Dom-Römer-Areal: die Planung

  • Sarah hat Recht. Ich denke, es läuft immer mehr auf eine umfassende Rekonstruktion hinaus. Ich wusste ja auch nicht, dass das Rote Haus auf Stelzen steht und damit den Zugang zu einer kleinen Gasse öffnet. Es macht doch keinen Sinn, so ein Haus zu rekonstruieren und es dann nebenan mit einem Neubau zu zubauen. ich finde den ursprünglichen Meurerentwurf mit der Holzkiste eigentlich ganz gut. Es ist ja nicht so, dass er es nicht kann.


    Vielleicht hat ja einer der Herren Mitglieder ein Modell der Altstadt parat, in der man das Meuererstadthaus mit der alten Bausubstanz incl. Tuchgaden kombiniert.


    Was mir an den Bildern auch auffällt ist, dass die Gassen früher sorgfältiger gepflastert waren als heute. Beim Pflaster darf man der Stadt Frankfurt auf keinen Fall freie hand lassen, wie man am Goetheplatz, Zeil und den unsseeligen Billigbetonrabatten auf den Gehsteigen der Stadt.

  • Grüne Linde

    Es scheint sich herauskristallisieren, dass zu den acht städtischen Rekonstruktionen zumindest neun weitere privat finanzierte Rekonstruktionen hinzukommen könnten. Dies unter dem Vorbehalt, dass sich Investoren finden. Es wäre wünschenswert, wenn wir hier eine (freilich vorläufige) Liste dieser Bauten hätten. Wer traut sich eine solche Einschätzung zu? Die Liste könnte um die jeweilige Einzelseite der Dreysse-Studie ergänzt werden, so dass die wesentlichen Informationen mit einem Klick verfügbar sind.


    Sicher zu den neun möglichen Privatrekonstruktionen gehört wohl die Grüne Linde an der Südseite des Hühnermarkts, Anschrift Markt 13. Denn dieses Haus wurde in einer aktuellen Pressemitteilung der CDU-Fraktion als mustergültig rekonstruktionsfähig bezeichnet. Bereits vor Jahren hieß es, die Binding-Brauerei wäre ein möglicher Investor.


    Die Grüne Linde wurde hier schon mehrfach erwähnt, jedoch noch nie vorgestellt. Es handelt sich also um ein barockes Gasthofgebäude aus dem 18. Jahrhundert, urkundlich erwähnt bereits 1439. Die auf einem steinernen Erdgeschoss ruhenden Fachwerk-Obergeschosse waren verputzt. Charakteristisch war ein breites Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel. Gesamtansicht um 1860:



    Bild: ISG, Vömel (Schutzdauer beendet)


    Binding-Bier gab es dort auch im Jahr 1907:



    Bild: HMF, Carl Abt (Schutzdauer wahrscheinlich beendet)


    Mehr auf dem Blatt der Dreysse-Studie.

  • Ich denke, es sollten vor allem die Eckgebäude M40 "Zu den drei Römern", B25/B23 und M14 restauriert werden, da sie Plätze und Sichtachsen definieren beziehungsweise einrahmen.


    Vorranging sind meiner Einschätzung nach auch Häuser, die gastronomisch genutzt werden können. Weiterhin könnte man sich überlegen, wie schon im Mittelalter in Frankfurt geschehen oder aktuell in Zürich ("Hotel zum Widder") besonders schöne schmale Häuser hinter der Fassade zusammenzulegen.

  • Das Dom Römer Projekt hat auf seiner Homepage ein Interview mit Prof. Thomas Meurer zum Thema Stadthaus am Markt veröffenlicht http://www.domroemer.de/web/si…elles-details/?newsId=383 mit einem Link zu einer Projektstudie mit überarbeiteten Plänen.


    Auffällig ist, dass sich im Bereich Tuchgaden hinter dem Roten Haus ein Durchgang befindet. Das war bisher aus den Plänen und dem Modell nicht so hervogegangen. Der archäologische Garten ist von mehreren Seiten zugänglich. Nicht ganz befriedigend ist meiner Meinung nach noch die Ostseite gegenüber des Doms, ansonsten eine sehr positive Weiterentwicklung des Projekts.

