Adickesallee: Campus FSFM, i- Live-Apartments, Wohnquartier

  • Adickesallee: Campus Frankfurt School und Wohnquartier

    Die provokante Überschrift klingt zwar nach 1. April, ein Artikel in der FR gibt diesbezüglich jedoch zu denken.


    Die Frankfurt School diskutiert nach Äußerungen der Sprecherin Angelika Werner offenbar auch "Optionen außerhalb Frankfurts", konkret wird die Offenbacher(!) Hafeninsel genannt. Hintergrund ist offenbar ein Grundstückstausch dergestalt, "dass die Schule das gemeinsame Grundstück von Gerhart-Hauptmann- (zieht an die Lange Straße) und Uhlandschule an der Hanauer Landstraße bekommt." und die Stadt das Gebäude der Hochschule erhält, um dort wiederum die Uhlandschule unterzubringen. Das Geschäft ist lt. FR jedoch schon Ende letzten Jahres geplatzt.

  • Um die Konkurrenz zu Offenbach geht es auch heute in der FNP.


    • Die Frankfurt School of Finance and Management sucht demnach seit über einem Jahr nach einem neuen, größeren Standort. Offenbach bietet ihr Hafengelände an und Frankfurt hätte hingegen bisher wenig Anstrengungen bei der Grundstückssuche gezeigt.



    • Laut Angelika Werner (Sprecherin der Hochschule) sei der beste Standort für die Hochschule nach wie vor in der Finanzmetropole. Am liebsten würde man am Standort in der Sonnemannstraße bleiben, aber der sei überraschend schnell zu klein geworden.



    • Laut Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) gibt es durchaus Flächen, die aber wiederum nicht im Besitz der Stadt sind. Der Handlungsspielraum seitens der Stadt sei deshalb begrenzt. Frank könnte sich die Hochschule gut auf dem Noch-Uni-Standort Bockenheim vorstellen. Darüber werde man auch mit Wiesbaden reden.



    • Für den neuen Campus sucht die prestigeträchtige Frankfurt School of Finance and Management 2 bis 3 Hektar Bauland, möglichst in den innerstädtischen Stadtteilen und gut angebunden ans öffentliche Verkehrsnetz. Zum Campus sollen Büros, Seminarräume, Mensa, Bistro, Fitnessstudio und ein Wohnheim zählen. Laut Werner messe man sich mit den besten Businessschulen in Europa und wolle den Campus in ansprechender Architektur gestalten. Ein zweistelliger Millionenbetrag sei vorhanden.



    • Möglichst in diesem Jahr solle die Entscheidung fallen, wo der Neubau entsteht. Das Gebäude im Ostend wird verkauft.

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    Es bleibt zu hoffen, dass nicht, während der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Frank mit Wiesbaden redet, sein Pendant aus einer anderen Stadt oder Umlandgemeinde handelt; ergänzend möchte ich hier noch, ebenfalls aus der heutigen FNP, den Kommentar zum o.g. Bericht anfügen, welcher dies ebenfalls thematisiert.


    Abgesehen davon, dass die Frankfurt School Of Finance wohl gerne im Ostend bliebe und ich nicht bewerten kann, wie stark dieses Argument ggf. ins Gewicht fiele, halte ich den alten Uni-Standort in Bockenheim durchaus für geeignet. Was ich nicht weiß, ist, ob es seitens des Landes bereits konkrete Absichten bzgl. der künftigen Nutzung der dortigen Flächen und Gebäude gibt. Das alte Uni-Hauptgebäude steht unter Denkmalschutz, doch was ist mit dem Areal zwischen altem Hauptgebäude und Bockenheimer Warte, dem eigentlichen Campus, welcher grob gesagt von Juridicum und Mensa/Verwaltungsgebäude begrenzt wird? Wenn dort tabula rasa gemacht werden könnte, sollte ausreichend Platz vorhanden sein, selbst wenn wir von drei Hektar Bauland, also einer Fläche von z.B. 150m x 200m ausgehen. Da ich das Gelände aus eigener jahrelanger Anschauung und Nutzung während der Studienzeit kenne, möchte ich behaupten, dass keine erhaltenswerten architektonischen Kleinode verloren gingen.


