Dom-Römer-Areal: die Planung

  • Danke Schmidtchen für den Vorschlag. :daumen:
    Und wenn man jetzt noch das Schirn-Cafe so umbaut und erweitert, dass es als angepasster Neubau bis auf die ehemaligen Baulinien an der Markt-Südseite und an der Westseite der ehem. Langen Schirn heranführt, wäre die volle Wirkung des Marktes wieder hergestellt.


    In den Schirn-Anbau könnte man dann auch wunderbar eine neue Fluchttreppe und den U-Bahn-Zugang integrieren oder (wie oben schon geschrieben) einen Schirn-Zugang direkt am Markt schaffen. Und der tolle Nebeneffekt dabei wäre, dass der unschöne Höhenversatz, der bisher durch diese Treppe behoben werden soll, verschwinden würde.
    Vielleicht veranschaulicht das Bild von Beggi die Situation (man denke sich einfach einen Anbau an die Rotunde in ähnlicher Form und in Flucht der Römerberg-Ostzeilen-Hinterhäuser bis etwa in Höhe des noch bestehenden Tisches, an dessen Stelle dann laut Schmidtchens Skizze dieser kleine Platz vor dem Roten Haus entsteht):




    Wenn ich also Schmidtchens Skizze dilettantisch ergänze, würde das dann so aussehen:

  • Schmittchen’s Idee ist wirklich hervorragend und stellt die Wiederherstellung des alten Stadtgrundrisses in diesem Bereich dar. Auch die Einbindung des Roten Hauses wäre damit perfekt gelöst. Es wäre schön, wenn es hier eventuell doch noch zu weiteren Rekonstruktionen kommen würde, aber ich kann mir das Ganze auch sehr gut mit Neubauten vorstellen. Der Umbau des Schirn-Cafés und dem Bau weiterer Häuser entlang des Krönungswegs wäre praktisch die logische Fortführung dieser Idee. Das könnte sogar zu einem späteren Zeitpunkt in einer zweiten Bauphase realisiert werden, aber die Voraussetzungen dafür wären schon geschaffen.


    Ich sehe gerade, dass Querido es schon einskizziert hat. Genau so sollte es aussehen. :)

  • Ich sehe Schmittchens Vorschlag wirklich sehr positiv. Die unbefriedigende Situation bzgl. des Roten Haus wäre gelöst, dem Durchgang im Erdgeschoss desselben durch das Auflebenlassen der Gasse Tuchgaden eine echte Funktion wieder gegeben und mit der Straße Lange Schirn ein weiterer Bestandteil der historischen Struktur zurückgebracht. Darüber hinaus ließe sich eine neue Außentreppe der Schirn sogar in den grauen Teil (siehe Schmittchens Skizze) des neuen Häuserblocks integrieren.


    Nun zu der Frage, ob sich die Planung hier noch ändern lässt. Im Prinzip sehe ich das optimistisch, denn betroffen sind nur Projekte, die von der Stadt selbst durchgeführt werden (Stadthaus und Rekonstruktion Rotes Haus). Insofern brauchte man sich zumindest nicht mit Investoren rumzuärgern, die ein Angebot für eine bestimmte Parzelle abgegeben haben, deren Grundriss jetzt geändert werden muss. Letztendlich kommt es nur auf den Willen der Stadt an. Gibt es denn einen Erfolg versprechenden Weg auf das Verfahren zu diesem Zeitpunkt noch Einfluss zu nehmen?

  • Ich will ja nicht angeben, aber der Vorschlag wurde Herrn Guntersdorf schon unterbreitet, auch von mir.
    Er würde das auch sofort machen (zumindest nach eigener Aussage), gibt aber politische Restriktionen an.


    Und das die Begrenzung auf 17 reine politische Willkür ist, wissen wir ja mittlerweile alle.

  • Dann die Idee an den Zeitungen weiterleiten. Die Politiker reagieren meistens, wenn etwas in der Zeitung steht - das habe ich schon mehrmals hier in Kopenhagen erfahren.