  • 17 Häuser werden rekonstruiert / Baustart Frühjahr 2012

    Bisher hieß es, dass über die acht städtischen Rekonstruktionen hinaus bis zu neun weitere Altstadthäuser wiederaufgebaut werden könnten. Nun steht die Rekonstruktion dieser neun zusätzlichen Häuser offenbar fest. Es gebe dafür feste Zusagen von Investoren. Das berichtet die FAZ unter Bezugnahme auf entsprechende Aussagen von Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der Dom-Römer-GmbH, vom heutigen Tag.


    Es ist davon auszugehen, dass die Häuser gemeint sind, welche die DomRömer GmbH auf einer Grafik zeigt. Ich habe diese leicht angepasst:



    Grafik: DomRömer GmbH


    Die städtischen Rekonstruktionen sind mit den Ziffern auf rotem Grund gekennzeichnet. Der DomRömer GmbH zufolge werden zusätzlich diese neun Gebäude rekonstruiert:



    Indessen läuft bekanntlich der Wettbewerb bezüglich der Neubauten. Die Preisgerichtssitzung ist auf den 21. und 22. März 2011 anberaumt.


    Baubeginn soll im Frühjahr 2012 sein. Auch für das Stadthaus, dessen Errichtung demnach nun nicht mehr vorgezogen werden soll. Die Absenkung des Krönungswegs auf das frühere Niveau und der Bau von Fundamenten der ersten Altstadthäuser könnten bereits 2011 erfolgen.

  • Sehr erfreuliche Neuigkeiten zum Dom-Römer-Areal. Mir gefällt insbesondere, dass ganze Ensemble wieder aufgebaut werden können so zum Beispiel die gesamte Nordfassade an Hinter dem Lämmchen sowie mit zwei Ausnahmen alle angrenzenden Gebäude des Hühnermarkts. Auf die Entwürfe für M14 und M16 bin ich jetzt allerdings besonders gespannt, da hiervon die Gesamtwirkung des Platzes essentiell abhängen wird.


    Was mir noch etwas Sorgen bereitet, sind die Übergänge zwischen der kleinteiligen Altstadtbebauung und den recht massiven Elementen Dom, Schirn, Haus am Dom und Kunstverein. Von diesen ist sehr abhängig, ob das neu zu bebauende Areal sich harmonisch einfügt oder aber als Fremdkörper wirkt. Dabei kommt meiner Meinung nach dem Stadthaus eine wichtige Rolle zu, als Überleitung zwischen der langgestreckten Schirn und den etwa im 90° Winkel dazu angeordneten Dächern M5,7,9,11,13,15,17.


    Zudem bin ich noch nicht sicher, was ich von der Wirkung des westlichen Krönungswegs halten soll, der auf der Südseite nicht wirklich eingefasst sein wird. Möglicherweise wird dies bei Entfernung des Tisches weniger problematisch aber insgesamt bleibt der Übergang zum Rundbau der Schirn und den vorgelagerten Treppen unbefriedigend. Hierzu siehe das unterste Bild rechts vom Text: http://www.domroemer.de/web/site/stadthaus-am-markt/


    Man wird wohl auf die ersten konkreten Visualisierungen warten müssen, nachdem der Wettbewerb bzgl. der Neubauten entschieden ist. Ergänzend zu den von Schmittchen verlinkten Infoblättern hier nochmal die von der Stadt selbst durchgeführten Rekonstruktionen im Überblick mit Bildern (Quelle ist die Website des Dom-Römer-Projekts, leider lassen sich die Seiten der Häuser nicht einzeln verlinken):
    http://www.domroemer.de/web/site/rekonstruktionen/

  • Stadthaus-Modell

    Bekanntermaßen stellt das Planungsamt seit heute das Modell des überarbeiteten Stadthaus-Entwurfes in seiner Lobby aus. Ich habe das Amt heute besucht und das Modell fotografiert. Zunächst der Überblick von Süden her:



    Näher dran, ebenfalls von Süden:



    Von Norden:



    Von Osten:



    Das Rote Haus und die Feuertreppe zur Schirn herangezoomt:



    Von Westen, über die Schulter des Doms geblickt:



    Erhöhte Blickachse durch Dom und Haus am Dom direkt auf die Goldene Waage:



    Erhöhte Blickachse über den Römer hinweg zum Dom hin:



    Große Versionen der Bilder für die Detailversessenen unter Euch:




    Bilder: epizentrum


    Zur Erinnerung: Herr Meurer hat weiteres "Feintuning" angekündigt, bspw. im Dachbereich. Den allerletzt endgültigen Entwurf sehen wir hier also noch nicht.

  • Wie ich schon im Altstadt-Salon geschrieben habe (#232), gibt es wohl die Idee, auch das Treppenhaus kleiner zu gestalten und so noch Platz für die Lange Schirn zu gewinnen. Das wird in diesem Modell noch nicht gezeigt. Bin mal gespannt, ob da dann noch ein Gebäude zwischen Rotunde und Treppe gebaut wird. Vielleicht kann man ja das Treppenhaus in so ein Gebäude integrieren.

  • Vielen Dank für den Behördengang.


    Fangen wir mal mit dem Positiven an: Recht gelungen erscheint die Lösung für den Archäologischen Garten und für den darüber "schwebenden" Veranstaltungssaal. Wie dies vom Archäologischen Garten aussehen soll, zeigt eine Grafik aus der Präsentation der Architekten anlässlich der Sonderausschuss-Sitzung im Februar 2011:



    Grafik: Meurer Architekten


    Annehmbar auch die neue Bendergasse zwischen Stadthaus und Kunsthalle. An der Höllgasse rsp. Südostseite werden ja hoffentlich noch die Fassaden überarbeitet (weswegen ich darauf nur kurz eingehen möchte). Bisher beruht die Gestaltung aller Bauten dort offensichtlich auf einer einzigen Idee, die weder originell, noch angemessen zu nennen ist. Nämlich vertikale Schlitze, unregelmäßig über die Fassaden verteilt. Sollte eine Überarbeitung deutlich bessere Ergebnisse als bisher erbringen, wird man mit der Lösung in Richtung Dom wohl leben können. Obwohl sie ahistorisch ist. Und obwohl zur Höllgasse giebelständige Häuser wohl die bessere Alternative in Bezug auf die Wirkung der Goldenen Waage wären.


    Was gar nicht geht, ist die Lösung an der Nordwestseite. Vor allem das komplette Freistehen des Roten Hauses nach Westen. Hier ist das gut sichtbar. Es macht es auch nicht wirklich besser, wenn zwischen den Säulen ein Weg in Richtung Stadthaus verlaufen soll. Das Rote Haus sollte keinesfalls stumpf an einen nach Westen längeren Neubau anstoßen. Notwendig ist ein mit dem Roten Haus korrespondierender Annexbau. Einen zum Markt traufständigen, der Gestaltungssatzung entsprechenden Neubau mit der Kubatur des früheren Hauses "Zum Kummern" (Lange Schirn 12). Oder - besser - eine Rekonstruktion dieses Hauses, dem Dreysse einen sehr guten Dokumentationsstand bescheinigt. So sah es einmal aus:



    Bild: ISG


    Das Ensemble Stadthaus und Rotes Haus sollte ansatzweise den ehemaligen Verlauf der Langen Schirn zeigen und an der Ostseite der früheren Gasse enden.


    Und natürlich muss eine Höhendifferenz zur Schirn-Rotunde überwunden werden. Der bereits erwähnten Präsentation der Architekten zufolge sind es 2,0 Meter. Aber diese sehr langgezogene Treppenanlage zu dem was Meurer und Kollegen Schirnplateau nennen ist keine gute Idee in diesem baulichen Kontext. Grundsätzlich muss man für die Fläche des Tischs, die ja nun endlich zur Verfügung steht, und des Fluchttreppenhauses eine angemessene Lösung finden - diese weitgehend unbebaut zu lassen, kann es jedenfalls nicht sein.

