Zukunft der Zeil

  • Zukunft der Zeil

    In den USA (Paradebeispiel Las Vegas) und Asien ist sowas schon länger verbreitet. Ich bin auch um jedes Fitzelchen "Amerikanisierung" froh. Gerade in den Wintermonaten geben europäische Städte meist ein sehr tristes Bild ab. Dazu noch sparsame Straßenbeleuchtung mit diesen gelblichen Natriumdampflampen...:mad:
    Eine helle, bunte, blinkende und "cleane" Einkaufsstraße würde mich aufjedenfall anziehen und ganz sicher würde mich - und viele andere Konsumenten - die "Grüne Wiese" nie mehr wieder als Kunden begrüßen dürfen. Das Problem der Innenstädte ist ja dass sie sich selbst im Wege stehen und mit bestenfalls fadem Erscheinungsbild gegen die "Erlebnisräume" einer modernen Mall nicht ankommen. Die Zeil ist die einzige Einkaufsstraße in der Bundesrepublik die ich kenne die sich da positiv abhebt. :daumen::daumen:

  • Muss man den Amerikanern alles bedenkenlos nachäffen? Diese blinkenden Bullaugen, und wir können uns bald in Las Vegas umbenennen – schonmal darüber nachgedacht, dass das, was manche als trist empfinden, ich persönlich als ruhig, gerade das ist, was europäische Städte gegenüber solchen wie New York, Chicago oder Los Angeles auszeichnet? Beide haben ihre Daseinsberechtigung, aber man muss doch nicht auch noch den letzten Funken Identität aufgeben... mal abgesehen davon, dass auch eine blinkende Zeil Frankfurt nicht zur Weltstadt erheben wird.


    Die Zeilgalerie-Revitalisierung sieht auf jeden Fall sehr stilvoll aus, auch wenn ich persönlich die postmoderne Architektur für erhaltenswert betrachte, hier fiel mal das Wort "Borg-Kubus", das werde ich irgendwie vermissen. Hoffen wir nur, dass die Außenwerbefläche nicht an Saturn, Mediamarkt oder Konsorten vermietet wird, dass einem dann bald irgendeine Tante in King Kong-Größe wahlweise das "Geiz ist geil" oder "Isch bin doch nisch blöd" ins Gesicht bläfft.

  • Muss man immer gleich bedenkenvoll sein bloß weil etwas von den Amerikanern kommt?


    Manche, aber nicht alle. Das ist der Punkt. Ich will in keiner kontinentalen "Ruhezone" leben. Du sagst beides habe eine "Daseinsberechtigung", willst aber doch nicht beides "hier" haben. Was jetzt?

  • Lustig, sich das von jemanden anhören zu müssen, der sich selbst "bayer" nennt, und, sofern sich das nicht auf einen großen Medikamentenhersteller bezieht, damit ja durchaus die Identifikation mit einem Teil urdeutscher Kultur zum Ausdruck bringt.


    Aber zu deiner Frage: nein, ich will, dass Frankfurt "das Nest" bleibt, was es immer war und ist. Für mich ist es typisch frankfurterisch, abends über die Zeil zu schlendern, im Hintergrund die Skyline – modernes Zeugnis der Handelsstadt, die es seit dem Mittelalter ist und zu dem machte, was es war – zu sehen und trotzdem das totale Gegenteil von dem Höllentrubel zu erleben, der dort tagsüber stattfindet. Mit ein paar Schritten zum Römerberg oder in eine der alten Kirchen zu gehen, und dort Geschichte zu atmen. Oder mit ein paar Schritten mehr im urigen Sachsenhausen einzukehren. Das ist nicht nur das Frankfurt, das Goethe schon beschrieb, für mich ist das der Reiz einer europäischen Großstadt.


    Was ich nicht will, ist eine Stadt, in der mich ständig und überall Leuchtreklame anspringt und die Nacht zum Tag wird. In der mich keinerlei Bauwerke außer viktorianischem Klinker und historistischen Kirchen an eine große Geschichte erinnern. In der ich keinen einzigen individuellen Einzelhändler mehr finde, stattdessen immergleiche Malls mit den immergleichen Geschäften, die 24/7 geöffnet haben.