  • Laut den Sprechern der Altstadtinitiativen, Günter Possmann und Jürgen Aha, soll es demnächst ein Gespräch mit dem Stadtplanungsamt zum Zuschnitt der Parzellen auf dem Dom-Römer-Areal geben. So zumindest habe es OB Roth vor einigen Tagen zugesagt. Das berichtet die FAZ heute im Regionalteil. Insbesondere hätten sich Roth sowie Grünen-Fraktionschef Cunitz auch positiv zur Möglichkeit weiterer Wiederaufbauten entlang des Tuchgadens geäußert.
    http://www.faz.net/p/Rub7A4669…Tpl~Ecommon~Scontent.html (Zugang nur mit Login; im Artikel steht aber auch nicht mehr drin als das, was ich hier zusammengefasst habe)


    Na, da gäbe es doch tatsächlich die Aussicht, Schmittchens Vorschlag in das Konzept mit einzubeziehen. Zumindest wenn gilt, was Roth als Voraussetzungen genannt hat (originalgetreue Parzellen, ausreichender Dokumentationsstand und keine unüberwindbaren technischen Probleme), spricht 'eigentlich' nichts dagegen. Mal sehen, wie offen die Stadt sich hier tatsächlich zeigt.

  • Wettbewerb "DomRömer Bebauung" entschieden

    Im Wettbewerb um die Neubauten hat das Preisgericht am 21. und 22. März 2011 getagt. Hier ein PDF mit einer Ergebnis-Übersicht.


    24 erste und zwölf zweite Preise vergab das Preisgericht, und es sprach 13 Anerkennungen aus. Dies sind die Gewinner (Lageplan):


    [Indent]Hühnermarkt 22 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: Prof. Hans Kollhoff Generalplanungs GmbH, Berlin
    Hühnermarkt 24 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten, Berlin
    2. Preis: Karsten K. Krebs Architekten, Hannover
    Anerkennung: Klaus Theo Brenner - Stadtarchitektur, Berlin
    Markt 26 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: Eingartner Khorrami Architekten, Leipzig
    Anerkennung: jessenvollenweider, Basel
    Anerkennung: Johannes Götz und Guido Lohmann, Köln
    Markt 28 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck
    Anerkennung: Jourdan & Müller PAS, Frankfurt am Main
    Markt 30:
    1. Preis: Morger + Dettli Architekten, Basel[/b]
    Anerkennung: Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten, Berlin
    Markt 32:
    1. Preis: Tillmann Wagner Architekten, Berlin
    2. Preis: Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck
    Markt 34:
    2. Preis: Francesco Colloti Architetto, Mailand
    2. Preis: von Ey Architektur, Berlin
    Markt 36:
    1. Preis: dreibund architekten, ballerstedt, helms, koblank, Bochum
    Markt 38:
    1. Preis: Michael A. Landes Architekt, Frankfurt am Main
    Markt 40:
    Kein/e Preis / Anerkennung vergeben
    Braubachstraße 29:
    1. Preis: knerer und lang Architekten GmbH, Dresden
    2. Preis: Meurer Architekten Stadtplaner Ingenieure, Frankfurt am Main
    Anerkennung: Prof. Hans Kollhoff Generalplanungs GmbH, Berlin
    Braubachstraße 27 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: Bernd Albers, Berlin
    2. Preis: Michael A. Landes Architekt, Frankfurt am Main
    2. Preis: Van den Valentyn – Architektur, Köln
    Braubachstraße 25:
    1. Preis: Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten, Berlin
    Braubachstraße 23:
    1. Preis: Eingartner Khorrami Architekten, Leipzig
    Rebstock-Hof 2:
    1. Preis: Meurer Architekten Stadtplaner Ingenieure, Frankfurt am Main
    2. Preis: Prof. Hans Kollhoff Generalplanungs GmbH, Berlin
    Markt 8:
    1. Preis: Jordi & Keller Architekten, Berlin
    2. Preis: Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck
    Markt 10:
    1. Preis: von Ey Architektur, Berlin
    Markt 12:
    1. Preis: dreibund architekten, ballerstedt, helms, koblank, Bochum
    Anerkennung: Winking Froh Architekten, Berlin
    Markt 14:
    1. Preis: Eingartner Khorrami Architekten, Leipzig
    1. Preis: Johannes Götz und Guido Lohmann, Köln
    2. Preis: jessenvollenweider, Basel
    Hühnermarkt 16:
    1. Preis: Van den Valentyn – Architektur, Köln
    Anerkennung: Michael A. Landes Architekt, Frankfurt am Main
    Hühnermarkt 18 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: dreibund architekten, ballerstedt, helms, koblank, Bochum
    2. Preis: Winking Froh Architekten, Berlin
    Hühnermarkt 20 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: von Ey Architektur, Berlin
    Neugasse 4:
    2. Preis: Bernd Albers, Berlin
    Markt 7:
    Anerkennung: Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten, Berlin
    Anerkennung: Morger + Dettli Architekten, Basel
    Markt 9:
    1. Preis: dreibund architekten, ballerstedt, helms, koblank, Bochum
    Anerkennung: Winking Froh Architekten, Berlin
    Markt 11 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: von Ey Architektur, Berlin
    Markt 13 (optionale Rekonstruktion):
    1. Preis: Walter A. Noebel, Berlin
    Anerkennung: Christoph Kohl Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
    Anerkennung: Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck
    [/Indent]
    Auffällig, dass mit Landes und Meurer gerade einmal zwei Frankfurter Büros einen ersten Preis erhalten haben. Zum weiteren Vorgehen enthält eine aktuelle Pressemitteilung der Dom-Römer GmbH folgende Passage:


    [indent]Nach der Entscheidung des Preisgerichtes werden die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Wochen für Parzellen, für die es mehr als einen Preisträger gibt, einen auswählen und mit der weiteren Planung beauftragen. Die DomRömer GmbH erwartet eine Entscheidung im Herbst 2011.[/indent]


    Laut Pressemitteilung präsentiert die Dom-Römer GmbH die Entwürfe Mitte April im Rahmen einer Informationsveranstaltung. Ab Mai 2011 werden sie öffentlich ausgestellt.



    Bild: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt

  • Zu meiner ungeheuren Erleichterung finden sich in der Auswahl sehr viele hervorragend angepasste Entwürfe, stellenweise kann man schon von reinrassigem Historismus reden. Lediglich im westlichen Bereich des Marktes gibt es einige unschöne Dinge - bei Markt 30 und 32 (Zahlendreher?) überkommt mich das nackte Grausen. Neben der abweisenden dunklen Fassade von Nr. 30 fragt man sich unwillkürlich, wieso man in der "finsteren" Altstadt nicht die freistehende Südfassade voll ausnutzt und mit mehr Fenstern ausstattet. Und zu den phantasielos versetzten Fenstern von Nr. 32 braucht man wohl auch nichts mehr sagen.


    Entweder hat man die Hausnummern gegenüber diesem Plan geändert, oder die Redakteure der FNP haben ein paar Häuser durcheinander gebracht. Sehr positiv in jedem Fall "Markt 8" von Jordi & Keller mit den offensichtlichen Anklängen zum Steinernen Haus, gewisse Remineszenzen zum im Krieg zerstörten Fürsteneck lassen sich auch nicht leugnen.


    Zu meinen Favoriten für die Braubachstraße zählt neben den offensichtlichen beinahe-Rekonstruktionen definitiv Nr. 23 von Eingartner Khorrami, die Fassade wirkt sehr ausgewogen und, so man wirklich roten Mainsandstein verwendet, sehr dem Ort und der Umgebung angepasst. Der sehr distinkt expressionistische Stil hätte in dieser Form auch in den 20ern verwirklicht werden können. Im Erdgeschoss hätte ich allerdings lieber drei Arkaden gesehen statt der zurückversetzten seitlichen Türen, und von den Erkern bin ich auch noch nicht ganz überzeugt.


    Aber insgesamt - ein großes Lob an die beteiligten Architekten, es geht doch, wenn man nur will!

  • Wenn ich die Bildergalerie in der FNP durchklicke, stellt sich Erleichterung ein: Gott sei Dank, ist alles nochmal gutgegangen! Ich denke, soviel kann man heute schon sagen, auch wenn das noch nicht die finalen Entwürfe sind. Bis auf vielleicht 2-3 Entwürfe gefällt mir das, was ich da sehe, wirklich sehr gut. Also Entwarnung, es wird keinen wilden Mix aus Rekonstruktionen und hypermodernen "Spinnereien" geben, wie man sie ja - zum Glück nur als Entwurf - durchaus schon in der Vergangenheit für diesen Ort gesehen hat.


    Vor diesem Hintergrund kann man getrost von der Forderung nach einer Total-Rekonstruktion des gesamten Areals Abstand nehmen. Die neuen Häuser fügen sich hervorragend ein und sehen auch "alt" aus, die Ensemblewirkung wird ebenfalls nicht verfehlt werden. Viele werden zwischen neu und rekonstruiert kaum unterscheiden können, denn nicht alle Rekonstruktionen werden Fachwerkhäuser. Anders gesagt: einige der neuen Entwürfe sehen tatsächlich aus wie Rekonstruktionen. Das Wettbewerbsergebnis zeigt auch: die Architekten können, wenn sie wollen (oder durch Satzungen dazu gezwungen werden). Ich bin jedenfalls positiv überrascht. Sehr schön.