  • Jetzt rächt es sich im Besonderen, dass man das ehemalige Zollamt in Richtung Süden um einige Meter erweitert hat. Wie auf Bild 4 zu erkennen ist, ragt es komplett in den Krönungsweg hinein und verdeckt damit den historischen Durchblick. Unbedriedigend auch das letzte Haus im alten Markt vor dem Haus am Dom, welches um einen Anschluß bemüht, völlig aus der Achse verdreht eine einzige Hilflosigkeit darstellt.


    Nicht minder schlimm stellt sich die Situation vor dem Dom dar, wie das Bild 3 veranschaulicht. Die über den Hausabschluß der goldenen Waage und in die Höllgasse hineinragenden östlichen Anschlußbauten des Stadthauses schaffen ohne jedwede Not eine Situation, die völlig unhistorisch ist und sich optisch mehr als störend auswirkt. Egal welche Fassadengestaltung hierfür vorgesehen ist, sowas sollte man sich nur in einem Flugzeug ansehen (wegen der Tüten!).


    Neben einigen weiteren Kritikpunkten, die hier bereits benannt wurden, kann man derzeit nur resümierend feststellen, Chance gründlich vermasselt. Das ganze Projekt hat den Charakter; "wasch mich aber mach mich nicht nass".

  • Was Beku_Bus, wenn ich es richtig verstanden habe, in seinem zweiten Absatz meint, ist die Verbindung zwischen Goldener Waage und Stadthaus. Dieser (Glas-)Streifen, der die beiden Baukörper optisch (unnötigerweise) trennt und die Goldene Waage irgendwie "freistehend" wirken lässt, wäre auch mein größter Kritikpunkt. Gerade dadurch hätte man doch das immerwieder angesprochene und möglichst zu vermeidende Problem eine Fassade erfinden zu müssen, nämlich die südliche der Goldenen Waage, die dann quasi im inneren des Glaskörpers des Stadthauses liegen würde.

  • Ich würde es nicht ganz so kritisch sehen wie Beku_Bus. Grundsätzlich finde ich die Ansätze schon in Ordnung und auch die Anzahl der Rekonstuktionen - immerhin jetzt etwa die Hälfte.
    Das mit dem Zollamt bzw. Haus am Dom ist zwar ärgerlich (hier muss ich Beku_Bus zustimmen), vor allem, weil es auch die Sicht auf die Goldene Waage von Osten einschränken wird, aber noch mehr stören mich 3 andere Dinge:
    1. der Kunstverein-Anbau muss unbedingt weg, da er verhindert, den historischen Straßenverlauf "Hinter dem Lämmchen" wiederherzustellen.
    2. das "Haus zu den 3 Römern" sollte unbedingt auch rekonstuiert werden, da es das Haus ist, dass beim Blick vom Römerberg in Richtung Domturm immer zu sehen ist. Und nebenbei lockt es die Leute auch erst in die neue alte Altstadt.
    3. man sollte versuchen, den offenen Teil auf der Südseite des Marktes im Bereich der Schirn-Rotunde zu schließen. Wegen mir auch durch eine angepasste moderne Bebauung. Aber das macht die Gasse erst zur Gasse. Vielleicht könnte man ja die Rotunde so umbauen und bis zum Markt hin erweitern, dass man hier einen neuen Eingang zur Schirn schafft.

