Adickesallee: Campus Frankfurt School und Wohnquartier

  • Jetzt ist es offiziell: Hochschule will bis 2016 umziehen. Die Grundstücke Adickesallee, 32, 34, 36 wurden nun dem Land abgekauft!
    (vorläufiger KP € 6,3 Mio). Das Land wird die Kosten für den Abriss der alten Gebäude in Höhe von vorauss. 3,7 Mio € übernehmen.
    Für den Neubau auf dem 30.000 qm grossen Gelände hat die Schule einen internationalen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Kosten des Neubaus sind noch offen.
    http://www.faz.net/aktuell/rhe…hen-11976806.html#Drucken

  • Bemerkenswert finde ich, dass - bis auf den Abriss und vielleicht ein Entgegenkommen beim Grundstückspreis - die Schule das Vorhaben selbst finanzieren will.


    Dazu übernimmt sie von der Commerzbank die Objektgesellschaft, der ihr jetziges Gebäude gehört, kauft das neue Grundstück und baut ihre Neubauten selbst. Insgesamt dürfte ein hoher zweistelliger Millionenbetrag zu stemmen sein. Allein das Grundstück kostet gut 6 Mio. Euro.


    Die Hochschule verfüge über "nennenswerte Eigenmittel" (Zitat des Präsidenten Udo Steffens) und nehme "wie ein Familienvater, der ein Haus baut", ein Darlehen für das Vorhaben auf. Lt. FAZ-Bericht setzte die Schule (bzw. ihre Träger-GmbH) alleine im letzten Jahr 68,8 Euro um, davor 40 Mio. Euro.

  • Unter anderem über Einzelheiten zum Kaufpreis informieren die inhaltsgleichen Pressemitteilungen des Hessischen Ministeriums der Finanzen und der Frankfurt School:


    [INDENT]Die Frankfurt School of Finance & Management hat das Gelände um die ehemalige Oberfinanzdirektion (OFD) und die angrenzenden Gerichtsgebäude an der Frankfurter Adickesallee 32 bis 36 vom Land Hessen erworben. Damit steht der Frankfurt School eine gut 30.000 m² große Grundstücksfläche zur Verfügung, auf der sie einen neuen Campus errichten wird.


    Auf dem Grundstück Adickesallee 32-34 befindet sich das ehemalige Dienstgebäude der Oberfinanzdirektion Frankfurt. Auf dem unmittelbar benachbarten Grundstück Adickesallee 36 befanden sich vormals Gebäude des Sozial- und Landesarbeitsgerichts sowie des Amtes für Versorgung und Soziales.


    Das ehemalige OFD-Hauptgebäude und der Präsidialbau stehen unter Denkmalschutz. Das Hauptgebäude ist allerdings bis in die konstruktiven Bauwerksbestandteile hinein mit Naphtalin kontaminiert, weswegen die OFD ihren bisherigen Standort verlassen musste. Unter Einbeziehung umfangreicher Gutachten hat das Landesamt für Denkmalpflege schließlich auf Grund des Ausmaßes der Verunreinigung der Gebäudesubstanz eine zustimmende Haltung zu einem Abriss des Hauptgebäudes in Aussicht gestellt, während der unbelastete Präsidialvorbau auf jeden Fall erhalten werden soll.


    „Die Adickesallee und der Alleenring bilden eine prominente Ost-West-Achse in Frankfurt. Das Polizeipräsidium, die Nationalbibliothek, Krankenhäuser und die Fachhochschule prägen sie. Wir freuen uns, dass die Frankfurt School hier ihren neuen Campus bauen wird. Die Business School bereichert die Wissenschaftslandschaft in Hessen“, erläutert Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. „Wir wünschen ihr für ihr Bauvorhaben und die Zukunft alles Gute und viel Erfolg!“