    2 Mal editiert, zuletzt von Miguel () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Da kann auch ich mich nur anschließen, ich bin mehr als überrascht. Die Entwürfe stehen größtenteils in der Tradition der neoklassizistischen und expressionistischen Bauten der Braubachstraße. Gerade wenn man mal vergleicht, was sich noch vor wenigen Jahren am Neumarkt in Dresden in Sachen nicht-rekonstruierender Neubauten abgespielt hat, oder auch nur in die Saalgasse guckt, so muss man hier, wem auch immer, gratulieren, dass dieser Wettbewerb in die völlig richtige Richtung gelenkt wurde.


    Beinahe jedem Entwurf kann man eine mehr oder minder intensive Beschäftigung mit der lokalen Architektur ansehen, also genau das, was man heutzutage beim Gros der Entwürfe vermisst. Zu bemeckern gibt es hier eigentlich nur, wieso es nicht öfter bei Entwürfen, insbesondere jedoch von solchen für den inneren Altstadtbereich in der jüngeren Vergangenheit, solche Ergebnisse geben konnte.

  • In der Tat. Überwiegend gute bis sehr gute Entwürfe. Eher wenig Mittelmaß und nur ein, zwei Fehlschläge. Habe ich ungeachtet der in meinen Augen gelungenen Gestaltungssatzung nicht erwartet.


    Mal sehen was aus der Parzelle Markt 40 wird, ehemals "Zu den drei Römern". Aufgrund der prominenten Lage ein außerordentlich wichtiges Areal. Hier wurde noch nicht eine Anerkennung ausgesprochen, geschweige denn ein Preis vergeben. Kein Preis auch für Markt 7, ehemals "Weißer Bock", das ist die Parzelle gleich westlich der Goldenen Waage.

  • Ich hol euch ja ungerne auf den Boden der Tatsachen zurück, aber das muss man schon differenzierter betrachten. Ich würde allen empfehlen sich mal die Dreysse-Studie daneben zu legen und jeden Entwurf einzeln unter Vergleich mit dem Vorgänger zu beurteilen.
    Was die Entwürfe für Braubachstraße und Hühnermarkt (wovon die meisten aber wohl eh nicht umgesetzt werden da das ja zur Rekonstruktion ausgewiesene Parzellen sind) betrifft, kann man tatsächlich von Erleichterung sprechen. Auch die Entwürfe für den östlichen Teil des Markts sind durchaus annehmbar - außer bei Markt 10 und 12, wo die Freunde Frankfurts rekonstruieren würden wenn sie denn dürften. Wobei diese Entwürfe im westlichen Teil des Marktes loziert sogar noch positiv aus der Masse herrausstechen würden, denn hier muss man leider Gottes eines konstatieren: durchweg katastrophal. Da ist kein einziger überzeugender Entwurf dabei. Inakzeptable Dachzonen, keinerlei Reminiszenzen an die Vorgänger und häufig wurden sogar die Giebel komplett gedreht. Wobei Markt 30, 32, 34 und 38 eindeutig den Vogel in negativer Hinsicht abschießen.


    Was insgesamt besonders auffällt, bei "rekonstruktionsgefährdeten" Parzellen wurde sich scheinbar bei weitem mehr Mühe gegeben als bei den anderen. Bei vielen Entwürfen wird man ja auch durchaus an die Vorgänger erinnert. Eigentlich unnötigerweise sogar bei Markt 8 und 16, die ja schon vor der Zerstörung eher Fremdkörper waren. Das Quartier war aber vor allem von der Gotik geprägt, und ausgerechnet bei den Parzellen mit gotischen Vorgängern macht sich durchweg nur das kalte Grausen breit. Und das macht mich traurig und wütend zugleich! Unterm Strich Licht und Schatten.
    Für den Block zwischen Hinter dem Lämmchen und Markt wäre eine Komplett-Rekonstruktion jetzt erst recht zu bevorzugen!

    2 Mal editiert, zuletzt von Rohne () aus folgendem Grund: Typo

  • Es fällt in der Tat schon auf, dass hier ein komplettes historisches Ensemble (Hinter dem Lämmchen) einem wohl kompletten modernen Ensemble (Westseite Markt) gegenüber gestellt werden soll. Betrachtet man mal etwas diese Ansicht von letzterem...



    ...so muss man auch einräumen, dass ausgerechnet der Part, wo nun keine Rekonstruktionen möglich sein sollen, der "altfrankfurterischste" Teil des ganzen Areals war. Derartige Reihungen unveränderter giebelständiger Häuser des fränkischen Typs aus dem Spätmittelalter findet man heute eigentlich nur noch in Dinkelsbühl:



    (Klicken zum Vergrößern)


    Den Architekten im Wettbewerb kann man m. E. überwiegend keinen Vorwurf machen, wohl aber sollte man sich seitens der Stadt noch etwas bewegen, um etwas mehr Durchmischung in diesen in der Tat architekturgeschichtlich sehr wichtigen Teil hineinzubringen. Die "Füllbauten" lassen das auf jeden Fall zu.


    (Bildnachweis: Dreysse-Studie / Institut für Stadtgeschichte / eigenes Bild)

  • Und weil mich grade jemand darauf gebracht hat: es ist zwar nur ein Detail und jederzeit änderbar, aber es ist schon erschreckend wie wenige Entwürfe traditionelle Sprossenfenster, wie sie hier eigentlich Pflicht sein sollten, vorsehen: ein Einziger! ...

  • Ich habe, ganz ehrlich, die Luft angehalten, als ich auf den FNP-Link geklickt habe. War dann aber, wie die meisten hier, positiv überrascht. Allerdings will ich das Ganze erstmal als detailliertes Gesamtmodell sehen, bevor ich endgültig den Daumen heben kann. Denn Häuser, die für sich genommen gut aussehen mögen, können als Ensemble durchaus ganz furchtbar wirken. Aber nochmal: Bei den Entwürfen ist viel Überdurchschnittliches dabei. Und die Gestaltungssatzung hat den Architekturwettbewerb ohne Zweifel positiv beeinflusst. Mir gefällt insbesondere Brauchbachstr. 25 sehr gut.


    Ich frage mich allerdings, wie es sich nun mit den von Schmittchen in #167 aufgelisteten zusätzlichen neun Rekonstruktionen verhält. Denn die Entwürfe für diese Parzellen würden ja quasi direkt im Papierkorb verschwinden. Wie verlässlich ist denn das Statement der DomRömer GmbH, dass B27, HM18,20,22,24 und M13,15,26,28 tatsächlich rekonstruiert werden?

  • Ich sehe das Ergebnis des Wettbewerbs sehr positiv. Meine Erwartungen wurden teilweise sogar übertroffen, besonders was die Harmonie zwischen alt und neu angeht, soweit man das jetzt schon beurteilen kann. Alle Siegerentwürfe für die Braubachstrasse sind meiner Meinung nach absolute Highlights, ebenso wie Markt 8, gegenüber der Goldenen Waage. Markt 30 und 32 sehe ich als Schwachpunkte, aber auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Bis zur Realisierung wird hier bestimmt noch einiges überarbeitet. Von den Verantwortlichen wird immer wieder betont, dass grösster Wert auf die Ensemblewirkung gelegt wird, was spätestens jetzt auch glaubwürdig klingt. Da werden mit Sicherheit Entwürfe, die jetzt vielleicht noch als Fremdkörper wirken, entsprechend angepasst. Trotz der teilweise sehr guten Entwürfe für die entsprechenden Grundstücke hoffe ich trotzdem auf die maximale Zahl von Rekonstruktionen.

  • Sicher liegt es an den zweidimensionalen Bauzeichnungen, dass die Entwürfe im Moment noch abstrakt und einige Details klobig wirken. Mein persönlicher Favorit ist die Braubachstraße 23 von Eingartner / Khorrami. Die stark expressionistische Fassade in rotem Mainstandstein wird ihre Wirkung nicht verfehlen.

  • Ich bin auch eher positiv überrascht. Es sind zumindest keine "architektonischen Egotrips" dabei. Damit das Gesamtbild am Ende stimmig wirkt, wird es aber auch sehr auf die (Qualität der) verwendeten Materialien bei den nichtrekonstruierten Häusern ankommen.

  • Braubachstraße 23

    Mal vorab ein Entwurf, Cowboy hat ihn in #199 schon angesprochen, der an prominenter Stelle stehen würde und aller Voraussicht nach realisiert wird. Denn einerseits handelt es sich um den einzigen Preisträger, andererseits ist das Grundstück Braubachstraße 23 (nach Ansicht der Dom-Römer GmbH) nicht für eine optionale Rekonstruktion geeignet. Das von den Leipziger Architekten Eingartner Khorrami entworfene Haus soll zwischen dem zu rekonstruierenden Gebäude Braubachstraße 21 und der Neugasse entstehen, also der Verbindungsgasse zwischen Braubachstraße und Hühnermarkt. Ansicht von Norden:



    Von Westen, also die Seite zur - schmalen - Neugasse:



    Von Süden, also zum rückwärtigen Hof des Rebstocks (Lageplan):



    Bilder: Eingartner Khorrami Architekten


    Der Standort mit dem erst 1940 fertig gestellten Vorgängerbau, Rebstock und Braubachstraße 21 werden bekanntlich rekonstruiert (Beschriftung ist von RMA):