Hauptbahnhof und näheres Umfeld

  • Danke für das Video. Ich würde gerne mal wissen, wo denn die Innenvisualisierung sein soll. Das kann ja eigentlich nur im Eingangsbereich sein. Unter den Gleisen fehlt der Platz.


    Zum Platz selbst: Ich komme mehr und mehr zur Überzeugung, dass es besser wäre, die beiden getrennten Haltestellen für Ost- und Westverkehr zusammen auf eine Seite des Platzes zu legen, so wie es heute ist. Das wird den Besuchern die Suche nach der richtigen Bahn erleichtern und hilft beim Umsteigen. Abends und Nachts kann man alle Linien gleichzeitig ankommen und abfahren lassen, um auch hier ein längeres Warten am Hbf zu vermeiden.

  • Das hat schon seinen Grund. Durch die Aufteilung der Haltestellen wird erreicht, dass die Straßenbahnen vor dem Bahnübergang zum stehen kommen, Pendler ein- und aussteigen können und dann mit langsamem Tempo den Bahnübergang passieren. So wie auch schon an der Station Schadowstraße.

  • Ich kann nur hoffen, dass im Zuge der Neugestaltung des KAP und des Umbaus des Empfangsgebäudes die unsäglichen Nachkriegsbauten auf der Westseite des KAP ausnahmslos verschwinden und durch angemessene Gebäude ersetzt werden.


    Wer sich alte Aufnahmen des Bahnhofsvorplatzes anschaut, sieht, dass die ursprüngliche Bebauung deutlich repräsentativer und ambitionierter war. Es war Architektur für das Entree einer Stadt, wenn auch mit einer etwas überladenen und bisweilen schwülstigen Gestaltung - das war halt der Geschmack der wilhelminischen Epoche.

  • Ich kann nur hoffen, dass im Zuge der Neugestaltung des KAP und des Umbaus des Empfangsgebäudes die unsäglichen Nachkriegsbauten auf der Westseite des KAP ausnahmslos verschwinden und durch angemessene Gebäude ersetzt werden.


    Wer sich alte Aufnahmen des Bahnhofsvorplatzes anschaut, sieht, dass die ursprüngliche Bebauung deutlich repräsentativer und ambitionierter war. Es war Architektur für das Entree einer Stadt, wenn auch mit einer etwas überladenen und bisweilen schwülstigen Gestaltung - das war halt der Geschmack der wilhelminischen Epoche.

    Könntest du auf diese "alten Aufnahmen des Bahnhofsvorplatzes" verlinken?

  • ^ Vielen Dank für die Links - sehr aufschlussreich (insbesondere das erste Bild).


    Abgesehen von dem wilden Stilmix erkenne auch hinsichtlich der Platzgestaltung kein Konzept, das für die zukünftige Gestaltung des KAP nützlich wäre.

    Giebel- und traufständige Fassaden standen willkürlich nebeneinander, es gab auf dem ganzen Platz Null Grün (nicht mal ein schattenspendendes Bäumchen) und bereits in den 30ern wurde dem rollenden Verkehr ein Großteil der Platzfläche geopfert.

    Immerhin war der Platz nach Norden hin ordentlich gefasst.


    In puncto stadträumlicher Gliederung gefällt mir die Nachkriegsbebauung mit der weitgehend einheitlichen Traufhöhe auf der Westseite deutlich besser, wobei die meisten Gebäude natürlich mittlerweile völlig abgewirtschaftet sind und erneuert werden müssen.

  • Es geht um den formalen Anspruch, nicht nur um eine einheitliche Trauf- bzw. Attikahöhe.

    Die aktuelle Bebauung wird dem Entree einer Großstadt nicht gerecht.

    Der Immermannhof überbaut zudem noch teilweise die Sichtachse der Immermannstraße.

  • ich halte es es trotzdem weiterhin für eine verpasste Chance, dass nach Auszug der Post nicht die historische Sichtachse zur Kurfürstenstraße wieder hergestellt wurde, wie sie noch bis in die frühen 80er Jahre bestand; den postmodernen Klotz hätte wohl kaum jemand vermisst.


    Die strahlenförmig vom Platz abgehenden Straßenräume waren ein wesentlicher Bestandteil des Ende des 19. Jahrhunderts geschaffenen Vorplatzes des neuen Central-Personen-Bahnhofs und dessen Anbindung an die damals in Richtung des Bahnhofs wachsende Stadt.


    In dem Zusammenhang hoffe ich auch noch, das der Gebäudeteil des Immermannhofes, der die Sichtachse der Immermannstraße verstellt, abgebrochen wird. In einigen Wettbewerbsbeiträgen zum KAP gab es ja entsprechende Vorschläge.

