falsch. Davon gibt es an der RUB eine Menge, ich erwähne hier nur die Balkone. Die Zeit, in der man jede Art von Verzierung ablehnt und nur noch gesichtslose Schuhkartons baut, ist dagegen heute.


    Statt aber die historische Chance zu nutzen, mal zu hinterfragen, was klappt und was nicht und dann die Fehler von damals auszubügeln, weil gerade sowieso alles der Verdammnis anheim zu fallen droht, stülpt man die Glocke des Denkmalschutzes darüber und nötigt so weiteren Generationen von Studenten auf, mit diesem unhandlichen Koloss hantieren zu müssen.


    Was droht der Verdammnis anheimzufallen? Das verstehe ich nicht. Und nochmal: Nichts an dieser Universität ist „unhandlich“. Sie ist zweckmäßig und funktioniert sehr gut. Hast Du ein besseres Konzept, so viele Mitarbeiter und Studenten auf so verhältnismäßig kleiner Fläche so effizient unterzubringen? Und bei der Planung der Sanierungsmaßnahmen wird sicher hinterfragt, was klappt und was nicht, es werden Fehler behoben und leider viele neue gemacht, aber all das eben im Rahmen der bestehenden Anlage.


    Nötigt der Stadt Bochum auf, das weiterhin der nicht zu vernachlässigende Imageträger 'Universität' immer zuerst mit aus heutiger Sicht mehrheitlich als hässlich empfundenen Gebäuden verbunden wird, egal, wie gut Lehre und Forschung hier sind.


    Kannst Du das belegen?


    Es gibt eine Menge Studenten, die nur zum Studieren einpendeln und kaum die Stadt besuchen. Wer will es ihnen verdenken? Die RUB ist nicht dazu geeignet, Neugier auf den (durchaus spannenden) Rest von Bochum zu wecken.


    Das ist ein sehr konstruierter Zusammenhang, der für mich wenig Sinn ergibt. Ja, die RUB ist eine Pendleruniversität, und auch zu diesem Thema hatten wir hier schon eine Diskussion. Die RUB hat nun einmal – wie alle Ruhrgebietsuniversitäten – einen sehr großen, dicht besiedelten Einzugsbereich, der es einem großen Teil der Studenten ermöglicht, während des Studiums weiterhin in ihrer Heimatstadt, oft bei ihren Eltern, zu wohnen. Das hat für den einzelnen sicher Nachteile, was die soziale Interaktion angeht, ist aber andererseits ein Vorteil, weil es weniger Begüterten die Entscheidung für ein Studium erleichtert und den Wohnungsmarkt in Bochum erheblich entlastet. Dadurch (und durch die ansonsten eher abnehmende Bevölkerung) sind wir trotz steigender Studentenzahlen zum Glück weit von Münsteraner oder Tübinger Verhältnissen entfernt. Und es gibt durchaus auch in Bochum Gegenden, die recht stark von Studenten geprägt sind. Ob die Architektur der RUB jemanden vom Rest der Stadt fernhält, müßte man untersuchen, ich halte es aber für unwahrscheinlich. Ich denke, die Studenten sind intelligent genug, sich selbst ein Bild von der Stadt zu machen und sich auch nicht vom Campus abschrecken zu lassen, wenn sie ihn tatsächlich häßlich finden sollten.


    Hier hat sich meiner Ansicht nach der Architektur-Betrieb mal wieder selbst auf die Schulter geklopft, und alle noch so laut schreiende Kritik von allen Seiten ignoriert, weil man das damals für eine bahnbrechende Idee hielt, und man soll ja heute noch sehen, was damals Bahnen gebrochen hat. Auch, wenn man es mittlerweile besser wissen sollte.


    Welche laut schreiende Kritik? Von wem? Was genau sollte man heute besser wissen? Ich kann mich hier nur wiederholen: Wenn Du etwas kritisieren willst, werde konkret! Nur dann kann man auch konkret darüber diskutieren. Deine völlige Ablehnung der Architektur des RUB-Campus ist in allen Deinen Beiträgen zum Thema mehr als deutlich geworden. Diese Meinung akzeptiere ich natürlich, auch wenn ich sie überhaupt nicht teile, aber es ist nicht besonders ergiebig, sie immer wieder mit denselben falschen, verdrehten, unbelegten oder undefinierten Behauptungen verbreiten zu wollen.


    Sehr schade.


    Wie Dir sicher nicht entgangen ist, sehe ich das anders.