Neues Stadtarchiv Eifelwall

  • Fast täglich fahre ich an der Baustelle für das Neue Stadtarchiv am Eifelwall vorbei. Die Hochbauarbeiten gingen zügig voran, jedoch wurde ich zuletzt stutzig und fragte mich: Ist die Endhöhe etwa schon erreicht? Die Antwort ist. Ja.


    Sollte der Bau ursprünglich 4 Etagen haben, wie hier im Bericht des KStA noch zu sehen...


    https://www.ksta.de/koeln/inne…hren-fertig-sein-24945288


    ... wird der Bau jetzt mit nur 3 Etagen ausgeführt...


    http://www.stadt-koeln.de/lebe…risches-archiv/der-neubau


    Das Gebäude wirkt hierduch (in meinen Augen) wie eine bessere Baracke und ist in Relation zur Umgebungsbebauung viel zu niedrig.
    Wann und warum wurde die Reduzierung um eine Etage eigentlich beschlossen - und wurde das irgendwie öffentlich kommuniziert?

  • Citysurfer : Vielleicht wurde der Flächenbedarf nochmals geprüft und man konnte den Nachbarn entgegenkommen, die Angst vor Verschattung geäußert hatten. Ist aber nur eine Vermutung, gelesen habe ich darüber auch nichts...


    Aus meiner Sicht ist die verringerte Bauhöhe nicht "unmaßstäblich". Immerhin handelt es sich um einen Solitär am Übergang zu einer Parkanlage. Auch das Fassadenmuster gefällt mir.

  • Ich bin letzte Woche zweimal am neuen Stadtarchiv vorbeigekommen. Die baubronzene Fassade gefällt mir ausgesprochen gut :daumen:. Allerdings ist das ganze Gebäude zu unproportioniert. Es fehlt ein Geschoss, ein viertes Vollgeschoss, plus Staffelgeschoss. Das Gebäude ist viel zu flach gegenüber der Bestandsbebauung auf der anderen Seite des Eifelwalls. Es fehlt eben das vierte Vollgeschoss - schade eigentlich.

  • Ich fahre täglich zwei Mal mit dem Fahrrad an der Baustelle vorbei, auf der Seite Eifelwall, und jedes Mal ärgere ich mich über diesen mißlungenen Bau. Abgesehen von den ja schon oben erwähnten unglücklichen Proportionen, ist die Gestaltung der Fassade schlimm. Die schiere Breite des Gebäudes, die uniforme Front an der Straße, und die Materialwahl (Baubronze...) führen hier zu einer erdrückenden Dominanz der Umgebung. Formal ließe sich hier mit viel gutem Willen eine Referenz an die im Archiv später vorhandenen endlosen Regalfluchten finden, was m.E. keine aber besonders positive Assoziation ist.


    Durch die viel zu weit vorgezogenen Fensterstege wirkt das Gebäude bei seitlicher Ansicht komplett blockartig; anders als vom Auftraggeber angestrebt ("Das erklärte Ziel ist es, mit dem Neubau ein Bürgerarchiv entstehen zu lassen, das sich der Öffentlichkeit transparent und einladend präsentiert. Entstehen soll ein einladendes, offenes und gleichzeitig hoch funktionales Haus, das sowohl interessierte Bürgerinnen und Bürger als auch Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Studentinnen und Studenten sowie Kundinnen und Kunden des Bildarchivs anspricht.", Zitat Stadt Köln https://www.stadt-koeln.de/leb…isches-archiv/der-neubau#) entsteht hier eine düstere, metallene Trutzburg, mit Schießscharten statt Fenstern, die nur bei frontaler Betrachtung überhaupt Einblicke gewährt. Selbstverständlich wird sich dies mit Bezug & Beleuchtung verbessern, die trostlose Fernwirkung wird sicherlich bleiben.


    Es stellt sich mir die Frage, ob hier auch das Trauma des Einsturzes architektonisch verarbeitet werden soll, indem man Archiv und Mitarbeiter sicher eingebunkert. Das wäre nur verständlich, jedoch wurde hier klar übers Ziel hinausgeschossen.

  • ^ Zunächst einmal ist das Gebäude ein Archiv. Daraus resultieren bestimmte, verwendungstypische Gestaltungen, prìmär dabei der Ausschluss von Tageslicht, insbesondere direktem. Verglichen mit dem Vorgängerbau am Waidmarkt und anderen Archivbauten, ist dieser Neubau sehr offen und transparent.


    Und ebenso natürlich ist es, dass ein großes Archiv sein Volumen irgendwo nach außen zeigt.


    Die in anderen Städten dann eingesetzte Methode, entweder in die Höhe oder in die Tiefe zu bauen, ist in Köln in der einen Richtung nicht gewollt und bringt in der Anderen durch die geologische Situation besondere Risiken mit sich, insbesondere eindringendes Wasser. Damit hat man gerade schlechte Erfahrungen gemacht.


    Also bleibt ein nach oben und unten begrenzter Quader, in dem ein vorgegebenes Volumen so unterzubringen ist, dass trotz Fensterflächen kaum direktes Sonnenlicht eindringt - unter diesen Voraussetzungen muss man das Ergebnis bewerten und unter diesen Voraussetzungen ist die gefundene Lösung nicht schlecht.


    Und ja, auch ich hatte als erste Assoziation zum platten Quader die Idee "Wenn der Dominostein liegt kann er nicht mehr umfallen".