    Erweiterungsmöglichkeiten für die noch fernere Zukunft wären an diesem Standort natürlich ebenfalls vorhanden.


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    Mod: Um die Neuentwicklung des Campus Bockenheim geht es in diesem Thread, dort sollten sich alle wesentlichen Informationen zur bisherigen Planung finden.

  • Ohne jetzt einen Aufschrei provozieren zu wollen - aber bestünde für die Frankfurt School of Finance and Management nicht die Möglichkeitet eines 2 bis 3 Hektar großen Baulands in der Altstadt? Nicht zwingend zwischen Dom/Römer und Fischerfeld im Osten, aber zwischen Dom/Römer und Degussa-Areal im Westen? Die 50er-Jahre-Bauten sind dort ja wohl keinesfalls auf Dauer erhaltenswert.

  • Project #4 : Ich stimme Dir zu, was die Bauten im östlichen Teil des in meiner Grafik schwarz umrandeten Gebietes im zugehörigen Thread betrifft, glaube aber nicht, dass dies
    a) aufgrund der Wohnbebauung so einfach möglich und
    b) überhaupt rechtzeitig zu bewerkstelligen wäre, bevor die Frankfurt School den Schalmeienklängen benachbarter Kommunen erliegt.


    Bezogen auf das genannte Gebiet hätte man natürlich theoretisch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, nämlich Platz für die Hochschule geschaffen und andererseits für Belebung gesorgt. Und allzuweit vom Bankenviertel wäre der Standort ja auch nicht weg...

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  • Für den erst 2000 fertiggestellten Neubau stand der Frankfurt School auch das Nachbargrundstück, auf dem sich heute das Bildungszentrum befindet, zur Verfügung. Da sie hierfür keinen Bedarf sah, entstand dort das Bildungszentrum, weshalb der heutige Engpass durchaus hausgemacht ist.


    Die beiden Gebäude sind schon heute teilweise ineinander integriert (zum gemeinsamer Zugang zum Innenhof, Übergänge zwischen den Gebäuden) und die FS hat mietet bereits heute Räumlichkeiten im Bildungswerk an.


    Daher: Die einfachste Lösung bestünde darin, dass die FS das Gebäude des Bildungszentrums übernimmt, dieses zieht (evtl. in das ehemalige Arbeitsamt gegenüber "Sudfass") um.

    • Alfred Gangel, Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, bietet der School of Finance and Management Grundstücke im Ostend an, welche auch in kurzer Zeit zur Verfügung stünden.



    • Präziser sind dies ein Grundstück am Ratswegkreisel, das frühere Telekom-Gebäude um den Osthafenplatz, auf welchem ein kleines Hochhaus vorgesehen ist (?) sowie ein Grundstück auf der Frankfurter Seite des Kaiserlei-Kreisels (Stadtgrenze zu Offenbach). Alle Vorschläge seien mit dem Öffentlichen Nahverkehr bestens erreichbar.



    • Das Honsell-Dreieck südlich der Hanauer Landstraße kommt für die Bankhochschule nicht in Frage, da sich die Privatuniversität an dem geplanten Supermarkt nicht adäquat darstellen könne.



    • Man möchte in weiteren Gesprächen eine Lösung finden. Doch könne die private Hochschule "nicht erwarten, ein Grundstück zum Nulltarif zu erhalten", so die Stadt.



    • Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) brachte bereits den alten Uni-Campus in Bockenheim sowie das MainTor-Areal ins Gespräch. Für die DIC sei dies eine gute Chance, durch die Privatuni ihre Vorvermietungsquote zu erhöhen.


    FNP: http://www.fnp.de/fnp/region/l…/rmn01.c.7139642.de_1.htm

  • Verhandlungs-Poker...

    Auch wenn es mit dem Bau an sich wenig zu tun hat, aber in der Offenbach-Post war ein großer Artikel, daß die Frankfurt School wohl ernsthaft erwägen würde, auf das Offenbacher Hafengelände zu ziehen, da man in Frankfurt nichts adäquates abgeboten bekäme.