    Und das "immer gleich bedenkenvoll sein, weil etwas von den Amerikanern" kommt, ist ja wohl ein Witz bzw. falsch herum gestellt. Wieviel von dem, was aus Amerika kommt, bewußt oder subtil, wird denn bitte *nicht* kritiklos übernommen? Mir fällt da außer dem Ablehnen eines Angriffskrieges gegen den Irak in den letzten Jahren nicht allzuviel ein (und das ist jetzt ausnahmsweise mal keine Polemik!).

  • Ich tendiere mit gewissen Einschränkungen eher zu bayers Meinung.
    Man muss doch mal betrachten, in welche Richtung sich die Zeil entwickelt hat. Sie besteht aus kommerziellen Zweckbauten, deren Erscheinungsbild weit davon entfernt ist, "heimelige" Gefühle der Frankfurter und deren Besucher zu wecken. Ist es nicht die logische Konsequenz und die naheliegendste Lösung die gestalterische Entwicklung in die Richtung zu lenken, die uns so amerikanisch anmutet? Klotzen und das Image einer Kommerzmeile der Stadt mit allen verfügbaren Mitteln untermauern. Ich denke wir sind mit der aktuellen Entwicklung auf dem richtigen Weg, muss in diese Überlegung aber mit einbeziehen, dass man sich außerhalb der Zeil verstärkt auf gegenteiligere Ziele konzentriert.


  • Was ich nicht will, ist eine Stadt, in der mich ständig und überall Leuchtreklame anspringt und die Nacht zum Tag wird. In der mich keinerlei Bauwerke außer viktorianischem Klinker und historistischen Kirchen an eine große Geschichte erinnern. In der ich keinen einzigen individuellen Einzelhändler mehr finde, stattdessen immergleiche Malls mit den immergleichen Geschäften, die 24/7 geöffnet haben.


    Genau so sind z.B. amerikanische oder britische Großstädte eben nicht.
    Leuchtreklame, Malls etc. findet man dort natürlich auch, aber kleine Einzelhändler, Bäckereien (man denke einmal an die vielen kleinen Bagel-Bäckereien und Pizzerias in New York), Fischgeschäfte etc. sind dort viel stärker verbreitet als derzeit bei uns. Unsere Innenstädte werden uniform, weil sich dort H&M, Pimkie, Saturn und Konsorten breit machen, aber es kommt an anderer Stelle keine Vielfalt dazu bzw. die vorhandenen Strukuren verschwinden.
    Deswegen sollte man doch lieber die Zeil zu einem besonderen Einkaufs"zentrum" mit Unterhaltungswert machen (Times Square oder Picadilly Circus wird sie wohl nicht werden können...) und gleichzeitig an anderer Stelle darauf achten, dass kleinteilige (Einkaufs-)Strukturen erhalten bleiben. Platz dafür gibt es rund um die Schweizer Straße, Berger Straße, Leipziger Straße als dezentrale Einkaufsstraßen genug.


    H.

  • Exakt. Die Mehrzahl amerikanischer Großstädte sind deutlich lebendiger. Was zum einen an der jüngeren Bevölkerung liegen mag, Stichwort "alterndes Europa", auch sind die Städte dort schlicht lauter - die Geräuschkulisse; bei uns gäb es da unablässig Gerichtsprozesse, wie ja selbst Kindergärten von Anwohnern wegen "Lärm" der spielenden Kinder verklagt werden. Auch die vielen Einwanderer die immer noch in ungeheuren Massen in die USA strömen beleben ebenso das Stadtbild immer wieder neu wie die sehr sozial und gastfreundlich eingestellten Amerikaner die ganz anders als die sauertöpfischen Europäer - trotz positiverem Klischee habe ich zB Briten auch nie freundlicher/höflicher erlebt als Deutsche - miteinander umgehen.


    In Städten wie San Francisco oder Boston pulsiert das Straßenleben regelrecht. Mal hinfahren und anschauen anstatt vom "Hörensagen" Urteile fällen. Annähernd so offenen und freundlichen Umgang habe ich in Europa bisher lediglich in Süditalien und im Rheinland erlebt. Von der Vielfalt an Geschäften im Straßenbild ganz zu schweigen. Mag vielleicht auch daran liegen dass Amerikaner spendabel sind und "geiz" nicht als "geil" gilt - die bundesdeutsche Geizkultur erzwingt ja geradezu die Oligopolisierung des Einzelhandels, nur durch "Größenvorteile" lässt sich in diesem Wettbewerb bestehen.