  • Beim Teilabbruch des Immermannhofes kann ich mich nur anschließen.


    Obwohl ich das Konzepts der Sichtachse manchmal etwas überbemüht finde, da Entwürfe damit abgeschossen werden, die den bestimmten Interessengruppen nicht gefallen. Oder wenn heute für Gebäude Sichtachsen konstruiert werden, die beim Bau andere Sichtachsen zerstört haben. Manhattan wäre mit dem Düsseldorfer Konzept von Sichtachsen nie so geworden wie heute.


    Aber hier liegt das auf der Hand, dass man damit den Hbf besser an die Innenstadt anschließt.


    Den Kurfürstenplatz, davon bin ich nicht so ganz überzeugt, als Alternative zur Zentralbib. Die Luftbilder auf maps.duesseldorf.de aus den 1970ern zeigen einen Parkplatz mit Straßenbahnschleife. Das käme dort heute wahrscheinlich nicht mehr hin, aber hier einen Platz fände ich nicht so gelungen, da hat z.B. man mit dem Ernst-Reuter-Platz bereits etwas ziemlich hässliches und nutzloses geschaffen. Auch würde wahrscheinlich das Worringer Platz-Klientel dafür sorgen, dass ein Platz hier nicht ins Herz geschlossen würde. Und die Kurfürstenstraße sehe ich, anders als die Immermannstraße, als keine besondere Straße an.

  • Die Parkplatznutzung entstand ja aus dem noch nicht erfolgten Wiederaufbau. Auf älteren Bildern sieht man die ursprüngliche Bebauung.

    In den 50er und 60er Jahren gab es ja sogar Pläne für eine Tunnel- bzw. Hochstraßenanbindung der Immermannstraße an die Kölner Straße; welche glücklicherweise nie realisiert wurde.


    Einen Platz selber war dort nie geplant und hat es auch nie gegeben, es gab nur die Kurfürstenstraße, die bis zum Bahnhofsplatz führte.

    Vor dem Krieg gab es an der Ecke zur Immermannstraße ein großes Hotel und zwischen Kurfürsten- und Worringer Straße das Postamt, welches in Teilen noch bis in die 70er dort stand.


    Wichtiger finde ich allerdings auch die Anbindung der Immermannstraße.

  • Die Hotels sind bald fertig und fügen sich meines Erachtens wirklich gut ein in die Umgebung und an das Bahnhofsgebäude. Man darf auf die Gestaltung der Straße und den Platz vor den Hotels gespannt sein.

    Wie geht es eigentlich mit der Planung der Neugestaltung des KAP weiter?

  • Wie geht es eigentlich mit der Planung der Neugestaltung des KAP weiter?

    Es wäre nicht das erste mal, dass nach einem Wettbewerb zur Gestaltung des Vorplatzes nichts mehr passiert.

    Mit Beteiligung der Bahn ist alles etwas schwieriger und komplexer.

  • Es ist ein Armutszeugnis für die Stadtplanung, dass mit der Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes nicht einmal begonnen wurde. Da werden in kürzester Zeit drei Riesenhotels von Privatinvestoren hochgezogen, aber die öffentliche Hand bekommt (mal wieder) nichts auf die Reihe. Und das in einer (angeblich) so reichen Stadt wie Düsseldorf, die allen Ernstes darüber nachdenkt, aufgrund von wenigen Luxus-Immo-Besitzern am Rhein die geplante U 81 nun doch zu verbuddeln.


    Eindrucksvoller kann man es von seiten der Stadt nicht sagen, wie egal einem das Thema ÖPNV und ansprechende Gestaltung des öffentlichen Raumes ist. Der KAP ist als Eingangstor zur Stadt und zentraler Umsteigepunkt von immenser Bedeutung. Es wäre im übrigen kein Hexenwerk, ihn endlich zu sanieren und im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen. Und würde auch nur ein Bruchteil dessen kosten, was Wehrhahn-Linie oder U 81 verschlingen.

    Warum dauert das alles so unfassbar lange?


    Der KAP ist ein wahrer Schandfleck - gleiches gilt im übrigen auch für die Gleishalle und die Bahnsteige des Hbfs. Gruselig ...

  • Luxusimmobilienbesitzer weltweit gewinnen immer. Das ist nicht unerwartet. Haben Sie das wirklich nicht erwartet? Urbane Gebiete müssen für Luxuskäufer begehrenswert werden, um heutzutage überhaupt eine Investition zu bekommen. Die Armen, ob es uns gefällt oder nicht, zahlen die Rechnungen.