    Man kann es natürlich auch als Verhandlungspoker abtun, gab es schon oft. Allerdings war der Börse Eschborn eben auch lieber.


    Für die Hafeninsel wäre es eine der ganz wenigen sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten. Vermarktbare Wohnbebauung am flussseitigen Bereich ist nämlich aufgrund der Einsprüche der Fechenheimer Gewerbetreibenden nahezu ausgeschlossen. Und wenn man noch zu einem positiven Ergebnis bezüglich der Hochschule für Gestaltung kommt, hat ein schönes Campusgebiet und weitergehende Gestaltungsmöglichkeiten mit einem frei werdenden Altstadtgebiet in Offenbach (wenn die Gewerblich-Technisch-Schule gleich mitzieht)...da kommen dann ganz große Diskussionen auf uns zu. Die Offenbacher Altstadt war nämlich auch ganz schön. Und wurde erst lange nach dem Krieg abgerissen... (von wegen Deutschtümelei und so...).


    Zurück zum Degussa-Areal...
    Da kann ich meine oben gemachten Ausführungen nur wiederholen. Kubische Wohnbauklötze sind gut für ein Deutschherrnviertel, aber in der Altstadt...

  • Die Börse spart durch den Umzug nach Eschborn angeblich über 100 Millionen Euro. Pro Jahr! Die private Hochschule ist laut Website eine gGmbH. Als solche müsste sie von der Gewerbesteuer befreit sein. Ein Umzug würde in dieser Hinsicht also keine Kostenvorteile bringen.


    Statt nichts Adäquates angeboten sollte es wohl besser heißen kein fertig erschlossenes, mehrere Hektar großes Areal in Spitzenlage für lau serviert bekommen. Selbst wenn ich nur an das Ostend denke, laut Aussage der Hochschule der bevorzugte Standort, fallen mir vom Gelände der ehemaligen Branddirektion, dem Honsell-Dreieck (der Einwand mit dem angeblich unwürdigen Supermarkt ist lachhaft) über etliche Grundstücke links und rechts von Hanauer und Lindleystraße bis hin zu Ostbahnhof und Schwedler-Carré reichlich Möglichkeiten ein.


    Richtig, diese Grundstücke befinden sich überwiegend in Privatbesitz und die meisten Besitzer haben angesichts des künftigen EZB-Sitzes wohl große Eurozeichen auf den Augen. Doch ist es unredlich, wenn die Hochschule nun behauptet, die Stadt Frankfurt biete ihr nichts an, während Offenbach mit offenen Armen dastehe. Unredlich, weil in Wirklichkeit gemeint sein dürfte, dass die genannten Möglichkeiten zu kostspielig sind und man auf ein kommunales Geschenk wartet. Dass ausgerechnet das chronisch klamme Offenbach hier vorprescht, Morgenluft in Bezug auf den Ladenhüter Hafeninsel wittert und versucht, Frankfurt mit einem großzügigen Angebot auf Kosten des Steuerzahlers auszustechen, ist allerdings nicht minder bedenklich.

  • Kurz zur Klarstellung, weil Projects Zusammenfassung des FNP-Artikels ein bisschen missverständlich war: die DIC hat nichts mit dem Campus Bockenheim zu tun (hatte mich schon gewundert).


    Die DIC könnte ihre Vorvermietungsquote beim Maintor-Projekt erhöhen, das ist klar. Der Campus Bockenheim wird aber nicht von der DIC neu entwickelt, und wenn dort der Wegzug der Uni erst 2014 abgeschlossen ist und es ein paar weitere Jahre dauern dürfte, bis dort geeignete Gebäude für die Frankfurt School zur Verfügung stünden, dürfte das viel zu lange dauern, wenn die FS zeitnah umziehen will, weil sie schon heute aus allen Nähten platzt.


    Eine attraktivere Lage als das Degussa-Areal kann ich mir für eine Hochschule kaum vorstellen, das macht sogar dem Campus Westend Konkurrenz!