  • Ich sehe die Gesamtsituation zwar nicht so negativ und hoffnungslos wie beku_bus, gebe meinen Vorrednern aber in folgenden Punkten recht:


    - Die Fassadengestaltung an der Ostseite des Stadthaus-Ensembles ist weiterhin zu einfallslos und lässt den Baukörper zudem extrem massiv wirken. Hier ist sicherlich noch Nachbearbeitungsbedarf gegeben.
    - Die Problematik der, wie beku_bus schreibt, unhistorischen Gestaltung des Übergangs zum Dom sehe ich auch. Allerdings ist die Situation an dieser Stelle aufgrund des sehr weit/zu weit nach Süden ragenden Haus am Dom auch außerordentlich schwierig und eine Wiederherstellung des historischen Grundrisses mehr oder weniger unmöglich. Wenn man die östlichen Anschlußbauten des Stadthauses in die Flucht der Goldenen Waage verschiebt, bleibt außerdem ein erheblicher Teil der (furchtbaren) Schirn-Nordfassade vom Domvorplatz aus sichtbar, was es meiner Meinung unbedingt zu vermeiden gilt.
    - Kritisch sehe ich auch den von Schmittchen angesprochene unbefriedigenden Abschluss des Roten Haus nach Südwesten. Insbesondere ergibt sich bei einem (wohl fest stehenden) Abriss des Schirn-Tischs überhaupt keine Notwendigkeit dies so historisch unkorrekt zu gestalten. Ein Wiederaufbau des Hauses 'Zum Kummern' oder ein Neubau an gleicher Stelle sollte eigentlich kein großes Problem darstellen.
    - Die Gestaltung des Gebäudes westlich des Haus am Dom ist im Modell natürlich suboptimal. Allerdings sieht die Ausrichtung des Giebels in Schmittchens Übersichtsplan (#167) völlig anders aus. Dementsprechend müssen wir hier wohl die konkreten Planungen abwarten.


    Nun noch zu dem Aspekt der mich am meisten stört: die Gestaltung bzw. eher Nicht-Gestaltung der sehr großen Fläche zwischen Schirn-Café im Süden, Stadthaus-Ensemble im Osten, Krönungsweg im Norden sowie den Römer-Ostfassade-Annexbauten im Westen. Wenn etwas an den Planungen des Dom-Römer-Areals unhistorisch ist dann doch dieser Bereich, wie folgendes Bild eindeutig zeigt:
    http://www.altfrankfurt.com/Sp…omWest/Roemerberg1930.htm
    Natürlich ist mir klar, dass insbesondere dieses Problem gestalterisch schwer zu lösen sein wird. Allerdings hängt hiervon auch so ein bisschen das Wohl und Wehe des gesamten Projekts ab. Ich wäre sehr dafür, die Häuserzeile südlich des Krönungswegs in diesem Bereich wieder aufzubauen bzw. auf den alten Grundrissen Neubauten zu errichten. Damit ließe sich die unmotivierte Freifläche rund um den Schirn-Café-Bau verhindern und dem Krönungsweg auf der gesamten Länge eine beidseitige Fassung geben. Sicherlich wäre der Übergang zum angesprochenen Rundbau eine Herausforderung, müsste sich aber doch irgendwie geschickt lösen lassen. (Hier ist mir Querido mit seinem Kommentar zuvor gekommen. Ihm stimme ich darüber hinaus auch bezüglich des Kunstverein-Anbaus vollumfänglich zu.)


    Zugegebenermaßen verfüge ich bei weitem nicht über die Detailkenntnisse hinsichtlich der historischen Altstadt, die die meisten Kommentatoren hier besitzen. Trotzdem hoffe ich, zur Diskussion beitragen zu können und bin gespannt auf Eure Anmerkungen.

  • Vielen Dank, epizenturm, für die vielen und anschaulichen Modellfotos!


    Sehr erfreulich, dass der hölzerne Veranstaltungssaal über dem Archäologischen Garten kein Flachdach mehr aufweist, wie im Erstentwurf. Die Dachgestaltung ist nun abwechslungsreicher und mit Sicherheit auch von der regenwassertechnischen Seite her besser zu handhaben. Allerdings hätte ich die Dachspitzen des Saals noch mehr in die Höhe gezogen, also größere Höhenunterschiede zwischen Traufkante und Firstspitzen vorgesehen. Damit die angrenzenden Satteldächer nicht überragt werden, müsste dann allerdings eine andere Anordung der Dachspitzen erfolgen.