  • Die Rundschau berichtet, das Justizzentrum soll gegenüber des heutigen Hochhauses am Rande des Inneren Grüngürtels neu gebaut werden. Auf der gleichen Höhe wie das neue Stadtarchiv, würde es den neuen Teil des Grüngürtels erheblich einengen. Im Artikel ist eine Planung des Gebäudetraktes aus dem Jahre 2014 zu sehen. Damals gab es noch keine konkreten Planungen für die Grüngürtelerweiterung am Eifelwall bis zum Gleisdreieck. Das Parkhaus am südlichen Rande des Grüngürtels wird dann abgerissen werden.


    Ich hoffe, die Pläne von 2014 sind nicht mehr aktuell. Ich könnte mir eine Bebauung entlang der Hans-Carl-Nipperdey Str. vorstellen, aber keine Blockrandbebauung, die sich weit in die Mitte des Grüngürtels zieht. Fände das an dieser Stelle ein Unding. Zumal dort ja schon das Stadtarchiv gebaut wurde.

  • Auch der Artikel des KStA spricht von einem Neubau auf einem gegenüberliegenden Grundstück an der Hans-Carl Nipperdey-Str.
    Die Stadt bemühe sich um eine Lösung, die der geplanten Erweiterung des Inneren Grüngürtel keinen Raum nimmt. Dafür sei ein 10-stöckiges Gebäude nötig, welches jedoch höhere Kosten mit sich brächte, da gemäß der Hochhausrichtlinie höhere Brandschutzauflagen zu erfüllen seien.


    https://www.ksta.de/koeln/lind…chbargrundstueck-32869288


    Demnach entstünde der Neubau wohl auf der (im Bild gut zu sehenden, bereits freigeräumten Fläche) an der Hans-Carl-Nipperdey Str. Die Erweiterung des Inneren Grüngürtels würde dies m.M. nach stark einschränken, wenn nicht ganz ad absurdum führen.


    https://www.google.com/maps/pl…!3d50.9225574!4d6.9374517


    Warum kein Neubau an der Rudolf-Amelunxen-Str. / Ecke Hans-Carl-Nipperdey-Str.? Das Grundstück erfährt derzeit eine Mindernutzung als Parkplatz. Die Größe des Grundstücks dürfte - zumal bei entsprechender Höhe des Gebäudes - ausreichen.

  • Ich bin vor ein paar Tagen seit längerem mal wieder am neuen Stadtarchiv am Eifelwall vorbeigekommen. Das Gebäude ist jetzt abgerüstet und die ganze strenge und Geradlinigkeit, aber auch die aufwendige Struktur der Fassade wird nun voll sichtbar - ich bin begeistert!


    Nun fällt auch endlich der Archivturm in der Gebäudemitte auf, der bisher optisch untergegangen ist, so dass ich in meinen vorangegangenen Post, die niedrige, dreigeschossige Randbebauung bemängelt habe. Auch die Archivturmfassade weist einige interessante Details auf.


    Allerdings denke ich besteht von Seiten der Bewohner der gegenüberliegenden Straßenseite noch ein hoher Gewöhnungsbedarf an diese einheitliche, dunkle Fassade. Leider habe ich nur ein Foto gemacht und das nicht von der Schokoladenseite.


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  • Vielen Dank für die Photos. Das Gebäude sieht für mich aber eher trist aus - wie ein Sarg. In früheren Zeiten hätte man wohl auch durch bauliche Merkmale auf Besonderheiten der Stadtgeschichte hingewiesen. Aber das würde voraussetzen, dass diese bei Architekten und Betrachtern überhaupt bekannt ist, sonst kann man sich das natürlich sparen.

  • Dieser ganze Straßenraum ist schon so entsetzlich kölnisch zugeparkt und baumlos. Und dann doch dieser undifferenzierte dunkelbraune Großcontainer - das hat für ein Stadtarchiv etwas richtig Unwürdiges. Aber so war es ja auch beim alten Kölner Archiv. Man ist ja richtig zusmmengefahren, so hässlich und abweisend war der hermetische Vorgängerbau - mitten in der Altstadt als Nachbar der romanischen Kirche Sankt Georg. Als wäre Köln heute von Menschen bewohnt, die ihre eigene Geschichte aktiv verachten.

  • Nein, das Gebäude hat schon eine großartige, wenn auch sehr strenge Wirkung wenn man dran vorbei geht. Ich bin beim Vorbeigehen leider erst zu spät auf die Idee gekommen Fotos zu machen, habe dabei ausrechnet die "Rückseite" erwischt und hatte keine Lust mehr zurückzulaufen. Ich finde das Gebäude und seine Gestaltung durchaus eines Archivs würdig, zumal ich beim Rohbau noch meine Zweifel hatte. Schaut euch doch die sonstigen (öffentlichen) Neubauten in Köln an - alles gewöhnliche Investorenarchitektur. Die Lage gegenüber der tristen Wohnbebauung in diesem rudimentären, ausgefransten Ende des inneren Grüngürtels ist natürlich nicht ideal. Mit der Neuordnung des Gebietes bei einem Neubau des Justizzentrums und der Fortführung des Grüngürtel im Rahmen der Entwicklung der Parkstadt Süd auf dem Großmarktgelände (sollten wir es je erleben ;-) ) hat die Einbindung des neuen Archivs durchaus Wirkungspotenzial. Warten wir mal noch die Straßenraumgestaltung entlang des Gebäudes am Eifelwall ab.

  • Ich würde - mit Verlaub - der "Wirkung" eine subjektive Note belassen, sonst bekommt die Bewertung eine IMO dogmatische Komponente. Schließe mich, ganz persönlich ;), den negativen Bewertungen an!