  • Nordend: Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG soll die noch freien Flächen im Nordend mit "bezahlbarem Wohnraum" bebauen. Darauf verständigte sich der Ortsbeirat 3 - potenzielle Wohnungsstandorte stehen bereits auf der Agenda. Geprüft wird das Areal zwischen Adickesallee, Bertramstraße und Feldgerichtstraße, das sogenannte "Südmilch-Gelände" am Carré zwischen Merianstraße, Elkenbachstraße und Bornheimer Landstraße sowie das Grundstück Friedberger Landstraße 10 – 16 (Nähe Bethmannpark).


    Laut Michael Hohmann vom hessischen Finanzministerium wird derzeit geprüft, ob die Oberfinanzdirektion unter Denkmalschutz gestellt wird. Das ist dieser hässliche Klotz an der Adickesallee... Hallo, gehts noch?? Ob sich eine Sanierung lohnt ist ungewiss, weil das Gebäude teilweise mit Naphthalin belastet sei. Der gesundheitsschädliche Stoff führt auf der Haut zu Reizungen und zur Dermatitis. Außerdem kann er die roten Blutzellen schädigen und beim Einatmen Schleimhautreizungen verursachen. Er soll sich im Kleber der Fußböden befinden.


    Quelle: FNP.

    12 Mal editiert, zuletzt von Project () aus folgendem Grund: Orthographie.

  • ^^
    Frei nach Herbert Grönemeyers "Bochum" (Du bist keine Schönheit...) ist mir dennoch eine mögliche Unterschutzstellung der Oberfinanzdirektion nachvollziehbar, da hier wohl viel Bausubstanz im Originalzustand vorhanden ist. Der Bau spiegelt typisch wider, was den modernen Wiederaufbau der späten 50er kennzeichnet und ist von daher aus historischer Sicht durchaus schützenswert. Aber auch schwerer, den Leuten zu verkaufen, als eine Barockkirche - ganz klar ;)


    Das Verkehrmuseum aus #903 sieht von innen sehr nett aus, die Fassadenelemente erinnern mich jedoch stark an die späten 60er mit starker Versiffungsgefahr. Kein Wunder, dass das Mädel in das Rendering eingebaut wurde, zur Ablenkung :)

  • Baukunst ist zuzustimmen. Zusammen mit dem vorgelagerten Pavillon erscheint die Oberfinanzdirektion jedenfalls erhaltenswert. Das Gebäude wurde nach Plänen des Architekten Hans Köhler errichtet und 1955 eröffnet.



    Bild: Karsten11 (mit Lizenz cc-by-sa 3.0 @Wikipedia)


    Fraglich ist allerdings, ob ein Erhalt überhaupt möglich ist. Denn außer mit dem Fußbodenkleber Naphthalin ist der Bau mit einem giftigen Teerkleber belastet. Das berichtet heute die FAZ. Mit dem Klebstoff wurden die Steinzeugfliesen der Fassade (Detailfoto) befestigt. Dieser wurde nicht bereits beim Bau, sondern erst bei einer Sanierung in den 1970er-Jahren verwendet. Die Giftstoffe sollen tief in das Mauerwerk eingedrungen sein, so dass ein Abriss möglicherweise unabwendbar ist. Darüber hinaus ist das Gebäude schlecht nutzbar, weil die Büroräume nur etwa zehn Quadratmeter und die Fenster nur 1,50 mal 1,50 Meter groß sind (Quelle).


    Dem FAZ-Artikel zufolge soll die Frankfurt School of Finance & Management an diesem Standort interessiert sein. Die private Hochschule sucht bekanntlich nach einem neuen Sitz, weil die aktuellen Gebäude an der Sonnemannstraße zu klein geworden sind und Erweitungsmöglichkeiten dort nicht bestehen. Stadt und Land (als Grundstückseigentümer) führten "sehr intensive Gespräche“ mit der Frankfurt School über einen Umzug an die Adickesallee. Wie die FNP heute schreibt, will die Hochschule den Bestand zumindest teilweise abreißen und einen neuen Campus errichten lassen.