    „Im Zentrum Frankfurts gibt es nur wenig freie Flächen“, bilanziert Frankfurt-School-Präsident Professor Dr. Udo Steffens die Grundstückssuche. „So freuen wir uns sehr, dass das Land Hessen uns das Gelände an der nördlichen Adickesallee verkauft hat: Lage und Anbindung sind ideal. Auch die Nachbarn und das Nordend passen hervorragend zu einer Business School. Schließlich können wir an der Adickesallee unsere Wachstumsziele realisieren. Wir freuen uns sehr auf das Neubauprojekt und danken der hessischen Landesregierung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit!“


    Der Verkauf an die Frankfurt School erfolgte auf Basis des von einem unabhängigen privaten Sachverständigen gutachterlich ermittelten Verkehrswerts von insgesamt 10.007.000 Euro, der – mit Ausnahme des ehemaligen Präsidialvorbaus der OFD – einen kompletten Gebäudeabriss auf den beiden Liegenschaften unterstellt (aber keine Abriss- und Entsorgungskosten berücksichtigt). Bei der konkreten Kaufpreisbemessung im Kaufvertrag wurden vom Land Hessen zu übernehmende Abriss- und Entsorgungskosten von voraussichtlich 3.700.000 Euro brutto berücksichtigt, so dass im Vertrag ein (vorläufiger) Kaufpreis von 6.307.000 Euro vereinbart wurde. Nachträgliche Kaufpreisanpassungen sind vertraglich vorgesehen, wenn die tatsächlich entstehenden Abriss- und Entsorgungskosten von diesem Ansatz abweichen oder sich auf Grund der Festsetzungen im endgültigen Bebauungsplan eine von den Annahmen im Wertgutachten abweichende Grundstücksausnutzung ergibt.


    Die Stadt Frankfurt unterstützt die Verlagerung der Frankfurt School an die Adickesallee und hat im Frühjahr 2012 den Aufstellungsbeschluss eines entsprechenden Bebauungsplans gefasst. Neben einem „Sondergebiet Hochschule“ sind ein Misch- und Kerngebiet für Wohnen und hochschulaffine Nutzungen vorgesehen, d.h. auch zusätzliche Nutzungen wie Gastronomie, Studentenwohnheim oder kleinere Läden für den täglichen Bedarf. Auch diese Aspekte haben Eingang in die Preisbegutachtung gefunden.


    Für den Campusneubau hat die Frankfurt School einen internationalen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2013 vorgestellt. Ziel ist, den neuen Campus im Jahr 2016 zu beziehen.[/INDENT]

  • Eine interessante Wendung gibt es hier. Der private Bauherr, die Bankakademie, hat den oben genannten, internationalen Architektenwettbewerb ausgelobt, allerdings einen geschlossenen ohne regionale Beteiligung. Sogar ohne deutsche Achitekten. Sie setze bewusst auf einen "Überraschungseffekt" und wolle "einen Architekten gewinnen, der noch nicht in Frankfurt gebaut hat, und [wir wollen] die Stadt bereichern", wird Angelika Werner, eine Sprecherin der Bankakademie, in dem FAZ-Artikel zitiert, aus dem ich die Informationen hier habe. Den Artikel gibt es (noch) nicht online.


    Eingeladen hat die Bankakademie lediglich fünf Architekten. Die Namen haben es aber in sich. Es handelt sich um bekannte internationale Vertreter der zeitgenössischen Architektur und ausschließlich um Träger von Pritzker- und Stirling-Preisen:



    Trotz der beflügelten Ziele gelten die bekannten städtebaulichen Vorgaben: Erhalt des aufgeständerten Kantinenpavillons und der Freifläche, Orientierung in Flucht, Länge und Höhe am abzureißenden Hauptgebäude. Und in der Wettbewerbsjury sind mit Stefan Timpe, Dieter von Lüpke und Till Schneider (von Schneider + Schumacher) die städtische Denkmalpflege, das Stadtplanungsamt und ein Frankfurter Architekt vertreten und können entsprechend Einfluss nehmen.


    Bereits Anfang März wolle man die Wettbewerbsergebnisse präsentieren. Wenn alles rund läuft, könne man eventuell bereits in diesem Jahr mit dem Bau beginnen. Chapeau!

