HGHI Leipziger Platz (ehem. Wertheim Areal) [realisiert]

  • HGHI Leipziger Platz (ehem. Wertheim Areal) [realisiert]

    Das Wertheim-Areal am Leipziger Platz ist gestern von der Orco an HGHI verkauft worden. Der Bebauungsplan ist letzte Woche im Abgeordnetenhaus - trotz der Einsprüche der Opposition - abgesegnet worden. HGHI möchte mit dem Baukonzern BSS zusammenarbeiten, das Projekt wird durch einige Banken finanziert. Entstehen soll - wie in den bisherigen Plänen - eine große Einkaufspassage. Mieter soll unter anderem Peek & Cloppenburg sein. Aber auch 200 Wohnungen, Büros und 760 Parkplätze kommen. Ein Baubeginn wurde nicht genannt, das bisherige Fassadengerüst am Platz wurde - soweit ich das per Webcam erkennen konnte - in den letzten Tagen jedoch bereits etwas zurückgebaut.


    Allerdings werden die Fassaden von unterschiedlichen Architekten kleinteilig beplant. Das heißt, dass die Außengestaltung von Kleihues in der heute bekannten Form nicht kommen wird.


    Alle Angaben - ich hoffe, richtig wiedergegeben - aus diesem Beitrag in der gestrigen Abendschau.


    http://www.rbb-online.de/abend…schau_20091218_platz.html


    Hier aktuelle Informationen auf der Investorenseite (nach dem 10.12.2009 abgeändert). Baustart demnach 2010, Fertigstellung Herbst 2012. Interessant auch die bereits weit fortgeschrittene Vermietung der Passageflächen. Es scheint, als beziehe P & C den großen, viergeschossigen Einzelhandelsstandort in der nordöstlichen Platzschräge.
    http://lep.hghi.de/start.html


    Grundrisspläne mit Vermietungsstand, die Ansichten in der Form offenbar nicht mehr ganz aktuell:
    http://lep.hghi.de/plaeneansichten.html


    Pressemitteilung der Senatsverwaltung vom 26.11.09:
    http://lep.hghi.de/fileadmin/f…auung_leipziger_platz.pdf


    Edit: Was mir gerade beim Studium der Grundrisspläne aufgefallen ist: Offenbar soll die Passage nicht nur überdacht, sondern auch an den Seiten durch Glas geschlossen werden. Zumindest lassen die eingezeichneten Türen dies vermuten. Das hieße, dass die Sichtachse zwischen Bundesrat und Ministergärten doch massiv eingeschränkt würde.


    Beiträge 1 - 13 wurden aus dem Leipziger-Platz-Thread hierher in einen eigenständigen Thread verschoben.
    Bato

  • Ich finde das geht nun wirklich zu weit.Berlin hat sowieso schon viel zu viele Enzelhandelsflächen.Außerdem gibt es doch die Arkaden nebenan.


    Ich finde es zwar gut das diese Lücke nun höchstwahrscheinlich geschlossen wird,aber unter diesen Umständen finde ich die Bebauung sehr kritisch.
    So viele Touristen können doch gar nicht in die Stadt kommen um diese gigantischen Flächen wirtschaftlich erfolgreich zu machen. :nono: :nono:
    Hoffentlich hat das Gebäude architektonisch etwas zu bieten.Die angeküngigte Kleinteiligkeit wird ja vielleicht wirklich gut umgesetzt.Dass das Konzept einer offenen Passage anscheinend verworfen wurde finde ich allerdings sehr schade.

  • nun ja, über allzu großen Leerstand oder Kundenschwund in den diversen Shopping Malls war aber auch noch nichts zu hören... also wird sich sowas wohl noch weitaus eher rechnen als schnöde Büroflächen. Die Menschen kommen nun mal vorzugsweise zum Sightseeing und Shoppen nach Berlin, weniger zum Arbeiten.

  • Die Entscheidung sich dort anzusiedeln, wird im Normalfall von erfahrenen Filialisten getroffen. Entsprechend sehen die aufgrund der ermittelten Werte wohl eher eine Unterversorgung. Sonst würden die keine langfristigen Mietverträge unterschreiben.
    Aufgrund der derzeitigen Marktlage scheint ohnehin nur eine Mischnutzung möglich.
    Alles andere wäre aber auch langweilig.
    Schön, dass endlich mal Leben in diese Ecke kommt.

  • Naja, sehe ich etwas kritischer.
    Das analoge Thema haben wir doch auch mit Hotels. Auf absehbare Zeit ist da ein totales Überangebot. Einerseits kann man nun in Berlin für 169€/Nacht im Ritz-Carlton pennen; ob das das unterm Schnitt profitabel ist und auf Dauer gesund ist, bezweifel ich. Man hofft auf die Zukunft und eine anziehende Nachfrage.


    Wann dieser turn-around eintritt und ob das die meisten (Hotels oder Retailer) bis dahin überleben, bleibt abzuwarten. Ich bin da eher skeptisch, auch aufgrund des wirtschaftlichen Gesamtsituation in Berlin.