    "Sterile Malls" und tote Städte gibt es in den USA zwar auch, aber ebenso überall sonst. Wenn man jetzt natürlich das bunte Treiben in Köln mit Downtown Detroit vergleicht kann man seine Klischees schon bestätigt finden, wie immer wenn man danach "sucht". Frankfurt ist mit München und Stuttgart die einzige deutsche Stadt mit aufstrebender demographischer und wirtschaftlicher Zukunft und muss alles tun um auch eine junge Bevölkerung anzusprechen. Dazu dimmt man nicht die Beleuchtung und trägt wattierte Schuhsohlen, dazu ist man bunt und laut und lebendig und offen und heiter und auch ein bischen schrill. Man schreit die Lebensfreude in die Welt. Und wenn es schon um Identität gehen soll, wobei ich da immer nicht genau weiss was gemeint sein soll (Bayern ist bestimmt nicht "urdeutsch", ganz im Gegenteil, anderes Thema) dann ist Apfelwein und lautes Lachen doch bestimmt auch "hessischer" als besinnliche Grabesruhe.


    Es gibt nichts bayrischeres als die "Liberalitas Bavariae", zu Deutsch "Leben und leben lassen". Identität kommt aus einer inneren Einstellung, nicht aus Lederhose hier und Blasmusik dort. Und wenn man aus dieser inneren Identität heraus die Welt gestaltet wird man sich auch so von anderen Kulturen unterscheiden und sich gegenseitig ergänzen. Aber das wollen die Bundesdeutschen, mit Ausnahme der Bayern die ja zu dieser BRD dazugehören, doch nicht. Kein Deutscher hat noch Nocken und Rauke gegessen, dann kamen diese mal als Reimport aus Italien als "Gnocchi" und "Rucola" und alle lieben es. Die meisten Deutschen leben doch in konstanter Selbstverleugnung was ihre Identität angeht, auch das ist eine Frage der inneren Einstellung keine von Städtebau. Zwei verschiedene Dinge die ich nicht vermischen würde.

  • Für diesen Ort ist diese Architektur in meinen Augen völlig angemessen. Letztlich ist es der Mix an verschiedenen Baustilen, der eine Stadt architektonisch erst richtig interessant macht. Frankfurt ist Euro-Stadt, ein weltweit bedeutendes Finanzzentrum, internationaler Verkehrsumschlagplatz, die kleinste Metropole der Welt. Wer an die Stadt am Main denkt, denkt an Römer, Paulskirche und Goethe, an Börse, Buchmesse und Skyline.


    Die Beschaulichkeit und Überschaubarkeit der Finanzmetropole gibt dem Besonderen ihr gewisses Etwas – keine Millionenmetropole zum Verlaufen und Verirren - sondern klein, gemütlich und dennoch international bekannt. Viele Quartiere/Stadtteile in Frankfurt könnten nicht unterschiedlicher sein. Und dennoch ist alles zu Fuß erreichbar. Das Bahnhofsviertel versprüht seinen eigenen Charme ebenso wie der Westhafen. Der Römerberg wie das Bankenviertel. Sachsenhausen wie Bockenheim. Das Ostend wie das Westend. Frankfurt ist eine reizvolle Art, Gegensätzliches miteinander zu verbinden. Zwischen Weltstadtflair und anheimelnder Gemütlichkeit liegen oft nur ein paar Schritte.


    Ist dieser Trend deswegen hier fehl am Platz oder gar unerwünscht? Wohlwissend, dass viele auf diesen "Kitsch" einfach stehen? Wo sonst könnte ein solch bunter Platz in Frankfurt entstehen, wenn nicht an der Hauptwache, an Deutschlands Kommerzmeile #1? Und welches Publikum treibt sich dort rum?


    Der Opernplatz bleibt freilich der Opernplatz. Hier sorgt die umliegende Bebauung und das künftige Mandarin Oriental für ein ganz anderes Flair. Doch letztlich ist es der Kontrast, der eine Stadt erst richtig interessant macht. Für mich kann es an der Hauptwache deswegen nicht „Time-Squarig“ genug sein, weshalb ich die neue Zeilgalerie und die damit einhergehende "Times-Squarisierung" an dieser Stelle mehr als befürworte - und der historische Aspekt mit der Hauptwache als Gebäude im Zentrum bleibt bestehen. Eine flächendeckende Lichterflut wie in Shanghai oder Hongkong ist in Frankfurt unrealistisch - das wissen wir alle und das möchte auch so gut wie niemand.