    3 Mal editiert, zuletzt von epizentrum () aus folgendem Grund: Reihenfolge

  • [...] Auch wenn die Vorgaben zur Kubatur schon in etwa erahnen lassen, dass es auf einen Quader mit gestalteter (gefalteter, gestreifter, gelochter, unruhiger) Fassade hinauslaufen wird, [...]


    Soweit ich das verstehe, beinhaltet der Wettbewerb den Entwurf des gesamten Campus', also auch der westlich angrenzenden Flächen, auf denen die alten Gerichtsgebäude stehen. Siehe Lageplan.


    Da dürfte also mehr Architektur drin sein, als nur eine originelle Fassade mit Hauptgebäude. Dominique Perrault hat es mit seiner französischen Nationalbibliothek bereits einmal geschafft, einen großen Raum genial zu fassen. Ich hoffe, die Architekten sind inspiriert.

  • Wettbewerb entschieden - zwei erste Plätze

    Die Büros Henning Larsen Architects, Kopenhagen, und Dominique Perrault, Paris, belegen gemeinsam den ersten Rang des in dieser Woche entschiedenen Wettbewerbs. Auszug aus einer Mitteilung der Frankfurt School:


    [INDENT]Am Sonntag, 3. März, tagte die Jury. Nach der Präsentation der Beiträge durch die teilnehmenden Architekten und einer intensiven Diskussion hat die Jury im Konsens die Büros DPA, Dominique Perrault, Paris, und Henning Larsen Architects, Kopenhagen, auf den ersten Rang platziert. Beide Büros werden aufgefordert ihre Entwürfe in den nächsten sechs Wochen weiter zu präzisieren. Danach wird die FS den Entwurf für die Realisierung auswählen. Die Entwürfe wurden in folgender Rangfolge bewertet:


    Rang 1: DPA, Dominique Perrault, Paris
    Rang 1: Henning Larsen Architects, Kopenhagen
    Rang 3: OMA HQ, Rem Koolhaas, Rotterdam
    Rang 4: OAB, Carlos & Borja Ferrater, Barcelona
    Rang 5: Zaha Hadid Architects, London


    Die Modelle aller fünf Beiträge sind in der Frankfurt School ausgestellt.[/INDENT]


    Ein erster Rang, Henning Larsen Architects, Kopenhagen (Modellfoto):



    Bild: Henning Larsen Architects


    Weiterer erster Rang, DPA Dominique Perrault (Modellfoto):



    Bild: DPA Dominique Perrault


    Dritter Rang, OMA HQ, Rem Koolhaas, Rotterdam (Modellfoto):



    Bild: OMA HQ, Rem Koolhaas


    Vierter Rang, OAB, Carlos & Borja Ferrater, Barcelona (Modellfoto):



    Bild: OAB, Carlos & Borja Ferrater


    Fünfter Rang, Zaha Hadid Architects, London (Modellfoto):



    Bild: Zaha Hadid Architects

  • Also wird es eine Verlängerung des modifizierten Hauptgebäudes nach Westen hin geben. Mit so einem gewaltigen Riegel wie dem von Perrault, kann ich wenig anfangen, auch wenn er mit Schaukuben durchbrochen ist.


    Die Idee einer "Zeil des Wissens", einer "Ramblas" bzw. einer " Einkaufsstraße der Bildungsmöglichkeiten" (wie die FAZ heute titelt) von Larsen finde ich ansprechend. Auch die Vor- und Rücksetzung der Gebäudeteile lockert auf. Was man auf dem Rendering oben nicht sieht, ist eine schön geschwungene Treppe zu einer "Plaza" vor dem Gebäude. Auf Hadids organische Formen hatte ich meine persönlichen Hoffnungen gesetzt. Platz 5 wird seine Gründe haben, hoffentlich keine (architekturbezogenen) ideologischen.

  • Hadid hat zwei Hochhausscheiben hintereinander gesetzt, die Kubatur der Oberfinanzdirektion also gedoppelt. Dass es besonders im Atrium zwischen den Bauteilen dann ziemlich finster wird liegt auf der Hand - und dürfte die Platzierung erklären. Witzig die Bemerkung des Stadtplanungsamt-Leiters von Lüpke (laut FAZ-Druckausgabe), Hadids Vorschlag für die Fassade erinnere an eine Neuinterpretation der Horten-Kacheln (i).