    Vielleicht kann man bei einigen Retailer davon ausgehen, dass die Geschäfte primär eine flag store oder show room Funktion haben. Unter diesen Umständen spielen wirtschaftliche Aspekt und Profitabilität natürlich eine untergeordnet Rolle. Obwohl der Leipziger Platz natürlich nicht die Fifth Av ist ;)

  • Ich finde einfach,dass die Mischung nicht mehr gut ist.Klar ich weiß auch,dass es schwer ist in Berlin eine große Bürofläche zu füllen.Dagegen nur noch Hotels und Einzelhandelsflächen zu schaffen finde ich aber auch nicht besonders nachhaltig.
    Mir ist es wirklich ein Rätsel wie der Senat zu dieser Entscheidung kommen konnte.Aber vielleicht hat der Investor ja tatsächlich ein innovatives Konzept in der Tasche.Vielleicht! :nono:


    Bleibt zu hoffen,dass das Gebäude mal gut aussehen wird.Aber es würde mich auch nicht wundern,wenn dort in ein paar Jahren ein potthässlicher Investorenklotz steht.

  • War denn dort bisher kein Handel geplant? Ich dachte schon.


    So kommt jedenfalls endlich mal etwas Leben auf den Leipziger Platz. Die fertige Südseite ist irgendwie zu steril und sollte nicht im Norden wiederholt werden.


    Auch von der Fassade kann es doch kaum schlimmer kommen als die bisher geplante, zumindest auf der Leipziger-Platz-Seite.


    Die Mall-Diskussion habe ich in den "Shop till you drop!"-Thread verschoben.
    Bato

  • Auch von der Fassade kann es doch kaum schlimmer kommen als die bisher geplante


    Bisher geplant? Ich würde eher sagen: Zuletzt geplant. Warum man nicht auf die m.E. nahezu perfekten Kollhoff-Pläne zurückgreift, ist mir ein Rätsel.

  • Kleihues ist raus!

    DAS hört sich alles nicht sonderlich gut an. Kleihues wird definitiv nicht die Gestaltung des Wertheim-Areals übernehmen. Huth ist, wie Bato bereits sagte, mit dem Steglitzer Schloss und den Neuköllner Gropius-Passagen bisher nicht mit großer architektonischer Qualität aufgefallen. Ich befürchte, dass das ganze Gebäude von arquitectonica geplant wird, die bisher nur für die Gestaltung des Innern und der Rückseite zur Voßstraße verantwortlich waren.
    Die CDU schlägt gar vor, das alte Kaufhaus Wertheim wieder aufzubauen. Grundsätzlich reizvoll, aber angesichts der bisherigen Planungen - insbesondere der Bauhöhen am Platz - und des bereits verabschiedeten Bebauungsplans keine wahrlich stimmige Option.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…latz-Mitte;art270,2981468


    http://www.bild.de/BILD/region…z/wird-er-verramscht.html

  • Die neuen Pläne sind online: [...]


    Verantwortliche Architekten:

    • Dipl.-Ing. Architekt BDA Manferd Pechtold
    • Architekten Ingenieure PSP
    • nps tschoban voss GmbH & Co. KG
    • ARQUITECTONICA


    Insgesamt ist der große Schock Gott sei dank ausgeblieben. Die Entwürfe können sich vor allem im Gegensatz zu den vorigen sehen lassen.

  • Ja Bato, das ist auch nach meinem Geschmack brauchbare Architektur. Die Fassadenaufteilungen und die gestaffelten Höhen könnten eine ganz gute Wirkung ergeben. In Teilbereichen scheint heller Naturstein zum Einsatz zu kommen, was dem Leipziger Platz bestimmt eine gewisse Wertigkeit verleiht.

  • Komisch, ein Gebäudeentwurf scheint noch offen zu sein. Auf diesem Bild kann man sehen, dass der Gebäudeteil ganz rechts im Bild ohne Fassade daherkommt und nur die Kubatur angedeutet wird. Auf Seite der Vossstraße wird dagegen alles bis hin zum Vosspalais visualsiert. Bei der HGI kann man es wohl nicht abwarten die Entwürfe erst dann zu präsentieren wenn sie auch tatsächlich für alle Gebäudeteile vorhanden sind.

  • Leider hat man nichts aufgenommen, was auch nur im entferntesten an das alte Kaufhaus Wertheim von Messel erinnert. So ist gefällige, aber auch austauschbare postmoderne Konsumarchitektur entstanden.

  • Jetzt muss sogar schon die Postmoderne als Sündenbock herhalten. Dabei ist deren Idee ja gerade der Rückgriff auf altbekannte Konzepte ohne gleich historisierend zu sein und die Überwindung der totalitären Elemente der Moderne.

  • ^^
    Das wär natürlich ein Traum gewesen. Daran war aber auch nach Übernahme des Projektes durch die HGI kaum zu denken. Nach dem ganzen Hickhack der letzten Jahre bin ich nun aber froh, dass die Brache überhaupt verschwindet; zwar mit austauschbarer ?postmoderner? Konsumarchitektur aber eben immerhin gefällig.