    Keine Verkaufsinteressen soll derzeit der Bund bezüglich seiner Liegenschaft Adickesallee 40 (Street View) haben. Die frühere Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) steht seit 2005 leer. Laut FAZ prüft die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben derzeit, ob der Gebäudekomplex "wirtschaftlich für Bundeszwecke" hergerichtet werden könne.

  • ^^
    Was mich immer wieder traurig macht, ist der enorme Pfusch in den 70ern. So manches 50er Schmuckstück wurde in den 70ern bösest verschandelt und etwa mit Ekel-Aluplatten behängt. Ein echter Rückschritt!
    Als Folge reißt man vermeintliche 70er ab und kaum einer merkt, dass es sich um einen coolen 50er gehandelt hat.

  • Ich muss sagen, das Gebäude ist architektonisch schon ein echtes Highlight seiner Zeit. Äußerst modern in der Formensprache, ich hätte auf ein Baujahr um 1960 getippt.


    Aber: leider auch ein Designerstück. Ich kenne jemanden, der lange darin gearbeitet hat, und es muss grauenhaft sein. Raumgrößen und -höhen erinnern demnach eher an ein Gefängnis, und das Raumklima ist nur im Frühling und Herbst halbwegs erträglich, im Sommer respektive Winter verkocht man entweder oder ist am Bibbern. Und das Napthalinproblem sorgt wohl auch für ein ziemliches Gemuffe.


    Im Spagat zwischen Denkmalschutz und Erhalt durch Umnutzung wäre wohl eine weitgehende Entkernung unter Erhalt der Fassade am sinnvollsten.

  • Frankfurt School of Finance (Adickesallee)

    Das Schicksal der Oberfinanzdirektion scheint jetzt besiegelt. Die FAZ berichtet heute, Noch-OB-Roth kündigte einen Magistratsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan an. Wie sich letztes Jahr bereits abzeichnete, wird die Frankfurt School of Finance & Management von der Sonnemannstraße an die Adickesallee 32 (Karte) ziehen. Die Stadt Frankfurt wolle dem Land Hessen sogar das gesamte Areal an der Adickesallee zwischen Eckenheimer Landstraße und Bertramstraße abkaufen. Dazu zählt auch das ehemalige Sozialgericht (Adickes-Nummern bis 40). Der zukünftige Bebauungsplan sehe auch Wohnungen vor.


    Die ehemalige Finanzdirektion - und damit ein echtes Highlight der Architektur der 1950er-Jahre - wird demnach weichen. Persönlich bewerte ich das als einen großen Verlust - auch wenn bekannt ist, dass das Gebäude stark mit Giften belastet ist und daher ein Abbruch wohl unvermeidlich sein wird. Zur Erinnerung hier zwei Fotos im Kitsch-Postkartenstil von letzten Oktober:



    Der leichtfüßige Vorbau:



    Bilder: epizentrum


    An die Sonnemannstraße 9-11 solle eine Erweiterung des Bildungszentrums Ostend sowie eine neue Grundschule und eine Kindertagesstätte einziehen.

  • Zur Frankfurt School of Finance: Ich bin überrascht, dass es nun doch so schnell ging. Es scheint als ob Frau Roth zum Ende ihrer Ägide noch ein paar besonders prestigeträchtige Projekte zum Abschluss bringen wollte und nun die entscheidenden Hebel in Bewegung gesetzt wurden. Beim Romantik Museum konnte sie ja schon einen Spät-Erfolg verbuchen und auch bei "Dauerthemen" wie Kulturcampus Bockenheim oder der Alten Brücke noch ein paar letzte Vorstöße wagen.


    Ich bin sehr gespannt wie ein eigener Campus der Frankfurt School sich gestalten wird. Ohne Frage ist das jetzige Gebäude etwas in die Jahre gekommen und wird nicht mehr modernsten Anforderungen gerecht. Die direkte Konkurrenz, das House of Finance der Goethe Uni, hat mit seinem Kleihues+Kleihues Bau und dem Westend-Campus eine Infrastruktur auf höchstem internationalen Niveau und ist in neue Sphären vorgestossen. Daher bin ich zuversichtlich, dass die Frankfurt School in vielen Belangen "nachziehen" möchte. Mit den benachbarten Sportstätten von 1880 und der Betramswiese wird die School sicherlich sehr schöne benachbarte Areale mit nutzen können. Auch die Deutsche Nationalbibliothek und die neue zentrale Uni-Bibliothek wären quasi in Gehdistanz. Somit hätte die Stadt entlang der Adickesallee bzw. Nibelungenallee einen richtigen Bildungskorridor anzubieten (Goethe Uni- Zentral Bib - Frankfurt School - National Bib - FH Frankfurt).