    Mitte April soll der zu realisierende Entwurf feststehen, wie erwähnt dauert die Überarbeitungphase nur sechs Wochen. Beim Entwurf der Dänen soll es bei der Überarbeitung des Entwurfs auf eine "klarere Kante" hinauslaufen, also weniger Vor- und Rücksprünge und mehr Orientierung an der Oberfinanzdirektion. Beim Perrault-Entwurf, der Riegel ist übrigens 170 Meter lang, wird eine Verbesserung der Erschließung erwartet.


    Die FAZ schreibt auch, dass der Abbruch der Oberfinanzdirektion bereits Ende 2013 beginnen soll. Weiterhin ist die Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2016 geplant.

  • Wieder mal unglaublich lahme und austauschbare Kistenstapelei für einen Wettbewerb diesen Rangs. Siegervisualisierung nur bei Nacht? Zaha Hadid hat wie so oft als einzige etwas mit Wiedererkennungswert geschaffen. So wird halt die Muffigkeit dieser Ecke konserviert. Aber gut, das wollte man offenbar auch mit der Vorgabe, mehr oder weniger den Riegel der jetzigen OFD neu zu interpretieren, warum auch immer.

  • Grausam ... allesamt!


    Zu Platz 4/OAB, Carlos & Borja Ferrater, Barcelona: Der linke Anbau gleicht einem Gewächshaus einer Gärtnerei.


    Das einzig brauchbare ist der linke geschwungene Anbau in Zaha Hadids Entwurf.


    Ich denke, dass der Grund für dieses unterdurchschnittliche Ergebnis im Budget begründet ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass für diesen Wettbewerb die genannten Namen auch wirklich sich ernsthaft damit beschäftigt haben ... ich denke, dass eher andere Mitarbeiter der jeweiligen Büros mit einer klaren & v.a. knappen Zeit- & Kostenvorgabe hier am Werke waren.


    Von klangvollen Namen sollte man sich bei Wettbewerben in Zukunft nicht mehr blenden lassen.

  • Die fünf Entwürfe machen jeweils in der Computergrafik und im Modellfoto einen recht unterschiedlichen Eindruck. Z. B. gefällt mir der Rang 5 auf der Visualisierung gut, nicht aber im Modell.


    Der schlechteste Entwurf ist für mich der von Henning Larsen Architects, Kopenhagen (Rang 1). Der unharmonische Zusammenbau von einfallslosen Klötzen lässt sich auch durch die anscheinend immer noch bei Architekten beliebten versetzten Fenster nicht vertuschen. Dieses Stilmittel ist jetzt langsam abgenutzt.


    Der andere 1. Rang (DPA Dominique Perrault) hat für mich einen gewissen Originalitätswert. Die blauen Lichthöfe mit unterschiedlichen geometrischen Formen sind gewiss ein Blickfang und lockern die lange Wand auf. Leider sieht die rechte Hälfte des Gebäudes zu trist aus.


    Auch Rang 3 kann ich etwas abgewinnen, die runden Ecken und das „zufällig“ aufgestapelte Ensemble wirken leicht kindlich verspielt und haben etwas Organisches (am Modellfoto besser zu sehen). Das wäre auf jeden Fall ein Komplex mit Wiedererkennungswert.

  • Adickesallee 40 - frühere Gebäude der BLE

    Auf die überarbeiteten Entwürfe und die Entscheidung, welches Büro den neuen Campus der Frankfurt School planen soll, wird weiter gewartet. Unterdessen tut sich weiter westlich etwas. Der Komplex von 1952 errichteten Verwaltungsgebäuden auf dem Areal Adickesallee 40 an der Ecke zur Bertramstraße soll verkauft werden. Seit dem Auszug der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Ende 2006 (die Bundesbehörde wurde auf Grundlage des Berlin/Bonn-Gesetzes von 1994 nach Bonn verlagert) stehen die Gebäude mit bis zu acht Geschossen und einer Gesamtfläche von 15.577 m² leer. Noch Ende der Neunziger wurde die Fassade des bis zu 30 Meter hohen Gebäudekomplexes saniert, nicht gerade eine weitsichtige Maßnahme, dabei wurde auch die gegenwärtige blassblaue Metallverkleidung angebracht. Ein Foto aus der Bauzeit gibt es hier.