  • RMA: Frankfurt war, ist und bleibt eine Weltstadt. Was allerdings nicht auf Frankfurt zutrifft, ist die Bezeichnung "Nest". Frankfurt ist der wichtigste Finanzplatz, Verkehrsknotenpunkt für Luft, Straße und Schine. Die wichtigste Messestadt und darüber hinaus die deutsche Stadt mit dem größten kulturellen Angebot in Deutschland.
    All das macht Frankfurt zur einzigen deutschen Weltstadt neben Berlin, das seine "Weltstädtigkeit" zum Großteil seiner einzigartigen Geschichte verdankt.


    Aber darum geht es ja hier gar nicht, sondern es geht um die Architktur an der Zeil (ganz nebenbei Deutschlands größter Einkaufsstraße RMA!). Die besagten Bullaugen, von denen die ganze Diskussion ausging sind soweit ich weiß Fenster eines Treppenhauses des Kaufhofs. Ob man die einfach so beleuchten kann/darf? Ich weiß es nicht, aber ich denke daraus wird wohl nichts werden und wer weiß ob der Effekt wirklich so toll geworden wäre. Zum Timesquarefeeling würden viel eher große LCD Screens beitrage. Diese an der Fassade des Kaufhofs anzubringen halte ich für durchführbarer als das mit den blinkenden Bullaugen. Über solche Screens hatten wir hier irgendwo im Formum schon mal diskutiert, ich hab jetzt keine Zeit danach zu such evtl. liefere ich es nach falls es jemand interssiert.
    Ich für meinen Teil hätte auch nichts gegen etwas mehr NYC in Frankfurt. Wie von meinem Vorredner schon erwähnt es kommt nur auf die Platzierung an der Richtigen Stelle an. Im Diplomatenviertel oder in Höchst hat das sicher nichts zu suchen. Aber mir fällt da ein anderes Beispiel ein: Die Weihnachtsbeleuchtung IM Hauptbahnhof, genauer gesagt die an den großen steinernen Stützen hat mich persönlich auf den ersten Blick an Manhatten erinnert. Ganz einfach deshalb weil entgegen dem Eindruck vieler Manhatten sehr viel Steinfassaden und alte Gebäude im allgemeinen zu bieten hat. Ähnlich sehe ich auch die oben zu lesende Aussage über die Vielzahl an kleinen Läden in New York, da hätte ich auch gerne mehr davon. Ob das jetzt allein von der Architektur an der Zeil abhängt wage ich allerdings auch zu bezweifeln, ich denke auch, dass wir mit unserer deutschen "Geiz ist geil Kultur" selbser daran schuld sind.
    Ich freue mich jedenfalls erst mal auf die "neue Zeilgallerie". Wenn es dann so weit ist sind wir vielleicht jeder für sich ein Stück schlauer und können die Situation noch mal neu bewerten.


    bayer: Sag bescheid wenn du in der Gegen bist, meine Oma macht die Nocken mit Speck und Schafskäse, das willst du sicher mal probieren!

  • Eine Amerikanisierung des Einzelhandels und der Dienstleistung ist uns eigentlich zu wünschen, denn das würde in erster Linie eine stärkere Diversifizierung und eine Masse von kleinen, selbstständigen Unternehmern mit jeweils einer Handvoll Mitarbeitern bedeuten.


    Die Zeil ist allerdings der denkbar schlechteste Ort dafür mit ihrem doch sehr stark auf die Bedürfnisse der Filialen großer Ketten ausgerichteten Flächenangebot.


    Für eine Amerikanisierung der Außenwerbung an den Kaufhäusern andererseits bin ich nicht zu gewinnen - dabei handelt es sich wieder zumeist um die Präsentation nicht nur der großen sondern der größten Marken und das hat wieder nichts mit lebendiger Stadt sondern mit Markenprotz zu tun.