    Für die Adickesallee wird es hoffentlich ein entscheidender "Schub", denn viele der benachbarten Amtsbauten sind in einem erbärmlichen Zustand. Für die Sonnemannstrasse ist es sicherlich auch keine schlechte Nachricht, da es das Nahangebot an Bildungseinrichtungen nicht nur beibehält, sondern Linderung bei der chronischen Kita-Knappheit und Grundschulen für die Main-Anwohner verschafft.

  • Ich habe gelesen, dass die Finance School aus der Sonnemannstraße auf dem Gelände der ehemaligen Oberfinanzdirektion in der Adickesallee einen Neubau errichten will. Dafür soll der wirklich gelungene 50er Jahre-Bau abgerissen werden. Der symbolisiert gelungene 50er Architektur doch deutlich mehr als dieser potthäßliche Bundesrechnungshof mitten in der Innenstadt. Steht die OFD denn nicht unter Denkmalschutz? Ich habe diese Bemerkung einmal hier hineingeschrieben, wußte nicht wo sonst.


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    Mod: Verschoben.

  • Der von epizentrum erwähnte Bebauungsplan hat bereits eine Ordnungsnummer, und der Geltungsbereich sieht so aus (für PDF aufs Bild klicken):



    Grafik: Stadt Frankfurt am Main (amtliches Werk)


    Die "Beschlussvorlage zur Aufstellung des Bebauungsplans" soll sich "im Geschäftsgang" befinden. Zu den allgemeinen Zielen und Zwecken der Planung heißt es:


    [INDENT]"Mit dem Bebauungsplan sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, auf dem Grundstück der ehemaligen Oberfinanzdirektion einen Standort für eine Hochschule mit den zugehörigen Einrichtungen zu entwickeln. Für die westlich anschließenden Grundstücke sind die planerischen Voraussetzungen für ein gemischt genutztes Stadtquartier mit einem hohen Anteil von Wohnnutzungen zu schaffen. Das Grundstück Adickesallee / Eckenheimer Landstraße ist als Reservefläche für die Deutsche Nationalbibliothek zu sichern."[/INDENT]


    Es wird also auch in den Bebauungsplan aufgenommen, dass das Areal der noch recht neuen Total-Tankstelle an der Ecke zur Eckenheimer späteren Erweiterungen der Nationalbibliothek dienen soll. Und die Wohnungen sind demzufolge im Westen des Plangebiets vorgesehen, dort wo heute noch der Baukomplex der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie die alten Gebäude des Arbeitsgerichts und des Sozialgerichts stehen. Die Bundesbehörde musste 2005 im Rahmen des Berlin/Bonn-Gesetzes nach Bonn ziehen, die Gerichte befinden sich nun an der Gutleutstraße. Wie auch die frühere Oberfinanzdirektion stehen diese Bauten leer.

  • Auch ich empfinde den Abgang eigentlich als unerträglich. Es handelt sich um eines der Hauptwerke, wenn nicht das Hauptwerk der Nachkriegsarchitektur des öffentlichen Bauens in Frankfurt am Main. Zudem ist er, von der Schadstoffbelastung einmal abgesehen, perfekt erhalten. Deswegen verdient er auch unbedingt den Denkmalschutzstatus.


    Ich frage mich, was dieser noch wert sein soll, wenn er selbst an so einer Stelle, die städtebaulich kaum jemanden weh tut – im Gegensatz etwa zum ehemaligen Bundesrechnungshof, der sowohl aus städtebaulicher Sicht als auch aus der Perspektive der nur noch gering überlieferten Originalbausubstanz kaum mehr diesen Status verdient – auf so einfache Weise negiert werden kann.