Der Altstadt-Salon

  • Gerechtigkeitsbrunnen

    Seit vorgestern ist die lange Zeit verschwundene Justitia zurück auf ihrem angestammten Platz auf dem Gerechtigkeitsbrunnen. Noch ist sie verhüllt, noch gut zwei Wochen lang, erst zur Eröffnung der Brunnensaison (die sich wohl virusbedingt verzögert hat) wird sie offiziell enthüllt. Währenddessen müssen noch einige handwerkliche Arbeiten erledigt werden, unter anderem muss das frisch restaurierte Ziergitter installiert werden. Auch letzte kosmetische Arbeiten an der Brunnenfigur stehen noch aus, heißt in einer Pressemitteilung der Stadt von gestern.

  • Hier ein Bild dazu. Im Vordergrund eine Person, die sich vorbildlich gegen Keime, Außerirdische und Bill Gates schützt 😷


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  • Und hier ist sie endlich wieder, die Justitia, von Folien befreit, frisch gecremt und gefönt, gekühlt mit erquickendem Wasser:


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    Quelle: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuss


    Das ebenfalls restaurierte Ziergitter ist installiert, was man hier besser sieht als oben (sofern nicht unnötigerweise verdeckt).

  • 1611 kannten sich die Stadt-Gestalter noch mit "Dem Wahren, Schönen und Guten" aus. Der Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römer ist ein Beispiel dafür. Nach einer Doppelrestaurierung (erst Zahn der Zeit, dann Säureanschlag) der Brunnenfigur und der Brunneneinfriedung ist das Touristen-Fotoobjekt wieder an Ort und Stelle.


    Nur die neuen Poller, die schon jetzt versifft sind, stören den schönen Eindruck erheblich.


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    Fotos von Beggi

  • Im Gegensatz zu Beggi hatte ich kein Glück mehr mit der Sonne, dennoch ein Übersichtsbild von heute Abend, groß klickbar. Ich muss Beggi zustimmen, die Poller sehen ziemlich mitgenommen aus:



    Bild: Adama

  • Ich sag mal so, mit den Pollern ist es wie mit allen anderen Stadtmöbeln, wenn ich sie nicht pflege, dann sieht es nach einer Zeit nicht mehr gut aus. Sowas kann man zuhause selbst nachvollziehen - einfach mal ein Jahr nicht mehr putzen!


    Kann dann wieder gelöscht werden.

  • .... wobei keiner auf die Idee käme, zu Hause seine Möbel zu bekritzeln oder Wände zu beschmieren. Aber Du hast Recht: Pflege ist die halbe Miete.


    (kann dann auch weg) ;)

  • Es ist schlimm, wurde ja in einem anderen Thread neulich auch schon mal angesprochen. Frankfurt ist aber da nicht allein. Sogar in der betulichen neuen Ökosiedlung in Friedrichsdorf, noch nicht bezogen bis auf ein paar Mietwohnungen, gibt#S schon die ersten Schmierereien auf Mauern. Mir fällt dazu nichts mehr ein, Resignation vor den Vandalen trifft's vlt am ehesten.


    Löschen, schließe mich an.

  • Warum nicht auch mal eine gute Nachricht bringen? Das Geschmiere ist entfernt, es bleiben Gebrauchsspuren aka Patina. Wehret den Anfängen...!


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    Bild: epizentrum

  • Braubachstraße zwischen Neue Kräme und Domstraße

    Die Stadt sperrt 20 Kfz-Stellplätze in der Braubachstraße, schafft dadurch Fahrradabstellplätze sowie ganze 170 m² zusätzliche Außengastronomie-Fläche und feiert sich deswegen überschwänglich - Pressemitteilung von heute Nachmittag:


    Stadt Frankfurt wertet Braubachstraße auf
    Ein großer Schritt für die Braubachstraße – ein kleiner weiterer Schritt zur autofreien Innenstadt

    „Mit einfachen Mitteln haben das Verkehrsdezernat und die zuständigen Fachämter, das Straßenverkehrsamt und das Amt für Straßenbau und Erschließung, die Parkflächen in der Braubachstraße zwischen Römerberg und Domstraße neu geordnet“, freute sich Oberbürgermeister Peter Feldmann.

