Humboldthafen OVG-Projekt [realisiert]

  • Ja super, das sind ja mal grandiose Entwürfe, Weltklassearchitektur.


    Ich glaube es gibt viele Städte die Berlin um die Gelegenheit eine innenstädische, zentrumsnahe Hafenbebauung beneiden und diese an einer so prominenten Ecke, welche zudem verkehrstechnisch und in Blickkontakt mit dem Kanzleramt, Reichstag und der Kathedrahle der Moderne steht, auch billigste Trivialarchitektur platzieren würden.


    Also wenn man genau hinsieht kann man die Planung schon mit einer weiterentwickelten Binnenalster vergleichen.


    Das ist unfassbar, es hätte soviel mehr aus dieser Möglichkeit gemacht werden können.


    Also ich für meinen Teil könnte bei soviel Ignoranz ko.....!

  • Ich hoffe ja, daß doch etwas anderes dort gebaut wird. :cool:


    Wie auch immer, müsste man sich das mal in echt und vorallem im Kontext mit den anderen Gebäuden am Humboldthafen anschauen. Vielleicht sieht es ja dann nicht mehr ganz so schlimm aus, wie auf den Visualisierungen. Zu hoffen wäre es.


    Das ist meiner Meinung nach nämlich auch das derzeitige Problem des Meininger Hotels: der fehlende Kontext zu den anderen Gebäuden (ich wette das Meininger wird erst mit den anderen Bauten Sinn ergeben, bzw nicht mehr so schlecht und verloren aussehen).

  • @ Hobbyist: Da könntest du Recht haben. Umso wichtiger wäre es entsprechenden baukörperlichen Kontext zu schaffen. Was natürlich nicht heißt mehrere Meininger aneinanderzuklatschen. ;)


    Wo ich mir aber die weiteren Entwurfsrealisierungen anschaue könnte das geplante neue Gebäude doch sehr interessant werden. Gut, es hat eine gewisse Monotonie, aber trotzdem hat es für mich das gewisse Etwas. Nicht spektakulär, aber ein massives Bauwerk, das den Humboldthafen einfasst.

  • die städtebauliche richtung, die dieser senat an den tag legt ist primitiv und unprofessionell !


    in den letzten jahre wurden diverse investoren vergrault, jetzt kommt auch noch ein höchstmass an geschmacklosigkeit hinzu.


    ich habe beruflich mit der OVG in den niederlanden zu tun - schaut man sich dort vergleichbare projekte an, wird man feststellen, dass so ein "grüne wiesen objekt" dort nie realisiert werden würde.


    „helle-mitte“ im regierungsviertel - wow, „be berlin“.


    der nachteil bei solchen ausschreibungen ist, dass nur noch planungsbüros gewinnen - bei denen die namensgeber keinen einzigen strich mehr ziehen, so entstehen gebäude, die genauso auf anderen kontinenten realisierbar sind - betonierte volumen ohne seele.


    es gibt genug renommierte architekten die kein weltweites büronetz unterhalten und entsprechende fliessbandarchitektur abliefern.


    bestes beispiel ist die neue "beethoven halle" in bonn:


    1a lage am wasser, prominente architekten, super entwürfe - und es wird realisiert.


    ich liebe berlin, aber solange der filz regiert wird berlin immer posemuckel bleiben...


    bonn oder berlin, welche stadt ist doch gleich hauptstadt???

  • wie kann das denn sein? Was ich bisher dazu hier gesehen hab sah eigentlich echt gut aus. besonders die sache mit den arkaden. aber das?
    wird das im ernst gebaut? voll hässlich

  • Wieso die Aufregung?
    Für eine vertane Chance hätte ich es gehalten, wenn die ursprünglichen Entwürfe realisiert worden wären, die wieder mal die x-te Aufführung des allseits bekannten Berliner Neoklassizismus mit vorgeblendeter Steinfassade und Arkaden geworden wären...
    Natürlich kommt es bei dem jetzigen Entwurf auf die Qualität des Finishs an, aber wenn die Fassadenelemente wirklich filigran und in hoher Materialqualität gefertigt werden, kann der Bau eine Art Kreuzung von Bikinihaus und Benjamin Franklin am Wasser werden...:D

  • Gar nicht so übel

    Für einen Bürokomplex mit kommerzieller Nutzung finde ich den Entwurf gar nicht sooo schlecht.Besser als dieses ewig gleiche Lochfassadeneinerlei.Das abgesetzte Sockelgeschoss gefällt mir recht gut.Jetzt kommt es wirklich auf die Ausführung an.
    Schöner fände ich es,wenn die Betonträger an der Aussenfassade vertikal in einer Linie wären und nicht in jedem Geschoss zueinander versetzt.