    Was das Projekt Zeilgalerie betrifft, kann ich es auch abwarten, wie es wird: Die Zeil ist der Bereich Frankfurts, in dem es wohl in den letzten dreihunder Jahren keine Periode von fünf Jahren gegeben hat, in der nicht irgendetwas aufgebaut, abgerissen oder umgebaut wurde. Wenn es gut wird, bleibt es bis es schäbig wird (siehe anderenorts die Tudor-Reklame), wenn es schlecht wird stehen die Chancen gut, dass es auch verhältnismäßig schnell wieder verschwindet.


    Was ich gerne sehen würde, wäre eine Rückführung des unsäglichen Pimkie auf ein Café mit Stil und Aussichtsterrasse im ersten Stock - das käme sicher noch besser als das alte Cafe Tip-Top, das da drin war, denn jetzt könnte man tatsächlich in Ruhe dort Kaffee trinken.


    Das andere Traumprojekt - Wiederbelebung des Zeil-Kinos - ist allerdings reine Utopie, da hier das Problem (wieder einmal) in Brandschutzauflagen liegt und die erforderlichen Notausgänge aus dem Kellerkino sich wohl nicht in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen umsetzen lassen.

  • Luminale anyone?

    Wie hat sich denn die Diskussion um die Zeil in eine Debatte um das Für und Wider einer Amerikanisierung der Innenstädte verwandelt?


    Erstens, sind Leuchtreklamen doch schon lange kein rein amerikanisches Phänomen mehr, sondern sind in London (Piccadilly Circus), Tokyo (Shibuya) oder Hong Kong ganz genauso selbstverständlich vor zu finden. Wieso muss man da immer gleich mit Las Vegas das verstaubte Bild der aggressiven Abendbeleuchtung auskramen?


    Zweitens, als Austragungsort der Luminale ist Frankfurt der abendlichen Beleuchtung bei bestem Willen nicht fremd. Spätestens dann fällt auf wie harmonisch oder belebend eine abwechslungsreiche Aufhellung der Gebäude auch nachts sein kann. Wurde so nicht auch die allseits für gut befundene Beleuchtung der Frankfurter Main-Bürcken ins Leben gerufen? Wenn die Leucht-Installationen nach der Luminale an vielen Gebäuden wieder entfernt wird, sieht man wie frappierend der Unterschied ist. Mehr Infos zur Luminale im April hier: http://light-building.messefra…cher/events/luminale.html


    Drittens, die Zeil war schon immer das "Versuchslabor" Frankfurts. An keiner anderen Stelle der Stadt wird so mit der Zeit gegangen und neue Stilrichtungen ausprobiert. Deswegen ist auch der Umbau der Zeilgalerie ein natürlicher Zyklus für diese Strasse. Trotzdem stehen auch fiese "Dinosaurier" wie das Bienenkorbhaus oder Karstadt herum.


    Zur Amerikanisierung:
    In den USA ist es genau anders herum. Dort können die Städte nicht "European" genug sein (kein Wunder, wenn 8 von 10 der lebenswertesten Städte in den Rankings routinemäßig aus Europa kommen). Wenn Cafés mit Außenbereich, halbwegs abwechslungsreiche Programmkinos oder alte Architektur zu sehen ist, werden sofort Assoziationen zu Europa gezogen (besonders in Boston der Fall). Fußgängerunfreundliche Städte wie LA oder das abends komplett tote Washington DC zeigen warum sich "mehr Europa" in den USA gewünscht wird. Selbst eine ansonsten tolle Stadt wie Chicago gleicht abends in weiten Teilen einer Geisterstadt (besonders in Nähe des Sears Tower). Da gefällt mit das europäische Konzept schon eher.

  • Als ich mich neulich auf der Hauptwache/Zeil befand, hatte ich folgende Vision:


    Als Pendant zum Kaufhof ein Gebäue gleicher Form mit einem großflächigen Screen an Stelle der Rundung. Auf dem Screen wäre eine animinierte Map der Zeil und umliegender Straßen zu sehen. Sporadisch bloppen auf der Map Standorte mit Einzelhandel und Sehenswüridkeiten auf. Ein kurzweiliger Werbefilm ist zu sehen, beispielsweise von Häagen Dasz oder Görtz-Schuhe. Nach einem Werbefilm leuchtet der entsprechende Standort auf der Map mittels einem roten Punkt auf - eben Häagen Dasz auf der Fressgass oder Görtz-Schuhe im Bienenkorbhaus. Und so weiter, und so fort.