    Sehr störend könnte sich die sanierungsbedürftige Feuertreppe der Kunsthalle Schirn auf das Gesamtbild auswirken. Wenn schon ein Abbruchteam für den "Tisch" kommt, könnte es doch an dieser Stelle gleich weitermachen. Mit etwas gutem Willen wäre hier bestimmt auch eine bessere Lösung möglich.


    Insgesamt halte ich den jetzigen Planungsstand für gelungen. Die Dachformen sind irgendwie witzig und könnten in der Realität interessant wirken. Bei der Fassadengestaltung sehe ich ebenfalls den Diskussionsschluss noch nicht erreicht.

  • Rotes Haus / Tuchgaden / Lange Schirn

    Die bisher vorgesehene Einbindung des Roten Hauses halte ich, wie erwähnt, für äußerst unbefriedigend. Zur Verdeutlichung dessen, was ich in Beitrag #171 im zweitletzten Absatz meinte, habe ich auf Grundlage eines Plans aus der erwähnten Präsentation eine Grafik gefertigt (fehlende Präzision und Perfektion bitte ich nachzusehen). Rot die von mir vorgeschlagenen Baulinien:



    Grafik: Dom-Römer GmbH / Meurer Architekten, Bearbeitung Schmittchen


    Zur sinnvollen Wiederherstellung der unmittelbaren Umgebung des Roten Hauses schlage ich weitere Rekonstruktionen auf den farbigen Flächen vor. Dies wäre auf der rot markierten Parzelle das in #171 erwähnte Haus Zum Kummern (Info-Blatt). Auf dem gelben Feld das User Kardinal zufolge spätromanische Haus Tuchgaden 9 (Info-Blatt). Und auf der blauen Parzelle Tuchgaden 4 das Langenhaus (Info-Blatt). Die Südseite des Roten Hauses mit den unmittelbaren Nachbarbauten könnte dann wie auf dem um 1930 entstandenen Foto aussehen:



    Bild: ISG


    Vermutlich ließe der zur Verfügung stehende Raum auch eine Wiederherstellung der jeweils südlich anschließenden Bauten zu. Dies wären Lange Schirn 10, Tuchgaden 7 und Tuchgaden 2. Sinnvoller wäre womöglich, dort Neubauten nach Maßgabe der Gestaltungssatzung zu planen. Auch weil in einen Neubau auf der von Bendergasse, Tuchgaden und Lange Schirn begrenzten Parzelle das Fluchttreppenhaus der Kunsthalle sowie der Abgang in die Tiefgarage integriert werden könnte. Und die Südfassade frei gestaltet werden könnte. Südlich des Langenhauses, an der Ecke Tuchgaden und Bendergasse wäre ein Gebäude mit dem Haupteingang zum Stadthaus denkbar.


    Mit Wegfall des Tischs und einer möglichen Alternativlösung für das Fluchttreppenhaus liegt der Ball auf dem Elfmeterpunkt, was eine angemessene Integration des Roten Hauses und eine gute Lösung für den Tuchgaden betrifft. Nun bitte auch verwandeln! Die bisherige Vorplanung ist ein Schüsschen 20 Meter neben das Tor.

  • Und genau so müßte es werden. Warum kommen die nicht selber auf sowas?


    Schmittchen, schick`s doch mal hin. Vielleicht fehlt nur der "Anstoss".

  • Genau das meinte ich mit "sollte eigentlich kein großes Problem darstellen". Und schon wäre der westliche Abschluss des Stadthaus-Blocks richtig gut gelungen. Vielleicht fehlt wirklich nur der Anstoss.

  • Eigentlich beschämend, wieso hochbezahlte Fachleute nicht längst diese Lösung entwickelt haben. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass man mit der strikten Prämisse gearbeitet hat, eben kein einziges weiteres Haus zu rekonstruieren. Dabei kann natürlich nur Käse herauskommen.


    Bitte an die Dom-Römer GmbH weiterleiten, Schmittchen. Dann kann man im Nachhinein wenigstens sagen, dass die Idee geäußert wurde.