    Herausragende Architektur ist das nicht,aber Extravagantes kann man heute eigentlich nur bei öffentlichen oder kleineren Bauten mit ambitionierten Bauherren erwarten.

  • Ist es nicht irgendwie traurig, wenn sich Architektur schlussendlich nur noch über die verwendete Betonqualität definiert? Sind Form und Ästhetik wirklich irrelevant? Dann können wir auch gleich den Rohbau hübsch anstreichen - vielmehr bleibt ja nicht mehr.
    Das ist hier ja nicht mal eine Streitfrage zwischen Moderne und Klassik. Nach meinem Empfinden wird die Architektur und Baukultur als Ganzes durch solche Entwürfe mit Füßen getreten.

  • Der letzte Beitrag bringt es auf den Punkt. Es gibt so viele aufregende innovative Baukomplexe am Wasser


    http://www.morelondon.com/index.html
    http://de.wikipedia.org/w/inde…etimestamp=20090703194841
    http://farm4.static.flickr.com…2297036188_c1a551ef38.jpg
    http://londoniscool.com/wp-con…11/paddington-basin23.jpg
    http://www.medienhafen.de/
    http://www.deutsches-architekt…hp?p=285705&postcount=320


    Das, was hier als "moderne Architektur" aufgetischt werden soll, ist armselig. Der Düsseldorfer Medienhafen wird ausschließlich privat finanziert gebaut, daran kann es nicht liegen.

  • Also,der D´dorfer Medienhafen sollte kein Vorbild für Berlin sein.Diese krampfhaft gewollte Andersartigkeit z.B.der "tanzenden Türme"von Gehry finde ich schon fast peinlich.
    Solche Gebäude gibt es mittlerweile in vielen Städten,dass wirkt auf mich auch nicht mehr besonders orginell.


    Ich war im letzten Herbst in D´dorf,der Medienhafen hat mich nicht vom Hocker gerissen.

  • @ Kleist
    Der Düsseldorfer Medienhafen reißt auch mich nicht vom Hocker. Dennoch ist er allemal besser als was jetzt für den Humboldthafen präsentiert wurde.
    Mein Gott, es muss doch möglich sein, etwas Kleinteiligeres, Bewegteres, Bunteres zu creieren als diese Monotonie!:mad:

  • Ja, Medienhafen in D'dorf ist wirklich nicht der Bringer. Canary Wharf im übrigen auch nicht. War da letzten Sommer und es wirkte alles sehr steril und unübersichtlich, die Hochhäuser wuchsen aus irgendwelchen verschachtelten Sockelbauten und Anbauten hervor, das gesamte Ensemble machte einen sehr monotonen und trotz Wochentag leblosen Eindruck. Also auch kein wirkliches Vorbild. Gleichwohl gibt es in der Tat interessante Hafenprojekte, z.B. der Rheinauhafen in Köln.

  • Weil viele hier sich überbordend aufregen: Die Vorgaben des Wettbewerbs haben beinah alles vorgegeben: Fläche, Fassadenraster, Bauvolumina, Arkade oä etc.
    wirklich krass. Deswegen lieber den Senat bashen, der ist nämlich schuld zusammen mit dem geldgeilen Liegenschaftsfonds, der das Grundstueck zum Maximum veräußern musste...
    so schauts jetz auch aus!

  • Ich verstehe ehrlich gesagt gar nicht, dass Ufer-/ Hafenbereiche immer so gehyped und mit Erwartungen überzogen werden. Bei modernen Bauprojekten kenne ich kein wirklich gelungenes Ensemble. Etwas richtig Spektakuläres - entsprechend dem alten Dresden etwa oder der Berliner Museumsinsel - ist für mich bisher nirgends herausgekommen. Aber ich habe auch nicht alle Projekte von Nahem gesehen.


    Den Düsseldorfer Hafen z.B. kenne ich live noch gar nicht. Auf Fotos hat er mir bisher teils ganz gut, aber insgesamt auch nicht überragend gefallen. Den Kölner Hafenbereich finde ich in Real auch gar nicht mal sooo toll, insbesondere nicht die neuen Kranbauten. Ist aber natürlich alles Geschmacksache. Für die Mediaspree gilt in meinen Augen Ähnliches: Es gibt Gefälliges aber auch hier wenig Umreißendes. Das neue Projekt von Berlin Humboldthafen sollte man aber trotzdem erst mal abwarten, finde ich. Vielleicht wird uns das doch noch positiv überraschen, wenn es erst mal steht.

  • ... Bei modernen Bauprojekten kenne ich kein wirklich gelungenes Ensemble. Etwas richtig Spektakuläres - entsprechend dem alten Dresden etwa oder der Berliner Museumsinsel - ist für mich bisher nirgends herausgekommen. Aber ich habe auch nicht alle Projekte von Nahem gesehen.


    Naja, wenn man mit Staatsgeld Kultureinrichtungen oder Regierungspaläste bauen kann ist es einfach etwas Spektakuläres ans Wasser zu stellen. Siehe Bundestagsbauten, Elbphilharmonie oder in Spanien Calatravas "Stadt der Künste und der Wissenschaften" und das Oscar-Niemeyer-Kulturzentrum


    http://www.fotocommunity.de/pc…s/670003/display/23054736
    http://in-bcn.de/wp-content/ga…sboom/centro-niemeyer.jpg

  • Wozu man für ein derartiges Ergebnis einen Wettbewerb braucht erschließt sich mir nicht. Herausgekommen ist wieder nur die übliche Meterware mit monotoner Lochfassade die man in jeden neuen Büropark findet.
    An sich habe ich gegen solch eine Fassade nichts auszusetzen (defintiv besser als Meininger, InterCity und Konsorten), doch der Baukörper an dem sie vorgehangen wird ist dafür einfach zu groß und die Kubatur zu klobig.
    Da hilft es auch nicht, dass KSP das Volumen in Form eines Mäanders mit leicht begrünten Innenhöfen versucht aufzulockern. Die sind zum einen viel zu eng und haben zudem nichts anderes als die gleiche Fassade wie die Vorderfront zu bieten (warum nicht einfach mal den Glasanteil erhöhen oder mit Nischen arbeiten?).
    Schade, wieder eine Chance vertan.

  • HUmboldthafen

    Nördlich der Bahnbrücken werden derzeit Spundwände im Bereich des Ufers in den Boden getrieben. Leider weiss ich nicht, ob es sich dabei nur um Sicherungsmassnahmen oder vorbereitende Baumassnahmen handelt. Jedenfalls liegt, wie auf dem zweiten Bild zu sehen, noch einiges an Stahl bereit:




    An der nördöstlichen Seite des Hafenbeckens an der Einfahrt zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal wurden in den letzten Wochen ganz offensichtlich die Ufer befestigt:



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    alle Bilder von mir

  • so ähnlich sehen die Versicherungsgebäude bei uns im Gewerbepark auch aus. Dass dem Architekten die Nummer nicht zu peinlich ist. In der Mitte der Hauptstadt an exklusivster Lage so einen unterdurchschnittlichen Mist hinsetzen zu wollen. Das wäre das gleich als wenn ein angehender Koch im Adlon ein Käsebutterbrot den Gästen zum Essen servieren würde. Das ist echt unangemessen. Passt absolut nicht und sollte nicht den Ansprüchen Berlins genügen.

  • Ich finde diesen Entwurf echt enttäuschend. Ich habe mir den jetzt eine ganze Weile angeguckt. Ich würde nicht mal sagen dass es sich dabei um schlechte Architektur handelt, da sind sehr wohl ganz interessante Elemente drin, ich finde ihn nur an dieser Stelle unpassend. Er strahlt keine Lebendigkeit aus, er ist viel zu gediegen. Könnte ein universitäres Verwaltungsgebäude sein. Mich stört das sehr, weil ich finde an diese Stelle gehört ein Gebäude was Reisende und Berliner einlädt. Irgendwie wirkt das wie so ein kleiner Mikrokosmos der mit der Außenwelt nichts zu tun hat. Ich kann mir nicht helfen ich finde das echt extrem unangenehm und verschwendet.