    Möglicherweise könnte dies den Umsatz der Kommerzmeile erhöhen und der Screen somit gegenfinanziert werden. Auch könnten die aberhunderte Stores in der Umgebung diese Werbeplattform auf freiwilliger Basis buchen/finanzieren. Des Weiteren könnte der Screen für Live-Übertragungen (EM, WM, etc.) genutzt werden, wenn der Mondkrater eines Tages geschlossen ist und der Platz wieder als Platz wahrnehmbar sein wird.

  • Lichtverschmutzung

    Natürlich sehen beleuchtete Gebäude immer schön aus, ich möchte aber gerne nochmal auf die Lichtverschmutzung aufmerksam machen. Warum muss denn immer alles blinken und leuchten? Davon wird auf der Zeil Nachts auch nicht mehr gekauft, vor Allem, wenn die Geschäfte zu haben.
    Hier in Brüssel blinken ganz viele Häuser, was zur Folge hat, dass meine Wohnung auch Nachts recht hell ist und ich kein Licht anmachen muss, obwohl ich nicht genau in der inneren-Innenstadt wohne. Überlegt doch bitte mal, ob man eine Belebung der Zeil nicht auch anders hinbekommt.

  • Genau das meine ich. Mal abgesehen davon stände so ein wildes Geblinke – das sich zudem kaum jemand anguckt, wenn die Geschäfte zu sind – in krassem Kontrast zum gerade erst eingeführten neuen Lichtkonzept der Zeil, das mir entgegen Unkenrufen und anfänglicher Skepsis bei den Visualisierungen sehr gut gefällt, da es sehr indirekt und zurückhaltend ist.

  • ^


    Ich finde es keine schlechte Idee mit einer weiteren gemäßigten Beleuchtung, Werbung ect.
    Wildes Blinken finde ich einen zu pessimistischen Kraftausdruck.


    Eine gut strukturierte Beleuchtung an den richtigen Stellen hat eine allgemeine Fernwerbung/Wirkung (man muss ja nicht immer direkt davor stehen) und es kommen noch mehr Shopping Touris aus einem Radius von mind. 100 km (ohne die ausländischen Besucher)

  • ... Warum muss denn immer alles blinken und leuchten? ...


    In Frankfurt am Main ist es eher so, dass fast nichts blinkt. In der Zeil machen zwar die meisten großen Geschäftshäuser mit Leuchtwerbung auf sich aufmerksam, von einer "Lichtverschmutzung" kann aber keinesfalls die Rede sein. Im Gegenteil, hier könnte meiner Meinung nach noch etwas Pepp in die Lichtgestaltung gebracht werden. Da die meisten Zeilgebäude keine architektonischen Meisterleistungen sind, könnte wenigstens nachts eine Aufwertung durch Lichtanimationen erfolgen, in Maßen versteht sich. Anwohner würden, da fast nicht vorhanden, ebenfalls nicht gestört.


    Wohl dosierte Lichtanimationen könnten hier noch eine Aufwertung bewirken:



    Wohl niemand plädiert für ein unkontrolliertes Ausufern von animierter Lichtwerbung. An historischen Gebäuden wäre das fast ein Verbrechen. Aber auch diese erreichen nachts nur durch geschickte Illumination ihre schöne Wirkung, so wie hier am Opernplatz:


  • An dieser Stelle möchte ich daher nochmal an die Stimmen erinnern, die mit MyZeil das Ende der Zeil und eine "Aldisierung" der Einkaufsmeile beführchtet haben. Genau das Gegenteil tritt nun offenbar ein weil MyZeil als Magnet für Besucher aus der ganzen Region wirkt. Anhand der Hollister-Einkaufstüten an einem Samstagabend am Hauptbahnhof ist das schön zu erkennen. Ebenso an den Autokennzeichen der Fahrzeuge die im Parkhaus ein- und ausfahren. :daumen::daumen::daumen:

  • Allerdings ist Hollister auch der einzige Store, vor dem ich jedesmal, wenn ich da war, ellenlange Schlangen gesehen habe. Über die Tatsache, dass die Wartenden alle +/- 2 Jahre gleich alt sind, lasse ich mich jetzt mal lieber nicht weiter aus... ;)