    Nach mehr als sechs Jahren Leerstand hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, eine Behörde zur Verwaltung und Verwertung von bundeseigenen Liegenschaften mit rund 6.000 Bediensteten und einem Standort auch an der Frankfurter Hansaallee, den Verkauf des Areals eingeleitet. Ein informatives Exposé im PDF-Format mit weiteren Details kann hier heruntergeladen werden. Weil das Areal Adickesallee 40 im Bereich des sich weiterhin im Aufstellungsverfahren befindenden Bebauungsplans Nr. 891 liegt und eine voraussichtlich auf die Frankfurt School ausgerichtete Neuentwicklung bevorsteht, dürfte die Neuentwicklung in diesem Thread richtig untergebracht sein.


    Der weiter oben vorgestellte Bebauungsplan sieht für das Areal einen Wohnanteil von 60 Prozent vor. Da auch die Lage gut ist und sich durch die Hochschule günstige Perspektiven eröffnen sollte es reges Kaufinteresse geben. Kaufpreisangebote können bis zum 28. Juni 2013 abgegeben werden.


    Es folgen Luftaufnahmen, mehr gibt es im Exposé, eine Ansicht von Südwesten:



    Ansicht von Süden mit den ehemaligen Gebäuden des Sozial- und Landesarbeitsgerichts rechts im Bild; nördlich war früher der US-Soldatensender AFN, das angrenzende Gebäude (das mit Innenhof) wurde bis Herbst 2008 revitalisiert, seitdem hat dort die ARD-Werbung ihren Sitz:



    Bilder: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

  • Diese Art von Meldungen freut mich immer besonders. Struktureller Büroleerstand wird reduziert (15.000 m²), Wohnraum geschaffen und das Ganze auch noch beinahe innerhalb des Alleenrings. Würde mich nicht überraschen, wenn der Wohnanteil sogar höher als 60% am Ende liegen wird. :daumen:

  • Henning Larsen Architects erhalten Auftrag

    Im Gutachterverfahren ist die endgültige Entscheidung zugunsten des Büros Henning Larsen, Kopenhagen, gefallen. Das schreibt die FAZ heute in ihre Druckausgabe unter Berufung auf den Präsidenten der Frankfurt School.


    Die Planung wird derzeit mit dem Stadtplanungsamt abgestimmt. Der Abbruch der alten Oberfinanzdirektion soll Ende des Jahres beginnen, schon gut ein Jahr später soll der Neubau fertig sein. Die Kosten werden mit etwa 60 Millionen Euro beziffert.


    Eher überraschend sollen die westlich der Oberfinanzdirektion gelegenen früheren Gerichtsgebäude an der Adickesallee nicht abgerissen, sondern zu Studentenwohnheimen umgebaut werden. Bis Herbst 2014 sollen im früheren Arbeitsgericht und im ehemaligen Sozialgericht insgesamt 260 bis 270 Wohneinheiten entstehen.


    Der aktuell auf den Seiten der Hochschule gezeigte Entwurf (mit Änderungen ist wohl noch zu rechnen):





    Bilder: Henning Larsen Architects / Frankfurt School of Finance & Management

  • Gut zu sehen, dass an der orangeroten Fassade festgehalten wird. Das wird bei Nachmittagssonne richtig gut aussehen und schön schimmern. Der XXL-Eingangsbereich macht auch was her und dürfte besonders abends zum Hingucker werden. Nicht zuletzt die schwebenden Gärten (auch in Richtung Taunus und 1880 Rugbyclub) dürften richtig gute Lookouts werden. Die schiere Größe des Komplexes kann natürlich leicht erschlagend wirken, aber trotzdem kann man von einer Bereicherung für die Stadt sprechen, besonders da es sich um ein öffentlich zugängliches Gebäude handelt.


