MA/LU: Zukunft und Vergangenheit

  • Dann leg mal los =) ich weis da garnicht soviel . Nur, dass vor etlichen mal eine U-Bahn geplant war , diese wurde doch nie richtig angefangen . Die einzigste U-Bahn Haltestelle war wohl die Haltestelle Dahlbergstraße .

  • Zur U-Bahn hab ich im anderen Thread einiges geschrieben.


    Die realisierten U-Bahn-Haltestellen nach den Originalplänen sind übrigens alle in LU - Rathaus, HBf, Danziger Platz, Gartenstraße, Hemshofstraße, Heinrich-Pesch-Haus, HBf Ostausgang. Alle nach Plan fertig gestellten Tunnel sind ebenfalls in LU.
    Der Dalbergtunnel war in den U-Bahn-Plänen damals witzigerweise nur als Betriebstunnel vorgesehen (um von der B-Strecke in den Rest vom Netz zu kommen), und die Pläne wurden nachträglich während des Baus so abgeändert, daß eine U-Bahn-Station "eingebaut" wurde.


    Der Zusammenbruch der U-Bahn-Pläne hat übrigens einen einfachen Grund: Die Ölkrise 1972. Danach war plötzlich in der stark auf Automobil- und chemische Produktion ausgelegten Industriestruktur einfach kein Geld mehr da.


    Ursprünglich hatten Mannheim und Ludwigshafen übrigens einen gemeinsamen Straßenbahnbetrieb. Der wurde 1964 durch Ludwigshafen aufgelöst, Fahrzeuge etc auf die beiden neuen Betriebe verteilt. Die gemeinsamen U-Bahn-Pläne kamen unmittelbar nach dieser Aufspaltung, mit dem Bau wurde 1968 begonnen, 1972 dann abgebrochen.
    Die Straßenbahnbetriebe wurden erst mit dem Entstehen der RNV vor ein paar Jahren wieder zusammengeschlossen.

  • Interessante Idee, mal gespannt was für überlegungen rauskommen. Geht es eher um die gemeinschaftltliche Zukunft einer Stadt, oder die Koexistenz beider wie bisher.


    Beides hat vor und Nachteile.

  • Naja, eine gemeinschaftliche Zukunft (Fusion) wird es kaum geben. Dazu sind die Ländergrenzen heutzutage politisch zu stark verwurzelt - was ja auch schon beim letzten Versuch um 1970 rum das ganze Scheitern ließ - da wollte Walter Krause, Landesinnenminister aus Mannheim (einer der seltenen Mannheimer Politiker die auf Landesebene was wurden), gerne die komplette historische Kurpfalz in Baden-Württemberg eingegliedert sehen, inklusive Saarland. Leider wurde der 1972 dann ja mit abgewählt, und im Grunde seitdem herrscht die Spätzle-Connection.

  • Von diesen Plänen wusste ich nichts. Allerdings war das auch etwas viel was gefordert wurde.
    Ich gehe zwar auch davon aus das eine Fusion von Ma und Lu auch nicht möglich ist. - Und ich muss gestehen ich weiss nicht ob ich das beführworten würde.
    Zumindest nicht ohne eine einvernehmliche oder unterstützende Planung.

  • Städtezusammenschlüsse sind wohl äußerst unbelliebt immoment, siehe Erbach-Michelstadt.
    Es gibt ein Konzept für den Umgangmit Rhein und Neckar, zumindest architektonisch und städtebaulich ist das zumindest ja mal ein Ansatz, das bisherige Ende als gemeinsame Mitte zu greifen. Ich finde leider das PDF nicht mehr. Habe es auf dem Rechner und würde es hochstellen, falls erlaubt.


    Aber rein atmosphärisch ist am Rhein, sofern man nicht gerade den erhebenden Moment der nächtlichen Überfahrt erlebt, die Stadt jeweils zu Ende. Und auch die Randbebauung lässt nicht wirklich das Gefühl von Stadtraum aufkommen.

  • Städtebaulich bewegt man sich aber zur Zeit wieder aufeinander zu.


    Ludwigshafen hatte ja lange Zeit am Rheinufer der Innenstadt das Industrieviertel direkt südlich vom Berliner Platz, und alles nördlich davon war industrialisierter Hafen, bis rauf zur BASF. Jetzt wird der Hafen zur Promenade umgebaut (mit Freitreppen zum Rhein und so), ans Nordende wird ja das Einkaufszentrum geklatscht, und das ehemalige Industriegebiet wird komplett neu als Wohngebiet mit Blick aufs Mannheimer Stephanienufer (Rest Schloßgarten) bebaut.


    In Mannheim gibts da ein bischen entgegenstrebend ja die Entwicklung das nördliche Handelshafen-Gebiet um den Verbindungskanal etwas zu entwickeln - Popakademie in Richtung Neckar, "Zunftviertel Kaufmannsmühle" am Verbindungskanal. Und für die Rheingalerie (bzw. den Blick aus Ludwigshafen rüber) soll der noch aktive Teil des Hafens aufgehübscht werden.


    Man könnte jetzt spekulieren, wie man dieses Entgegenströmen noch forcieren könnte. Vielleicht etwas höhere Neubebauung unmittelbar am "Westkreuz" im Mühlauhafen? Ein paar Brachflächen gibts da ja. Oder Ersatz der in der heutigen Hafenstruktur weniger funktionalen Speicher am Stromhafen, also am Rhein durch eine Bebauung a la Frankfurt Westhafen?
    Das Containerterminal am Mühlauhafen könnte man ruhig dort lassen, wäre vielleicht eine interessante Funktionsmischung.


    Was ich finde was sich auf beiden Seiten sehr schön ergänzt ist übrigens die jeweilige Parklandschaft südlich der Innenstädte - also Parkinsel in Ludwigshafen und Stephanienufer bis zum Bellenkrappen in Mannheim.


    Städtezusammenschlüsse waren noch nie beliebt. Erst recht nicht in Rhein-Neckar, wo ja bei der Gemeindereform in den 70ern ein paar besonders umstrittene Fusionen stattfanden (etwa St. Ilgen mit Leimen oder die Fusion von Großsachsen und Leutershausen, die bis heute nicht zusammengewachsen sind).
    Die einzige freiwillige Initiative zu einem Zusammenschluß von Kommunen zu der Zeit war politisch dann ausgerechnet auf Landesebene nicht gewollt, und kam nicht zustande - der Zusammenschluß von Schwetzingen, Plankstadt, Oftersheim, Ketsch und Brühl nämlich, der mit heute 70.000 Einwohnern dann die fünft-größte Stadt der MRN stellen würde, noch vor Neustadt, Speyer, Landau, Weinheim. Das war dem Land schlicht zu groß, und man offerierte eine Teillösung mit heute 43.000 Einwohnern (also so groß wie Weinheim), die von den Kommunen nicht akzeptiert wurde.

  • Ich denke das man früher auch eher darauf geachtet hat das die beiden Städte sich etwas abgrenzen, und als jeweils eigenständige Stadt erkannt zu werden.


    Mannheim Verbindungskanal wird derzeit etwas gebaut, habe es aber nur von weitem gesehen. Wobei es sich dabei eher um einen Erweiterungsbau der Fa. Muskator handeln wird. Das eigentliche Projekt scheint eingeschlafen zu sein. Etwas weiter in Richtung Luzenberg gab (gibt) es ja auch noch das Projekt Wohnen am Wasser - Verbindungskanal. Ich hatte mal etwas gesehen von einem Architekturwettbewerb, das an die Hamburger Speicher angelehnt war. Sah garnicht mal schlecht aus. Danach sollte die GBG das Gebiet entwickeln und mittlerweile wächst das Gebiet großflächig mit Bäumen und Sträuchern zu.


    Ludwigshafen Rheingallerie, recht groß mal gespannt wie sich das nach der Eröffnung weiter entwickelt. Die Richtung Parkinsel gebauten/geplanten Stadtvillen *Da bin ich etwas unentschlossen. Einerseits eine Aufwertung, andererseits hätte man das Architektonisch besser machen können. Grundsätzlich ist es aber positiv zu sehen das sich die Stadt weiterentwickelt.


    Die beiden Städte konkurieren ja auch um Einwohner, da wäre eine Fusion natürlich Vorteilhaft und wenn man dann noch etwas Geld in die Hand (von wo ?) nimmt und die beiden Städte als eine zusammenwachsen zu lassen wäre das ein weitere Pluspunkt für beide Seiten.


    Mannheimer Hafen, da habe ich mal ich ebenfalls einmal etwas gelesen, mit Wohnbebauung, Studentenwohnheime etc. in den alten Hafengebäuden.

  • Ich persönlich bin da der Meinung, daß eine Fusion nur unter Einbeziehung auch des Umlands geschehen kann. Also parallel "nach innen" und "nach außen" wachsen, das mildert vielleicht auch die Problematik "nach innen" etwas.


    Geld ist weniger das Problem - da kann man über die Metropolregion die Firmen etwas finanzieren lassen, die in einer Fusion vielleicht einen Vorteil sehen. Im ZMRN ist das übliche Praxis. Für so ein Projekt könnten etwa Firmen, die im ZMRN Mitglied sind, und selbst sich in dem Bereich ansiedeln oder aus diesem Nutzen ziehen möchten, eine Projektgruppe bilden, die sich damit beschäftigt (und offiziell abgesegnet ist).


    Ein HafenCity-Projekt oder so, das die vorhandene Nutzung als Multifunktionshafen neu aufstellt, und dabei die anderweitige Nutzung frei werdender Flächen forciert - und dabei auch etwa Ludwigshafener Firmen mit einbezieht, und einen "Brückenschlag" nach Ludwigshafen vorsieht (hmm... Frage ist wie und wohin - auf Mannheimer Seite sagen wir mal das Gebiet zwischen den Brücken).


    Von Norden schiebt sich halt dieser riesige Keil aus BASF und Friesenheimer Insel beiderseits vom Rhein zwischen die Städte. Den kriegt man da auch nicht weg ;)


    Ansonsten... vielleicht könnte man mit etwas "Vernetzung" was anfangen. Verkehrswege also. Wie wärs mit ner Fußgängerbrücke von der Parkinsel zum Lindenhof - als Querachse zwischen den Großprojekten beider Städte, Rheinufer Süd und Mannheim 21? Auch die B38-Rheinquerung bei Altrip, die ja zur Zeit Ludwigshafen wieder möchte, könnte da irgendne Funktion in der Richtung erfüllen.

  • Was ich mir überlegt hatte, wäre eine neue Fußgängerebene (vllt. sogar als Park in einer Gebäudestruktur) über die Eisenbahnlinien, die auf Mannheimer Seite auch den Schlosspark mit dem Rhein verbinden würde. Dieses Bauwerk könnte auf Ludwigshafener Seite spektakulär großstädtisch in den Berliner Platz und den S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte übergehen.


    Noch besser wäre ja irgendwann ein irgendwie geartetes Mannheim/Ludwigshafen 21 bei dem das komplette Herz umgekrempelt werden könnte incl. Tieferlegung des Bahnhofs und der Bahnstrecken und Umleitung des Autoschnellverkehrs vom Schloss weg. Das Problem ist nämlich vor allem darin zu sehen, dass Manheim, innenstädtisch gar nicht am Rhein liegt. Wie toll wäre ein Freibereich hinter dem Schloss bis zum Rhein, gerade auch für die Universität. Wobei diese tokyowürdigen Schnellstraßen schon zu dieser Zwillingsstadt dazugehören wie zu Heidelberg die Alte Brücke. Hier könnte man versuchen die Stadt für das Auto- sowie das Fußgängererlebnis, und natürlich das S-Bahn und ICE-Erlebnis zu bauen.

  • Was ich mir überlegt hatte, wäre eine neue Fußgängerebene (vllt. sogar als Park in einer Gebäudestruktur) über die Eisenbahnlinien, die auf Mannheimer Seite auch den Schlosspark mit dem Rhein verbinden würde. Dieses Bauwerk könnte auf Ludwigshafener Seite spektakulär großstädtisch in den Berliner Platz und den S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte übergehen.


    Also äh... ein den Rhein überspannendes Gebäude, das in seinem Inneren zehn (!) der Verkehrsspuren der drei (!) benachbarten Brücken aufnehmen würde, um die restlichen vier oben drauf zu legen?
    (Vier Normalspurgleise, zwei Meterspurgleise, vier Fahrspuren, zwei Fahrradwege, zwei Fußgängerwege)


    Stell ich mir ziemlich... voluminös und "schlecht handhabbar" vor.


    Obwohl, mal als Vorstellung:


    Man nehme die Struktur vom Bahnhof LU-Mitte auf, und verlängere diese über die Brücke; dazu eine zweite parallele "Röhre", die die Hochstraße und Straßenbahn aufnimmt. In der Mitte bringt man zwischen beiden Röhren Fahrrad- und Fußgängerweg unter. Das ganze schiebt sich quasi verbindend über den ganzen Rhein und endet etwa 150-180 Meter vor dem Schloß. Die mittige Fußgängerebene endet im Westen etwa in der Unterführung vom S-Bahnhof, im Osten vor dem Schloß. Zu Ändern wäre die Zuführung der Straßen von Ring und Südtangente in das "Gebäude", die Kurve der Straßenbahn könnte dann auch deutlich "direkter" ausfallen.
    Auf der Nordseite von dieser Doppelröhre könnte sich auf Mannheimer Seite eine Gebäudestruktur ähnlich zum Berliner Platz entwickeln, die teilweise Straßen und WER einhaust, eventuell mit Teilnutzung durch die Uni. Die aktuelle Straßenbahnhaltestelle Konrad-Adenauer-Brücke (etwas anders gelegt) hätte dann sogar mal eine Erschließungsfunktion, statt vor sich hin zu gammeln.


    Könnte interessant sein. Wäre übrigens auch gar nicht so teuer wie das auf den ersten Blick klingt, ich würds mal um die 50 Millionen mit wirklich allem drum und dran schätzen.


    Wobei diese tokyowürdigen Schnellstraßen schon zu dieser Zwillingsstadt dazugehören wie zu Heidelberg die Alte Brücke.


    Tokio war übrigens tatsächlich konkret das Vorbild für das Hochstraßennetz.

  • So meinte ich es nicht ganz. Eher ein Park in einer Baustrutur auf die vorhanden Brückenkonstruktion auflegen, nicht die Brücken in das Gebäude. Das wäre wirklich Gigantomie. Zumindest für den Anfang.


    Eine wirkliche Vision wäre es, die Brücken langfristig vom Verkehr freizuräumen und darauf einen neuen öffentlichen Raum zu platzieren, der linksrheinisch in den Berliner Platz überght, rechtsrehinisch in den Schlosspark, fertig ist die neue Mitte.

  • Hmmm, alternativ zum "Freiräumen": Drei Röhren! :D


    Röhre 1: Bahn, in S-Bahnhof übergehend
    Röhre 2: Straße, in Hochstraße übergehend
    Röhre 3: Fußweg, in Berliner Platz übergehend


    Die dritte Röhre dabei "halb offen" gestaltet und begrünt.

  • Gab es nicht sowieso die Planungen das Hochstraßennetz etwas zu entwirren (auf Mannheimer Seite) damit der Schlosspark vergrößert wird. Dann das alte Eishockeystadion weg, oder durch einen anderen Neubau ersetzen (für die Universität.

  • Konkrete Planungen hab ich da noch nicht gesehen, aber das wurde mal irgendwann im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan erwähnt, nach dem Prinzip "ist langfristig anzupacken, zum Glück hält Beton nicht ewig".

  • Mal kurz drüber nachgedacht:


    Es sollte eigentlich kein größeres Problem sein, die vier Fahrstreifen auf der Brücke am Brückenkopf direkt unter die Erde zu führen. Dabei müßte endlich auch die Südtangente aus Richtung Ludwigshafen direkt angeschlossen werden (das läuft derzeit über die Straße vor dem Schloß parallel zur Straßenbahn). Die schwachsinnige Hochstraßeneinführung aus der Bismarckstraße muß weg, mit verbesserter Ampelschaltung läßt sich das auch alles über die Kreuzung schieben.


    Die Brücke weiter östlich zur Joseph-Keller-Straße (hat die nen Namen?) könnte damit dann auch zur Straßenbahnbrücke zurückgebaut werden. Die Südtangenten könnte ab dieser Brücke Richtung Westen komplett unter die Erde verschwinden. Die Rheinvorlandstraße von der Südtangente zum Hafen kann weg, die LKWs können auch z.B. über Schleusenweg fahren (machen eh viele, weil sie sich nicht auskennen).


    Die neun parallelen Gleise kriegt man von der Stelle nicht weg, die sind alle so nötig (2 Gleise LU-Mitte, 1 Gleis Abstell, 2 Gleise WER, 2 Gleis LU-Mitte, 1 Gleis Hafen).


    Beiderseits der Gleise läßt sich dann recht gut begrünen. Allerdings würde ich nicht durchgehend vom Schloß bis zum Rhein einen Park schaffen. M.M.: WER in dem Bereich westlich der Konrad-Adenauer-Brücke ein paar hundert Meter einhausen, und hier irgendeinen Bau für die Uni zum Rhein hin draufsetzen. Dafür dann eventuell das Eisstadion plattmachen und zumindest großteils das Gelände renaturiert in den Park integrieren.

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  • Nun ja, es wäre eben langfristig schön, am Rhein als Stadtraum eine Perlenkette von Bauten zu haben, die eines solchen auch würdig sind. Von daher: Ist es langfristig möglich, dass Schloss freizustellen (Immerhin das größte Barockschloss ind Deutschland)? Naja, muss mal hinfahren und mir das genauer anschauen.

  • Die Züge wirken ja winzig im Vergleich zum Schloss. Der Zugverkehr stört fast kaum auf der Ebene, man könnte das sicherlich noch besser inszenieren mit einer etwas stärkeren Verbindung unter den Gleisen durch. Es würde wahrscheinlich wirklich reichen die Autospuren nördlich des Schlosses im Tunnel zu führen, so dass man auf einer Seite den direkten Sicht- und Wegebezug zum Schloss hat. Und im Süden gibts dann zwei Stadträume diesseits und jenseits der Gleise, auf unterschiedlichen Ebenen, verbunden im Bereich des Brückenkopfes. Da könnte man echt was draus machen. Am besten gleich nen Tunnel unter der Innenstadt durchbauen bis hinter den Alten Messplatz. So könnte man auch den Bereich beim Neckartor etwas beruhigen.