    Aus Parkplätzen wurden Sommergärten, wo vorher Autos parkten, können nun Fahrräder sicher abgestellt werden, auch Bänke laden an zwei Standorten zum Verweilen ein. Lediglich einige wenige Parkplätze auf der Südseite zur Andienung der Altstadt für den Lieferverkehr, Stellplätze für Taxen und ein Behindertenparkplatz sind in der Neuordnung berücksichtigt worden.

    „Weniger Autoverkehr bedeutet in der Innenstadt mehr Lebensqualität, das wird nirgendwo deutlicher als auf der Kulturmeile Braubachstraße. Dort haben sich in den vergangenen Jahren neben den Galerien und Museen sowie kleineren Geschäften viele Restaurants und Cafés angesiedelt. Mit den Sommergärten hat die Straße einen ganz neuen Charme bekommen – und das wird auch weit über die derzeitige Corona-Zeit hinaustragen“, sagte Feldmann beim Altstadtrundgang am Donnerstag, 6. August.

    „Insgesamt wurden 20 KFZ-Stellplätze umgewandelt. Daraus entstanden sind 56 Abstellplätze für Fahrräder und 170 Quadratmeter zusätzliche Fläche für die Außengastronomie, außerdem wurden vier Bänke an zwei Standorten aufgestellt. Die Nordseite im beschriebenen Abschnitt ist komplett autofrei“, erklärte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling zufrieden.

    Auch Stadtrat Stefan Majer begrüßte das neue Angebot: „Das ist ein großartiges Zeichen, das wir als Stadt Frankfurt auch in Corona-Zeiten den Klimawandel nicht aus den Augen verlieren und im Sinne der Verkehrswende handeln. Mit den zusätzlichen Fahrradparklätzen machen wir es für alle attraktiv, mit dem Rad in die Stadt zu kommen, und dies auch über die Corona-Zeit hinaus. Als leidenschaftlicher Radfahrer begrüße ich die Maßnahmen sehr.“

    Die Vergrößerung der Flächen erfolgte unabhängig von Corona. Ziel war die Aufwertung des Areals und die Stärkung der dort befindlichen Betriebe. Alle Betriebe haben das Angebot des Verkehrsdezernats, die Flächen zu erweitern, gerne angenommen. Die zusätzlichen Außengastronomieflächen (ausschließlich auf ehemaligen Parkflächen) sind per Sondernutzungserlaubnis genehmigt. Hierzu wurden die Flächen extra umgestaltet. Perspektivisch sollen die nicht mehr benötigten Parkbuchten zurückgebaut und durch einen ebenen und breiten Gehweg ersetzt werden, kündigte Oesterling an.

    Sieben Gastronomiebetriebe zwischen Neue Kräme und Domstraße profitieren von der Umgestaltung.


    134234234ikjl2.jpgBild: Stadt Frankfurt, Foto: Bernd Kammerer

    v.l.n.r.: Gesundheitsdezernent Stefan Majer, OB Peter Feldmann, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, Dagmar Priepke (Interessengemeinschaft Braubachstraße)

  • Für die Problematik Außengastronomie scheint es eine Lösung zu geben (ich hatte mich auch schon gewundert, wieso die ganze Außengastronomie wieder da ist). Die Feuerwehr hatte ja die Einschränkungen durch die Bestuhlung bei der Anfahrt, insbesondere für die Drehleitern, moniert. Deshalb mussten viele Gastronomen ihre Außensitzplätze ab oder zumindest zurückbauen. Die Lösung soll jetzt darin bestehen, dass bei einem Feueralarm zeitgleich auch die Gastronomen alarmiert werden - tatsächlich durch einen richtigen Alarm - und die dann schnellstens die Gäste verscheuchen und die Stühle und Tische abbauen müssen. Dafür wurde extra eine Brandschutzverordnung für die Altstadt geschaffen. So berichtet es jedenfalls die FNP: https://www.fnp.de/frankfurt/w…ste-weichen-90068161.html

    Eine sehr pragmatische Lösung (ungewöhnlich für Deutschland), die mir gut gefällt. Mal sehen, ob es in der Praxis auch funktioniert. Fehlalarme werden sicherlich zu einigem Ärger bei den Gästen führen, vor allem, wenn einem die Schwarzwälder Kirschtorte unter der Gabel weggezogen wird.


    Ich hätte ja auch eine Lösung durch 1 oder 2 spezielle Altstadtfeuerwehrfahrzeuge für möglich gehalten, die eine geringer Aufstellfläche benötigen. Solche Lösungen gibt es schon in einigen Städten mit engen, historischen Altstädten. Die Gastronomen hätte dafür auch gleich eine Betriebsfeuerwehr gründen können ;)


    Bytheway: Ferner sollen die Gastronomen jeweils einheitliche Stühle, Tische, Schirme verwenden, die aus Holz oder Metall, nicht aber Kunststoff sein sollen.

  • Danke. Über die in der neuen Altstadt ungeachtet der ganzen Aufregung weiterhin betriebene Außengastronomie habe ich mich auch schon gewundert. Den im FNP-Artikel erwähnten Entwurf einer Gestaltungssatzung gibt es hier als PDF. Demnächst liegt den Stadtverordneten die Vorlage zur Entscheidung vor.


    Der Satzungsentwurf ist ganz interessant, zumal der räumliche Geltungsbereich deutlich über die neue Altstadt hinausgeht. Im Norden reicht er bis zur Berliner Straße, im Westen bis zur Buchgasse, im Süden endet er am Mainkai und im Osten an der Fahrgasse (Details siehe Plan im Entwurf).

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    Zumindest im Kernbereich werden damit auch die ansonsten weiterhin erlaubten (und jetzt wieder vermehrt diskutierten) Heizstrahler und Heizpilze verboten (Seite 7 der Richtlinie).

    Allerdings nicht aus Gründen des Klimaschutzes, sondern der "Brandschutzordnung zur Außengastronomie im Bereich der Flächen für die Feuerwehr, gültig für die Neue Altstadt".

  • Die DomRömer GmbH weist auf ihrer Website auf eine Art informatives Werbebüchlein hin, das die Autorin Elisabeth Budde als ein weiteres in einer inzwischen langen Reihe herausgegeben hat. In dem "Buddlet" genannten Booklet gibt es einen nicht repräsentativen Querschnitt der Gastronomie und des Einzelhandels der Altstadt, eingebettet in Informatiönchen und ein wenig Geschichte. Ganz nett zu lesen, was auch online möglich ist: buddlet.de.


    Unter anderem findet sich ein Hinweis auf die Töpferei Bauer, die neuerdings den Langen Franz im Angebot hat, als handgetöpfertes Modell freilich. Vom Verkaufspreis gehen 10 Euro an den Neuen Brückenbauverein, der sich bekanntlich (ebenfalls) um den Wiederaufbau der Rathausdächer kümmert. Ein Bild vom Modell findet sich auf der Bauer-Website: toepferei-bauer.de.

  • Ein Spoiler in der FAZ erwähnt das die zukünftige Gestaltungssatzung für die Altstadt und Co. naht welche auch das Geschäftsleben auf dem Römerberg, aber nicht nur, beeinflussen wird. Der übermannshohe Teddy muss wohl verschwinden aber auch Verkaufsständer für Postkarten und anderes dürfe in Zukunft nicht höher als 1,2 m sein. Zum abknieen (für die Kunden beim anschauen und aussuchen) wenn’s nicht so grotesk wäre. Trifft das auch die Giraffe auf dem Hühnermarkt?


    [Ironie] Hoffentlich wird auch so konsequent beim 'Wildwuchs' der Gestaltung und dem Design der Tischeindeckungen, den Tisch-Fässern und anderen 'ästhetischen Entgleisungen' auf dem Paulsplatz, Römerberg und der Altstadt durchgegriffen. Gut das die Geschäfte und Gastronomiebetriebe sonst keine Pblm. haben. [/Ironie]