    Das Festhalten an den kantigen Gerichtsgebäuden, die ziemlich lieblos gestaltet sind, ist hingegen eine ziemliche Enttäuschung. Immerhin erhalten Studenten eine sehr komfortable Wohnlage mit Uni und Nationalbib vor der Nase. Wenn man es richtig macht, kann man hier einen richtigen Campus-Charakter kreiren. Bei der allgemeinen Wohnungsnot eine völlig richtige Entscheidung.

  • Bezüglich des neuen Hochschulgebäudes bestehen erhebliche Differenzen zwischen dem Stadtplanungsamt und der Frankfurt School. Das berichtet die FAZ heute in der Papierausgabe.


    Die Hochschule hat sich, wie oben erwähnt, inzwischen auf den Entwurf des dänischen Büros Henning Larsen festgelegt. Die Stadtplaner sind aber der Meinung, dass dieser Entwurf dem "städtebaulichen Denkmalschutz" nicht hinreichend Rechnung trägt (was Vorgabe im Wettbewerb war). Der Nachfolgebau hat sich an der Kubatur der nicht zu sanierenden und daher abzubrechenen Oberfinanzdirektion zu orientieren. Larsens Entwurf greift zwar die Farben der Oberfinanzdirektion in der Fassade auf, setzt sich aber zu sehr über die städtebaulichen Vorgaben hinweg, weswegen nach Auffassung der Stadtplanung die städtebauliche Erinnerung fehlt. Geplant ist eben keine Hochhausscheibe, sondern ein Gebäude mit zahlreichen Vor- und Rücksprüngen. Der zu erhaltende Pavillon ("Präsidialbau") geht nach Ansicht der Behörde bei dieser unruhigen Kulisse fast verloren.


    Die Abstimmungen zwischen Stadtplanung und Bauherrn kommen seit geraumer Zeit kaum voran. In zwei Wochen wird das nächste Mal verhandelt. Es ist Absicht beider Parteien, noch 2013 zu einer Einigung zu kommen. In jedem Fall will die Frankfurt School 2014 mit dem Bau beginnen, da der Einzug im ersten Quartal 2017 beabsichtigt ist. Die Investionssumme wird mit 95 Millionen Euro plus zehn Millionen für den Ankauf des Grundstücks angegeben.


    Edit: Der Artikel ist jetzt online.

  • Die ständigen Vorgaben und Bedenken des Denkmalschutzamtes sind nicht nachzuvollziehen. Soll denn jetzt jedes Gebäude in Ffm für alle Zeit erhalten bleiben? Muss jeder Neubau das Alte
    widerspiegeln?

  • Oben in #63 wurde von Differenzen zwischen dem Stadtplanungsamt und der Frankfurt School berichtet. In der papiernen FAZ ist heute von Zeichen einer Einigung die Rede (RMZ, Seite 40). Laut einer Sprecherin der Frankfurt School sei bezüglich der Architektur ein Kompromiss erzielt worden. Dieser freue die Hochschule sehr. Der ursprüngliche Zeitplan sei noch zu halten: Abriss im ersten Halbjahr 2014, Baubeginn im dritten Quartal 2014, Fertigstellung Ende 2016 und Bezug Anfang 2017.

  • Überarbeitung Entwurf / Rahmenkonzept

    Der Entwurf von Henning Larsen Architects wurde nochmals überarbeitet. Von den drei zur Adickesallee gerichteten zehngeschossigen Baukörpern soll der östlichste offenbar breiter werden als zuvor (oben #61). Der Sockel hat nach Süden, anders als bisher, jetzt eine einheitliche Höhe von drei Geschossen. Nicht klar ersichtlich ist, ob auf den bisher im Westen vorgesehenen Rücksprung des Sockels verzichtet werden soll. Wie weit der großflächig verglaste Bauteil (Auditorium) im Westen in Richtung Adickesallee vorspringen kann, hängt anscheinend vom Verzicht auf den Alleentunnel ab, siehe dazu die Pressemitteilung unten. Der überarbeitete Entwurf (Klick auf Bild öffnet PDF):



    Bild: Henning Larsen Architects


    Auch das Rahmenkonzept für den Campus an der Adickesallee nun fertig. Dazu diese heutige =21457371"]Pressemitteilung der Stadt:


    [INDENT]Es ist ein weiterer wichtiger Schritt, um den künftigen Standort der Frankfurt School of Finance & Management planungsrechtlich vorzubereiten: Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz hat am 6. Februar das Rahmenkonzept zum Bebauungsplan Nr. 891 „Nördlich Adickesallee – Bereich um die ehemalige Oberfinanzdirektion“ unterzeichnet und in den Geschäftsgang gegeben. „Die zentrale Lage, die hervorragende Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr und dem Individualverkehr, die Grundstücksgröße und der Zuschnitt bieten hier die Chance, einen neuen Hochschul-Campus zu etablieren und zugleich rund 200 zusätzliche Wohnungen zu schaffen“, sagt Cunitz.


    Hintergrund ist, dass die Frankfurt School das Gelände der ehemaligen Oberfinanzdirektion an der Adickesallee 32-34 als neuen Standort nutzen möchte und ihren bisherigen Sitz an der Sonnemannstraße 9-11 aufgibt. Daher wird für das Gebiet nördlich der Adickesallee zwischen Bertramstraße und Eckenheimer Landstraße ein Bebauungsplan aufgestellt.


    „Mit dem Bebauungsplan schaffen wir die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen innerstädtischen Hochschulstandort mit den zugehörigen Einrichtungen auf insgesamt rund 7,7 Hektar“, erläutert Bürgermeister Cunitz. „Die westlich der ehemaligen Oberfinanzdirektion gelegenen Grundstücke sollen als Misch- und Kerngebiet für Wohnungen und Nutzungen, die das Wohnen und die Hochschule sinnvoll ergänzen, entwickelt werden.“ Das neue Rahmenkonzept bildet die Grundlage für die weitere Erarbeitung des Bebauungsplanentwurfs. Nach entsprechendem Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung kann als nächster Verfahrensschritt die öffentliche Auslegung erfolgen.


    An der Bertramstraße soll der Wohnanteil ungefähr 60 Prozent betragen. Das direkt westlich an die geplante Hochschule angrenzende Grundstück ist für hochschulaffine Nutzungen geeignet. Der angestrebte Wohnanteil soll daher dort rund 30 Prozent betragen, um Gastronomie, Kindertagesstätte, Studentenwohnheim, kleinere Läden für den täglichen Bedarf und ein Hotel beispielsweise für Seminarteilnehmer der Hochschule aufnehmen zu können. Das Grundstück an der Ecke Adickesallee/Eckenheimer Landstraße wird als Reservefläche für die Deutsche Nationalbibliothek festgesetzt.


    Durch den vom Land Hessen angekündigten Verzicht auf den früher geplanten Tunnel der Alleenspange kann das beabsichtigte stadträumliche Konzept der Rhythmisierung der Adickesallee durch einen Wechsel von enger gefassten Straßenräumen und Platzaufweitungen vor dem Polizeipräsidium und vor der Frankfurt School noch prägnanter umgesetzt werden. Die von Süden kommende Steffenstraße soll als öffentliche Verkehrsfläche über die Adickesallee verlängert werden und der internen Erschließung des neuen Baugebietes dienen.[/INDENT]


    Plan (Klick auf Bild öffnet PDF), sieht nicht so aus, als würde an der früher geäußerten Absicht festgehalten, die alten Gerichtsgebäude zu erhalten und umzubauen:



    Grafik: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main

  • Am Wochenende sah es rund um die alte Finanzdirektion so aus, als würde der Abriss in Kürze losgehen. Schade drum:


    Man sieht es auf dem Bild nicht gar so gut, aber das wunderbare Treppenhaus geht damit leider auch verloren.


    Hier hat man wohl die Fassadenproben entnommen:



    Einiges an Altlasten muss wohl vorhanden sein. Das sieht nach ner Schleuse aus: