Fischerinsel / Petriplatz / Breite Straße

  • Cöllnisches Rathaus

    Seit der Planungsphase für Züblin hat sich Umfangreiches getan. Die Grabungen haben viele Neuigkeiten gebracht.


    Deshalb ist die Ausschreibung des Areals des ehem. Cöllnischen Rathauses geändert worden. Es sollen jetzt auf der seite der Scharrenstraße optisch drei Gebäude und in die Westfassade (nach Westen hin) die Ratswaage integriert werden. Daraufhin hat Züblin seinerzeit abgesagt.


    Wer mag: das Areal steht via Liegenschaftsfonds mit Baurecht für - glaube ich 14 Mio. Euro - zum Verkauf.

  • Vor kurzem hat die Sanierung des Wohnblocks Scharrenstraße 10/11 begonnen.


    Bei dem Wohnblock handelt es sich eine Modifizierung des Typs Mittelganghaus Berlin (Plattenbau 5 Mp). Das sechsgeschossige Gebäude wurde von 1964 bis 1966 von einem Kollektiv unter Leitung von Heinz Graffunder errichtet und bietet kleine Zweiraumwohnungen.


    Die Sanierung umfasst eine Wärmedämmfassade, neue Fenster, Grundrissänderungen, die Erneuerung der Aufzüge und eine Strangsanierung. Der Bauherr ist die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), die Planung übernimmt das Ingenieurbüro Mohr.

  • ^also eigentlich hatte ich doch inständig gehofft, dass dieses wirklich üble Schandmal realsozialistischer Tristess inmitten des Berliner Zentrums im Zuge der Petriplatz-Gestaltung abgerissen wird. Nun wird da auch noch saniert??

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    Du kennst wohl auch nur abreissen, was? Und die Menschen einfach aus der Wohnung schmeissen? Eine Sanierung bietet doch auch die Chance, Fehler in der Gestaltung zu kaschieren oder ganz zu beseitigen. Denke bitte mehr an die Menschen, die ganz real in der "realsozialistischen Tristesse" vieleicht gerne wohnen. Nur weil du gerne den durch Reparationsleistungen Frankreichs finanzierten Kitsch der Gründerzeit wieder auferstehen lassen willst, heisst das nicht, dass man dafür einfach Menschen an die Luft setzen kann!

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    Dem kann ich zustimmen. Man kann im Strang zu den Plattenbausanierungen sehen, was man aus so einer alten Platte machen kann.


    Man muss das auch pragmatisch sehen, lieber für weniger Geld ordentlich umbauen und sanieren, anstatt zig Millionen raushauen für ein neues Gebäude, daß sich vielleicht in 10 Jahren ästhetisch auch wieder überlebt hat.


    Ich wünsche mir, daß auch das Hochaus am Hackeschen mal eine Schönheitskur verpasst bekommt.

  • Nur weil du gerne den durch Reparationsleistungen Frankreichs finanzierten Kitsch der Gründerzeit wieder auferstehen lassen willst, heisst das nicht, dass man dafür einfach Menschen an die Luft setzen kann!


    Ich weiß jetzt nicht ob derlei haltlose Unterstellungen wirklich im Sinne des Forums sind. Also zügele vielleicht ein wenig deine Fantasie. Weil ich lasse mir zwar gerne Argumente um die Ohren hauen, aber unsinnige Behauptungen eher nicht.


    Die Neubebauung des Petriplatzes hat auch nichts im Geringsten mit 'Gründerzeit' zu tun. Mir ist auch nicht bekannt, wo überhaupt in der Stadt derartiges 'wieder aufersteht' oder wer es gar haben möchte... Fakt ist allerdings, das dieser Bau dort ein völliger Fremdkörper ist und auch künftig sein wird. Er ist auch nichtmal im Ansatz schön, selbst für Plattenbauverhältnisse nicht, war es nie.
    Ich habe überhaupt nichts gegen derartige Gebäude. Sie bieten einen erheblichen Wohnwert und -komfort. Aber doch bitte im passenden Umfeld im Rahmen einer in sich geschlossenen Bebauung. Als Lückenfüller in prominenter Innenstadtlage muss ich es zumindest in dieser armen Gestalt nicht wirklich haben.

  • Träume sind Schäume...die Petri-Marien-Gemeinde regt derzeit eine Initiative zur Errichtung eines Sakralbaus auf dem Petriplatz an. Christen, Juden und Muslime könnten laut Pfarrer Hohberg das Gebäude gemeinsam konzipieren, bauen und nutzen.
    Nur, ein derartiges Gebäude sehen die Planungen der Senatsverw. f. Stadtentw. nicht vor. Bekanntlich soll dort ein archäologisches Zentrum und ein Büro- und Geschäftshaus entstehen.


    Wie das Ganze finanziert werden soll scheint auch noch nicht ganz klar.


    Artikel Tagesspiegel

  • Fänd ich gut - wenn ich auch nicht denke, dass, zumindest Christen und Juden, Raumnot an Sakralbauten haben.
    Symbolisch wär's schön und dem Platz gäb's auch eine Bedeutung, die er allein durch die geplante Standartumbauung sicherlich nicht erhält.

  • ^^ Und wenn dieser Traum-Schaum wider Erwarten tatsächlich realisiert werden würde, ist bestimmt kein Wiederaufbau der alten Petrikirche zu erwarten - sondern irgendein unprätentiöser und unauffälliger moderner Zweckbau...

  • Gott oder nicht, wie viele Versöhnungs- und Begegnungszentren braucht man noch? Diese ganze aufgesetzte 200%ige Pseudotoleranz ist echt nervig. Und auch wenns derselbe Gott ist, läuft ein jüd. Gottesdienst anders, als nen christlicher. Schon der Jesus am Kreuz in einem zusammengelegten Raum ließe sich nicht mit den jüd. (und wohl auch den musl.) Vorstellungen vereinbaren. Und man wird wohl kaum bei den Gebeten der anderen mitmachen. Also totales Luftschloss, inhaltlich wie finanziell. Am besten Reko des Turms als Landmarke und eben das arch. Zentrum.

  • Eine gemeinsame Stätte für die drei Religionen ist mir in Berlin eigtl. nicht bekannt, Ben?! Das mag daran liegen, dass ich kein Berliner bin. Dagegen magst du wahrscheinlich kein gläubiger Mensch sein, im Gegensatz zu mir. Dass derartige Symbole (immer noch oder zunehmend) wichtig für die Religionen sind mag dir daher wahrscheinlich aufgrund zu geringen Einblicks verschlossen bleiben.
    Abgesehen davon ist eine Reko des Turms ja (leider) nicht zu erwarten wie du zugeben musst. Und um den Platz nicht von Tristesse in Bedeutungslosigkeit zu verwandeln, fände ich eine Nutzung wie diese zumindest als Idee gut.

  • Ein Gradmesser inwieweit die drei Religionen zueinander finden braucht man sich nur die Situation in Jerusalem anzuschauen. Heilige Stätten dreier Weltreligionen und kein Frieden.


    Ich stimme Ben voll zu, pseudo-toleranz Gehabe brauchen wir nicht. Echte Toleranz gibt es nur, wenn alle Religionen ihren Glauben zeigen können und gleichzeitig Staat und Religion nichts miteinander zu tun haben. Religion ist Privatsache, jeder darf sie auf seine Weise ausüben, dabei aber andere nicht bevormunden.

  • Selbst wenns noch kein Gebäude dieser Art geben sollte, es gibt genug Anlässe und Ereignisse, wo versucht wird, diese Idee umzusetzen. Ich bin gläubiger Atheist, aber ich bin trotzdem mit dem ganzen jüd. "Zeugs" aufgewachsen. Welche Symbole meinst du? Das Kreuz? Mir ist klar, dass es ein zentrales Symbol des Christentums ist. Dagegen sage ich ja auch gar nichts. Aber in einer Synagoge o.ä. haben menschliche und auch sonst. Abbilder (außer der beiden Löwen, die die 10 Gebote halten) nichts zu suchen, das Kruzifix wird als eine Art Götze gesehen und Jesus selbst gilt mit seinen Behauptungen quasi als "Gotteslästerer". Das ist wie gesagt mit den Ansichten und Vorschriften nicht vereinbar. Ein gläubiger oder praktizierender Jude (und wohl auch Moslem, die wohl beide diesen Ort nicht aufsuchen werden) würde nicht mal als Tourist in eine Kirche gehen, geschweige denn beten. Aber das ist ein anderes Thema. Der große Bato möge mir diese Sünde verzeihen. Amen. ;)


    ¡no es nada!

  • Mit dem Satz "Dass derartige Symbole wichtig für die Religionen sind" habe ich doch nicht das Kreuz gemeint, Ben. Gemeint habe ich Symbole von Gemeinsamkeiten. Es geht auch nicht darum einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden mit dem jeder leben kann. Dafür braucht man sich nicht bemühen ein Gebäude zu erstellen - welchen Wert, welche Aussage hätte das. Bemühungen in dieser Richtung versuchen dagegen herauszustellen, dass man den gleichen Gott anbetet, nachdem seit Gründung der zwei jüngeren Religionen stets nur die Gegensätze von Ausschlag waren. Das ist der Unterschied in den Beziehungen, die diese neue Zeit mit sich bringt. Und mit Symbol meinte ich natürlich diesen Prozess abstrakt, sowie auch konkrete Symbole in Form von gemeinsamen Auftretens oder, in diesem Falle, "multireligiöser Sakralbauten" (die neben Symbolhaftigkeit auch konstruktiv genutzt werden sollen).


    (Nirgendwo im Artikel steht was davon, dass Muslime in einer Kirche bzw. vor einem Kreuz beten sollen, so ein Schmarrn.)


    Abgesehen davon, dass ich einer solchen Idee grundsätzlich positiv gegenüber stehe, glaube ich nicht an die Verwirklichung hier.

  • Derzeit werden die (derzeit) wenig bekannten, wenig belebten und noch weniger attraktiven Straßen westlich der Breiten Straße erneuert bzw. umgebaut, und zwar die Brüderstraße sowie die Sperlings- und Neumannsgasse:



    Blick in die Neumannsgasse, hier wird noch schwer gebaut:



    Sperlingsgasse (vorne) und Neumannsgasse (hinten):



    Die Brüderstr. ist schon weitgehend fertig. Blick Richtung Süden bzw. Petriplatz: