Projekt "Ensemble am Untermainkai" (in Bau)

  • Projekt "Ensemble am Untermainkai" (in Bau)

    Jeder Frankfurter wird die im Krieg überwiegend zerstörte, dann behelfsmäßig wiederaufgebaute Villa Helfmann am Untermainkai kennen. Für die anderen gibt es hier ein Foto in einer Ortsbeirat-Vorlage (weiteres Foto). Seit rund zwanzig Jahren steht der historische Bau leer, die Fenster sind zugemauert.


    Nach zwei Jahrzehnten wurde die Liegenschaft nun verkauft, wie die Immobilien-Zeitung heute meldet (Log-In für die ganze Meldung nötig). Das könnte eine sehr erfreuliche Nachricht sein, wenn nicht der Erwerber, die Familie Selmi, den Abriss der vorhandenen Gebäude planen würde. Stattdessen soll ein Bürohaus gebaut werden, auf zwei Etagen Wohnungen. Übrigens war das Grundstück der IZ zufolge auch einmal als möglicher Standort für ein Wohnhochhaus im Gespräch.


    Gerade weil die ehemalige Helfmann-Villa seit vielen Jahren in einem dermaßen jämmerlichen Zustand ist, halte ich einen vollständigen Abriss für nicht akzeptabel. Klar, der Nachkriegsmurks kann abgebrochen werden, der Zustand wird wohl ohnehin keine Wahl lassen. Aber die Reste der Villa müssen erhalten werden und entweder Teil eines ansonsten zeitgenössischen Baus werden oder aber, weit besser natürlich, Grundlage eines Wiederaufbaus der Villa. Die Stadt sollte alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, dass die Reste nicht einfach abgerissen werden.

  • Im hinteren Bereich könnte ich mir sehr gut ein kleineres Wohnhochhaus vorstellen (fast direkt am Main, welcher Ort wäre besser geeignet?), aber die Altbauteile der Villa müssen um jeden Preis erhalten werden. Neuerlicher Abriss von Gründerzeitsubstanz in Frankfurt ist einfach nicht akzeptabel.

  • Auf jeden Fall kommt somit offensichtlich etwas Bewegung in die Sache. Was ich mich allerdings frage... so schade es auch ist... gibt es da wirklich noch viel zu erhalten??

  • Und? Was kann man gegen ein Abriss machen, wenn die Villa nicht unter Denkmalschutz steht? Gibt´s denn dann für den normalen Bürger (außer einem bösen Briefchen an die Stadt) eine Möglichkeit dagegen vorzugehen?

  • Villa Helfmann am Mainufer (Mitte):



    Viel ist von der Villa aber nicht geblieben wenn man sich mal die zwei von Schmittchen geposteten Bilder ansieht. Da macht ein Abriss schon Sinn.


    Hört sich so an als wäre das der Standort für den "Wohnturm östlich des Inter-Conti" aus der Rahmenplandebatte. Wenn ich Schmittchens Post über die IZ Meldung richtig verstanden habe hat sich das dann aber wohl erledigt ...

  • Nach einer Erledigung eines "Wohnturms östlich des Inter-Conti" sieht es auf dem nagelneuen Stadtmodell, das Sammy auf der Expo Real fotografiert hat, nicht unbedingt aus (oranger Pfeil). In der IZ hieß es auch nur, dass ein Wohnhochhaus auf dem Villa-Helfmann-Grundstück nicht weiterverfolgt würde.



    Bild: Sammy


    Könnte sein, dass das Wohnhochhaus anstelle des Gebäudes "Main-Gold", Wilhelm-Leuschner-Straße 41, entstehen soll. Hier dieses Gebäude mit grünem Pfeil markiert, roter Pfeil Hotel Intercontinental, blauer Pfeil ehemalige Villa Helfmann, weißer Pfeil ehemaliges Citicorp-Gebäude (noch früher: IBM).



    Bild: Google


    Bei dieser Gelegenheit: Weiß jemand, was mit dem mit gelbem Pfeil markierten Gebäudekomplex zwischen Wilhelm-Leuschner-Straße, Windmühlstraße und Gutleutstraße los ist und wem er gehört? Die Gebäude mit grüner Fassade stehen schon sehr lange leer und verkommen zusehends.

  • Es würde mich wundern, wenn Herr Selmi sein Gebäude "Main-Gold" abreißen lassen würde. Wenn man sich die von Schmittchen verlinkte Webseite ansieht, schaut das Haus echt nicht schlecht aus. Innen scheint es wohl frisch renoviert zu sein, und auch die goldene Farbe außen macht sich gut.


    Da würde sich für Abriss und Neubau als Wohnhochhaus eher das Gebäude mit dem noch in Umrissen erkennbaren IBM-Logo anbieten (weißer Pfeil).

  • Selmi plant Wohnhochhaus statt Villa Helfmann

    Der Käufer der Villa plant weiterhin den Abriss des Bestandsgebäudes. Doch nun ist kein kleineres Bürohaus mehr vorgesehen, sondern der Neubau eines rund 60 Meter hohen Büro- und Wohnhochhauses.


    Selmi sprach der FNP gegenüber von einem eleganten und hochwertigen Bau, "bei der Verwendung der Baumaterialien und der Ausführung wolle er viel Geld für höchste Anforderungen investieren und so einen Gegenakzent zum Interconti setzen". Für die Fassade will er "sehr warmen und freundlichen Naturstein verwenden, etwa einen hellen Sandstein." In den unteren Etagen plant er Büros, darüber Wohnungen.


    Um eine Bebauung in dieser Höhe zu ermöglichen müsste der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Im Entwurf für den Hochhausrahmenplan ist dieser Standort nicht enthalten.

    • Die Ali Selmi Grundstücksgesellschaft hat die Villa am Untermainkai gekauft, will sie abreißen und plant einen Neubau mit einem bis zu 60 Meter hohen Wohn- oder Bürobau in Naturstein.


    • Investor Selmi sagt: Wichtig sei ein eleganter und hochwertiger Bau, um die exponierte Lage am Main


    • Die Höhe richte sich nach der Bebauung des Interconti


    • Baurecht besteht noch nicht, Gebäude war ja auch im Hochhausrahmenplan nicht vorgesehen


    Link zum Artikel

  • "Selmi betont, bei der Verwendung der Baumaterialien und der Ausführung wolle er viel Geld für höchste Anforderungen investieren und so einen Gegenakzent zum Interconti setzen"


    Ob sich da jemand vom Interconti geschmeichelt fühlen wird, zweifelhaft...

  • das interconti ist in der tat eher weniger schön - und das in einer so exponierten lage. wäre ich ein interconti-hotel würde ich lieber in den fhv-hotelturm oder in den uec-turm ziehen...

  • Ich dachte im Hochhausrahmenplan seien sowieso nur "fernwirksame Türme" ab 80m enthalten? Dann ist doch klar, warum dieses Gebäude da nicht auftaucht.

  • Das Inter-Conti braucht ganz dringend mal ne neue hellere Fasade (Sandstein :cool2:) und neue Fenster!
    Sieht schon echt verranzt aus mit den ganzen Abgasen die sich da jahrezehntelang abgesetzt haben ...



    Bild: Gizmo23

  • Gegen ein Wohnhochhaus an sich an der Stelle hab ich nichts. Wäre aber wünschenswert wenigstens die Altbauteile in den Neubau zu integrieren, ähnlich wie beim MainTower beispielsweise.

  • Ein Hochhaus in erster Reihe hätte laut Aussage eines Mitarbeiters des Planungsdezernats keine Aussicht auf Genehmigung. Für den Abriss der jetzigen Bebauung sei eine Zusage erteilt worden. Das steht heute in der Print-FAZ.


    So wird es wohl bei einer sechsgeschossigen Bebauung bleiben, wobei vier Büro- und zwei Wohnetagen geplant sind.

  • Ohje, da kommt dann wieder was raus das nicht Fleisch nicht Fisch ist. An der Stelle gibts nur 2 Möglichkeiten: entweder Hochhaus oder Altbau erhalten! Jetzt kommt irgendein flacher Neubau - dann aber wenigstens historisierend! Aber wahrscheinlich wirds doch wieder ein Flachdach-Schuhkarton der zur Beruhigung der Gemüter eine Sandsteinfassade bekommt :nono:

  • Zum Thema InterConti: Ein - leider tödlich verünglückter - Freund von mir hat bis März im InterConti gearbeitet. Und den Mitarbeitern wurde damals mitgeteilt, dass das InterConti für einen 3 stelligen Millionenbetrag saniert werden soll, innen wie außen. Bei laufendem Betrieb. Und von einer Glasfassade war die Rede. Nur hat sich da bisher nichts getan und da ich jetzt keine Insiderinformationen mehr bekommen kann, kenne ich den Stand der Dinge nicht.
    Aber wenn das den Mitarbeitern so gebrieft wurde gehe ich davon aus, dass sich dort in absehbarer Zeit etwas tun wird.

  • Zum Thema Interconti: Also ich habe gehört, dass die Fassade vom geschuetzt ist und es sich hierbei um ein Material handelt, welches heute so gut wie gar nicht mehr abgebaut wird und nur noch zu horrenden Preisen zu haben ist. Eine Glasfassade wuerde mich daher sehr überraschen.

  • Ich muss auch sagen, dass ich das Fassadenmaterial gar nicht so schlecht finde - zumindest auf dem Bild oben sieht's gut aus. Das Problem vom Interconti ist die langgezogene, massige Bauweise, die an Plattenbau-Ästhetik erinnert.
    Daran kann man ja wohl nichts ändern, aber vielleicht würden schon neue Fenster - z. B. in dunkelblauem Spiegelglas - eine erhebliche Verbesserung bringen?

  • Zum Thema Selmi-Wohnhochhaus:
    Das ganze ist ziemlich ärgerlich, zudem gibt es offenbar Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem Investor und der Stadt. In der FNP stand in Gesprächen mit der Stadt sei die Idee eines Wohnhochhauses in der Höhe des Inter-Conti aufgekommen, kurz darauf schreibt die FAZ, dass ein Hochhaus an der Stelle nicht genehmigt wird. Was soll das?


    Ein Wohnhochhaus am Main wäre genau das, was hier fehlt. Zum einen hochwertiges Wohnen im Bahnhofsviertel (Aufwertung des Bahnhofsviertels!) und ein Hochhaus mit Wohnnutzung, was die Stadt ja grundsätzlich gut findet, aber anscheinend nicht weiß wo.
    Einen Hochhauspulk gibt es hier ja schon, warum sollte man den nicht erweitern? Gut, das Inter-Conti (67m), die Union Investment (93m) und das Mainforum (80m) stehen tatsächlich nicht "in der ersten Reihe am Mainufer" (alle haben noch Flachbauten vor sich), aber macht das wirklich einen Unterschied? Optisch jedenfalls nicht.


    Schade, wieder mal eine vertane Chance ... :nono: