Dom-Römer-Areal: die Planung

  • Nun ja, ob es dabei längerfristig bleibt bleibt hingegen abzuwarten. Teilweise klingt es schon etwas nach Planwirtschaft/Wunschkonzert bzw. einer Innenstadtlandschaft von vor 30 Jahren. Mit zwei Cafés und einem Restaurant finde ich übrigens die Gastronomie an dieser Stelle arg unterrepräsentiert, aber vielleicht kann man die Rösterei und Bäckerei ja noch mit hinzuzählen. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt ob sich dieses tatsächlich ausgewogene Konzept auch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen dann bewähren kann.

  • Nun ja, unterrepräsentiert nur, wenn man den Blick ausschließlich auf das Dom-Römer-Areal eingrenzt. Schon direkt drum herum gibt es mit einer Weinstube, den Cafés im Kunstverein, 'Einstein', 'Imori', 'Bitter & Zart', 'Naschmarkt', den Restaurants im Haus am Dom, 'Steinernes Haus' und 'Margarete' sowie zwei weiteren Gaststätten doch wahrlich schon genug. Und mit dem 'Frankfurter Salon' ist erst kürzlich ein weiteres Lokal in der Braubachstraße hinzugekommen. Das sollte zusammen mit den geplanten Cafés und Restaurants im Areal doch vielleicht erst mal reichen, oder?

  • Wie gesagt, in der Sitzung am Montag ging es um die Vermietung der städtischen Flächen. Bei der Gastronomie kommt ja noch die in den verkauften Häusern dazu, cardiac.


    Heute berichtet die FAZ nochmals zum Thema, ausführlicher, diesmal auch online und vor allem mit einem aussagekräftigen Lageplan.

  • Zu dem Thema kann ich sagen, dass die angebotenen Flächen für die Gastronomie ausgesprochen unattraktiv und schwer zu bewirtschaften sind. Die Restaurateure haben nicht Schlange gestanden. Daher wurden augenscheinlich auch zwei Restaurants an einen Pächter gegeben. Ich möchte niemanden zu Nahe treten, aber was hat der Ableger des Clubs Oye im Glauburger Hof zu suchen? Ich denke man hatte große Probleme die Gastronomie zu vergeben und redet die zum Teil skurilen Lösungen als bunten Mix schön.


    Die nicht zeitgemäßen Flächen ohne Keller sind halt der Nachteil einer Altstadt, den wir gerne in Kauf nehmen.


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    Hinweis Mod: Hier geht's weiter mit Einzelheiten zum künftigen gastronomischen Angebot.

  • Pächter für die Einzelhandelsflächen

    Nach einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt hat der Aufsichtsrat der DomRömer GmbH gestern beschlossen, welche Geschäfte es im neuen Viertel geben wird. Die Betreiber der verschiedenen Cafés und Restaurants wurden bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben (s. o.).



    Plan: DomRömer GmbH


    [INDENT]Gebäude | Branche[/INDENT]

    • Markt 2 | Modegeschäft
    • Braubachstraße 23 | Reformhaus
    • Braubachstraße 23 | Interieur-Artikel mit Schwerpunkt handgemachtes Keramikgeschirr
    • Braubachstraße 25b | Friseur
    • Braubachstraße 27 | Juwelier
    • Braubachstraße 29 | Blumen
    • Braubachstraße 2 | Abendmode
    • Markt 9/11 | Töpferei
    • Markt 10 | Modegeschäft
    • Markt 14 | Juwelier
    • Markt 15 | Metzgerei
    • Markt 30 | Drogerie
    • Markt 30 | vegane Backwaren
    • Markt 32 | Frankfurt-Laden
    • Markt 34 | Papierwaren
    • Markt 36 | Porzellan
    • Markt 38 | Hutsalon
    • Hinter dem Lämmchen 6 | Bürgerberatung Frankfurt
    • Markt 12 | Italienische Café-Bar
    • Markt 13 | Vinothek, Weinbar
    • Markt 22 | Kaffee-Rösterei
    • Markt 24 | Spielwarengeschäft
    • Markt 28 | Schmuck-Design
  • Kirchenmuseum kommt nicht

    Wegen der schlechten Haushaltslage hat die Stadt das Kirchenmuseum, das in das Stadthaus einziehen sollte, auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Damit bleibt das Stadthaus ein reines Veranstaltungshaus.
    Dies berichtet die Rundschau in ihrer heutigen Ausgabe.

  • Am 12.12.2017 schreibt die FAZ, dass die Stadt einen Gestaltungswettbewerb für den Vorplatz der Goldenen Waage, den Domplatz und den Weckmarkt ausgelobt hat.


    Herr Guntersdorf hat sich gegen die Aufstellung einer alten Brunnenstele ausgesprochen.


    Prof. Mäckler ist über den Gestaltungsbeirat auch involviert.


    Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sollte die Platzfolge schlicht und einfach wie vor dem Krieg aussehen.


    Der Weckmarkt war eine gepflasterte unbebaute Fläche.


    Der Dom war mit einer niedrigen Sandsteinmauer mit schmiedeeisernem Zaun eingefasst und parallel zur goldenen Waage lief ebenfalls eine niedrige Sandsteinmauer, die den alten Strassenverlauf angedeutet hat.


    Im Zuge der Neuordnung des Domplatzes sollte man auch einmal über die Wiederherstellung der alten Domeingangsgebäude nachdenken.

  • Es gibt einen Antrag der Stadtverordnetenfraktion "Die Frankfurter" den sogenannten Fleischerbrunnen vor der Goldenen Waage aufzustellen. Der klassizistische Pumpenbrunnen stand ab etwa 1800 auf dem ehemaligen "Fünffinger-Plätzchen":



    Bild gemeinfrei (urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen)


    Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde der Brunnen 1968 wiederhergestellt. Bis 2006 stand er in Alt-Sachsenhausen neben dem Kuhhirtenturm, dann wurde er entfernt und in einem städtischen Depot eingelagert. Um den Antrag der Fraktion "Die Frankfurter" ging es gestern in der Sitzung des Sonderausschusses Dom-Römer. Die Abstimmung wurde allerdings laut heutiger FAZ verschoben.


    Deine Vorstellung, Frank, um die Goldene Waage herum den Vorkriegszustand wiederherzustellen, ist schlicht nicht möglich. Denn vor allem durch das weit nach Osten ragende Stadthaus, aber auch durch das Haus am Dom, ist die bauliche Umgebung der Goldenen Waage heute eine ganz andere als vor dem Krieg (Foto). Außerdem wird der Bereich östlich der Goldenen Waage von einer riesigen, über 50 Jahre alten Platane dominiert, und wie in dieser Stadt eine Entscheidung Baum oder Brunnen beziehungsweise offener Platz ausgehen würde, das dürfte jedem klar sein.


    Von einem möglichen Wiederaufbau der fehlenden Geschosse über dem Kreuzgang an der Dom-Nordwestseite hatten wir es vor sechs Jahren schon einmal an dieser Stelle. Dort in Beitrag #59 findet sich ein historisches Foto, das unter anderem das frühere Eingangsgebäude von St. Bartholomäus zeigt.


    Nachtrag zu einer Frage von RYAN-FRA: Nicht östlich der Goldenen Waage aufgestellt werden kann der auch schon vorgeschlagene Schöppenbrunnen. Dieser sei nicht stabil genug, sagte Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH, der heutigen FAZ zufolge während der schon angesprochenen Sonderausschuss-Sitzung vom Montag.

  • Goldene Waage

    Ein paar Details zur Goldenen Waage aus einem aktuellen Artikel des Journal Frankfurt (hoffentlich ohne viele Wiederholungen):


    • beim Innenausbau befindet sich das Projekt in Zeitverzug
    • fertig ist die Sandsteinwendeltreppe
    • die Stuckdecke ist noch in der Werkstatt des Stuckateurs in Dresden
    • das erste und zweite Obergeschoss werden zur Dependance des Historischen Museums, bei Führungen zugänglich
    • die Räume werden als historisches Bürgerhaus möbliert
    • das Inventar ist derzeit eingelagert
    • eingelagert auch eine Ledertapete, die in den Raum mit der Stuckdecke kommen soll, also in den "Großen Saal"
    • oberhalb der Museumsetagen, demnach in die Dachgeschosse, wird der Verein "Freunde Frankfurts" einziehen
    • im Erdgeschoss (und "Bobbelage") wird die Confiserie mit Café von Birgit Zarges voraussichtlich im Sommer 2018 eröffnen
    • im Übrigen Fertigstellung Ende 2018
  • Zur Goldenen Waage:


    Mit Herrn Guntersdorf habe ich mich, anlässlich der Altstadt Führung mit OB Feldmann am 9.12., über Details der Goldenen Waage unterhalten.
    Die Stuckdecke wird alsbald installiert - und ist wohl auch schon vor Ort. Bezüglich des fast fertigen Belvederchens gibt es laut Herrn Guntersdorf die Überlegungen, ob dieses für Veranstaltungen kleinerer Gruppen gemietet werden kann. Ansonsten ist es ja leider nicht frei zugänglich und nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
    Es war jedenfalls sehr beeindruckend im Innern der Goldenen Waage zu stehen, deren Erdgeschoss von außen viel kleiner erscheint.
    Auch die Gewölbedecke des Nürnberger Hofs ist ein Meisterwerk. Leider hat die frische Bodenverfugung dafür gesorgt, dass ich mit Reizhusten wieder ins Freie flüchten musste. Was mich allerdings besonders verwundert hat, war, dass der Nürnberger Hof eine Unterkellerung aufweist. Bisher dachte, ich dass unter den Erdgeschossen Schluss sei.

  • ^
    Unter den Erdgeschossen befindet sich die Tiefgarage und meines Wissens haben etliche Häuser (oder gar alle?) einen direkten Zugang zur Tiefgarage.


    Was aber Klein Nürnberg auszeichnet, ist die Tatsache, dass es eben größtenteils nicht über/auf der bestehenden Tiefgarage steht, sondern außerhalb. Die Kleinbohrpfähle zur setzungsarmen Gründung hatten wir schon hier gesehen. Und bei der Höhenlage dürfte es tatsächlich so sein, dass da noch ein Keller hingepasst hat.

  • Heinrich-Hoffmann- & Struwwelpeter-Museum

    Das Heinrich-Hoffmann- & Struwwelpeter-Museum zieht bekanntlich im kommenden Jahr vom Westend in die beiden "Esslinger-Häuser", Hinter dem Lämmchen 2 und 4. Einblicke in das Konzept für Ausstellung und Museumspädagogik enthält ein PDF-Dokument, das aus der Vorstellung des Trägervereins des Museums, der Frankfurter Werkgemeinschaft, im Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung stammt. Mit der Planung des Museums ist das Darmstädter Büro Point. Architektur beauftragt.



    Bild: POINT. Architektur / luxfeld digital art / Frankfurter Werkgemeinschaft

  • ^^ Ich würde sagen, dass es außer den offiziellen beiden Zugängen keine "privaten" Zugänge gibt; wo sollten die denn liegen? In der TG selbst kann man keine erkennen. Es gibt in den Parkebenen natürlich einige Notausgänge, aber die dürften wohl kaum privatisiert werden können und dürften deshalb kaum als exklusiver Zugang taugen. Aus Gründen des Brandschutzes müssten private Zugänge zur TG jeweils einen Vorraum (Schleuse) haben. Da die Häuser keine Keller haben, müsste der in den EG liegen; kaum vorstellbar.

  • Aus den Angaben der DomRömer GmbH ergibt sich, dass die TG insgesamt 610 Stellplätze hat, davon 480 im öffentlichen (südlichen) Teil (= Parkhaus Gesellschaft) und die übrigen 130 für die Altstadthäuser, d.h. es gibt im nördlichen Teil noch ein darunter liegendes Parkdeck, denn der Plan zeigt nur 33 Stellplätze. Und es scheinen bei weitem nicht alle Häuser einen direkten Zugang zur TG zu haben.

  • Ganz am Ende ist dieser Planungs-Thread noch nicht. Es sind noch zwei Wettbewerbe zu entscheiden. Zu einen geht es um die Gestaltung des Torbogens am Nürnberger Hofgässchen, also zwischen Frankfurter Kunstverein und dem rekonstruierten Haus Klein Nürnberg. Dazu schon oben #568 ff. mit Modellfoto und Bild aus den 1930er-Jahren. Wettbewerbsteilnehmer sind die Büros Jordi & Keller, von Ey Architektur und Bernd Albers. Zum anderen läuft bekanntlich ein Gestaltungswettbewerb für den Domplatz. Hier ist die Entscheidung am 31. August geplant, berichtet die FAZ in ihrer Ausgabe vom Dienstag.


    Neues gibt es auch zum Brunnen vor der Goldenen Waage. Letzter Stand war, dass der für diesen Standort vorgesehene Schöppenbrunnen laut Dom-Römer GmbH nicht standfest genug sein soll (oben #670). Denkmalpflegern zufolge lässt er sich nicht restaurieren. Gefunden wurde folgende Lösung: Vom Schöppenbrunnen wird eine Kopie gefertigt und auf dem Platz zwischen Goldener Waage und Dom aufgestellt. Das sich noch in der Fried-Lübbecke-Anlage befindende Original zieht in ein Museumsdepot um. An seiner Stelle ist die Aufstellung eines anderen Brunnens geplant.


    Der Schöppenbrunnen ist ein spätbarocker Pumpenbrunnen aus dem Jahr 1776, bestehend aus einem Sandsteinpfeiler mit Rokokoreliefs, vorgesetztem Becken und einer Statue. Diese stellt vermutlich Franz I. dar, im Oktober 1745 im Dom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt. Der Brunnen befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg auf dem Krautmarkt (Foto), also ganz in der Nähe des nun für die Kopie vorgesehenen Standorts (an der alten Stelle steht heute die Kunsthalle Schirn).



    Bild: Mylius (mit GNU-Lizenz für freie Dokumentation @Wikipedia), durch Anklicken zu vergrößern

  • Das ist doch eine großartige Neuigkeit und wird wohl die Skulptur auf dem Brunnen zu einer der meistfotografiertesten der Stadt machen. Ich finde es gut, daß Frankfurt seine Schätze immer mehr aus den Verstecken holt und an belebten Plätzen einem breiten Publikum offeriert.

  • Domplatz

    Zum oben erwähnten Wettbewerb der Neugestaltung des Domplatzes hier zur Veranschaulichung der aktuellen Situation ein Bild von oben. Der Platz selbst ist nach Südwesten hin, wo sich der Haupteingang zum Dom befindet, bekanntlich geöffnet und setzt sich räumlich bis vor die Goldene Waage fort:



    Vor der Goldenen Waage auch hier noch einmal:



    Auch der Weckmarkt gehört zum Gestaltungswettbewerb. Vom Dom aus kann man keine Details erkennen, allerdings die Fassung und die städtebaulich unzufriedene Situation mit den Zeilenbauten, die sich um halböffentliche Grünanlagen scharen:



    P.S.: Nachfolgend der Platz vor der Goldenen Waage mit allen "Beteiligten" noch einmal aus Bodennähe. Die Stelle, an der später das Duplikat des Schöppenbrunnens aufgebaut werden soll, ist als Kreis im Vordergrund rechts zu erkennen:



    Bilder: epizentrum